Montag, Juni 19, 2006

Wie Marcia Pally die Bedürfnisse von Antiamerikanern befriedigt

Ich halt von der Frankfurter Rundschau nicht besonders viel und ehe ich das mühselig mit langen Erklärungen begründe, fasse ich es mit einem Namen zusammen: MARCIA PALLY

Was ist das für eine merkwürdige Institution innerhalb der FR? Regelmäßig darf sie ihre Sicht auf die USA loswerden und weil die nicht nur von Anfang an fest steht (das Land der Idioten) sondern oft auch Unwahr ist, tarnt man ihre Artikel mit dem Etikett Satire.

Dabei machen sie die Redakteure der FR eine Technik zu Eigen, mit der auch Diktaturen für ihre Position werben. Sie greifen einen wichtigen Wert der westlichen offenen Gesellschaft heraus, in diesem Fall also die Satire, und wollen sich mit dessen Erwähnung unangreifbar machen. Das sie diesen Begriff allerdings seines Inhalts berauben, stört sie dabei nicht.

Die Hamas und dutzende weitere Regierungen, die alles andere im Sinn haben, als die Demokratie, die ihnen die Machtergreifung auf friedlichem Wege ermöglichte, auch zu leben, pochen darauf, Demokratisch zu sein. Dabei ignorieren sie bewusst, dass Demokratie mehr bedeutet als sich auf demokratischem Wege wählen zu lassen, ja, dass das nur der Anfang sein kann.

Ähnlich die FR mit Marcia Pally. Sie schreibt viel dummes, manchmal auch geschmackloses Zeug. Als sie vor einigen Wochen behauptete, Georg W. Bush kümmere sich absichtlich nicht um den Katastrophenschutz in den Städten, weil die Stadtbewohner Demokraten seien und Tote nicht mehr wählen können, bekam ich auf meinen Beschwerde die Antwort, dass ich offensichtlich die Ironie nicht verstanden hätte.

Auch in diesem Fall wird ein Begriff missbraucht. Die FR steht also feigerweise nicht mal zu den wüsten Beleidigungen die ihre Qouten- Antiamerikanerin, die sogar als besonderer Leserservice selber Amerikanerin ist, von sicht gibt!!! Da ist das Vergnügen noch größer, wenn sich der weiße, gebildete Alteuropäer morgens seine FR zu Gemüte führt und kopfschüttelnd zu Kenntnis nimmt, was die da drüben doch für Versager sind.

Auch Pallys neuste Veröffentlichung erfüllt alle Wünsche, die ein Amerikakritischer-Antiamerikaner eben so hat, wenn er beim Frühstück Kraft für einen anstrengen Tag im Büro oder einer Schulklasse sammeln muss. Es ging um das Nationalsprachengesetz der USA, dass die Immigranten ermutigen soll, die Landessprache zu erlernen.

Was die Texte von Pally noch unerträglicher macht als der aus jedem Satz herausquellende Antiamerikanismus und die ekelhafte Anbiederung an ein Publikum, dass genau das von ihr verlang, ist die Tatsache, dass Pally glaubt, originell schreiben zu können und nicht wahrhaben will, dass ihr Talent dafür ähnlich bescheiden ist, wie das der Palästinenser für Selbstkritik.

Wo sie glaubt, ein Florett zu führen, macht sie doch nur mit der Dampfwalze alles platt, was ihr in den Kopf und danach zu Papier kommt. Für ein Duell mit dem Florett bleibt da gar nichts übrig, da Ironie und Subtilität den Einsatz von solch schweren Maschinen nicht überstehen.

Ein gelungenes Beispiel ihres Humorverständnisses bietet folgender Absatz:

In meinem Haus werden alle Reparaturen in nur einem oder zwei Jahren erledigt, weil die Chefs mit ihren Arbeitern spanisch und haitianisches Kreolisch sprechen können. Wenn sie eine Sprache sprechen müssen, die sie nicht sprechen, wird mein Dach dann noch vor Wintereinbruch abgedichtet?

Die Dampfwalze Pally hat sich da auf den Witz eingeschossen, dass doch alle Minderheiten in den USA ihrer eigenen Sprache sprechen und das Englisch für sie völlig fremdes Land sei. Auf Grundlage dieses köstlichen Witzes, den sie in minimal abgewandelter Form gleich dreimal in ihrem kurzen Artikel macht, glaubt sie den ganzen Irrsinn dieses Gesetzes aufzeigen zu können. Da ist es nur ein kleiner Schönheitsfehler, dass sie offensichtlich nicht nur USA Kennerin und Kritikern ist, sondern auch die allgemein akzeptierte Zeitrechnung nicht anerkennt. Zwar liegt es mir fern, ihren wirklich beeindruckenden Witz bezüglich der langen Reparaturzeit bei Hausarbeiten in Frage zu stellen, aber es bleibt doch festzuhalten, dass ihr Dach auch nicht vor Wintereinbruch abgedichtet wäre, wenn Kreolisch Sprechende Arbeiter sich darum kümmern würden. Denn, Bush hin, Bush her, ein oder zwei Jahre Reparaturzeit beinhalten in jeden Fall auch ein oder zwei Wintereinbrüche.

Weil Frau Pally aber nicht nur nicht mit dem Florett umgehen kann, sondern auch die Realität für ihre Zwecke gerne mal ignoriert, kommt sie kurz darauf auf eine

gegenwärtige Anti-Einwanderer-Hysterie

zu sprechen. Diese Anti-Einwanderer-Hysterie findet offensichtlich größtenteils innerhalb deutscher Tages-, und Wochenzeitungen statt, denn die US-Regierung hat mal eben einfach so und wahrscheinlich ohne Pally um Erlaubnis zu Fragen, damit begonnen, Millionen Illegale Einwanderer per Generalamnesti zu Amerikanern zu machen.
In diesem Sinne ist es dann ganz folgerichtig, dass Pally den einmal eingeschlagenen Weg in das Reich des Wunschdenkens auch konsequent weitergeht und mit einem griffigen Slogan endet:

Werft die Einwanderer raus!

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