Montag, April 17, 2006

Jesus steig herab vom Kreuz und bombardier die Atomanlagen des Iran!!!



„Kampf gegen den Terror ist Terror!“, so lautet dieses Jahr eines der schlagkräftigsten Statements der Ostermarschierer gegen Krieg und Realität. Außerdem wird eine größere Distanz zu George W. Bush eingefordert und eine friedliche Lösung der Irankrise verlangt. Was diesen Friedensmenschen gemein ist, ist, dass sie in ihrem Wahn von sich behaupten, Pazifisten zu sein, die gegen Gewalt und Krieg sind und dabei ignorieren, dass für ihre Friedensliebe jedes Jahr tausende getötet werden.
Die Ansichten dieser Demonstranten sind ein Schlag ins Gesicht jedes Menschen, der sich für die Menschenrechte einsetzt und zwar nicht nur für die Menschenrechte für Deutsche und Franzosen und Belgier und Spanier, sondern auch für die von Regimekritischen Syrern, von unterdrückten Tibetern oder den Bewohnern des Tschad. Einmal mehr entflammte sich der Osterzorn am Irakkrieg. Seid dem dort einer der grausamsten Regenten der letzten Jahrzehnte beseitigt wurde, der Giftgas gegen seine eigene Bevölkerung einsetzte, andere Länder überfiel und Staatsterror ausübte, sind die Pazifisten außer sich vor Wut. Wie oft interessierten sich die Ostermarschierer denn vor dem Feldzug der Amerikaner für den Irak? Warum protestieren sie ausgerechnet in dem Moment, indem die Bevölkerung erstmals die Gelegenheit hat, ein freieres System zu gestalten, was islamische Terroristen zu verhindern versuchen?
Die Ostermenschen sind zufrieden, wenn auf der Welt ruhe ist, auch wenn diese Ruhe durch den Terror gegen das eigene Volk erkauft wird. Mögen die Teilnehmerzahlen auch in den letzten Jahren rapide geschrumpft sein, zumindest eine der Säulen dieser Tradition bleibt erhalten: Antiamerikanismus. Wenn kein Wort über den Tschetschenienkrieg fällt, die Kolonialbestrebungen Ägyptens unerwähnt bleiben (gegen welches Land verrate ich hier nicht, denn der Leser soll sich mal selber informieren. Interessant, dass darüber nichts in den Zeitungen steht.) und auch ansonsten keine Nation in dieser schärfe kritisiert wird, ist das ganz einfach Antiamerikanismus.
Es ist eine besondere Ironie der Geschichte, dass sich auf diesen Veranstaltungen besonders viele DDR-Bürgerrechtler hervortun. Vielleicht sollte denen mal jemand sagen, wem sie das Ende ihres tollen DDR-System zu verdanken haben, nicht Helmut Kohl und nicht dem Volk, sonder dem Kapitalistischen Weltenvernichter USA.

Mehr Distanz zu Bush – ja und weiter, was sollen solche Forderungen eigentlich in der Realität bewirken? Stattdessen kuscheln mit Putin oder etwa mit dem Iran??? Gar nicht so abwegig, es gibt ja viele Parallelen zwischen den Ostermenschen und Teheran, für beide stellt nicht der islamische Faschismus, der das Ziel verfolgt, alles demokratische, freiheitliche und nicht-islamische zu vernichten, sonder die USA das Böse dar. Jeder Alt68er (im Wesentlichen rekrutieren sich diese Demos ja aus deren Reihen) sollte zumindest so ehrlich sein und zugeben, dass für ihn die Menschenrechte keinen universellen Wert darstellen, sondern von Kultur zu Kultur anders interpretierbar sind. Denn jeder, der einen islamischen Gottesstaat wie den Iran unterstützt und das tut man schon, wenn man ihn nicht ausdrücklich kritisiert, unterstützt den Versuch, die Welt wieder in die Zeit vor der Aufklärung zu manövrieren. Sicherlich werden viele der wenigen, die noch auf die Osterzüge gehen auch heimliche Achtung vor den Gotteskriegern haben, die sich für eine größere Sache in den Irak oder in andere Krisenherde begeben, um für Allah zu kämpfen. Ist das nicht so wie damals im Spanischen Bürgerkrieg, wo aus ganz Europa freiwillige loszogen, um gegen die Faschisten zu kämpfen? Es ist das genaue Gegenteil, bei den Gotteskriegern heute, handelt es sich um die Faschisten von damals, sie kämpfen für dasselbe schreckliche Ziel. Sie kämpfen nicht für Gleichberechtigung, sondern für deren Ende, sie kämpfen auch nicht für Meinungsfreiheit, sondern für unkritisierbare Worte aus einem Hassbuch und sie kämpfen auch nicht für die Gleichwertigkeit aller Menschen, sondern für die Klassifizierung in gute und schlechte.
Wer sich für weltweite Solidarität und Freiheit einsetzt sollte nicht mehr Distanz zu Bush fordern, sondern sich gegen den muslimischen Befreiungskampfes einsetzen. Bush ist abwählbar, Allah aber nicht.

Auch die Forderung nach einer friedlichen Lösung des Irankonfliktes ist zu gleichen Teilen lächerlich und feige. Warum präsentieren die Demonstranten nicht einfach einen Masterplan zur friedlichen Beilegung des Konfliktes? Sie tun es nicht, weil sie sich nicht in die Gefahr begeben wollen, dabei früher oder später Antwort auf folgende Frage geben zu müssen: Und wenn alles Reden und Reden nichts nutzt, was dann? Aus Rücksicht auf ihr moralisch ach so korrektes Weltbild bleiben sie eine Antwort schuldig. Vielleicht würden Ostermärsche in Teheran helfen?