Donnerstag, Mai 25, 2006

Nachtrag zu "Tal der Wölfe"


Auch wenn es nun schon einige Wochen zurückliegt, hier trotzdem noch ein paar Interessante Reaktionen auf den Film “Tal der Wölfe“.

Unter anderem die Begründung des Filmverleihers Sahin, weshalb Stoibers Aufforderung den Film zu stoppen nicht akzeptabel sei:

"Wenn ein Karikaturist zwei Milliarden Muslime beleidigt, dann ist das für den Westen Meinungsfreiheit. Wenn aber ein Actionfilm einen Amerikaner aufs Korn nimmt, wird von Volksverhetzung gesprochen."


Keine Ahnung was für Filme Sahin ansonsten so produziert, aber diese Begründung ist endlich mal offen und ehrlich. Vor allen ist es ganz interessant, dass der Islam ständig im Wandel ist, zwar nicht was Reformen angeht, aber Demografisch. Mal sind es eine Milliarden, dann doch fünfhundert Millionen mehr oder gar zwei Milliarden. Was im Endeffekt aber auch egal ist, denn es handelt sich ja trotzdem um ein einziges Lebewesen, anders ist nicht zu erklären, weshalb die Karikaturen zweifellos alle Muslime beleidigten.
Die Sachlage ist klar: Der Terror, der im Namen irgendeines Aberglaubens durchgeführt wird, ist ebenso schützenwert wie die Menschenrechte von Amerikaners. Entweder man kritisiert beides oder keines.

Als nächste Stellungnahme gibt es die der
Türkischen Gemeinde zu Berlin. Sie wendete sich gegen die Verbotsforderungen mit den Worten "Er [der Film] ist genau die Kultur, die uns der Westen seit 50 Jahren predigt.”

Hmmm, Selbstmordattentate auf Marktplätzen, ein dutzende Säcke über dem Kopf als Kriegsgrund, und die Verachtung aller menschlichen Grundrechte, sind das alles Importe aus dem Westen? Die Friedensreligion sollte nicht so bescheiden sein, Ehre wem Ehre gebührt. Trotzdem etwas alarmierend, wenn ein Türkischer Verein in Deutschland solche Meinungen vertritt. Was ist denn z.B. mit den Werten ,die es den Gemeindemitgliedern ermöglichen, in Berlin als Muslim das zu machen, wofür man in Saudi-Arabien als Christ ermordert werden würde: Beten aufgrund bestehender Glaubens- und Religionsfreiheit?



An besten in diesem Zusammenhang war aber die Reaktion von
Jürgen Elsässer, er fand in der Jungen Welt die allgemein geäußerten Kritikpunkte nicht bestätigt, weder türkisch-nationalistische noch islamistische Positionen habe er gefunden. Für ihn handelt es sich um eine erfolgreiche antiimperialistische Intervention, die der Friedensbewegung gute Munition liefere. Werner Pirker führte ebenfalls in der Jungen Welt die Vorwürfe auf den „offenbar hohen Realitätsgehalt“ des Filmes zurück.