Montag, Mai 29, 2006

Neues von der Insel


Die Engländer sind bekannt für ihren schwarzen Humor, doch sie haben noch mehr zu bieten. So versuchen sich alljährlich bedeutende Teile der akademischen Welt und der Gewerkschaft daran, endlich ein Boykott der israelischen Universitäten durchzusetzen.

Man muss nicht darüber grübeln, ob dieses Ansinnen nun antisemitisch oder antizionistisch ist, es ist beide und zwar in Reinform. Was geht nur in den Köpfen von Leuten vor, denen die Existenz von Staaten wie dem Iran, Saudi-Arabien, Syrien, Sudan und Nigeria bekannt ist und die trotzdem mit der Courage eines Feiglings auf Israel zeigen.

Professoren und Mitarbeiter dortiger Universitäten sollen als Reaktion auf israelische Politik nicht mehr Teil der internationalen Forschergemeinde bleiben dürfen. (Sie sollen also dafür büßen, dass der israelische Staat seine Bürger davor bewahren will, in Cafes, Diskos oder im Bus von palästinensischen Selbstmordattentätern zerrissen zu werden.)
Eine einzigartige Forderung, zumal gegenüber einer Demokratie.

Überraschend ist in diesem Zusammenhang nur auf den ersten Blick mit welcher Selbstverständlichkeit die Initiatoren einfach einen Bann über ALLE Israelis aussprechen. Man muss sich nur vergegenwärtigen, dass dieser Aufruf an sich Antisemitisch ist und schon macht die ganze Sache wieder Sinn. Weil es keinen gerechten Antisemitismus gibt, haben die Verfasser des Aufrufs gar keine andere Wahl, als ALLE zu sanktionieren. Zeichnet sich der Antisemitismus doch dadurch aus, dass er Klassen- und Schrankenlose alle Juden gleich werden lässt.

Kaum zu Glauben mit welcher Vehemenz mittlerweile in westliche Staaten an der Demontage der wenigen andere Demokratien gearbeitet wird. Wo dieses Phänomen her kommt, dass jedes Verbrechen von islamischen Terroristen, iranischen Präsidenten oder arabischer Reiterheere (in Afrika) immer sofort unter einer Decke von Verständnis und Nachsicht erstickt und klein gemacht wird und demgegenüber offene Gesellschaften wie die USA oder Israel dafür umso aggressiver attackiert werden, ist mir rätselhaft.

Natürlich kann das als feige Befriedigung des eigenen Gewissens gedeutet werden. Man kümmert sich zwar nicht um die Bürger von Grosny, auch nicht um die Bevölkerung im Sudan und schon gar nicht um die Menschenrechte in den arabischen Staaten, dafür kämpft man aber gegen amerikanische Foltergefängnisse und Kriegsverbrechen.

Das dieser Einsatz den Schönheitsfehler hat, dass die meisten der Skandale, mit denen sich die USA herumzuschlagen haben, durch interne Untersuchungen der US-Army ans Licht kamen (und die anderen durch amerikanische Journalisten), stört dabei gar nicht.
Hier passt die Metapher des Einrennens offener Türen sehr gut.

Die europäischen Kämpfer für Gerechtigkeit sollten sich einmal überlegen, ob sie ihrer Sachen nicht mehr dienen würden, wenn sie sich gegen die Verbrechen von Staaten engagieren, in denen es keinen Seymour Hersh, keinen Bob Woodward und keinen Carl Bernstein gibt? Stattessen grübeln sie über Petitionen gegen Israel – ich bin mir nicht sicher, welche Gruppe ich für eine größere Gefahr für die Demokratie ansehen soll, solche “Demokraten“ oder den islamischen Fundamentalismus?

3 Comments:

At 18 Juli, 2006 13:58, Anonymous Anonym said...

I really enjoyed looking at your site, I found it very helpful indeed, keep up the good work.
»

 
At 20 Juli, 2006 22:00, Anonymous Anonym said...

Great site lots of usefull infomation here.
»

 
At 22 Juli, 2006 10:14, Anonymous Anonym said...

I find some information here.

 

Kommentar veröffentlichen

<< Home