Montag, Juli 31, 2006

Demo in Köln

Ein Text zur Israel-Solidaritätsdemo in Köln und, obwohl hier eigentlich schon alles zu Indymedia geschrieben wurde, will ich trotzdem noch einen einzelnen Kommentar von dieser Seite veröffentlichen. Er bezieht sich auf eine Pro-Terror Veranstaltung, auf der die Teilnehmer es sich nicht nehmen ließen, auch mit durchgestrichenen Davidsternen aufzutreten. Interessant ist er deswegen, weil er auf grandiose Weise Unbildung und Dummheit verbindet. Vorhang auf:

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Klasse Aktion!

Peter G. 30.07.2006 21:26

gegen Faschismus, Rassismus, Zionismus und Krieg!

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Klarstellung

Offensichtlich hat folgender Absatz aus meinem letzten Text für etwas Irritation gesorgt.

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Die Amerikaner präsentierten im Vorfeld des Irakkrieges tatsächlich manches, was nicht der Wahrheit entsprach, doch woher zieht er die Parallele zwischen diesen getürkten Fakten und den Aussagen der verzweifelten Eltern eines entführten Soldaten?

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Gebauer muss wissen, dass die Deutschen den Irakkrieg weiterhin auch damit verbinden, dass er auf Lügen aufgebaut gewesen sei.

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Es wurde die Frage gestellt, ob ich den Irakkrieg also für falsch halte. Es gibt darauf zwei Antworten. Die länger kann hier eingesehen werden, während sich die kürzere auf ein Wort reduzieren lässt: Nein.

Sonntag, Juli 30, 2006

Wie Israel sich an Journalisten vergeht


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Es muss eine Mischung aus Dreistigkeit und Zynismus sein, die einen dazu bringt, nicht nur zu ignorieren, dass Israel in den Medien konsequent als Aggressor beschrieben wird, sondern auch noch einen Artikel darüber zu verfassen, wie die israelische PR-Maschinerie versucht, den Journalisten den Alltag in einem angegriffenen Land zu präsentieren. Damit wird die Realität gleich auf zweierlei Weise auf den Kopf gestellt. Zum einen ist das Israel-Bild in den Medien ein Desaster und zum anderen, logisch folgend, kann es dann nicht weit her sein mit den israelischen Einflussmöglichkeiten auf die Berichterstattung.

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Matthias Gebauer hat es im Spiegel-Artikel All-inclusive-Paket für Kriegsberichterstatter geschafft, diese Realitätsverzerrung bis ins absurde zu steigern und sparte dabei auch nicht mit geschmacklosen Metaphern und Vergleichen.

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Er lässt den Leser an einem ganz normalen Tag als Israel Korrespondent teilhaben und der beginnt morgens neun Uhr damit, dass eine weibliche Stimme flötet,

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"was haben Sie heute vor, brauchen sie noch eine Idee"? Danach sprudelt es: Gesprächspartner, eine Tour zu den von Raketen getroffenen Häusern Haifas - inklusive, mit Opfern zu sprechen. Ebenso kommt ein Experte mit, der die Raketen erklärt - "gern auch im O-Ton".

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Das Angebot ist noch nicht ausgeschöpft. "Das Highlight kommt noch", so die Dame vom Pressebüro der israelischen Regierung, kurz GPO. "Wir haben in Naharya ein Gespräch mit den Eltern eines entführten Soldaten", sagt sie. Die Eltern von Ehud Goldwasser, seit dem 12. Juli in der Hand der Hisbollah, stünden in einem Hotel bereit. Ein Dolmetscher? Nicht nötig. "Sie sprechen gutes Englisch, keine Sorge".

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Gebauer sagte also sein kommen zu und schon kurz darauf nahm er an der Pressekonferenz von Schlomo Goldwasser teil. Er hatte nicht viel zu sagen und das wenige was er sagte, dass waren

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die typischen Sätze, die Sicherheitsbehörden den Eltern von Gekidnappten einflüstern, wenn sie einen Aufruf durch die Medien senden wollen oder sollen. "Sie, die Entführer meines Sohns, tragen die Verantwortung für die Sicherheit von Ehud", sagt Goldwasser, "sie tragen auch die Verantwortung dafür, dass er bald und unversehrt wieder zu uns zurückkehrt". Mehr falle ihm nicht ein. Er sei Vater, kein Politiker.

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(die beiden entführten Soldaten Eldad Regev und Ehud Goldwasser)

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Na ja, was an diesen Aussagen nun falsch sein sollte, kann ich nicht erkennen und ob Gebauer es auch gewagt hätte, die verzweifelten Appellen der Angehörigen der deutschen Geiseln im Irak als von Sicherheitsbehörden eingeflüsterte Texte zu entlarven, wage ich zu bezweifeln. Danach beschrieb er noch, wie die Goldwassers Fotoalben präsentierten, weil “das berührt die Zuschauer“ und stellt noch mal fest:

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Und all das organisiert und inszeniert vom Pressebüro der israelischen Regierung. Organisiert für ausländische Journalisten. Damit einer der Gründe für den aktuellen Krieg, das Leid der Eltern, seine Öffentlichkeit bekommt.

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Nachdem Gebauer nun also diese unglaubliche Ausschlachtung menschlichen Leidens mitbekommen hat, die von jedem anständigen Boulevard-Magazin Bericht über Liebeskummer bei Teenagern in den Schatten gestellt wird, kann er darüber nicht länger schweigen:

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Propaganda gehört zum Krieg. Vor allem, wenn ein Staat seinen Waffengang als gerecht, als berechtigt erklären will. Der erste Irakkrieg, Afghanistan, noch etwas perfider vor dem zweiten US-Einmarsch im Irak, es war das gleiche Spiel. Ganze Abteilungen arbeiteten am emotional geprägten Bild, dass die Politik der Kriegslenker in den Medien stützen soll. Ein ganz normales Geschäft - PR für den Krieg eben.

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So ist das. Und schon ist der Antiterrorkampf im Libanon nichts weiter als die Fortsetzung des in Deutschland so unbeliebten Irakkrieges. Dabei unterschlägt der Spiegel-Mann aber einige wesentlichen Unterschiede. Die Amerikaner präsentierten im Vorfeld des Irakkrieges tatsächlich manches, was nicht der Wahrheit entsprach, doch woher zieht er die Parallele zwischen diesen getürkten Fakten und den Aussagen der verzweifelten Eltern eines entführten Soldaten?

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Gebauer muss wissen, dass die Deutschen den Irakkrieg weiterhin auch damit verbinden, dass er auf Lügen aufgebaut gewesen sei. Wenn er nun die israelischen Selbstverteidigungsmaßnahmen und die mit ihr einhergehenden PR-Arbeiten im selben Satz erwähnt, so nimmt er mit voller Absicht in kauf, dass die Leser auch Zweifel an der Legitimation dieses Kampfes hegen.

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Wie kommt er aber dazu? Gibt es etwa Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit? Außerdem sollte Gebauer mit dem Begriff Propaganda in dieser Weltgegend vorsichtig umgehen. Wenn er schon diese Pressekonferenz als Propaganda bezeichnet, so wäre es interessant zu erfahren, welche Worte er für das findet, was zum Beispiel die Führer der Palästinenser an Propaganda betreiben: Das filmen eines kleinen Mädchens, das sich weinend neben ihren getöteten Vater setzt, Aufnahmen blutüberströmter Opfer von (israelischen?) Angriffen, die Benennung von Straßen nach Selbstmordattentätern – vergleichbar mit der Angst zweier Eltern um ihren Sohn?

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Was Gebauer jetzt noch zu sagen hat, kommt weitestgehend ohne Begründungen aus.

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Dass bei der gesteuerten Info-Vergabe viel Falsches lanciert wird, gehört zum Allgemeinwissen.

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Sagt es und bleibt Beispiele schuldig.

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Ebenso aber ist es nicht verwerflich, dass ein Staat wie Israel dieser Tage seine Opfer durch Hisbollah-Raketen auch in den Medien abgebildet sehen will. Diese Opfer (seit dem Krieg 17 unter der Zivilbevölkerung) geben dem Waffengang gegen die Hisbollah und den ganzen Libanon einen Sinn.

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Diese Opfer geben dem Krieg einen Sinn? Das kling so, als seien diese Opfer für die Regierung nur ein willkommener Vorwand, um endlich im Nachbarland einfallen zu können. Dieser Kampf ist deswegen notwendig, weil Israel vom Libanon aus Überfallen wurde und sich dagegen verteidigen muss.

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Man kann außerdem erleichtert feststellen, dass der Gebauer immun gegen die Gehirnwäsche der israelischen PR-Strategen ist. Trotz aller anders lautenden Beteuerungen ist ihm nämlich sehr wohl klar, dass Israel nicht nur gegen Hisbollah, sondern gegen den ganzen Libanon vorgeht. Vielleicht wundert es ihn, dass die Israelis das Umwerben eines solch unbeugsamen Journalisten nicht längst aufgeben haben, denn es klingt beinahe etwas überrascht, wenn er danach schreibt.

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Die israelische Journalisten-Betreuung kommt trotzdem geradezu exzessiv daher. Kaum hat man sich bei der GPO akkreditiert, wird man mit e-mails und Telefonanfragen bombardiert. Muss man sich bei anderen Krisen gerade als Deutscher eher einschmeicheln, nach persönlichen Kontakten suchen, herrscht hier eine Art all-inclusive-Stimmung. Es wird nicht gelogen oder vertuscht - es wird gut betreut.

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Witzig, das ist der Sarkasmus, den man als Frontberichterstatter braucht. Es wird nicht gelogen oder vertuscht – es wird gut betreut! Da muss sich die Wahrheit auch mal der Pointe anpassen. Im weiteren Verlauf des Artikels entlarvt er die Israelis dann endgültig. Er weist ihnen nach, dass sie tatsächlich ein vielfältiges Programm für Journalisten anbieten würden. Für alle wäre etwas dabei.

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Gleich elf Geschichten sind im Angebot: Entweder die israelischen Flüchtlinge. Oder die Probleme der arabischen Israelis? Ein Feature, wie ein Dorf über ganz Israel verstreut wurde? Eine Reportage über Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten? Ehemalige Geiseln? Oder doch lieber über ein Dorf, das seit Jahrzehnten beschossen wird? Alles ist möglich.

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Es ist nicht klar, was er daran zu bemängeln hat und vielleicht sollte man ihm den Rat geben, dass er es auf Seiten der Palästinenser nicht mit einer solch verunsichernden Vielfalt zu tun hätte. Da könnte er morgens ein kleines Kind interviewen, das die Israelis hasst, mittags stünde dann ein Besuch bei einem kleine Jungen an, der die Israelis hasst und abends würde ein Hamas-Sprecher erklären, warum die Palästinenser die Israelis hassen und immer wären einige Bewaffnete dabei, die dafür sorgen, dass es zu keinen Überraschungen kommt: Ach, die Welt könnte so einfach sein.

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Der krönende Abschluss dieses Artikels folgt dann aber im vorletzten Absatz.

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Auch die Sprachbarrieren werden gern überbrückt. Auf jeder der Listen sind Augenzeugen, die verschiedene Sprachprofile haben. Im Einwanderungsland Israel kommt da einiges zusammen: Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch und natürlich auch aus jeder Stadt mehrere Menschen, die Deutsch sprechen. Aufwendige Synchronisation fällt bei diesem Service aus. Spätestens jetzt erinnert dies alles sehr an die "Man spricht Deutsch"-Schilder auf Mallorca.

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So unterschiedlich kann man das sehen. Wenn Gebauer sich darüber auslässt, dass eine Synchronisation dank der deutsch sprechenden Israelis unnötig ist und dabei als Assoziation "Man spricht Deutsch"- Schilder im Kopf hat und nicht etwa "Deutsche, kauft nicht bei Juden" oder "Für Juden und Hunde Zutritt verboten", ist es ihm gelungen, sich von der deutschen Geschichte frei zu machen. Kein Wort darüber, dass es sich bei den Deutschsprachlern zumeist um Holocaustüberlebende handelt, die nun wieder von Antisemiten mit dem Tode bedroht werden. Nein, stattdessen ein Verweiß auf die Hochburg des deutschen Idiotentums auf Mallorca.

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Beeindruckender kann die Verachtung für das Leid der israelischen Bevölkerung nicht auf den Punkt gebracht werden: "Man spricht Deutsch."

Verhältnissmäßigkeit der Mittel (aus einer anderen Perspektive)

Es sollte im Libanon nicht darum gehen, irgendwelchen Terror-Freunden zu beweisen, dass Israel sich moralisch korrekt verhält und darum sollte die IDF auch nicht den Fehler machen, aus dem falschen Glauben heraus, an der Meinung von Israel-Hassern durch besondere Rücksichtnahme etwas ändern zu können, eigene Soldaten zu opfern. Warum sollen Soldaten in Häuserkämpfen sterben, die nur deswegen nötig sind, weil aus Rücksicht auf Opfer unter der Zivilbevölkerung keine Luftangriffe durchgeführt werden?
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Diese Rücksichtnahme wird von den Medien nicht honoriert und Israel verliert dabei in vielerlei Hinsicht. Nicht nur müssen aus diesem Grund eigenen Soldaten beerdigt werden, nein, die Hisbollah kann sich auch noch als heldenhafte Miliz profilieren und die Feinde Israels freuen sich über diese Verluste.
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Das Ergebnis dieser Taktik ist also nicht eine Anerkennung der Mühen, Zivilisten zu schonen, sondern Schadenfreude. Darum sollten nicht weiterhin Soldaten in verlustreichen Kämpfen Hisbollah Stellungen erobern müssen, nur weil Luftangriffe aus Angst vor drohenden zivilen Opfer unterbleiben.
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Nein, diese Toten müssen nicht sein. Die Wahrheit ist doch, dass jeder ehrliche Beobachter dieses Konflikts sehen kann, dass Israel sich so weit es möglich ist, um die Sicherheit von Unbeteiligten kümmert.
- Ehe Terrorziele bombardiert werden, informieren Flugblätter die Bewohner darüber, dass sie diese Gebiete verlassen sollen.
- Seit Tagen fordert die Armee die Bevölkerung des Südlibanons dazu auf, sich in andere Landesteile zu bewegen.
- Es werden Korridore für Hilfslieferungen bereitgehalten.
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Welcher andere Staat bemüht oder bemühte sich denn in einem Krieg je ebenso darum, die Bevölkerung des Gegners zu schonen? Die Feinde Israels ganz sicher nicht, sie folgen genau dem umgekehrten Ziel und greifen primär Unbeteiligte an.
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Diese Rücksichtnahme ist etwas positives, doch sollte sie nicht soweit gehen, dass wegen ihr im Zweifelsfall eigenen Soldaten ihr Leben verlieren. Das ist es nicht wert, denn wer Israel seine Selbstverteidigung vorwirft und seine Einsätze unverhältnismäßig nennt, interessiert sich gar nicht dafür, was die IDF alles unternimmt, um Unschuldige zu schützen.
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Solche Leute bilden den harten Kern derer, die zu Beginn dieses Artikels als Terror-Freunde und Israel-Hasser bezeichnet wurden und mal als libanesischer Hisbollah-Sympathisant daher kommen, mal als "westlicher" Friedensdemonstrant, mal als deutsche Entwicklungsministerin. Warum sollte für diese Leute auch nur ein Israeli sterben müssen? Vor allen, weil der Vorwurf der Unverhältnismäßigkeit aus diesen Kreisen immer nur gegen Israel gerichtet und darum heuchlerisch ist. Amnon Dankner und Dan Marglit stellten diesbezüglich in Haaretz einige Frage und es wäre interessant zu hören, was Frau Zeul ihnen für Antworten geben würde.
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Man spricht viel, vor allem in der Welt, über die unpassenden Proportionen der israelischen Aktion. Von welchen Proportionen spricht man mit einer Familie, deren Haus von einer Rakete getroffen und ihre Angehörigen getötet wurden? Von welchen Proportionen spricht man mit denen, die in den stickigen und engen Bunkern sitzen? Von welchen Proportionen spricht man, wenn über einem großen Teil des Landes Tag für Tag die Wolke der Bedrohung hängt, und auf das jeden Tag mehrmals ein Regenguss von Zerstörung herunterprasselt?

[…]


Wir leben hier völlig unproportional in einem riesigen Meer von Feinden. Wir wollen nur eine Proportion: Ruhe an unseren zwei Grenzen, im Norden und im Süden. Wenn wir geschlagen werden, müssen wir noch stärker zurückschlagen, und ein Krieg ist keine Schule für gute Manieren. In Europa nennt man uns Mörder, in Amerika ist man mit unserer Leistung unzufrieden. Wenn wir ein schönes Gesicht im Spiegel bewahren wollen, dann ist dieses Gesicht schmerzverzerrt. Wenn wir davor zurückschrecken, ein Dorf zu vernichten, in dem es von Hisbollah nur so wimmelt, tragen wir unsere Gefallenen nach Hause.

Samstag, Juli 29, 2006

Für die libaneischen Opfer ist die Hisbollah verantwortlich

Ein sehr guter Artikel von Alan Dershowitz. Er geht darin auch auf die Problematik ein, dass das traditionelle Kriegsrecht seine Sinn verliert, wenn eine Armee gegen eine Terrororganisation vorgehe muss. Seine daraus folgende Forderung ist absolut berechtigt:

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Kriegsrecht und moralische Bewertung militärischer Einsätze müssen sich diesen neuen Realitäten anpassen. Schuld und Verantwortung für zivile Opfer sollte direkt den Terroristen zugewiesen werden, die alles in ihrer Macht Stehende tun, diese Opferzahl zu maximieren. Hier mag ein Vergleich mit dem US-Strafrecht aufschlussreich sein: Nimmt ein Bankräuber einen Kassierer als Geisel und bedient er sich seiner als Schutzschild, während er auf die Polizei schießt, so ist er des Mordes schuldig, falls die Polizei daraufhin versehentlich die unschuldige Geisel tötet.

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Ansonsten ist es schön zu sehen, dass es auch Bundestagsabgeordnete gibt, deren Solidarität mit Israel sich nicht darauf beschränkt, Israel für seine Selbstverteidigung zu kritisieren. Aus diesem Grund reiste Jerzy Montag nach Haifa und was er nach seiner Rückkehr zu sagen hatte, ist frei von der sonst üblichen "Alle sind gleichermaßen verantwortlich-Rhetorik". Ein aktuelles Interview von ihm erschien in der Sueddeutschen Zeitung. Hier ein Auszug:

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SZ: Halten Sie die Luftangriffe auf die Hisbollah für gerechtfertigt?

Montag: Auf die Hisbollah ja, das ist Notwehr, Israel ist in der Pflicht, seine Bürger gegen den Terror zu schützen.

SZ: Auch wenn im Südlibanon unbeteiligte Kinder, Frauen und Männer
sterben und ein Land buchstäblich ruiniert wird? Viele Ihrer Parteifreunde, viele Menschen aus der Friedensbewegung und den Kirchen kritisieren Israel heftig.

Montag: Soll der liebe Gott die Raketen abfangen? Die Hisbollah greift
in Nordisrael bewusst Zivilisten an. Die Bevölkerung im Südlibanon ist
den Terroristen egal, sie versteckt ihre Raketenwerfer und ihre Kommandeure hinter Frauen und Kindern, nicht zuletzt, um die Opfer dann zu Propagandazwecken zu missbrauchen.

Freitag, Juli 28, 2006

Ich hab nichts gegen Hisbollah, nur gegen ihren Antisemitismus


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Wenn man sich so die Nachrichten über den Nahostkonflikt ansieht, so fällt schnell auf, dass dieser sich in zwei verschiedenen Dimensionen abspielt. In der einen gibt es das winzige Land Israel, dessen Hauptproblem darin besteht, dass es viele, viele Fanatiker gibt, die es vernichten wollen. Diese Fanatiker können sich dabei auf die mehr oder weniger offene Unterstützung durch unzählige Staaten und Institutionen verlassen. Angefangen bei den antisemitischen Terrorristen in Teheran, über viele einstmals so genannten blockfreie Staaten, bis hin zur UNO.

Israel weigerte sich bisher aber beharrlich seinem Untergang zuzustimmen, weswegen es von der potentiell pro- Terroristischen Weltgemeinschaft immer und immer wieder gerügt wird. Dieses Verhalten ist nämlich nicht im Sinne der Mehrheit der in der UNO Vertretenen Diktaturen.

Nach Kräften versuchen die Israelhasser also, diesem Land das Überleben so schwer wie möglich zu machen. Darum werden ihm gegenüber auch moralische Standards verlangt, die von niemandem sonst eingefordert werden. Vor allen nicht denen gegenüber, die Israel oftmals als Menschrechtsverletzer anprangern und dabei auf ihren UNO Tischen Namensschilder wie Sudan oder Iran stehen haben.

Israel darf sich also keine Verletzung irgendeines Rechts erlauben, muss sich sowohl im Krieg als auch im Frieden perfekt verhalten und auch während eines aufgenötigten Kampfes gegen Terroristen selbstverständlich Rücksicht auf die Zivilbevölkerung nehmen. Ebenso selbstverständlich behaupten die Gegner trotzdem, dass Israel sich gegen alle Gebote der Menschlichkeit vergangen und darum sein Existenzrecht verwirkt hat. Interessanterweise beteiligt sich auch die Mehrzahl der internationalen Presse daran, Israel Verbrechen vorzuwerfen, die es in den allermeisten Fällen nicht begangen hat. Sogar dann, wenn es sich um Verbrechen handelt, die niemals eine Zeitungsschlagzeile wert wären, wenn sie nicht das Qualitätssiegel Made in Israel tragen würde.

In der anderen der beiden Dimensionen spielt sich der Nahostkonflikt aus der Perspektive der Feinde Israels ab. Sie haben absolute Narrenfreiheit in der Wahl ihrer Mittel. Wenn Israel beim Ausschalten irgendwelcher Raketenabschussbasen auch Zivilisten tötet, weil diese Basen aus taktische Gründen im Garten einer Großfamilie platziert wurde, wird nicht die Terrororganisation, die sich auf das benutzen von Menschen als lebende Schutzschilder spezialisiert hat, kritisiert, sondern Israel. Wobei die Kritiker dabei nicht nur konsequent die Antwort schuldig bleiben, wie der Beschuss Israels durch diese Raketenstellung anders zu verhindern wäre, sondern es auch nicht für nötig erachten, nochmals zu betonen, wie menschenverachtend die Terroristen den Tod von Unschuldigen als Propagandasieg einkalkulieren. Die einen Journalisten schweigen dazu, weil sie ganz gewöhnliche Antisemiten sind, die anderen, die Mehrheit, weil es sich bei ihnen um ganz gewöhnliche ignorante Idioten handelt. Sie haben sich ganz einfach das Etikett Nahostexperte angeheftet und würden sicherlich nicht solch kluge und mahnenden Belehrungen über die Unverhältnismäßigkeit der israelischen Reaktionen schreiben, wenn ihr Büro sich zufällig in Safed befinden würde und nicht in Stuttgart oder Hamburg.

Es muss auch festgehalten werden, dass die Feinde Israels niemals unverhältnismäßig handeln. Das mag auf den ersten Blick erstaunen, da sie doch genau dies offensichtlich tun. Sie warten nicht erst ab, bis sich die Zivilbevölkerung aus dem Kampfgebiet entfernen konnte, weil für sie die Zivilisten das Kampfgebiet sind. Sie zögern nicht, alles zu attackieren, was in ihrer Reichweite liegt, weil sie eben nicht für eine verhandelbares Ziel oder ein besseres Leben kämpfen, sondern für die Vernichtung der Juden. Sie achten selbstverständlich nicht die Neutralität von Organisationen wie dem Roten Halbmond und verstecken sich darum gerne Mal in einem Krankenwagen. Warum dürfen sie das? Ganz einfach: Weil der Antisemitismus keine roten Linien kennt und beim Judenmord das Motto gilt: Der Zweck heiligt die Mittel.

Da wir es also offensichtlich mit zwei verschiedenen Beurteilungen des Nahostkonflikts zu tun haben und der Grund dafür im Antisemitismus (oder wie auch immer man seine Judenhass nun nennen möchte) zu finden ist, kann die Lösung für das Ende dieses Konflikts auch nicht nur im Nahen Osten liegen. Natürlich stimmt es, dass ein Waffenstillstand solange keinen Sinn macht, bis die Hisbollah zerschlagen ist, doch der entscheidende Kampf, der findet doch woanders statt. Wenn nämlich offensichtlich die wichtigste Waffe gegen Israel nicht Raketen und Selbstmordattentate sind, sondern das einende Band des Antisemitismus, so gilt es, gegen diesen vorzugehen. Weltweit und kompromisslos. Es wäre wohl nicht allzu dreist, wenn man von Deutschland verlangen würde, dass es in diesem Kampf an vorderster Front zu stehen hat!

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Das Foto habe ich übrigens von diesem Blog, dort gibt es einen kleinen Beitrag zur Pro-Israel Demo, die heute in Berlin stattfand.


Antifa heißt Angriff!!!


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Aus Zeitmangel an dieser Stelle nur noch einige Hinweise:
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Höchst informative Artikel zum Nahostkonflikt gibt es wie immer auf Lizas Welt im Allgemeinen und hier, hier und hier im Besonderen.
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Außerdem sei noch einmal auf diesen Artikel hingewiesen. Man sollte sich beim lesen bitte an die Israelis erinnern, die in den letzten Jahren für Aufsehen sorgten, weil sie aus Gewissensgründen die Einsätze in den besetzten Gebieten verweigerten. Das ging immer mit viel Getöse durch die Medien. Nun ja, auch der Verfasser dieses Artikels ringt mit seinem Gewissen, meldete sich dann aber doch Freiwillig für den Libanoneinsatz und das, obwohl er sich vor Jahren schwor, nie mehr eine Uniform anzuziehen. Diese Geschichte sorgte in den Medien aber nicht für ganz soviel Aufsehen. Vielleicht, weil man es hier nicht mag, wenn Israelis sich wehren?

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PS: Ich gebe es ja zu! Auf die Überschrift für diesen Eintrag bin ich nicht selber gekommen, aber weil sie so treffend das leere gequatsche der Antifa entlarvt, musste ich diese Idee einfach klauen.

Donnerstag, Juli 27, 2006

Der kleine Unterschied

Der irre anonym, der meinen letzten Beitrag so treffend kommentierte, hat mich nicht nur zum Nachdenken sondern auch auf eine Idee gebracht. Aus gegebenen Anlass hier also noch einmal eine Darstellung der gravierenden Unterschiede zwischen den verschiedenen Konfliktparteien (man erbringe für den Libanon die Transferleistung A soldier of Hisbollah). Wie könnte man es treffender darstellen?

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Übrigens: SpiegelOnline versah ein Bild von zerstörten Hisbollah Gebäuden mit folgender Unterschrift.

Zerstörte Hisbollah-Hochburg in Beirut: Die israelische Luftwaffe soll laut einem Zeitungsbericht für jeden Hisbollah-Angriff auf Haifa zehn Häuser in der libanesischen Hauptstadt Beirut zerstören


Frage: Um welche Zeitung handelt es sich da denn genau? Um die National-Zeitung, die Hamas News oder doch den Allgemeinen Gotteskrieger?

Mittwoch, Juli 26, 2006

Gegen Terror und für das Demonstrationsrecht für Terrorunterstützer

Dieses nette Video wurde während einer Pro–Israel Demo aufgenommen. Und der Mob, der am Ende gegen das Selbstverteidigungsrecht Israels demonstriert, entspricht auch den Erwartungen: Dumm, primitiv und fanatisch.
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Na ja, wenn bald die Terroristen der Hisbollah endlich ausgeschalten sind und wieder der Alltag in den Nahen Osten zurückkehrt, (also wieder nur die arabische Staaten Araber umbringen) werden diese Demonstranten sich auch nicht mehr weiter für Kindermörder interessieren. Aber man wird nicht lange auf sie verzichten müssen, die nächste Karikatur kommt bestimmt.
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PS: Ach wie schön wäre es, wenn es solche Reaktionen auf Anti-Israel Demos wie sie am Ende dieses Films zu sehen sind, auch in Deutschland geben würde! Das wäre mehr Wert als alle Reden zum 9.November oder 27.Januar zusammen.

Solidarität mit Maxim Biller


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Dem Schriftsteller Maxim Biller steht ein Gerichtsprozess bevor, der ihn bei einem Schuldspruch nicht nur 100.000 Euro kosten könnte, sondern auch der deutschen Literatur die Existenzgrundlage entziehen würde. Mehr dazu unter anderem hier, hier und hier.

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Darum an dieser Stelle mein Vorschlag:

Kauft so viele Bücher von Maxim Biller, wie es euer Geldbeutel zulässt - auf das er dem Richter im Ernstfall die Summe lächelnd auf den Tisch hauen kann, zusammen mit dem Versprechen, als nächstes über die sexuellen Abenteuer eines nur minimal anonymisierten Juristen zu schreiben, der nur richtig in Fahrt kommt, wenn ihm die Staatsanwältin dabei ins Ohr flüstert: „Vertreten sie in diesem Fall den Staat oder betrügen sie einfach nur ihre Frau?“

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Hier eine Leseprobe aus Moralische Geschichten.

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Der Kuß

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Kohn hatte noch nie eine Frau geküsst. Als er und Shoshi sich das erste Mal küssten, sah er Funken, Blitze und Davidsterne. Shoshi dagegen sah einfach nur Kohn, nackt und auf einem Tigerfell.

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Wer noch weitere und längere Texte lesen will -> bitte schön!

Montag, Juli 24, 2006

Was Israel von Zidane lernen kann

Als der Kapitän der französischen Mannschaft kurz vor Ende des WM – Finales einen Gegenspieler mithilfe eines Kopfstosses zu Boden streckte, hielten das viele für die richtige Reaktion auf eine vorausgegangene Beleidigung.

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Als nun die Hisbollah israelische Soldaten entführte und über den Norden des Landes Raketen nieder regnen ließ, wurde schlichtweg jede Reaktion darauf als überzogen verurteilt.

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Nun stellt sich natürlich die Frage, warum Zidane durch sein Handeln schon beinahe in die Gefahr gerät, mit Preisen für Zivilcourage ausgezeichnet zu werden, während gleichzeitig die Antiterroreinsätze der IDF als unverhältnismäßig angesehen werden?

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Es kann sein, dass die Antwort auf diese Frage aufs engste mit einem Wort zusammenhängt: Ehrgefühl!

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Vielleicht sollte darum in Jerusalem Mal ein Regierungssprecher folgendes in die Mikrophone von CNN, Al Jazzera und RTL sprechen: „Verehrte Pressemeute, es geht doch gar nicht darum, dass die Hisbollah Soldaten von uns tötete und andere verschleppte und es geht auch nicht darum, dass man im Norden des Landes nicht mehr seines Lebens sicher ist, nein, es geht einzig darum, dass uns der Geheimdienst sichere Beweise dafür lieferte, dass Nasrallah uns als Söhne von Terroristen Huren bezeichnete. Das können wir nicht akzeptieren.“

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Wenn es Israel darüber hinaus auch noch gelingen sollte, dass es sich bei diesem Pressesprecher zufällig um Zidane handelt, könnte das die Wende im Imagekrieg bringen. Auf einen Versuch sollt man es ankommen lassen!

Sonntag, Juli 23, 2006

Presseclub nachgefragt


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Heute morgen guckte ich mir den Presseclub auf Phoenix an. Der offizielle Teil, indem irgendwelche Journalisten nochmals das sagen dürfen, was sie tagtäglich schreiben, verlief noch relativ unspektakulär. Richtig spannend wurde es erst, als des Volkes Stimme sich per Telefon zum Konflikt äußern durfte.

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Zwar ging es noch recht moderat los, als eine Anruferin die berechtigte Frage stellt, warum die Hisbollah eigentlich nie entwaffnet wurde, doch schon direkt danach merkte eine drohend tiefe Männerstimme an, dass „während des ganzen Gesprächs kein einziges Mal das Wort Öl gefallen sei“ und er äußerte die wohl in unzähligen Attac Diskussionsrunden geschulte Meinung, dass es um nahöstliche Ölreserven ginge. Wirtschaftliche Interessen also!

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Der Kapitalismuskritiker gab den Telefonhörer dann weiter an eine Frau, die einfach solange irgendwelche von Israel nicht eingehaltenen Resolutionen vorlas, bis es der Presseclub Moderatorin zu blöd wurde und sie die Leitung kappte. Danach meldete sich erneut eine Frau (es ist nicht auszuschließen, dass es sich dabei wieder um die Lesekönigin handelte), die Mal ganz sachlich feststellte, dass doch die Wirtschaft in den USA von den Juden dominiert wird. Freundlicherweise überließen es die anderen Gäste des Presseclubs dem israelischen Journalisten, diese Behauptung als antisemitisches Vorurteil zu benennen.

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Ebenfalls von der Idee eines Krieges aus wirtschaftlichen Interessen begeistert, erklärte die nächste Anruferin, dass „sie schon oft durch den Libanon gereist sei und gesehen habe, wie sich das Land erholt hätte und für internationale Geldgeber wieder interessant wurde.“ Israel wolle nun offensichtlich einen aufstrebenden Konkurrenten ausschalten.

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Als letztes gab dann noch ein Mahner zu bedenken, dass Soldaten sich der Risiken bewusst sein müssten, die mit diesem Job verbunden seien. Außerdem gäbe es Wege, sich vor dem Dienst an der Waffe zu drücken, „In Deutschland zumindest geht das, ich weiß nicht, ob das in Israel auch geht.“

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Nein, dass geht in Israel nicht und darum halten wir abschließend fest:

Schuld am Hisbollah-Angriff auf Israel sind die Israelis, denn sie hätten versuchen sollen, sich vor dem Militärdienst zu drücken, was aber nicht geht, weil Israel im Gegensatz zu Deutschland kein antifaschistisches Land ist und die Israelis im Gegensatz zu den Deutschen keine Pazifisten, weswegen sie jetzt kriegslüstern die libanesischen Ressourcen im Auftrag der amerikanischen Juden erobern, damit diese ihre Vormacht weiter festigen können.

Mögen sich die Philosophen doch weiter darüber Streiten, ob es das absolut Böse gibt, das absolut Dumme jedenfalls existiert und es trieb sich gerade u.a. in London herum.

Samstag, Juli 22, 2006

Ein Lesehinweis!!!


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Weil schon innerhalb kürzester Zeit die deutsche Nahostberichterstattung und ihre "Ausgewogenheit" nervt (aber es gibt Ausnahmen), bleibt zumindest die tröstliche Gewissheit, dass nicht überall aus Opfern Täter werden, aus Angegriffenen Aggressoren und aus der Terrororganisation Hisbollah so etwas wie ein Verhandlungspartner.

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Erfreulichster Beweis dafür: Das amerikanische Repräsentantenhaus erklärte in dieser Woche mit 410 zu 8 Stimmen seine uneingeschränkte Solidarität mit Israel.

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Undenkbar, dass auch der Bundestag Mal ein solch klares Zeichen gegen eine Terrororganisation wie die Hisbollah aussenden würde. Noch ehe es tatsächlich zu einem solchen Votum für die Menschenrechte und die Freiheit kommen könnte, würde sich Frau Roth in Begleitung eines Sprengstoffgürtels im Plenarsaal blicken lassen und damit die eindeutige Botschaft vermitteln: Solidarisierung mit den Opfern islamischen Wahns nur über unser aller Leichen!

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Einen sehr guten Artikel zum derzeitigen Konflikt verfasste Matthias Küntzel. Ich habe hier drei Auszüge daraus veröffentlicht, der ganzen Artikel findet sich hier und mittlerweile auch dort.. Unbedingt lesenswert!

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Der deutsche Pazifismus ist verlogen - Eine Anmerkung zum iranisch - israelischen Krieg

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Bravo Israel! – auch für Art und Weise, mit der die Regierung Olmert bislang ihre militärische Offensive in eine politisch transparente Strategie einzubinden verstand. Jeder Schritt ist nachvollziehbar: Zum einen erkennt Israel den Libanon als souveränen Staat an, der deshalb für den Überfall der Hizbollah vom 12. Juni 2006 die Verantwortung trägt. In der Tat gehören der libanesischen Regierung ein Mitglied und zwei Sympathisanten der Hizbollah an, darunter der libanesische Außenminister Fawzi Salloukh, der anlässlich der Konferenz der Arabischen Liga am 15. Juli 2006 unzweideutig das Anliegen der Hizbollah im Namen seines Landes vertrat (1). Zum anderen ist Israels Kriegsziel klar definiert: „Wir praktizieren [...] originäre Selbstverteidigung“, erklärte Regierungschef Ehud Olmert am 17. Juli 2006 vor der Knesset. „Wir kämpfen um das Recht auf ein normales Leben.“ (2)
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[…]

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Die Infrastruktur des Libanon wird zerstört, sofern sie für die Aufrüstung und Kriegsführung der Hizbollah relevant ist. Mit Flugblättern und Radiosendungen wird die libanesische Zivilbevölkerung vor Einsätzen in Wohngebieten (die die Hizbollah gezielt als militärische Stützpunkte nutzt) gewarnt. Während die Hizbollah mit Streubomben auf israelische Bevölkerungszentren zielt, um möglichst viele Unschuldige zu töten, sucht Israel die Zahl der zivilen libanesischen Opfer so gering wie möglich zu halten, auch wenn dies die Einsätze erheblich erschwert.

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[…]

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Der pazifistische Impuls, den der jüngste israelische Abwehrkrieg in Deutschland und Europa mobilisierte, ist unüberlegt oder verlogen, in jedem Fall aber kontraproduktiv, provoziert er doch in seiner Konsequenz lediglich die noch schlimmere Schlacht. Die Schlussfolgerung aus Hitlers Vernichtungskrieg – „Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!“ – wurde einst gezogen, damit ein antisemitischer Krieg nie wieder möglich wird. Was heute davon übrig geblieben ist – „Nie wieder Krieg gegen Faschismus!“ –, stellt die historische Erfahrung auf den Kopf.
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Israel darf im Krieg gegen die Hizbollah nicht zum Einlenken gezwungen werden, sondern muss ihn gewinnen. So wie die Hizbollah ihren Krieg stellvertretend für den Iran führt, so bekämpft Israel den genozidalen Islamismus stellvertretend für die westliche Welt. Dass diese westliche Welt Israel nicht in den Rücken fällt, sondern dessen Stellvertreter-Kampf offensiv verteidigt und materiell sowie moralisch unterstützt, ist die Mindestforderung, die man von den aufgeklärten Stimmen Europas erwarten darf.

Donnerstag, Juli 20, 2006

Nahostexperten, die UNO und andere Ärgernisse




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Es gibt eigentlich nur eine Möglichkeit, wie mir der Antiterroreinsatz der IDF die Laune versauen kann und die sieht so aus, dass ich während der Fernsehnachrichten vergessen, den Ton abzuschalten.

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Wenn das doch einmal passiert, stürzt all diese Nahostberichterstattungs Heuchelei über einem zusammen und man kann nur dankbar sein, dass es den Israelis herzlich egal ist, ob irgendwelche mitteleuropäischen Nahostexperten sich verbal darum bemühen, bald arbeitslos zu werden. Vielleicht sollte man all die Bettina Marx in Deutschland dezent darauf hinweisen, dass es für ihre klugen Ansprachen keine Verwendung mehr gibt, wenn „die herrschende Klasse in Tel Aviv“ zu existieren aufhören sollte.

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Die Berichterstattung ist größtenteils eine Zumutung und fügt sich harmonisch in das verzerrte Bild, das über Israel verbreitet wird. Es gibt eine schier endlos lange Liste an Beispielen, die klar macht, dass Israel eben nicht wie jedes andere Land behandelt wird. Dabei ist es unerheblich (so wie es eben guter Brauch des Antisemitismus ist), wie sich Israel tatsächlich verhält, denn es selber kann keinen Einfluss auf die Meinung der Täter nehmen. Ob Israel nun tatsächlich den Wunschtraum vieler wahr werden lässt und mit der ganzen Macht seines Militärs in Beirut oder Gaza oder Ramallah oder auf den Falklandinseln ein Blutbad unfassbaren Ausmaßes anrichtet, ist eigentlich völlig unerheblich. Israel wird sowieso für Blutbäder unfassbaren Ausmaßes an Unschuldigen verantwortlich gemacht und ob diese nun wirklich realisiert wurden oder sich nur in den Köpfen irgendwelcher Psychopathen (die bedauerlicherweise viel zu oft auch Nahostexperten sind) abspielten ist egal, denn Israel ist auf jeden Fall der Massenmörder der Herzen.

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Berichte aus dem Krisengebiet Nahost erinnern in gewisser Weise an Katastrophenübungen der Feuerwehr. Es wird unter Aufsicht (aber mit höchster Motivation) ein Haus gelöscht und dafür trumpft der ganze Verein auf. Der Löschwagen kommt frisch geputzt zum Einsatz, die Funkgeräte werden endlich einmal eingesetzt und die neue Arbeitskleidung wird vorgeführt. Der Lokalberichterstatter notiert erfreut, wie rasch es gelang, die Flammen zu bändigen und auf der anschließenden Pressekonferenz berichtet der Chef der Feuerwehr, dass man für alle Eventualitäten vorbereitet sei. Doch wenn in genau dem Moment in einem nahen Hochhaus tatsächlich ein Brand entsteht, wird dieser von der Feuerwehr doch lieber ignoriert, da ihr die Risiken eines Einsatzes unter realen Bedingungen zu riskant erscheinen. Stattdessen präpariert der Pyrotechniker nochmals das Übungsobjekt und während der Wind die Funken vom Hochhaus herüber trägt, spritzt die Feuerwehr ungerührt weiter auf das Modell ein. Im übertragenen Sinne handelt es sich bei diesem brennenden Hochhaus zum Beispiel um Tschetschenien, den Sudan oder Nigeria.

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Diese merkwürdige Ungleichbehandlung Israels gegenüber Staaten, deren Führer das Wort Menschenrecht zumeist nicht einmal schreiben können, ist eigentlich unfassbar. Exemplarisch sei hierfür die nicht unbedeutende Institution UNO erwähnt.

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Gegenüber Israel pocht man auf die Einhaltung jedes noch so zweifelhaften (Völker-)Rechts und dies sogar, wenn es fraglich ist, ob es eine Rechtsverletzung überhaupt gab. Gerade dadurch aber, dass die Völkerrechtsexperten das Einhalten dieses Rechts, das ja sowieso nur ein theoretische ist, immer nur von Israel einfordern, disqualifizieren sie es endgültig. Es scheint beinahe so, als handle es sich beim Völkerrecht in erster Linie um ein Werkzeug für Israelhasser, mit dem sie ihren Kampf gegen den jüdischen Staat führen können, ohne dadurch in den Verdacht des Antisemitismus zu geraten. Schließlich geht es ihnen ja nicht um Judenmord sondern um das Völkerrecht. Es wäre demnach angebracht, die Idee des Völkerrechts in denselben Mülleimer der Geschichte zu schmeißen, indem auch all der andere antisemitische Dreck wie Mein Kampf, die Protokolle der Weißen von Zion und die gesammelten Schriften von Henry Ford liegen sollten. Allerdings mit der Option, es irgendwann wieder hervorzuholen, aber erst wenn es nicht mehr als bloßes Propagandainstrument missbraucht wird, sondern tatsächlich funktionieren könnte.

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Man sollte sich in den deutschen Medien einmal eine Vorstellung davon machen, mit was für einem Feind es Israel zu tun hat. Die Hisbollah bezieht ihr Existenzrecht einzig aus dem Willen zur Vernichtung von Juden. Sie ist also eine von Grund auf böse Organisation, mit der es auch keine Kompromisse geben kann. Die Hisbollah kann schlicht keine Koexistenz mit Israel erreichen, weil eine solche die Hisbollah überflüssig machen würde. Warum man in unseren Medien diese Tatsache so konsequent totschweigt ist aus dem Grund sonderbar, weil doch gerade den Deutschen eine Ideologie, die auf Judenmord aufbaut, nicht fremd sein sollte. Vielleicht rühren aber auch von daher die stillschweigenden Symphatien für die Islamisten. Israel müsste in diesem Kampf auf jede Art und Weise unterstützt werden, doch das ist nicht der Fall. Im Gegenteil, man schwafelt in der Presse lieber von den schrecklichen Folgen der Überreaktion für die Zivilbevölkerung.

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Auch der Verweiß auf die unschuldigen Opfer, so tragisch ein jedes von ihnen auch ist, ist in diesem Zusammenhang an Zynismus nicht zu überbieten. Dasselbe gilt auch für die Flüchtlingskatastrophe. Was die Opfer angeht, so wird für diese der israelische Antiterroreinsatz verantwortlich gemacht und das ist aus deutscher Sicht auch verständlich, hofft man doch über den Umweg Beirut endlich auch die Opfer der Alliierten Luftangriffe als Opfer der Engländer und Amerikaner beweinen zu dürfen. Doch, so wie die Deutschen für jeden Toten in Dresden die Schuld tragen, muss die Hisbollah für die unschuldigen Opfer im Libanon die Verantwortung übernehmen (ich habe bisher nur einen Artikel in den deutschen Zeitungen gefunden, der das auch so klarstellt.)

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Und auch wenn das Aufrechnen von Opferzahlen immer makaber wirkt, kann dies manchmal helfen, die Relationen nicht aus den Augen zu verlieren, darum mal zwei andere Konflikte, bei denen es etwas andere Opferzahlen gibt: hier und hier

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Ähnliches gilt für das Flüchtlingsdrama das sich momentan im Libanon abspielt. Da werden einige Tausend Menschen, oftmals Touristen, von den reichsten Staaten der Welt mit viel öffentlicher Anteilnahme nachhause geholt und man könnte das Gefühl haben, sie seien gerade aus einem Foltergefängnis geflohen. Tut mir Leid, aber ich mache mir da wirklich mehr Sorgen um die Menschen, die im Norden Israels seit Tagen in Bunkern hausen müssen. Auch hier sollte ein Vergleich mit einer echten Flüchtlingskatastrophe die erhitzten Gemüter etwas beruhigen.

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Neben den lächerlichen Nahostexperten, die sich wohl vor allen aus Faszination für wilde arabische Freiheitskämpfer für diesen Job entschieden, gibt es aber eine zweite Berufsgruppe, deren Auftreten in Sachen Zynismus und Realitätsverzerrung sogar eine Marx in den Schatten stellen: EU und UNO Politiker.

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Gerade fallen diese mit genau der gnadenlosen Willkür in Beirut ein, die man nur zu gerne den israelischen Bombern nachweißen möchte und wollen sich als Friedensengel profilieren.

Ausgerechnet die UNO? Wenn es eine Organisation gibt, die eine erhebliche Mitschuld (oder die Schuld?!?) am Ausbruch der Kampfhandlungen hat, dann ist es die UNO. Wenn sie auch nur einen Bruchteil der Energie, mit der sie regelmäßig Israels Existenzrecht in Frage stellt, darauf verwendet hätte, die Resolutionen durchzusetzen, die an den israelischen Abzug aus dem Libanon geknüpft waren, gäbe es heute keine Bomben auf Hisbollah Stellungen. Warum: Weil es keine Hisbollah Stellung gäbe!

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Nach der Entwaffnung dieser Terrororganisation sollte die Grenzsicherung von der libanesischen Armee übernommen werden. Die UNO hätte diesen Vorgang durchsetzen müssen, das tat sie aber nicht, stattdessen kooperierte die UNO Truppe im Libanon mit der Hisbollah im Kampf gegen Israel. Von daher sollte man bei all den klugen Worten der UNO Vertreter eines nicht vergessen: sie sind gemeinsam mit der Hisbollah für diesen Konflikt verantwortlich.

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Mittwoch, Juli 19, 2006

So von wegen, der Konflikt stärkt vor allen die Hisbollah und so

Mitteilung der libanesisch-christlichen Gruppe „Lebanese Foundation for Peace“

Auszug aus einer Pressemitteilung der internationalen libanesisch-christlichen Gruppe „Lebanese Foundation for Peace“ (http://service.gmx.net/de/cgi/derefer?DEST=http%3A%2F%2Fwww.free-lebanon.com) an Ministerpräsident Ehud Olmert über die israelischen Luftangriffe auf die Hisbollah, 16. Juli 2006:

„Wir bitten Sie dringend, sie [die Hisbollah] hart zu treffen und ihre Terrorinfrastruktur zu zerstören. Es ist nicht [nur] Israel, das die Nase voll hat von dieser Situation, sondern es ist die Mehrheit der stillen Libanesen im Libanon, denen es mit der Hisbollah reicht und die aus Furcht vor terroristischer Vergeltung nicht die Kraft finden, etwas zu tun.“

„Im Namen von Tausenden Libanesen fordern wir Sie auf, Tausenden Freiwilligen in der Diaspora die Tore von Tel Avivs Ben-Gurion-Flughafen zu öffnen, die bereit sind, Waffen zu tragen und ihr Heimatland vom Fundamentalismus zu befreien.

Wir bitten Sie um Unterstützung, Erleichterung und logistischer Hilfe, um den Kampf zu gewinnen und gemeinsam dasselbe Ziel zu erreichen: Frieden und Sicherheit für Libanon und Israel und für unsere kommenden Generationen in der Zukunft.“

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(aus dem Newsletter der israelischen Botschaft)

Jeder bekommt die Preise die er verdient

Man kann von jemandem, der Arafat als „die palästinensische Friedensbewegung“ bezeichnetet, nicht unbedingt vernünftiges erwarten und das tat ich auch nicht, als ich gerade Uri Avnerys Artikel in der taz las. Über den Inhalt sollte man aus Rücksicht auf das hohe Alter des Schreibers und aufgrund der Tatsache, dass er nur für Antisemiten, Terrorversteher und Spinner eine repräsentative Stimme darstellt, schweigen, doch frage ich mich schon, über was für ein merkwürdiges Humorverständnis man verfügen muss, wenn man sich stolz mit folgendem Titel schmückt: Träger des Palästinensischen Preises für Menschenrechte

Dienstag, Juli 18, 2006

Zwei verschiedene Demonstrationen – zwei verschiedene Visionen

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In New York fand heute eine Israel Solidaritätsdemonstration statt und auf der wurden Schilder wie "Nein zum Terror!" präsentiert, in Berlin fand dagegen eine Pro–Terror Demonstration von Palästinensern statt, die konsequenterweise "Tod den Zionisten" und "Tod Israel" skandierten.

Sonntag, Juli 16, 2006

Die Terrorpaten bekommen Angst



Während Israel sich für den Moment noch darauf konzentriert, den Job zu erledigen, den der Libanon schon vor sechs Jahren hätte erledigen sollen, nämlich die Terrororganisation Hisbollah zu zerschlagen, wächst in Syrien die Besorgnis, dass dieses Mal eventuell auch die Hintermänner des Terrors zur Verantwortung gezogen werden. Im Klartext: Damaskus fürchtet israelische Angriffe.

Es ist mehr als nur ein offenes Geheimnis, dass Syrien den Terror gegen Israel seit langem sowohl logistisch als auch finanziell Unterstützt. Die Raketen, die gestern in Haifa einschlugen, stammten aus syrischen Waffenfabriken. In Damaskus finden sich Büros verschiedenster Organisationen von der Hamas bis zur, welch Überraschung, Hisbollah.

Nachdem Israel sich Jahrelang die Scharmützel an der Nordgrenze gefallen ließ und sich weder die Libanesen noch die UNO dafür einsetzten, dass endlich die Resolutionen durchgesetzt werden, die an den israelischen Abzug geknüpft waren, erzwang die Hisbollah nun durch den Überfall auf Israel eine Reaktion des zionistischen Gebildes.



Bleibt zu hoffen, dass die nun eingeleiteten Schritte tatsächlich zum Ende dieser permanenten Bedrohung der israelischen Bevölkerung führen, sowie die libanesische Regierung endlich die Grenzsicherung übernimmt.

Die Zustimmung in der israelischen Bevölkerung für die Aktionen der Armee ist außerordentlich hoch und lässt die Resignation darüber erahnen, es hier offensichtlich mit Gegnern zu tun zu haben, die zwar waffentechnisch mit der Zeit gehen, moralisch aber irgendwo im Mittelalter stehen geblieben sind.

Die Feinde Israels nehmen keine Rücksicht auf Menschenleben, weder auf die des Feindes, dessen Zivilbevölkerung sie gezielt attackieren, noch auf die der eigenen Anhänger, weswegen die Hisbollah ihre Waffenlager und Einrichtrungen absichtlich in dicht besiedelten Gebieten platziert. Das Kalkül dahinter ist ebenso klar wie zynisch, die Hisbollah weiß, dass Israel Zivile Opfer unter allen umständen vermeiden will. Die Terroristen versuchen diesen Respekt für das menschliche Leben auszunutzen und halten die Skrupel der Israelis für eine Schwäche. Nichts verdeutlicht besser, mit was für Menschenhassern wir es hier zu tun haben.

Selbst aus der israelischen Linken gibt es nur höchst verhaltenen Protest gegen die Operationen der Armee. Von der Regierung wird gefordert, dass die Truppen doch endlich die Befugnis bekommen sollten, die Terrorinfrastruktur nachhaltig zu zerstören.
Denn, obwohl es in den deutschen Medien behauptet wird, eine Invasion ins Nachbarland fand noch nicht statt.

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Es sind wohl diese Forderungen der Bevölkerung, den Terror konsequent zu bekämpfen, die die syrischen Machthaber in Sorge versetzt. Vielleicht dachten sie bisher, dass ihre Feigheit, nicht mehr selber gegen Israel in den Krieg zu ziehen, sondern diesen stattdessen von Stellvertreter führen zu lassen, sie vor Reaktionen aus Israel bewahrt. Offensichtlich mehren sich aber die Zeichen dafür, dass sie sich geirrt haben und nun ebenfalls für ihre Terrorunterstützung zur Rechenschaft gezogen werden.


Sollte es tatsächlich soweit kommen, hat die deutsche Presse für den Ernstfall schon vorgesorgt. Nachdem die aufgezwungene Reaktion auf den Angriff aus dem Libanon von Beginn an als Aggression bewertet wurde (z.B. hier, hier, hier, hier und hier) und dabei solche Meinungen keinen Platz fanden, wird nun Syrien als nächstes Opfer israelischen Größenwahns präpariert.

Erwartungsgemäß gelang es auch in diesem Fall dem Spiegel, sich bei der wir-machen-den-Täter-zum-Opfer Verwandlung ganz vorne einzureihen. Er weiß von einem Land zu berichten, dem jede Kriegslust fremd ist, aber indem die Symphatien für die Hisbollah trotzdem so groß sind, dass ein alt gedienter Militär klarstellt: "Ich würde mich unter den Befehl des Hisbollah-Führers Nasrallah stellen."

Wie so oft schafften die Hamburger auch dieses Mal den Spagat zwischen der eigenen Sicht der Dinge und der Wirklichkeit. Weil nicht der Eindruck entstehen soll, dass Assad gar ein Freund der Hisbollah sei (ungeachtet der schon erwähnten engen Zusammenarbeit mit eben diesen Terroristen), druckt man zwar ab, was er sagte, interpretier seine Aussagen aber sogleich im eigenen Sinne um. Das liest sich dann so:

Assads Beteuerung, das syrische Volk stehe mit "absoluter Unterstützung" hinter der Hisbollah, war einerseits ein Zugeständnis an die hochgeschaukelten Emotionen in der Bevölkerung - und gleichzeitig die Beschreibung einer für die Regierung höchst unangenehmen Tatsache.


Die nächsten Tage werden es zeigen, ob Assad einen Preis für den von ihm finanzierten Stellvertreterkrieg zahlen muss oder nicht. Es wird wohl davon abhängen, ob Israel sich unter dem Druck der internationalen Gemeinschaft für ein vorzeitiges Ende seines Antiterroreinsatzes entscheidet, oder diesen konsequent durchführt. Sollte letzteres der Fall sein, werden auch die Terror-Paten aus Damaskus ihre Strafe erhalten... und über den Iran haben wir ja noch gar nicht gesprochen.

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PS: Mal so am Rande erwähnt, was soll man eigentlich davon halten, dass ausgerechnet die hier bei der Vorstellung der Hamas und der Hisbollah Klartext redet und sich den Stuss von wegen moderater Lager und gemäßigter Flügel ganz einfach schenkt? Spricht das jetzt für sie oder gegen alle anderen?

Der kleiner Unterschied zwischen dem biblischen und dem palästinensischen David



Der jüdische David streckte den übermächtigen Goliath mit einem Stein nieder, der palästinensische "David" hingegen trägt einen Sprengstoffgürtel und versucht Goliaths Familie zu ermorden.

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Nur mal so am Rande erwähnt, weil im Moment ja wieder soviel mit diesem Bild gearbeitet wird, um die Ungeheurlichkeit der israelischen Selbstverteidigung in Worte zu fassen.

Samstag, Juli 15, 2006

Sinneswandel beim SPIEGEL!?!

Scheinbar fürchten die Hamburger um einen ihrer besten antimamerikanischen Vorwürfe: „Der Weltcowboy macht was er will!“, anders ist nicht zu verstehen, wieso er sich so sehr einen Alleingang der USA im Nahostkonflikt wünschen.

Alleine in diesem Artikel bettelte er nicht weniger als vier Mal darum. (Schlecht wär’s ja nicht, immerhin sind die USA die einzigen, die das Selbstverständliche auch als solches ansehen, nämlich, dass sich ein angegriffener Staat gegen seine Feinde zu Wehr setzt.)
Hier die erwähnten Stellen:


Die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten ruft nach US-amerikanischer Führungskraft.

Mit der gefährlichen Eskalation in Nahost allerdings bräuchte es amerikanische Führungskraft, nur bisher hat US-Präsident George W. Bush davon nicht viel gezeigt.

Das ist eine einmalige Chance als ehrlicher Makler aufzutreten

Die Weltmacht, sie sucht noch nach dem richtigen Umgang mit der Krise.


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Zum Abschluss noch ein Original SPIEGEL:

Aber wo steht Bush? "Israel hat das Recht sich selbst zu verteidigen", hieß seine erste Stellungnahme, "jede Nation hat das Recht sich gegen terroristische Attacken zu verteidigen." So einseitig schien das offenbar selbst seiner Außenministerin Condoleezza Rice, dass sie schnell ein Statement hinterherschickte, das zur "Zurückhaltung" mahnte.

In mir als SPIEGEL-Leser denkt es dann gleich:

„Wenn es nicht einmal die Condolleezza glaubt, dass der Fall so klar liegt, obwohl sie ja eine treuer Freundin vom Bush ist, müssen die Verbrechen der Israelis wirklich gewaltig sein.“