Samstag, Juni 17, 2006

Protestkundgebung gegen das iranische Regime

Zurück aus Frankfurt. Heute fand eine große Kundgebung gegen das iranische Regime und dessen antisemitischen Vernichtungsfantasien statt. Auf dem Opernplatz versammelten sich laut Veranstalter über 1000 Menschen, wobei ich persönlich Glaube, dass es doch etwas weniger waren.

Als Redner traten unter anderem auf, Arno Lustiger, Micha Brumlik, Hannes Stein und Michel Friedman. Letzterem gelang es an besten, die Unaufrichtigkeit in Worte zu fassen, mit der Deutschland sich gegenüber dem Iran verhält. „Ich würde“, behauptete er „lieber als freier Mann frierend in meinem Zimmer sitzen, als durch Öl gewärmt zu werden, dass von einem solchen Terrorregime gekauft wurde.“ Außerdem stellte er die Frage, warum der weißrussische Präsident nicht in die EU Einreisen darf, dasselbe aber nicht auch für Ahmadinedschad gilt.

Wiederholt betonte die Redner die Motivation der Veranstaltung. Nicht das iranische Volk, oder die Fußballmannschaft werden bekämpft, sondern die, die seit Jahrzehnten die Menschenrechte im Iran mit Füßen treten, die Religionsgemeinschaft der Bahai verfolgen, keine Glaubensfreiheit zulassen und weltweiten Terror finanzieren.
Das so viele Iraner vor Ort waren, zeigten, dass diese Botschaft verstanden wurde.

Kehlchen und ich hatten uns im Vorfeld der Veranstaltung ein T-Shirt bedrucken lassen.
Auf ihm steht: “Finger weg vom israelischen Öl, Ahmadinedschad“. Die allermeisten Teilnehmer fanden es sehr gut, wenige verstanden die Ironie nicht und ein Idiot im Mainzer McDonald stotterte abends, dass ihn der Spruch beleidigt.
Warum genau, wurde nicht klar und da ihn schon das lesen des Satzes merklich ermüdete, lief er wortlos davon.

Die Veranstaltung selber war wirklich gelungen. Bei guter Atmosphäre und trotz einer ziemlichen Hitze, hielten die allermeisten tatsächlich bis zum Ende durch.
Danach zogen Kelchen und ich mit israelischen Symbolen überfrachtet zu Fuß zum Bahnhof.
Aus den Hosentaschen hingen blau-weiße Fähnchen, auf dem Kopf saß eine Schirmmütze mit Davidsternen, ein israelisches Tuch kühlte den Nacken und natürlich die T-Shirts.

Als Idealist könnte man meinen, die Passanten würden in uns selbstbewusste Juden sehen, als Rationalist weißt du, dass sie uns wohl eher für durchgeknallte christliche Israeljünger halten werden.

Wie auch immer, diese Veranstaltung war gelungen und in den nächsten Tagen werden auf diesem und auf Kehlchens Blog noch weitere News und vor allen Fotos veröffentlicht.