Donnerstag, Mai 04, 2006

Die erste Plage (und es wurden noch neun weitere gedreht)


Heute Abend sah ich die heiß diskutierte Zeichentrickserie Popetown und in meinem ganzen Leben war ich mir nie so sicher gewesen, nicht lachen zu müssen, wie in diesen 30 Minuten.

Die Serie bestach durch den Verzicht auf jede Form von Originalität. Was provokant wirken sollte, entpuppte sich als ausgetreten, die Dialoge bestachen durch vollkommene Einfalt und Kirchen oder gar Glaubenskritik gab es gar nicht.

Eingebettet wurde diese Folge in eine Diskussionsrunde, in der auch konsequent die falschen Fragen ans Publikum gestellt wurden und auch die Reaktionen der Öffentlichkeit nicht korrekt dargestellt wurden.

So fragte die Moderatorin ständig bei den Anrufern nach, ob diese Serie nun ihre Gefühle verletzt habe und deshalb nicht weiter gezeigt werden dürfe, oder ob die Gefühle nicht verletzt wurden und darum eine weitere Ausstrahlung in Ordnung sei. Darum geht es doch gar nicht. Es geht darum, dass diese Serie auch ausgestrahlt werden darf, wenn sie deine religiösen Gefühle verletzt. Das muss man eben aushalten.

Ähnliches muss auch bei der Darstellung der Meinungen von Kirchenvertretern und Politikern gesagt werden. Natürlich hat ein Kardinal das gute Recht sich darüber zu beschweren, wenn er seinen Glauben durch diese Serien verletzt sieht. Er ist schließlich ein bedeutsamer Repräsentant dieser Glaubensrichtung.


Es geht aber nicht, dass Stoiber sich hinstellt und Öffentlich einen stärkeren Schutz religiöser Gefühle fordert. Der Glaube ist in Deutschland Privatsache und was die Bürger in ihrem Privatleben machen geht Politiker nichts an. Kirche und Staat sind getrennt. Wie kommt ein Politiker dann dazu, diese Trennung zu überwinden und Partei für die Kirchen zu ergreifen - als Politiker NICHT als Privatperson.

Das ist der eigentliche Skandal, dass und das Popetown die schlechteste Zeichentrickserie aller Zeiten ist. Wenn die Katholiken mit dieser Serie etwas Souveräner umgegangen wären, hätten sie deren Niveau vielleicht auch einfach eine Strafe Gottes für den Abfall vom Glauben nennen können.