Mittwoch, Juni 14, 2006

Und noch einmal Palästina

Es wird immer wieder davon gesprochen, dass die Palästinenser PR-Weltmeister wären und sich im Gegensatz dazu die Israelis immer wieder ungeschickt präsentieren würden.
Da mag etwas dran sein, vorausgesetzt, man wünscht sich, dass ISrael sich in Zukunft ähnlich pietätlos Verhält wie die Gegenseite.
Zwei aktuelle Beispiel:

1.) Bei einem israelischen Angriff auf einen mit Raketen beladenen PKW wurden mehrere Zivilisten getötet oder schwer verletzt. Wie wurde diese Tragödie aufgearbeitet?:
Drei Kleinkinder sterben im Operationssaal vor laufenden palästinensischen Kameras.

2.) Aus einem Artikel von Ulrich Sahm:
Am Freitag tötete eine mysteriöse Explosion sieben Mitglieder der Rhalia Familie aus Beth Lahia bei Gaza. Sie machten Picknick am Strand nahe der ehemaligen Siedlung Dugit. Die 12-jährige Huda rannte umher und suchte ihren Vater, bis sie sich heulend neben seiner Leiche in den Sand warf. Ein palästinensischer Kameramann war "zufällig" mit seiner Kamera dort, filmte die Szene, anstatt dem Mädchen zu helfen. Er schuf eine neue Ikone palästinensischen Leids und israelischer Brutalität.
[...]
Derweil leidet die zwölfjährige Huda Rhalia unter ihrer neuen Rolle als Fernsehstar. Erst herzt sie Präsident Mahmoud Abbas, dann adoptiert sie Premierminister Ismail Hanija und zwischendurch absolviert sie unzählige Pressekonferenzen. Unmittelbar vor der "Propagandaoffensive" von Amir Peretz ist sie Stargast einer Talkshow beim arabischen Sender Al Jezeera. Ein palästinensisches Informationszentrum informiert per SMS über die laufende Show. Unter Tränen erzählt das Mädchen, dass "die Juden" ihren Vater und ihre Geschwister ermordet hätten. Der Westen akzeptiert die Zeugenaussage einer Zwölfjährigen, während die arabische Welt noch nichts von Kindesmissbrauch gehört hat. Die Palästinenser erweisen sich als PR-Meister, während die Israelis glauben, mit einer "Propagandaoffensive" die Welt erobern zu können.

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Ich sehe da keine talentierte PR-Profis am Werk, sondern einfach nur besonders verachtenswerte Verbrecher. Wer Leid auf diese perfide Art ausnutzt, kann vieles sein, vielleicht ein Sadist, ein Terrorist oder ein kühl kalkulierender Menschenhasser, aber eines ganz sicher nicht: ein begnadeter Stratege.
Es spricht für die moralischen Standards und den Respekt vor dem menschlichen Leben, dass man in Israel auf solche ekelhaften Propagandahilfen verzichtet.
Das dieser Missbrauch von Kindern nicht in aller Deutlichkeit von der UNO und von Menschenrechtsorganisationen kritisiert wird, ist ein Skandal.