Freitag, Mai 26, 2006

Im Fahrstuhl sind Antifas (1.Mai Darmstadt)



Depressionen, Fettleibigkeit und Diabetes sind ja mittlerweile fest etabliert in unserer Gesellschaft und beinahe ein so guter Indikator für freie und demokratische Staaten, wie es der Antisemitismus für totalitäre Systeme ist.
Doch es gibt noch mehr typische Wohlstandskrankheiten oder eher Perversionen. Stalking ist so eine: Das belästigen fremder Personen, entweder aufgrund einer angenommenen Seelenverwandtschaft, Verbitterung oder einfach nur Geistesgestörtheit.
Eine Abart diese Perversion ist es sicherlich, wenn ein älterer Herr, von Berufswegen Frührentner, es sich zur Lebensaufgabe macht eine prominente Persönlichkeit zu verfolgen.
Gerade war ich auf der Homepage eines solchen Typen und ohne zu wissen, was in seinem Leben schief lief, weiß ich, dass es etwas ganz dramatisches gewesen sein muss.
Wie sonst würdest du auf die Idee kommen, dich mit deiner gesamten, dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehenden, Energie darauf zu stürzen, eine Anti Henryk Broder Homepage zu betreiben (http://www.arendt-art.de/deutsch/Henryk_m_broder/henryk_m_broder.htm)? Nicht nur das, er ist so besessen, dass er schlicht und einfach den gesamte Onlineauftritt von Broder kopiert, einschließlich der Achse des Guten. Er will sein wie Broder, wahrscheinlich zieht er sich auch an wie er. Es ist beängstigend!
Es ist eine an Lächerlichkeit nicht zu überbietende Peinlichkeit und ein beeindruckendes Zeugnis dafür, zu was ein infantil–verbittertes Gemüt im Körper eines älteren Mannes in der Lage ist.
Keine Ahnung welche Unterbewussten Gefühle da in ihm angesprochen werden, auf jeden Fall kennt man einen solchen Fetisch eigentlich eher von Teenagern, die sich über alles Informieren, was ihr Idol so von sich gibt. Vielleicht ist er ein verstoßenes Groupie von Broder? Vielleicht wäre alles mit einem Autogramm, einem gemeinsames Foto oder einem Kuss okay gewesen?
So kam es aber nicht und weil die Tage eines Rentners verdammt lange sein können, wenn man keine Hobby hat, außer auf Broder fixiert zu sein, kommt natürlich im Laufe der Zeit ziemlich viel Müll zusammen. Der wird aber nicht etwa weggeschmissen, sondern auf der eigenen Homepage veröffentlicht. Vielleicht sollte man ihn aus seinem trostlosen Alltag befreien und, weil wir Freudjahr haben, einer eingehenden psychologischen Analyse unterziehen. Geholfen wäre damit allen - vor allen aber ihm selber.