Sonntag, Mai 28, 2006

Paul Spiegel


Heute fand in Düsseldorf die Trauerfeier für Paul Spiegle statt.
Anwesenden war beinahe die gesamte politische Elite des Landes. Alle wollten sie einem großen Brückenbauer und Verdienten Kämpfer für den Ausgleich zwischen Deutschen und Juden die letzte Ehre erweißen.
Paul Spiegel hat es sicherlich nicht verdient, dass sein Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus ausgerechnet während seiner eigenen Trauerfeier so ins lächerliche gezogen wird.

Anders kann man nicht bezeichnen, was sich dort Redner wie Horst Köhler oder Angela Merkel leisteten. Der Bundespräsident mahnte an:
"Wir dürfen nicht dulden, dass hier zu Lande Orte entstehen, an denen Menschen, weil sie als Fremde wahrgenommen werden, fürchten müssen, dass ihre Würde verletzt wird, dass sie um ihre Gesundheit und sogar um ihr Leben bangen müssen."
Von welchen ENTSTEHENDEN Orten redet er denn da? Oder klammert er die existierenden schon als verloren aus und will sich nun mit aller Kraft dafür einsetzen, dass Deutschland minus die National Befreiten Zonen nicht zu einem solchen Ort werden darf?!?!?

Noch zynischer wird es, wenn die Kanzlerin die Unterstützung Israels einfordert.
Sie könne nicht dazu schweigen, wenn der Staat Israel vom iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad in seiner Existenz bedroht werde. "Wir müssen alle dazu entschlossen sein, diese Gefahr einzudämmen", sagte die Kanzlerin. Diesem Auftrag sei ihre Regierung verpflichtet. Die wunderbaren wirtschaftlichen Beziehungen zum Terrorregime im Iran stellte sie dabei aber nicht direkt in Frage und auch die Hermesbürgschaften scheinen nicht in Gefahr zu sein.

Wie will sie also in der Realität den Worten Taten folgen lassen?
Werden die Minister bei der WM vielleicht heimlich die Daumen für die Mannschaften drücken, die gegen den Iran antreten?

Genau diese Ignoranz ist es doch, die Spiegel immer und immer wieder anprangerte und an der er letztlich ebenso wie sein Vorgänger zerbrach. Kurz vor seinem Tod äußerte er sich in einem Interview tief pessimistisch, was den Kampf gegen den Antisemitismus angeht. Er verstand nun, was Ignatz Bubis meinte, als er davon sprach, nichts erreicht zu haben und sah den Antisemitismus wieder auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft.

Es ist eine Schande, dass Paul Spiegel, der sicherlich kein Hysteriker war, zu einer solchen Auffassung kommen musste und es ist eine noch größere Schande, wie die Öffentliche Reaktion darauf ausfiel. Sie blieb einfach aus! Eindrucksvoller konnte Spiegels Befürchtung nicht bestätigt werden. Bei Bubis ging noch ein Aufschrei des Entsetzens durchs Land, alle versuchten ihn davon zu überzeugen, dass er sich geirrt habe. Bei Paul Spiegle störte es schon niemanden mehr...

3 Comments:

At 18 Juli, 2006 13:58, Anonymous Anonym said...

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At 20 Juli, 2006 22:00, Anonymous Anonym said...

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