Mittwoch, Mai 31, 2006

Historisches Palästina


Heute Abend besuchte ich mit Kehlchen eine Filmvorführung der Palästina-AG. Gezeigt wurde die “Dokumentation“ Checkpoint von Yoav Shamir. Durch einen kleinen, geschickten Trick gewinnt dieses Werk immens an Emotionalität - Es werden einfach alle Hintergründe der Checkpoints ausgeblendet. Etwa das sie dafür Sorgen sollen, dass palästinensische Freiheitskämpfer bei ihrem Gang ins Jenseits nicht dutzende israelische Teenager mitnehmen, die eigentlich viel lieber in die Disko wollten.

Die schikanierten Palästinenser sind allesamt entweder Kranke auf dem Weg zum Arzt, ehrliche Arbeiter oder Studenten. Kein Wort des Hasses kommt ihnen über die Lippen, und natürlich durchstöbern die Soldaten umsonst das Gepäck. Noch nicht einmal das winzigste Messer finden sie. Da können sie die Schulbusse noch so oft durchsuchen, es bleibt dabei: Selbstmordanschläge gibt es gar nicht!

Ich habe den Veranstaltern eine E-Mail geschrieben, in der ich die fehlende Selbstkritik anspreche, die wohl neben dem Hass auf Israel das zweite Fundament der palästinensischen Identität ausmacht.

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Guten Abend, ich war heute anwesend, als die Palästina-AG den Film Checkpoint zeigte.
Leider wurde danach kein Wert auf eine Diskussion gelegt. Darum würde ich gerne auf diesem Wege ein paar Sätze mitteilen.

Ich war zum ersten Mal auf einer Veranstaltung der Palästina-AG und muss leider sagen, dass mir etwas sehr negativ auffiel: Ein Mangel an Selbstkritik.

Doch zuerst ein paar Bemerkungen zum Film: Er ist sehr einseitig. In ihm werden die Straßenspeeren als reine Schikane ohne Sinn dargestellt. Die Hinterbliebenen der Opfer von 120 Selbstmordattentaten und ungezählter Schusswaffenüberfällen werden da eine etwas andere Ansicht zu haben. Dass ein Staat versucht, seine Bürger zu schützen und dafür sorgen will, dass sie ohne Lebensgefahr in ein Cafe, einen Bus oder eine Diskothek gehen können ist legitim. Jeder Staat macht das und hat sogar die Pflicht dazu.
So lässt der Film keinen Raum für Hintergrundinformationen. Er wurde im Zeitraum von drei Jahren gedreht, in drei Jahren voller Terroranschlägen. Davon kein Wort.

Doch bin ich weniger über diese “Dokumentation“ enttäuscht, sondern über das Fazit, dass am Ende vom Veranstalter gezogen wurde: „Besatzung ist eine Demütigung für die Besetzten und die Besatzer. Frieden kann es erst geben, wenn die Besatzung endet.“ Punkt, fertig!
Ist es wirklich so simpel?
Vertritt die Palästina-AG wirklich diese naive Meinung?
Sind sie nicht der Ansicht, dass auch die palästinensische Seite eine Mitschuld trägt.
Etwa durch den ständigen Einsatz von Terror gegen die israelische Zivilbevölkerung?
Ganz abgesehen davon, dass die Israelis in den Neunzigern ja auch schon abgezogen waren, ehe mit der zweiten Intifada eine neue Terrorwelle begann.

Wenn ich mir so die palästinensische Situation betrachte, glaube ich zum Beispiel, dass die größten Feinde der Palästinenser nicht die Israelis sind, sondern ihre eigene Elite.
Seid sechzig Jahren leben zehntausende Palästinenser in Flüchtlingslagern und warum: weil der politischen Führung dieses moralische Faustpfand mehr bedeutet, als das Wohlergehen des eigenen Volkes. Eine solch menschenverachtende Behandlung ist beschämend.

Ebenso muss man sich doch Fragen, wo die ganze Entwicklungshilfe hingekommen ist, die die EU und die USA seid Jahrzehnten an die Palästinenser überweisen? In was ist sie investiert worden, wohl kaum in die Steigerung der Lebensqualität des Volkes (Siehe Flüchtlingslager). Die korrupte Elite hat es größtenteils behalten, soviel bedeutet ihr das eigenes Volk. Arafat stand einem armen Volk vor und starb als Milliardär!

Von all dem habe ich heute Abend nichts gehört. Vielleicht sollte man sich da ein Vorbild an Israel nehmen, einer offenen, kritischen Demokratie. Ich bezweifle, dass es sich ein Palästinenser leisten könnte, einen solch kritischen Film über die palästinensische Gesellschaft zu drehen (z.B. über die Glorifizierung von Selbstmordattentätern), wie es Yoav Shamir in Checkpoint über die israelische tat.

Wie gesagt, ich stelle enttäuscht fest, dass auf palästinensischer Seite offensichtlich kein Einsehen besteht, selber auch einen Teil zu diesem Konflikt beigetragen zu haben.
Da ist bedauerlich, denn so dürfte es schwierig werden, tatsächlich eine faire Friedenslösung finden zu können.

Ich fände es interessant, wenn ich auf diese Eindrücke von mir eine Antwort erhalten würde. Vielleicht irre ich mich ja auch mit meinem ersten Eindruck und die Auffassung über den Konflikt ist in ihrer AG doch differenzierter als es heute Abend den Anschein machte.

Schon im Voraus danke für eine Antwort,

Mit freundlichen Grüßen

Gideon Böss

An alle Freunde der gehobenen Vampir-Fantasy-Abenteuer Literatur!!!


Die Probekapitel liegen ausgedruckt vor mir! Morgen oder übermorgen werden sie an siebzehn Verlage versendet. Das wird nicht nur ein teurer Portospaß, nein, auch eine lange Wartezeit. Die Verlage melden sich frühestens nach drei, spätestens nach sechs Monaten.

Da kann man nur hoffen, dass die Warterei sich wenigstens lohnt!

UNO


Aus einer Zeitungsmeldung:

Israel provoziert Eklat im UN-Sicherheitsrat

Im Weltsicherheitsrat hat es Streit zwischen arabischen und israelischen Diplomaten gegeben. Israel bezeichnete Iran und Syrien als Teil einer «Achse des Terrors».

Der israelische UN-Botschafter hat bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York den Iran und Syrien scharf angegriffen.

Dan Gillerman rechnete beide Länder zu einer «Achse des Terrors». Der Iran sei «einer der größten staatlichen Sponsoren des Terrorismus und die größte Bedrohung für den internationalen Frieden», sagte er.

(http://www.netzeitung.de/ausland/402336.html)


Man fragt sich, was die UN für eine verkommene Institution ist, wenn es ein Eklat darstellt die Wahrheit zu sagen!


Dienstag, Mai 30, 2006

Islam ist Frieden

Interessante Ergänzung zu meinem Artikel, indem ich die Frage aufwarf, ob der Islam eigentlich eine irre Religion ist, die Irre anzieht:

[...] Demnach seien die Frauen, die enge private Kontakte zur islamistischen Szene pflegen und teils selbst zum Islam konvertiert sein sollen, im Internet aufgefallen. Dort soll mindestens eine Konvertitin Selbstmordanschläge im Irak angekündigt haben, bei denen sie auch ihr Kind mit in den Tod reißen wollte. […] Vergangenen November hatte sich in der Nähe von Bagdad bereits eine belgische Konvertitin in die Luft gesprengt.
(http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,418757,00.html)

Der Papst


Er ist zwar alt, doch er hat Macht. Es ist also sinnvoll auch hinzuhören, wenn der Papst etwas sagt. Mich zum Beispiel überraschte es, dass er in Auschwitz in Hinblick auf die Leiden des Russischen Volkes und der im Konzentrationslager ermordeten Soldaten der Roten Armee davon sprach, dass diese Soldaten im Kampf gegen eine Diktatur starben, nur um selber eine Diktatur vorzubereiten. Und schon hat der gute Papst den Nationalsozialismus mit dem Kommunismus gleichgesetzt. Des Weiteren fand ich Formulierungen ungewöhnlich, in denen er von einer Schar von Verbrechern sprach, die das deutsche Volk missbraucht hätte… auch das ist ziemlich relativierend und geht vor allen an der Wahrheit vorbei.

Vielleicht kann sich ein christlicher Theologe den Lauf der Welt als eine ständige Bedrohung durch die Mächte des Bösen vorstellen, denen es hin und wieder gelingt, sogar die anständigsten Menschen zu verführen, aber für die richtigen Einschätzung eines gigantischen Volksverbrechens (einem Verbrechen, dass vom Volk getragen wurde) reicht das nicht aus und befreit doch nur die Täter aus ihrer Verantwortung.

Vielleicht muss man deutscher Soldat gewesen sein, um es zu schaffen kein Wort darüber zu verlieren, welche mörderische Wechselwirkung zwischen dem Holocaust und dem im Volk verbreiteten Antisemitismus bestand. Da war es dann nur folgerichtig, dass der Papst auch keine kritischen Worte über die Rolle der katholischen Kirche fand, wurde sie vielleicht auch von einer Schar Verbrechern missbraucht???

Na ja, auf jeden Fall sieht es jetzt so aus, als hätte das deutsche Volk endlich die lange wütend eingeforderte Vergebung erfahren, der Papst sprach es von allen Sünden frei und jetzt ist alles wieder gut.

Montag, Mai 29, 2006

Neues von der Insel


Die Engländer sind bekannt für ihren schwarzen Humor, doch sie haben noch mehr zu bieten. So versuchen sich alljährlich bedeutende Teile der akademischen Welt und der Gewerkschaft daran, endlich ein Boykott der israelischen Universitäten durchzusetzen.

Man muss nicht darüber grübeln, ob dieses Ansinnen nun antisemitisch oder antizionistisch ist, es ist beide und zwar in Reinform. Was geht nur in den Köpfen von Leuten vor, denen die Existenz von Staaten wie dem Iran, Saudi-Arabien, Syrien, Sudan und Nigeria bekannt ist und die trotzdem mit der Courage eines Feiglings auf Israel zeigen.

Professoren und Mitarbeiter dortiger Universitäten sollen als Reaktion auf israelische Politik nicht mehr Teil der internationalen Forschergemeinde bleiben dürfen. (Sie sollen also dafür büßen, dass der israelische Staat seine Bürger davor bewahren will, in Cafes, Diskos oder im Bus von palästinensischen Selbstmordattentätern zerrissen zu werden.)
Eine einzigartige Forderung, zumal gegenüber einer Demokratie.

Überraschend ist in diesem Zusammenhang nur auf den ersten Blick mit welcher Selbstverständlichkeit die Initiatoren einfach einen Bann über ALLE Israelis aussprechen. Man muss sich nur vergegenwärtigen, dass dieser Aufruf an sich Antisemitisch ist und schon macht die ganze Sache wieder Sinn. Weil es keinen gerechten Antisemitismus gibt, haben die Verfasser des Aufrufs gar keine andere Wahl, als ALLE zu sanktionieren. Zeichnet sich der Antisemitismus doch dadurch aus, dass er Klassen- und Schrankenlose alle Juden gleich werden lässt.

Kaum zu Glauben mit welcher Vehemenz mittlerweile in westliche Staaten an der Demontage der wenigen andere Demokratien gearbeitet wird. Wo dieses Phänomen her kommt, dass jedes Verbrechen von islamischen Terroristen, iranischen Präsidenten oder arabischer Reiterheere (in Afrika) immer sofort unter einer Decke von Verständnis und Nachsicht erstickt und klein gemacht wird und demgegenüber offene Gesellschaften wie die USA oder Israel dafür umso aggressiver attackiert werden, ist mir rätselhaft.

Natürlich kann das als feige Befriedigung des eigenen Gewissens gedeutet werden. Man kümmert sich zwar nicht um die Bürger von Grosny, auch nicht um die Bevölkerung im Sudan und schon gar nicht um die Menschenrechte in den arabischen Staaten, dafür kämpft man aber gegen amerikanische Foltergefängnisse und Kriegsverbrechen.

Das dieser Einsatz den Schönheitsfehler hat, dass die meisten der Skandale, mit denen sich die USA herumzuschlagen haben, durch interne Untersuchungen der US-Army ans Licht kamen (und die anderen durch amerikanische Journalisten), stört dabei gar nicht.
Hier passt die Metapher des Einrennens offener Türen sehr gut.

Die europäischen Kämpfer für Gerechtigkeit sollten sich einmal überlegen, ob sie ihrer Sachen nicht mehr dienen würden, wenn sie sich gegen die Verbrechen von Staaten engagieren, in denen es keinen Seymour Hersh, keinen Bob Woodward und keinen Carl Bernstein gibt? Stattessen grübeln sie über Petitionen gegen Israel – ich bin mir nicht sicher, welche Gruppe ich für eine größere Gefahr für die Demokratie ansehen soll, solche “Demokraten“ oder den islamischen Fundamentalismus?

Sonntag, Mai 28, 2006

Paul Spiegel


Heute fand in Düsseldorf die Trauerfeier für Paul Spiegle statt.
Anwesenden war beinahe die gesamte politische Elite des Landes. Alle wollten sie einem großen Brückenbauer und Verdienten Kämpfer für den Ausgleich zwischen Deutschen und Juden die letzte Ehre erweißen.
Paul Spiegel hat es sicherlich nicht verdient, dass sein Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus ausgerechnet während seiner eigenen Trauerfeier so ins lächerliche gezogen wird.

Anders kann man nicht bezeichnen, was sich dort Redner wie Horst Köhler oder Angela Merkel leisteten. Der Bundespräsident mahnte an:
"Wir dürfen nicht dulden, dass hier zu Lande Orte entstehen, an denen Menschen, weil sie als Fremde wahrgenommen werden, fürchten müssen, dass ihre Würde verletzt wird, dass sie um ihre Gesundheit und sogar um ihr Leben bangen müssen."
Von welchen ENTSTEHENDEN Orten redet er denn da? Oder klammert er die existierenden schon als verloren aus und will sich nun mit aller Kraft dafür einsetzen, dass Deutschland minus die National Befreiten Zonen nicht zu einem solchen Ort werden darf?!?!?

Noch zynischer wird es, wenn die Kanzlerin die Unterstützung Israels einfordert.
Sie könne nicht dazu schweigen, wenn der Staat Israel vom iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad in seiner Existenz bedroht werde. "Wir müssen alle dazu entschlossen sein, diese Gefahr einzudämmen", sagte die Kanzlerin. Diesem Auftrag sei ihre Regierung verpflichtet. Die wunderbaren wirtschaftlichen Beziehungen zum Terrorregime im Iran stellte sie dabei aber nicht direkt in Frage und auch die Hermesbürgschaften scheinen nicht in Gefahr zu sein.

Wie will sie also in der Realität den Worten Taten folgen lassen?
Werden die Minister bei der WM vielleicht heimlich die Daumen für die Mannschaften drücken, die gegen den Iran antreten?

Genau diese Ignoranz ist es doch, die Spiegel immer und immer wieder anprangerte und an der er letztlich ebenso wie sein Vorgänger zerbrach. Kurz vor seinem Tod äußerte er sich in einem Interview tief pessimistisch, was den Kampf gegen den Antisemitismus angeht. Er verstand nun, was Ignatz Bubis meinte, als er davon sprach, nichts erreicht zu haben und sah den Antisemitismus wieder auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft.

Es ist eine Schande, dass Paul Spiegel, der sicherlich kein Hysteriker war, zu einer solchen Auffassung kommen musste und es ist eine noch größere Schande, wie die Öffentliche Reaktion darauf ausfiel. Sie blieb einfach aus! Eindrucksvoller konnte Spiegels Befürchtung nicht bestätigt werden. Bei Bubis ging noch ein Aufschrei des Entsetzens durchs Land, alle versuchten ihn davon zu überzeugen, dass er sich geirrt habe. Bei Paul Spiegle störte es schon niemanden mehr...

Ein paar Bilder gegen die Klischees

Auf das niemand mehr behaupten soll, dass wir Wanderfreunde ein humorloser Haufen wären. Hier ein paar Fotos, die zeigen, wie viel Spaß wir immer haben!!! Jeah!!!

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Ich, wie ich mich spaßeshalber vor das Auto zweier abfahrbereiter Wanderkollegen stelle. Hihihi!!!

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Der Fahrer tritt leicht aufs Gas. Auch die Geduld von Wanderfreunden ist endlich. Lustig war es trotzdem!!! Nächste Woche wieder.

Greift die NPD nach den Volkswanderern?


Dieses T-Shirt, das offizielle Hemd vom Oberwiesener Wanderverein, lässt das schlimmste befürchten.

Freitag, Mai 26, 2006

Im Fahrstuhl sind Antifas (1.Mai Darmstadt)



Depressionen, Fettleibigkeit und Diabetes sind ja mittlerweile fest etabliert in unserer Gesellschaft und beinahe ein so guter Indikator für freie und demokratische Staaten, wie es der Antisemitismus für totalitäre Systeme ist.
Doch es gibt noch mehr typische Wohlstandskrankheiten oder eher Perversionen. Stalking ist so eine: Das belästigen fremder Personen, entweder aufgrund einer angenommenen Seelenverwandtschaft, Verbitterung oder einfach nur Geistesgestörtheit.
Eine Abart diese Perversion ist es sicherlich, wenn ein älterer Herr, von Berufswegen Frührentner, es sich zur Lebensaufgabe macht eine prominente Persönlichkeit zu verfolgen.
Gerade war ich auf der Homepage eines solchen Typen und ohne zu wissen, was in seinem Leben schief lief, weiß ich, dass es etwas ganz dramatisches gewesen sein muss.
Wie sonst würdest du auf die Idee kommen, dich mit deiner gesamten, dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehenden, Energie darauf zu stürzen, eine Anti Henryk Broder Homepage zu betreiben (http://www.arendt-art.de/deutsch/Henryk_m_broder/henryk_m_broder.htm)? Nicht nur das, er ist so besessen, dass er schlicht und einfach den gesamte Onlineauftritt von Broder kopiert, einschließlich der Achse des Guten. Er will sein wie Broder, wahrscheinlich zieht er sich auch an wie er. Es ist beängstigend!
Es ist eine an Lächerlichkeit nicht zu überbietende Peinlichkeit und ein beeindruckendes Zeugnis dafür, zu was ein infantil–verbittertes Gemüt im Körper eines älteren Mannes in der Lage ist.
Keine Ahnung welche Unterbewussten Gefühle da in ihm angesprochen werden, auf jeden Fall kennt man einen solchen Fetisch eigentlich eher von Teenagern, die sich über alles Informieren, was ihr Idol so von sich gibt. Vielleicht ist er ein verstoßenes Groupie von Broder? Vielleicht wäre alles mit einem Autogramm, einem gemeinsames Foto oder einem Kuss okay gewesen?
So kam es aber nicht und weil die Tage eines Rentners verdammt lange sein können, wenn man keine Hobby hat, außer auf Broder fixiert zu sein, kommt natürlich im Laufe der Zeit ziemlich viel Müll zusammen. Der wird aber nicht etwa weggeschmissen, sondern auf der eigenen Homepage veröffentlicht. Vielleicht sollte man ihn aus seinem trostlosen Alltag befreien und, weil wir Freudjahr haben, einer eingehenden psychologischen Analyse unterziehen. Geholfen wäre damit allen - vor allen aber ihm selber.

Donnerstag, Mai 25, 2006

Nachtrag zu "Tal der Wölfe"


Auch wenn es nun schon einige Wochen zurückliegt, hier trotzdem noch ein paar Interessante Reaktionen auf den Film “Tal der Wölfe“.

Unter anderem die Begründung des Filmverleihers Sahin, weshalb Stoibers Aufforderung den Film zu stoppen nicht akzeptabel sei:

"Wenn ein Karikaturist zwei Milliarden Muslime beleidigt, dann ist das für den Westen Meinungsfreiheit. Wenn aber ein Actionfilm einen Amerikaner aufs Korn nimmt, wird von Volksverhetzung gesprochen."


Keine Ahnung was für Filme Sahin ansonsten so produziert, aber diese Begründung ist endlich mal offen und ehrlich. Vor allen ist es ganz interessant, dass der Islam ständig im Wandel ist, zwar nicht was Reformen angeht, aber Demografisch. Mal sind es eine Milliarden, dann doch fünfhundert Millionen mehr oder gar zwei Milliarden. Was im Endeffekt aber auch egal ist, denn es handelt sich ja trotzdem um ein einziges Lebewesen, anders ist nicht zu erklären, weshalb die Karikaturen zweifellos alle Muslime beleidigten.
Die Sachlage ist klar: Der Terror, der im Namen irgendeines Aberglaubens durchgeführt wird, ist ebenso schützenwert wie die Menschenrechte von Amerikaners. Entweder man kritisiert beides oder keines.

Als nächste Stellungnahme gibt es die der
Türkischen Gemeinde zu Berlin. Sie wendete sich gegen die Verbotsforderungen mit den Worten "Er [der Film] ist genau die Kultur, die uns der Westen seit 50 Jahren predigt.”

Hmmm, Selbstmordattentate auf Marktplätzen, ein dutzende Säcke über dem Kopf als Kriegsgrund, und die Verachtung aller menschlichen Grundrechte, sind das alles Importe aus dem Westen? Die Friedensreligion sollte nicht so bescheiden sein, Ehre wem Ehre gebührt. Trotzdem etwas alarmierend, wenn ein Türkischer Verein in Deutschland solche Meinungen vertritt. Was ist denn z.B. mit den Werten ,die es den Gemeindemitgliedern ermöglichen, in Berlin als Muslim das zu machen, wofür man in Saudi-Arabien als Christ ermordert werden würde: Beten aufgrund bestehender Glaubens- und Religionsfreiheit?



An besten in diesem Zusammenhang war aber die Reaktion von
Jürgen Elsässer, er fand in der Jungen Welt die allgemein geäußerten Kritikpunkte nicht bestätigt, weder türkisch-nationalistische noch islamistische Positionen habe er gefunden. Für ihn handelt es sich um eine erfolgreiche antiimperialistische Intervention, die der Friedensbewegung gute Munition liefere. Werner Pirker führte ebenfalls in der Jungen Welt die Vorwürfe auf den „offenbar hohen Realitätsgehalt“ des Filmes zurück.

Mittwoch, Mai 24, 2006

Redebeitrag eines Idioten...

Freiheit für alle (die Günter Grass genehm sind)

Das muß man wirklich bringen: Da findet zum dritten Mal in der 80-jährigen Geschichte des internationalen PEN-Clubs eine Generalversammlung auf deutschem Boden statt, und zwar – natürlich – in der Schicksalsstadt Berlin. Von hier war, wie jeder weiß, das planetarische Unheil des 20. Jahrhunderts ausgegangen, und hier war das Leiden unter den Folgen am sichtbarsten geworden. Aber immer waren es die Amerikaner gewesen, die das deutsche Schicksal wendeten und die deutschen Schrecken zu beenden halfen. Erst bezwangen sie die Nationalsozialisten, dann hielten sie die Kommunisten in Schach. Und nun muß man es wirklich bringen, die Festrede zur Eröffnung dieses internationalen PEN-Kongresses von A bis Z mit antiamerikanischen Haßtiraden zu spicken. Der Repräsentant der deutschen Literatur, der dies vollbrachte, war der 78-jährige Günter Grass. Er ist zwar nicht stilsicher genug, um zwischen den Formulierungen „seit alters“ und „von alters her“ zu unterscheiden, aber dafür weiß er, was die Amerikaner in Amerika so machen, wenn ihnen langweilig ist: sie suchen sich Feinde aus, damit sie Krieg führen können. Aus diesem Grund „fördern“ sie nicht nur den Terrorismus, sondern (alles wörtliche Zitate!) sie „züchten“ ihn sogar. Niemand, kein einziger der zum Kongreß angereisten Schriftsteller, kein dem Kampf für Freiheitsrechte verpflichtetes PEN-Mitglied, rief auch nur den leisesten Widerspruch in den Saal. Der internationale PEN-Club hat zwar eine amerikanische Präsidentin, aber wenn die USA so richtig als das große Weltübel gebrandmarkt werden, dann tobt der PEN-Kongreß vor Begeisterung. So viel Erfolg hatte der Nobelpreisträger mit seinen Attacken, daß der ganze Saal am Ende auf die Füße sprang und stehend applaudierte. Nicht der Iran, Syrien oder Nordkorea, keine der vielen den Weltfrieden bedrohenden Diktaturen wurde unter dem Kongreßmotto: „Schreiben in friedloser Welt“ für erwähnenswert gehalten, sondern die Vereinigten Staaten von Amerika. Dabei zitierte der Nobelpreisträger Grass auch lang und breit die Stockholmer Rede des Nobelpreisträgers Harold Pinter, die Amerika betreffend noch wüsteren Zuschnitts war. Doch dann benutzte Grass die Gelegenheit, um eine Rechnung mit der FAZ zu begleichen. Dort hatte der Theaterkritiker Gerhard Stadelmaier es gewagt, sich in einem Feuilletonartikel über Pinter negativ zu äußern. Man faßt es kaum: vor einem internationalen Auditorium und in Gegenwart des Bundespräsidenten entblödet sich der deutsche Vorzeigeschriftsteller Grass nicht, einen Kritiker wegen einer kritischen Betrachtung namentlich anzugreifen. Der PEN tritt statutengemäß immer und überall für die Freiheit von Wort und Schrift ein, ganz besonders in Deutschland und den USA. Aber wehe, jemand treibt mit dieser Freiheit Mißbrauch und reizt den großen Grass.
(http://www.achgut.de/dadgd/view_article.php?aid=2471&ref=0)

Dienstag, Mai 23, 2006

"Zensurfilm geht keinen Weg allein" (erste Strophe der Zensurhymne)



Kulturtipp: Von der etablierten Blogger-Gemeinde weitgehend ignoriert, entwickelt sich seid längerem eine interessante neue Szene. Es handelt sich bei ihr um Menschen, deren finanziellen Ressourcen und/oder EDV Kenntnisse so bescheiden sind, dass sie einfach illegale Bloggs auf bestehenden Homepages gründen. So genannte Kuckucks-Bloggs. Ein solches befindet sich auch auf www.zensurfilm.de und es lohnt sich, dort hin und wieder reinzuschauen. Es scheint, als ob die Kuckucks-Blogger ihre Illegalität gerade durch besonders beeindruckende literarische Ergüsse zu entschuldigen versuchen. Nach dem Motto: Kultur macht aus Unrecht Recht. Hier geht es zum Kuckucksblog-à>> http://www.zensurfilm.de/35304.html

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Übrigens, allen die sich Fragen, warum ich heute Abend überhaupt einen Bloggeintrag schreibe, anstatt auf der großen Zensurfilm Party zu sein (auf der nochmals alle Highlights aus drei Jahren kreativer Arbeit präsentiert werden) kann ich nur antworten: Ich weiß es nicht, an mir lag es nicht!

Da ich euch also nicht mit dem neusten Tratsch von diesem Ereignis füttern kann, möchte ich euch stattdessen an eine Zeit erinnern, als die Zensurwelt noch in Ordnung war -à Zum Beispiel an die Zensurfilm Kultnews vom 17.Mai 2004. In ihr hieß es:

17.Mai 2004: 2te Weltpremiere am 18 Mai!!!!! Auf dem Gelände der Universität Mainz findet am Dienstag den 18 Mai die 2te Weltpremiere des neuen Zensurfilm Film "Shame on you Mr.Dragon" statt! Den Startschuss zu diesem Ereignis gibt Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl, der gemeinsam mit Zensurfilm-Produzent Haiko Hörnig aus Oggersheim anreisen wird.[…]

Beinahe auf den Tag genau vor zwei Jahren fand das bis dahin größte Zensur-Event statt. Ja, ja, dass waren noch Zeiten…:

19.Mai 2004: 2te Weltpremiere erfolgreich verlaufen!! 20 minütige Standing Ovations gab es am 18 Mai für die Zensurfilm Komödie "Shame on you Mr.Dragon". Viel Lob aber auch Kritik gab es für das politisch umstrittene Werk. Für Aufregung sorgte neben dem Film der Diebstahl der geschossenen Premiere-Fotos. Kamera und Foto-Filme waren nach der After Show Party unauffindbar. Glücklicherweise beauftragte Zensurfilm einen stadtbekannten Maler und Osterei Künstler um Impressionen des Abends festzuhalten. Die Öl Gemälde werden morgen in den Kult--Kult-News erscheinen.

Der Weltkirchenrat traut sich was!


GENF (inn) - Nach Ansicht des Weltkirchenrats trägt Israel die alleinige Verantwortung für die derzeitige Krise im Nahen Osten. Das gab der Rat bei einem Treffen seines Exekutivkomitees in Genf bekannt.

"Die Aktionen gegenüber den Palästinensern können weder moralisch noch politisch oder gesetzlich gerechtfertig werden", so der Weltkirchenrat. Die Israelis hätten die Situation an einen Punkt gebracht, von dem kein Zurück mehr möglich sei.

Weiterhin forderte der Rat Israel zu einer gerechten Verhandlung der Grenzen mit den Palästinensern auf. Die aktuelle Lage diesbezüglich sei "entsetzlich".

Das Exekutivkomitee bat seine 340 Mitgliedskirchen in über 100 Ländern, sich "solidarisch mit den Bewohnern beider Seiten zu zeigen". Zudem sollen sie eine "legale Form von Druck anwenden, um einen Frieden voranzutreiben", wie die Tageszeitung "Jerusalem Post" berichtet. (ms)


Wenigstens eine Organisation traut sich mal die Wahrheit zu sagen. Um welche Aktionen es sich genau handelt, die der Rat meint, weiß ich nicht, wahrscheinlich um solche vom Kaliber eines Rückzugs aus dem Gaza-Streifen. Interessant, dass dieser Rat sich nicht mit dem auch irgendwie moralisch, politisch und gesetzlich fragwürdigen Verhalten der muslimischen Mehrheit der christlichen Minderheit gegenüber in den Palästinensergebieten abgibt.
Man muss schon einer Religion nachhängen, die sich schon in ihrer Gründungsgeschichte einen kapitalen logischen Widerspruch leistet (Kreuzigung nun als Erlösung der Menschheit oder als Menschheitsverbrechen??? - Was jetzt?) um Israel als den Schuldigen an der jetzigen Situation zu erkennen. Es sind ja weniger die israelischen Selbstmordattentäter die regelmäßig durch Explosion in Diso-Warteschlangen ihren Friedensbeitrag zu leisten versuchen und es sind auch nicht die israelischen Politiker, die vor Begeisterung beinahe in Tränen ausbrechen, wenn sie darüber fantasieren, wie wunderbar es doch wäre, bei Anschlägen sowohl Juden als auch Amerikaner zu ermorden. Allah es wäre großartig!
Und mit welcher Geste versuchten die Palästinenser nach dem Israelischen Rückug aus dem Gaza-Streifen ihrerseits den Konflikt zu entschärfen?: mit der Wahl der Hamas, die alle Uhren wieder auf Anfang stellt - nicht das sie unter Arafat viel weiter waren, aber immerhin sprach der wenigstens auf Englisch nicht mehr von glorreichen Attentaten und der Vernichtung Israels. Das ist jetzt anders.

Man wünscht den Verfassern dieser Weltkirchenrats Einschätzung, dass sie nach Bethlehem oder Ramallah versetzt werden, auf das sie auf Seiten der Opfer Opfer sein dürfen.

Montag, Mai 22, 2006

Von Mamucks und Typen, die einem in der Stadt den Mittelfinger zeigen


Heute wurde vorletzte Hand an die vierzigseitige Textprobe gelegt, die mitte der Woche an einige Verlage versendet werden soll. Es gab einige knifflige Sätze zu korrigieren. Die nervigsten werde ich hier nun veröffentlichen, mitsamt der gefunden Ideallösung:

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Vorher: In den Dauterwäldern lebten Sumpfwürmer, deren Umfang den eines Tausendmeterfüßler überragte. Hier hingegen wurden die Gefährlichsten gerade einmal putzige acht Meter lang, wie mir der Expeditionsführer augenzwinkernd erklärte.

Nachher: Während die Sumpfwürmer der Dauterwäldern sogar ausgewachsene Tausendmeterfüßler überragten, wurden hier die Gefährlichsten gerade einmal putzige acht Meter lang, wie mir der Expeditionsführer augenzwinkernd erklärte.


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Vorher: Erstens störte es mich bald, dass sich die hier versammelten ständig ausmalten, was sie ändern würden, wenn der König endlich gestürzt sei, doch ließen sie jede Regung vermissen selber gegen ihn aktiv zu werden (Übrigens ein Phänomen, dem ich noch bei vielen anderen Reformern begegnete.) und zweitens überzeugte mich eine überraschende Begegnung mit einem der niedlichen achtmeter Sumpfwürmer davon, ihnen trotz ihrer körperlichen Minderwertigkeit keine weitere Gelegenheit zu bieten, mich zu attackieren.

Nachher: Erstens störte es mich bald, dass die hier versammelten ständig von der Zeit nach Bastan Jormamak redeten, ohne auf die Idee zu kommen, dessen Sturz aktiv herbeizuführen. (Dabei handelte es sich offenbar um ein Massenphänomen, denn mir ist nie ganz klar geworden, was die Reformer eigentlich mehr einte: der Hass auf den König oder die Lethargie). Zweitens überzeugte mich eine überraschende Begegnung mit einem der niedlichen Acht Meter Sumpfwürmer davon, dass auch Acht Meter ziemlich Angst einflössend sein können.


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Es heißt sogar, dass die Polizei ihre bald folgenden Ermittlungsfortschritte, die zur Verhaftung des Topkriminellen führten, auch der Lektüre meines Artikels: “Wie wohnt es sich so unterm Rathaus Herr Mohn…?“, verdankte.



So gab der Polizeipräsident zu, dass ihm während der Lektüre des Artikels „Wie wohnt es sich so unterm Rathaus Herr Mohn…?“ die entscheidende Idee kam, wo sich der Kriminelle versteckt halten könnte. Diese Verhaftung stellte den Höherpunkt seiner Karriere dar.

Sonntag, Mai 21, 2006

Nieder mit Die+Zeit


Es gibt nur ein Problem: der Akzent des Juden aus Brooklyn. Darum wird er unter der Bedingung engagiert, stumm zu bleiben. Nicht einmal ein kleines Schalom?, fragt Joel traurig. Nein, nicht einmal ein kleines Schalom. Von dieser Art sind die Scherze von Popetown, jedenfalls nach der ersten Folge zu urteilen, die Mittwoch zu sehen war.

Das schrieb ein ZEIT- Journalist zur ersten Folgen Popetown. Nun ist es nicht nur so, dass dieser Witz irgendwie ziemlich unkomisch ist, sondern das er trotzdem wunderbar die Qualität dieser Serie beschreibt. Denn wer bei Schalom nicht lachend vom Sessel sackt, wird dazu keine weitere Gelegenheit finden. In der Tat ist dieser Gag schon der humoristische Höhepunkt dieser Serie. Und waren es nicht sowieso von Beginn an die Liebhaber intelligenter witziger Unterhaltung, die von dieser Serie als einzige in ihren Gefühlen verletzt wurden, werden sie im weiteren Verlauf des Artikels endgültig gedemütigt. Bitte sehr:

Von dieser Art sind die Scherze von Popetown, jedenfalls nach der ersten Folge zu urteilen, die Mittwoch zu sehen war. Popetown, obzwar ein britisches Produkt, befindet sich in direkter Nachfolge der großen amerikanischen Fernseh-Unverschämtheiten, von Beavis and Butthead, den Simpsons, vor allem aber von Southpark. Sollten Christen nicht ertragen, was Juden, die doch ein so viel höheres Recht auf Empfindlichkeit haben, in Southpark schon alles ertragen mussten?


Dafür sollte sich die ZEIT aber schnell entschuldigen. Die Fans von Serien wie Simpsons oder Southpark sollten sich das nicht länger gefallen lassen. Vielleicht würde die Erstürmung der ZEIT- Redaktionsräume für etwas mehr Sensibilität Sorgen? Oder das öffentliche verbrennen dieser Zeitung (wobei die Gefahr bestünden, dass die etwas dümmeren Protestierer stattdessen die BamS anzünden), oder vielleicht auch einfach mal ein kleiner Mord? Wie auch immer, eins ist klar - Tot allen anderen. Simpsons heißt Frieden.

Afrikanischer Grillverein Potsdam


Die Reaktionen auf die Äußerungen von Heye bezüglich der Lebensgefahr, der sich dunkelhäutige Menschen vor allen in manchen Teilen Ostdeutschlands gegenüber sehen, ist zynisch. Wenn der Vize-Vorsitzende der Unionsfraktion Wolfgang Bosbach es fatal findet, wenn sich wegen solcher Äußerungen Menschen dazu entschlössen, nicht zur Fußball-Weltmeisterschaft zu kommen, verwechselt er da einiges. Er argumentiert wie ein Hausbesitzer der wütend reagiert, wenn er auf seinen brennenden Dachstuhl aufmerksam gemacht wird, weil er fürchtet, dass unter diesen Umständen niemand seine Party besuchen kommt.

Nach einigen Tagen der Ruhe nun wieder einige Beiträge.


Wochenvorschau: Wenn alles so läuft, wie ich es mir vorstelle, werden nächste Woche die Probekapitel für den Roman versendet. Sie liegen jetzt schon seid vielen Wochen unberührt bei mir rum und wenn es sich dabei schon um den Endzustand dieses Projektes handeln sollte, hätte ich es gar nicht schreiben müssen.

Also alle Freunde von Iwan dem Reformvampir, von Riobold VIII und des Vampirkönigs Bastan Jormamak (Böse) können sich freuen. Die Wahrscheinlichkeit, dieses Buch irgendwann in der Buchhandlung um die Ecke erwerben zu können, steigt damit um ein vielfaches!

Wochenrückblick: Der Filmgott schlug schrecklich zu. Er versuchte die Moral von Zensurfilm zu zerstörten, doch das ist ihm nicht gelungen. Was ist geschehen?: Die Zensurfamilie hatte Kontakt zu Ratpack aufgenommen, einer deutschen Produktionsfirma, die zwar unterirdisch schlechte Projekte verantwortet (Lotta in Love u.a.) doch trotzdem dazu auserkoren schien, eine Zensur-Komödie zu realisieren. In langen Nachtarbeiten wurde das Drehbuch aufgewertet, Rechtschreibfehler ausgemerzt und der äußere Stil des Buches verbessert. Dann brach die entscheidende Stunde an, ich wollte das Buch per E-Mail einreichen, doch Kehlchen las in exakt diesem Moment eine E-Mail von Ratpack, in der sie Abstand von ihrem zuvor geäußerten Interesse nahmen und eine Einreichung ablehnten!
Zensurfilm glaubt, dass es wegen seiner politischen Gesinnung von den mainstream Medien boykotiert wird und möchte diesem Verdacht morgen in einem Überraschungsanruf bei Ratpack nachgehen. Bis auf weiteres heißt es also: Antifa heißt Telefonieren.


Auch nicht ganz uninteressant ist folgender Artikel:

Wie echt ist die palästinensische Finanzkrise?:
Die Palästinenser erhielten seit Einrichtung der Autonomiebehörde 1993 pro Kopf gerechnet vier Mal so viel ausländische Finanzhilfe wie die Europäer nach dem Zweiten Weltkrieg Marshall-Plan-Hilfe. Keine einzige palästinensische Stadt befand sich 1993, nach dem Abzug der israelischen Besatzer, auch nur annähernd im Zustand von Rotterdam, Hamburg, Berlin, Köln oder Dresden 1945. Dank dem Marshall-Plan wurde im schnell wiederaufgebauten Europa knapp zehn Jahre später von einem Wirtschaftswunder geredet. Die Palästinensergebiete wirken heute, trotz der enormen Hilfe, schlimmer heruntergewirtschaftet als nach jahrzehntelanger britischer, jordanischer, ägyptischer und israelischer Besatzung. An der israelischen Besatzungspolitik allein kann es nicht liegen, da Israel dort, wo diese Gelder hingeflossen sind, nach seinem Truppenabzug kaum oder keinen Einfluss mehr hatte.
(
http://www.hagalil.com/archiv/2006/05/finanzkrise.htm)

Meine Meinung dazu: Das weltweite Leid übertrifft die für ihre Linderung vorhandenen Ressourcen bei weitem, also sollte die Hilfe nach moralischen Standards gestaffelt werden. Und ein Volk, dessen einziger Exportschlager Terrorismus ist steht für mich nicht ganz oben auf der Liste derer, die versorgt werden sollten. Vielleicht doch eher die, denen es nicht aufgrund eigenen Verschuldens schlecht geht, sondern weil sie tatsächlich Opfer äußerer Umstände sind. Die Palästinenser wirken in diesem Zusammenhang so deplaziert wie ein verfressener Typ, der sich bei der Armenspeisung einen eigenen Tisch reserviert und dort ein Luxusmenü erhält, weswegen das Geld nicht reicht, den
wirklich Hungernden wenigstens eine Suppe zu reichen.

Sonntag, Mai 14, 2006

Zumindest online dabei gewesen...

Am Rande erwähnt:

Ein pakistanischer Student wollte im März den Chefredakteur der WELT ermorden, konnte aber von der Polizei im letzten Moment gestellt werden.
Nun fand seine Beerdigung in Pakistan statt: mit 50.000 Teilnehmer.

Freitag, Mai 12, 2006

Das wär was für Freud...


Der Spiegel gehört zu den USA “kritischsten“ Zeitschriften links von der National+Zeitung.
Kaum ein Monat vergeht, ohne das in einem Artikel oder gar dem Aufmacher wahlweiße das Ende der letzten Supermacht, des amerikanischen Jahrhunderts oder, seltener, des Imperiums verkündet wird.

Woher dieser Druck kommt, sich den Sturz des amerikanischen Riesen herbeizuwünschen, sollten Psychologen erklären und setzt sich wohl aus verschiedenen Demütigungen und Komplexen zusammen. Die Wut über die mit europäischen Maßstäben gemessenen zweitrangigen Verbrechen der USA, spielen bestimmt mit herein. Keine Vernichtungskriege, kein mörderischer Antisemitismus, keine dunkle Kolonialgeschichte, keine KZs. Dafür aber ein Einwanderungsland wie es nach Israel kein zweites auf der Welt gibt und damit nebenbei beweißt, dass Fremde nicht per se ein Problem sein müssen. Nicht nur, dass die USA Fremde zu Amerikanern machen, nein, diese Einwanderer mehren dann auch noch den Ruhm ihres Staates, indem sie sich mit viel Einsatz für die USA einsetzen. Nicht wenige der amerikanischen Nobelpreise gehen an Einwanderer der ersten oder zweiten Generation.

Im eher intellektuell-misstrauischen Deutschland hat man noch vor wenigen Jahren Green-Cards für Inder ausgeschrieben, die nach Ablauf ihrer Aufenthaltsfrist bitte wieder das Land verlassen sollten. Jeder hat eben ne andere Meinung von Ausländern, die eine Integrieren sie, die anderen diskriminieren sie und weil die Deutschen instinktiv trotzdem spüren, dass die amerikanische Variante besser ist, brodelt es in ihnen und das äußert sich dann in Titelgeschichten wie: Die neue Supermacht China u.ä.

Nachdem trotz vielem bemühen bisher kein wirkliches ermatten der USA erkennbar ist, verlegt sich Spiegel nun mehr auf andere Fronten.
In den letzten Wochen ergoss sich eine Flut von Artikeln zum Thema Hispanics in den USA.
Die USA hätten ihre Integrationskraft eingebüsst, es drohe das Auseinanderbrechen des Landes, die Mexikaner lassen sich nicht integrieren, in vielen Städten bilden die Mexikaner bald die Mehrheit, in Los Angeles und New York bilden sie bald die Mehrheit, dort und dort bilden sie bald die Mehrheit. Der amerikanische Traum ist gescheitert.

Vielleicht kann man von einem deutschen Journalisten nicht sofort verlangen, dass er die Verschiebung demografischer Zustände als etwas anderes als eine immense Bedrohung begreift. In Deutschland fühlte man sich ja schon öfters Überfremdet und reagierte dementsprechend darauf.

Das Problem ist nun aber, dass die Amerikaner schon immer auf Krisen anders reagierten als die Deutschen und darum in den Dreißigern auch den New Deal entwarfen, anstatt KZs zu bauen. Außerdem ist das Überfremdungsproblem in den USA in erster Linie ein Problem für den Spiegel. Amerikanische Zeitungen schlagen da einen etwas weniger apokalyptischen Ton an. An den Demonstrationen der Hispanics für die Legalisierung der illegalen Einwanderung, oder gegen das gesetzliche Verbot für illegale Einwanderung oder gegen die gesetzliche Illegalisierung von illegal ins Land eingewanderter Illegaler Einwanderer oder wie auch immer das etwas paradox klingende Ziel der Demos auch heißen mag, beteiligen sich auch viele Weiße.

Man begreift die Hispanics als Amerikaner und umgekehrt ist das auch so. Für die austragung des Bürgerkriegs bleibt da nur der Spiegle übrig.

Ein ganz aktueller Artikel lässt vermuten, dass der Spiegel das große Endziel, den Zusammenbruch der USA, von der Dringlichkeit her nun etwas zurückgeschraubt hat, denn in ihm kam die Rede auf das Ende des weißen Amerika zu sprechen - man wird bescheiden und es klingt irgendwie etwas erbärmlich neben dem anderen viel größeren Wunsch.

Donnerstag, Mai 11, 2006

Impressionen aus Soziologie und Pädagogik


Gestern wurde ich mit einigen interessanten Meinungen an der Uni konfrontiert.

Sie werden nun in chronologischer Reihenfolge aufgelistet:

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1.)

11.40 Uhr, Ort: Ein Pädagogik Veranstaltung in der wir uns auf Interviews mit religiösen Menschen vorbereiteten.

Sie stammte von einer ausländischen Studentin, die immer wieder betonte muslimisch zu sein und von einem Gespräch mit den Mormonen berichtete.

Sie sei von denen enttäuscht, weil sie ihre Frage nicht befriedigende beantworten konnten und als ich sie auch hören durfte, konnte ich deren Unvermögen verstehen.

Sie lautete folgendermaßen: „Findet ihr es nicht komisch, dieses Land zuerst kaputt zu bomben und jetzt zu missionieren?“

????????????????...??????????????...eine ganz wasserdichte Frage!!!

Eine der vier anderen Zuhörer war so überzeugt, dass sie spontan schwor, dass in Zukunft auch mal zu sagen.

Richtig so, auf das die Mormonen nie mehr deutsche Städte Bombardieren!

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2.)

ab 14.25 Uhr, Ort: Pädagogik Veranstaltung zum Thema Werte und Normen in verschiedenen Zeiten:

Nachdem sich der Dozent gegen die Formulierung finsteres Mittelalter verwahrte, begannen die Studenten plötzlich damit, Beweise für die große Menschenliebe dieser Epoche zu suchen. Es wurden Textdokumente zitiert und von wunderschönen mittelalterlichen Balladen gesprochen.

Ich erwähnte, dass die Texte damals eh nur von der Elite geschrieben werden konnte, die sicher nicht auf den Feldern schuften musste oder bei Hungersnöten krepierte, aber das Tat der Rehabilitierung dieser zu Unrecht als schrecklich bezeichneten Zeit keine Abbruch.

Kurz darauf wurde die Französische Revolution als unmenschliches Massaker demaskiert und der Professor entschärfte einen letzten Versuch dem Mittelalter seine Humanität abzusprechen mit dem Verweiß darauf, dass Hexenverbrennungen und Mobbing nicht soweit auseinander liegen.

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3.)

ab 18.04 Uhr, Ort: Soziologe Veranstaltung zum Thema europäische Familie:

Die Rolle der Frauen in verschiedenen Kulturen sollte thematisiert werden und ein, na ja, Volltrottel sprach dabei von der fortschreitenden Emanzipation der Frau in den arabischen Staaten. Mein Einwand, dass das genaue Gegenteil zutrifft und islamistische Bewegungen dort überall alarmierend viel Zulauf finden und im Iran Frauen vor Gericht dafür Bestraft werden, dass sie sich gegen ihre Vergewaltiger wehren ,entkräftete er mit einem wahrlich nicht widerlegbaren Argument: Wenn in Deutschland ein Pantoffelheld seine Frau zum Bierholen schickt, ist das genauso, also irgendwie, also schon, oder so ähnlich, oder?!!??!

Kurz darauf protestierte er entschieden, als ich abstritt, dass die Frauen in diesen Ländern auch glücklich seien, obwohl es sich um eine andere Kultur handelt. Das fand er „schon ziemlich krass, so was zu sagen“, dass fand ich dann auch ziemlich krass, dass derselbe Typ, der davor noch problemlos deutsche Machos als Pendant für iranische Vergewaltiger nannte, nun so entsetzt reagierte.

Eine andere Frau im Kurs pflichtete ihm dann noch bei. Sie faselte etwas davon, dass die Frauen dort nicht nur Opfer sondern auch Täter seien. Die meisten Genitalverstümmelungen an Mädchen würden ja von Frauen durchgeführt werden.

Der Trottel erinnerte dann auch noch einmal an die Macht der Frau innerhalb der Familie und das es auch echt nicht okay ist, über diese Länder zu reden, ohne das man dort schon einmal gelebt habe.

Außerdem äußerte er auch seine Enttäuschung über die Medienberichterstattung, die für dieses Zerrbild der islamischen Welt verantwortlich sei.

Mehrere andere Frauen rafften sich dann doch noch zu ziemlich lahmen Statements gegen die Unterdrückung der Frauen in der arabischen Welt auf, doch insgesamt hielt sich die Empörung doch in extremen Grenzen. Hätte ich nichts dazu gesagt, wäre diese Lüge über eine unaufhaltsame Frauenbewegung in den arabischen Ländern sogar kommentarlos abgenickt worden.

Fazit: Ja, ja, ein ereignisreicher Tag. Eigentlich überraschte mich aber nur die Soziologie Debatte ein wenig, bei den Pädagogen muss man mit so etwas immer rechnen. Nicht umsonst handelt es sich bei dieser Wissenschaft ja um das Epizentrum des (Kultur-) Relativismus.

Buchempfehlung!!!

Samstag, Mai 06, 2006

Eine Theorie:


Ist der Islam vielleicht eine irre Religion, die vor allen Irre anspricht?

Warum zieht es denn so viele Konvertiten sofort nach ihrem Übertritt in den Heiligen Krieg, und warum gehören sie zumeist zu den radikalsten Einpeitschern, und vor allen, warum sitzen sie als Susanne Osthoff mit Abzeichen von Saddam Hussein im Fernsehstudio von Kerner? Ist vielleicht was dran an der Theorie?

Freitag, Mai 05, 2006

Antwort auf "Not-Welcome" E-Mail


Nach einer zweiten Anfrage meinerseits trudelte nun zumindest eine weitere Antwort auf die “Not-welcome-Party“ Anfrage ein. Sieben angeschriebenen schweigen eisern.

Nachdem Attac-Mainz mich schon für den 1. Juni zu einer Diskussion eingeladen hat, antwortete nun auch Attac Wiesbaden. Auch wenn ich grundsätzlich von dieser Organisation nicht so viel halte, muss man ihr zumindest zuerkennen, dass sie die einzige ist, die überhaupt reagierte.

Mit folgender Begründung lehnte Attac-Wiesbaden meine Anfrage ab.

Lieber Herr Boess,

Bei uns - Attac Wiesbaden - wurde gestern im Plenum gegen eine solche Demonstration entschieden. Zwei Hauptgründe:
Es ist noch nicht sicher, ob der iranische Präsident überhaupt ein Einreisevisum bekommt.
Eine solche Demonstration käme Bush sehr entgegen.
Ich gehe davon aus, dass andere Gruppen ähnliche Einstellungen haben.

Mit freundlichen Grüßen
Freya Pausewangfür Attac Wiesbaden.

Meine Antwort kann im unteren Eintrag nachgelesen werden.

Antwort an Attac-Wiesbaden





Guten Tag Herr Pausewang,
lassen sie mich zu ihrer Begründung einige Sätze schreiben.

Wenn ich lese, “Eine solche Demonstration käme Bush sehr gelegen“, frage ich mich worüber Attac sich eigentlich definiert. Offensichtlich über ein Feindbild, und das heißt in ihrem Fall Bush. Was ist denn mit den Rechten der Frauen im Iran? Auf der Homepage der Attac Deutschland steht unter den Themen ihrer Organisation auch der Feminismus: “Attac kämpft für Gleichberechtigung und gegen patriachale Strukturen.“, warum löschen sie diesen Themenkomplex nicht, oder fügen zumindest noch hinzu, „solange dadurch nicht Bush in die Hände gespielt wird!“?

Ihre Organisation hält notwenige Kritik aus Angst davor zurück, dass sie von den Falschen ausgenutzt werden könnte. Der Einsatz für die Menschenrechte, einem fundamentalen Anliegen ihrer Organisation, kann aber nicht von den falschen Ausgenutzt werden. Denn Verteidiger der Menschenrechte sind zugleich für die Freiheit aller, ansonsten wären sie keine Menschenrechtler sondern Rassisten.
Ob sie sich noch als Verteidiger der Menschenrechte begreifen können, wenn sie den Einsatz für diese davon Abhängig machen, wer davon profitieren könnte, wage ich zu bezweifeln.

Ist es ihrer Organisation tatsächlich nicht möglich soweit zu differenzieren, dass sie einerseits die Kriegspropaganda der USA kritisiert und dennoch die Unterdrückung von Frauen, die Verfolgung der Bahai oder das Ankündigen von Völkermorden scharf verurteilen kann?

Wenn dem so ist, verfolgen sie nicht das Ziel der Aufklärung sozialer und anderer Missstände, sondern betreiben einfach nur Propaganda. Alles böse kommt von Bush, also aus den USA und diesem Dogma muss alles Untergeordnet werden. Da ist der Schritt zum Antiamerikanismus nicht weit. Diese Tendenz ist deswegen Gefährlich, weil sich nur totalitäre Bewegungen klare Feindbilder bedienen müssen.

Wo bleibt etwa ein massiver Protest gegen die erpresserischen Methoden russischer Konzerne, die ganze Staaten von der Gaszufuhr abschließen, wenn diese nicht sofort Preisaufschlägen um das zwei oder dreifache akzeptieren?
Attac hätte wütend Protestiert, wenn es sich um einen US-amerikanischen Konzern gehalten hätte. Warum ist das so?

Ähnliches gilt es zum Irakkrieg zu sagen. Ich ging nicht auf die Antikriegsdemos und bin darüber bis heute froh. Unter dem ebenso griffigen wie dümmlichen Slogan “Kein Blut für Öl“ marschierten da die Leute auf und beruhigten ihr Gewissen auf Kosten unzähliger während der Diktatur ermordeter Iraker.

Kann es ein zynischeres Motto geben als “Kein Blut für Öl“? Jahrzehntelang wurde irakisches Öl nach Deutschland geliefert, in dieser Zeit vergaste Hussein Kurden, ließ seine Gegner ermorden und alle beseitigen die sich für elementare Menschenrechte einsetzten.
Dazu wurde hier geschwiegen, es kam zu keinen Gedenkmärschen für die Toten. Kein Ostermarsch nahm sich diesen Massakern an.

Den Amerikanern wurden wirtschaftlichen Interessen vorgeworfen und dem Kriegslüsternen Amerika wurden als Nationen des Friedens Deutschland und vor allem Frankreich entgegengestellt. Dabei hätte ein Blick genügt, um zu sehen, wer von wo sein Öl bezieht.

Frankreich hatte Angst um seine profitablen Wirtschaftsbeziehungen zum Hussein Regime und auch Deutschland hatte einiges zu verlieren. Beide Nationen waren immer nur an der Sicherung der Ölgeschäfte interessiert, die Menschenrechte der Iraker interessierten nicht. Und weil diese Wirtschaftsverträge nichts mehr Wert sind, wenn der Diktator gestürzt ist, stellte man sich hin und rief “Kein Blut für Öl“. Es kann einem schlecht werden bei so selbstgerecht vorgetragener Menschenverachtung.

Schon diese beiden Beispiele lassen klar erkennen, dass Attac ein Glaubwürdigkeitsproblem hat. Will sie sich darauf Beschränken das Feindbild USA zu bekämpfen, oder sich tatsächlich Universell für die selbst gesetzten Ziele engagieren?

Bevor ich diese E-Mail nun schließe, habe ich noch eine letzte Anmerkung, die direkt auf die Logik des Arguments abzielt, dass Kritik an Ahmadenischad Bush sehr gelegen käme: Auch die Neonazis versuchen sich als Globalisierungskritiker zu profilieren, gibt es deswegen in ihrer Gruppe auch Stimmen, die sich dafür einsetzen, dass Attac sich aus diesem Bereich zurückzieht?

Soweit meine Antwort. Sie können sie ja gerne an ihre Freunde in der Ortsgruppe weitergeben. Wie dem auch sei.

Grüße,

Gideon Böss

Spiegel-Online hilft den Bedrängten


Die US-Armee hat bei einer Razzia ungeschnittene Materialien einer Videobotschaft von al-Sarkawi gefunden. Auf diesem ist zu sehen, wie ihm seine Mit-Terroristen eine MG entsichern müssen, ehe er heroisch in die leere Wüste hineinknallen kann.

Diesen Versuch einen Massenmörder vom Thron zu stürzen, kann SpiegelOnline natürlich nicht akzeptieren. Der Artikel stellt die beunruhigende Frage

Al-Qaida, ein Haufen von Trotteln? Abu Tolpatsch al-Sarkawi?

um sogleich zu beruhigen, dass Sarkawi die

Bedienung von Maschinengewehren […] gut vertraut sei, schließlich hat er gut zwei Jahre lang ein militärisches Ausbildungslager in Afghanistan betrieben.

Puh, noch mal gut gegangen!

Donnerstag, Mai 04, 2006

Die erste Plage (und es wurden noch neun weitere gedreht)


Heute Abend sah ich die heiß diskutierte Zeichentrickserie Popetown und in meinem ganzen Leben war ich mir nie so sicher gewesen, nicht lachen zu müssen, wie in diesen 30 Minuten.

Die Serie bestach durch den Verzicht auf jede Form von Originalität. Was provokant wirken sollte, entpuppte sich als ausgetreten, die Dialoge bestachen durch vollkommene Einfalt und Kirchen oder gar Glaubenskritik gab es gar nicht.

Eingebettet wurde diese Folge in eine Diskussionsrunde, in der auch konsequent die falschen Fragen ans Publikum gestellt wurden und auch die Reaktionen der Öffentlichkeit nicht korrekt dargestellt wurden.

So fragte die Moderatorin ständig bei den Anrufern nach, ob diese Serie nun ihre Gefühle verletzt habe und deshalb nicht weiter gezeigt werden dürfe, oder ob die Gefühle nicht verletzt wurden und darum eine weitere Ausstrahlung in Ordnung sei. Darum geht es doch gar nicht. Es geht darum, dass diese Serie auch ausgestrahlt werden darf, wenn sie deine religiösen Gefühle verletzt. Das muss man eben aushalten.

Ähnliches muss auch bei der Darstellung der Meinungen von Kirchenvertretern und Politikern gesagt werden. Natürlich hat ein Kardinal das gute Recht sich darüber zu beschweren, wenn er seinen Glauben durch diese Serien verletzt sieht. Er ist schließlich ein bedeutsamer Repräsentant dieser Glaubensrichtung.


Es geht aber nicht, dass Stoiber sich hinstellt und Öffentlich einen stärkeren Schutz religiöser Gefühle fordert. Der Glaube ist in Deutschland Privatsache und was die Bürger in ihrem Privatleben machen geht Politiker nichts an. Kirche und Staat sind getrennt. Wie kommt ein Politiker dann dazu, diese Trennung zu überwinden und Partei für die Kirchen zu ergreifen - als Politiker NICHT als Privatperson.

Das ist der eigentliche Skandal, dass und das Popetown die schlechteste Zeichentrickserie aller Zeiten ist. Wenn die Katholiken mit dieser Serie etwas Souveräner umgegangen wären, hätten sie deren Niveau vielleicht auch einfach eine Strafe Gottes für den Abfall vom Glauben nennen können.

Mittwoch, Mai 03, 2006

Fühlst du dich gut???

Folgende Passage wurde soeben aus meinem Roman entfernt. Ich frag mich jetzt schluchzend: Bist du jetzt endlich zufrieden, jetzt wo ich das Herzstück aus meinem Roman herausgerissen habe??? (Die betreffende Person weiß, dass sie gemeint ist!!!):

[...] Ehe der Pfad in unser Tal vollends zuwucherte, luden meine Eltern hin und wieder Erzähler zu uns ein, damit sie mir ausdrucksstark und mit viel Pathos die Literatur vermittelten, die meinen Eltern etwas bedeutete. Bis zum heutigen Tage kann ich darum zum Beispiel ganze Passagen aus den Schriften des schon erwähnten Revolutionärs Phillip von Zimmern zitieren. Wenn mich mein Gedächtnis nicht vollkommen im Stich lässt, gastierte sogar einmal der einzigartige Jawitsch bei uns. Meine Ansprüche waren also nicht leicht zu befriedigend, immerhin war ich beste Qualität gewohnt. [...]

Nazi-Rätsel:


Wer von den beiden ist wohl beim Casting für das Musical "The Producers" als schwuler Hitler abgelehnt worden, und wer will unbedingt noch einmal an einem Russlandfeldzug teilnehmen - wegen der Kameradschaft und so?

Dienstag, Mai 02, 2006

1.Mai 2006

Die Mai-Krawalle irgendwo in der hessischen Pampa sind vorüber, ich habe mir gerade das Reizgas aus den Haaren gewaschen und nun ist die Zeit gekommen Bilanz zu ziehen:

Die Demos besaßen den Charme einer Abschlussfeier von Achtklässlern, bei der die Schüler vor lauter Übermut auch hin und wieder den Lehrer piesacken, sich dann in ihrer Clique dafür feiern lassen und dann noch eins drauf setzen, indem sie den Pauker einen Idioten nenne.

Da die allermeisten Antifas wohl auch gerade dabei sind die achte Klasse zu besuchen, ist der Vergleich ziemlich passend.

Leeren Ritualen folgend rannte die Meute immer mal wieder auf die Lehrer…äh Polizisten zu, um dann sofort wegzurennen, wenn die sich auch nur minimal bewegten.

Irgendwie ist dieses ganze Inszenierung unsinnig, denn zum einen weis von der Kinder-Antifa kaum einer, warum sie hier sind und zum anderen würden sie ja im Endeffekt gar nicht auf die Nazis einschlagen, selbst wenn die Polizei ihnen den Durchgang erlauben würde.

Na ja, aber egal, Kelchen und ich gingen danach als einzige Überlebende des Frankenthaler 1.Mai Massaker 2005 ganz chic im Wirtshaus Zum Hirsch speisen. So wie es sich gehört für richtige Antifas!!!

Montag, Mai 01, 2006

1.Mai


Heute zum Jahrestag der 1.Mai Verhaftung 2005 trifft sich die Zensurfilmfamilie in Weinheim, um erneut gegen die Nazis zu demonstrieren und ihnen persönlich mitzuteilen, dass sie keine Zensurfilme gucken dürfen.

Leider fehlt aus der Demonstrantentruppe diesmal einer in unserer Kette. Herr B. wurde von der Polizei letztes Jahr so sehr gefoltert, dass er sich trotz intensiver Überredungsversuche nicht davon überzeugen ließ, erneut zu demonstrieren.

Stattdessen sprengt er sich heute Mittag um 12.15 im Polizeihauptquartier Duisburg in die Luft. Wer kann’s ihm verdenkenden, nachdem ihn die dekadente, arrogante Polizei ja solange gedemütigt hat und als wäre das nicht schon Sprengungsgrund genug, überfielen am Wochenende sogar noch die amerikanischen Kreuzzügler sein WG-Zimmer und begannen sofort mit der Suche nach Öl. Nach diesem Neokapitalistischen Bruch des Völker- oder zumindest Zimmerrechts wusste dieser stolze Kulturmensch nicht mehr weiter, enthauptete zuerst drei minderjährige Kinder, erschoss wegen der Mohammed Karikaturen einen Priester und wird heute zu diesem finalen Akt der Selbstbehauptung gezwungen.

Wir werden auf der Demo eine Gedenkkette für ihn bilden.