Dienstag, Juli 11, 2006

Der neue deutsche Patriotismus


Im Verlauf der Fußball WM wurde ja immer hysterischer die Widerauferstehung Deutschlands gefeiert. Man könne endlich wieder Stolz sein auf sein Land, endlich wieder zu seiner Fahne stehen und die Hymne singen.

Einiges ist mir in diesem Zusammenhang aufgefallen. Vor allen der Opferstatus, der aus jeder dieser „Endlich…“ - Feststellungen herauszuhören ist. Denn niemand hat es den Deutschen bis vor diesem Turnier verboten sich in ihre offensichtlich so heiß geliebte Fahne zu hüllen (die für nichts steht - im Gegensatz etwa zur französischen).
Die Leute sind nun glücklich, fröhlich und ausgelassen. Sie sind mit sich und ihrem Land versöhnt und haben einfach nur Spaß an schwarz – rot - geil. So steht es zumindest in allen Medien, vom Spiegel bis zur Bild. Alles prima also?

Nein, denn das sich dieser weltoffenen Patriotismus doch nicht so unbefangen präsentiert, wird schon beim kurzen Blick auf die Argumentationsstrukturen deutlich, mit denen er Verteidigt wird. Diese zielen meistens darauf ab, dass die Nazis doch genau das nicht wollen, dass ihnen das Monopol auf nationale Symbole aus den Händen geschlagen wird.
Ist das alles? Sind das die Argumente dafür, dass sich jeder Deutsche jetzt eine Fahne ans Auto hängen sollte? Also wenn es in erster Linie den Nazis ein auswichen soll, ist dieser Patriotismus überhaupt nichts wert.

Die Nazis sollten doch generell so sehr außerhalb der Gesellschaft - oder wie es jetzt vielleicht wieder in Mode kommt: Volksgemeinschaft - stehen, dass man sie noch nicht einmal als Alibi für sein Handeln heranziehen sollte. Ein Argument, dass seine Kraft aus der Abgrenzung von Nazis zieht, ist ebenso aussagelos wie eine Distanzierung von Pädophilie. Niemand widerspricht dir, weil es niemanden zu Verteidigen gibt.
Genauso gut könnte man den Kauf von Miniröcken als eine mutige Geste gegen religiösen Wahn interpretieren (Wobei in diesem Fall natürlich Günter Grass intervenieren würde, weil dies für einen Islamisten eine Demütigung sei und darum unterlassen werden muss.)

Ein durchschlagendes Argument für einen neuen Patriotismus, der sich ja von einem bisherigen Zustand unterscheiden muss, ist dies also nicht. Auch andere Argumente wie Freundlichkeit, Offenheit oder Toleranz können eine solche Begeisterung nicht erklären, denn das sind Werte die sich ganz einfach von selbst verstehen.

Es gibt bisher nur weniges, was sich irgendwie über diese Identifikation mit einem weltoffenen Patriotismus feststellen lässt und das sind durchweg negative Beobachtungen.
So ist das Problem mit diesen allgegenwärtigen Fahnen ja wirklich nicht ein drohender Absturz in den Faschismus (weswegen eben der Verweiß auf die Nazis überflüssig ist), sondern die Tendenz, dieses neue Deutschlandgefühl zum Anlass zu nehmen, dem eigenen Land gegenüber unkritisch zu werden. Denn Stolz sein kann man auf etwas nur, wenn es auch einen Grund gibt darauf Stolz zu sein. So einfach ist das.

Das mag im Moment ein gutes Abschneiden der Fußballmannschaft sein, doch wird dieses Gefühl nicht lange anhalten und schon bald müssen andere Erfolgserlebnisse her, wenn dieser Patriotismus überleben soll. Wer sich die Wortführer dieses neue Deutschlands anhört (z.b. Matthias Matussek), merkt auch rasch, wo diese Erfolgserlebnisse zu holen sind: In der Glorifizierung Deutschlands durch die Abwertung anderer, vor allen der USA.

Weil diese Glorifizierung mit der Ausblendung unbequemer Wahrheiten einhergeht, ist das sehr wohl eine gefährliche Entwicklung. Denn, wer darauf Verweißt, dass Deutschland stolz auf sein Nein zum Irakkrieg sein könne und darum eine Friedensmacht sei, aber dabei nicht erwähnt, dass Deutschland im internationalen Waffenhandel führend ist, der ist nicht nur ein Lügner sondern schon beinahe ein Demagoge.

Auf diese Weiße kann sehr wohl ein chauvinistischer Nationalismus erzeugt werden, der dann nichts mehr von dem angeblichen weltoffenen Pazifismus in sich trägt, den viele in der jetzigen Situationen zu erkenne glauben.

Dies ist die eine Veränderung die durch diese Debatte bewirkt werden soll, Antiamerikanismus als Fundament eines weltoffenen Deutschlands also, die andere betrifft das Verhältnis der Deutschen zu ihrer Vergangenheit.

Die Aussagen der neuen Deutschen ähneln sich in der Begründung meistens stark.
Sie beginnen alle gleich und zwar indem eine Feststellung vornweg gestellt wird, die in verschiedensten Variationen immer das gleiche aussagt:
Es tut gut, jetzt endlich wieder…,
Endlich können wir so wie alle anderen Länder auch…,
Wir können wieder stolz sein auf unser Land…,
Es ist endlich wieder möglich zu sagen: Ich bin Stolz Deutscher zu sein.


Jede dieser Aussagen stellt einen jetzt – Zustand einem überwundenen war – Zustand entgegen, der den Deutschen scheinbar jede Vaterlandsliebe verbat. Nun drängt sich aber automatisch die Frage auf, wer diesem Volk solange den Spaß am Patriotismus nahm. Und die Deutschen wissen sehr gut, wer ihnen ihr Nationalgefühl unmöglich gemacht hat, doch nennt niemand den Schuldigen beim Namen. Vielleicht aus Angst, vielleicht aber auch, weil dies gar nicht notwendig ist. Dabei ist es doch ganz einfach: warum haben die Deutschen überhaupt dieses komplizierte Nationalgefühl? Wegen Hitler? - Nein. Wegen dem Überfall auf ganz Europa und zig Millionen Kriegstoter? – Nein, wen würde das heute noch interessieren? Die Antwort ist: es sind die Juden. Es sind die Juden und es ist Auschwitz. Nichts anderes steht einem unbeschwerten Patriotismus im Weg.

Von daher halte ich auch die Bemühungen des Zentralrates der Juden für bestenfalls tragisch – naiv, wenn er die Deutschen im Verlaufe dieser Patriotismusdebatte dazu aufruft, stolz auf ihr Land zu sein. Denn der Wunsch hinter diesen Aufforderungen ist doch der, irgendwie dazuzugehören und einen Teil zur Lösung des Problems beitragen zu können. Was im Zentralrat aber niemand sehen will, das ist die Tatsache, dass gerade er von den Deutschen nicht als Teil der Lösung, ja nicht einmal als Teil des Problems, sondern als Problem an sich gesehen wird. Von daher dürfte jeder Anbiederungsversuch an die Volksseele daran scheitern, dass die Volkseele diesen Einsatz nicht honorieren wird.* In diesem Zusammenhang ist nichts wahrer als Zwi Rex Feststellung:

Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen.

Diese Aussage berücksichtigt nämlich diese Opfer – Täter Verdrehung, die sich in Aussagen wie „Endlich können wir auch einmal Stolz auf unser Land sein“ ausdrückt.

Aus diesen Gründen halte ich diesen neuen Nationalstolz für etwas durchaus Besorgniserregendes. Denn positive neue Elemente können in diesem Patriotismus nicht erkannt werden. Dafür aber Chauvinismus und Relativismus.



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*
(Die Diskussionen, die ich im Verlauf der letzten Woche mit anhörte, sei es auf dem Campus oder in der Straßenbahn, haben mich in dieser Überzeugung nur noch mehr bestätigt. Sobald sich Deutsche “sicher“ und “unter sich“ fühlen, sprechen sie die Wahrheit auch offen aus. Der Nationalstolz ist für viele auch die Emanzipation von der eingebildeten Unterdrückung durch die Juden, die eben diesen seit Jahrzehnten nicht zulassen.)

9 Comments:

At 11 Juli, 2006 14:39, Blogger Haiko Hörnig said...

Gut zusammengefasst und sehr richtig! Warum steht so eine Betrachtung nicht im SPIEGEL oder anderen "kritischen" Magazine/Zeitungen? Diese Seite des "neuen" Patriotismus will keiner sehen, macht ja die ganze gute Laune kaputt.

 
At 11 Juli, 2006 17:13, Anonymous Boche said...

Tut mir leid, aber das, was du da schreibst, halte ich für hanebüchenen Unsinn.

Ich bin zwar selbst kein Flaggenträger, konnte zwar selbst diesen Patriotismus der letzten Wochen (der aber m.E. recht stark auf den Fußball zentriert blieb und wohl auch bleibt) nicht mitfühlen - aber deine logischen Sprünge zum Antiamerikanismus und dann gar dazu, den Schwarz-Rot-Gold-Patrioten zu unterstellen, sie würden die Juden dafür verantwortlich machen, dass sie "endlich ... können" sind m.E. Quatsch.

Antiamerikanismus ist ganz bestimmt eine verbreitete Einstellung in Deutschland und kann sicher auch Basis eines vergifteten Nationalstolzes sein.
Und auch Antisemitismus ist den Deutschen näher, als sie gemeinhin glauben.

Dies sollte man aber nicht zwanghaft in die fröhliche Fußballparty der letzten Wochen hineindeuten. Das ist m.E. fern dessen, was man objektiv beobachten und schlussfolgern konnte.

 
At 11 Juli, 2006 17:38, Blogger Fuchsbau said...

@boche: ich denke, dass du dann den text falsch verstanden hast.
Ich glaube nämlich, dass die allermeisten leute, die bei der wm mit deutschland fahnen rum gerannt sind, sich ganz einfach überhaupt keine tieferen gedanken darüber gemacht haben und sich höchstens über die merkwürdigen debatten in zeitungen und im fernsehen wunderten – wenn sie es überhaupt mitbekamen.

Aber die, die aus diesem ereignis nun einen neuen patriotimsus herausdeuten wollen, für die trifft sehr wohl zu, was in dem text steht. Denn, wie ich ja geschrieben habe, über was soll sich dieses neuen nationalgefühl denn definieren, über fußball??? Über was habe ich erklärt und das es gerade unter jüngeren leuten mehr und mehr die tendenz gibt, nicht einzusehen, weshalb man überhaupt ein besonderes gefühl der verantwortung der eigenen geschichte gegenüber haben sollte, wirst du wohl nicht bestreiten.

Du machst den fehler, dass du mir unterstellt, dass alle, die sich die wm angesehen haben, diese einstellungen vertreten würde. Aber das hast du hineininterpretiert, wäre das meine meinung, dann hätte ich das auch so geschrieben. (würden diese leute aber, von denen du sagst, dass ihre begeisterung stark an der wm zentriert blieb – was ich ja auch glaube! – nun aber sagen: ja, dass ist ein neuer patriotismus, dann wäre ich da wieder sehr skeptisch und warum steht in meinem text.)

Außerdem stimmst du doch zu, dass sowohl antiamerikanimus als auch antisemitismus gefährlichee phänomene darstellen. Was ich dann nicht begreife, ist, warum du dann so absolut behauptest, dass dieser text unsinn ist???

 
At 11 Juli, 2006 18:09, Blogger Haiko Hörnig said...

Hallo boche, ich sehe in Fuchsbaus Beitrag gar keine zwangsweise hineindeutung von Antisemitismus oder Antiamerikanismus in den Partypatrtiotismus. Er bezieht seine Befürchtungen ja auch ganz klar nicht auf die letzten Wochen, sondern sieht die Gefahr einer unkritischen Bevölkerung, die sich u.a. durch Abgrenzung von z.B: den Amerikanern definiert als logische weiterentwicklung des neuen Nationalstolzes.
Und noch was zu der "Unterdrückung durch die Juden":
Wie interpretierst du denn dieses stetige Aufatmen, von wegen"Endlich darf man wieder...endlich muss man sich mit einer Flagge nicht mehr schämen"?
Welche imaginäre Unterdrücker des deutschen Nationalbewusstseins und -stolzes sind denn gemeint, wenn nicht die "mahnenden Juden"? Würde mich wirklich interessieren wie du das siehst.

 
At 12 Juli, 2006 15:38, Anonymous Boche said...

@Gideon

Ganz so klar ist deine Unterscheidung zwischen den begeisterten Fußball-Fans und denen, die deiner Meinung nach diesen Patriotismus ausnutzen wollen, nicht. So schreibst du ja:

"Die Leute sind nun glücklich, fröhlich und ausgelassen. Sie sind mit sich und ihrem Land versöhnt und haben einfach nur Spaß an schwarz – rot - geil. So steht es zumindest in allen Medien, vom Spiegel bis zur Bild. Alles prima also?"

So "prima" war es aber einfach unterm Strich.
Diejenigen, die die Party der letzten Wochen für Antiamerikanismus, Antisemitismus o.ä. hätten nutzen wollen - die haben doch überhaupt keine Rolle gespielt!

"Was ich dann nicht begreife, ist, warum du dann so absolut behauptest, dass dieser text unsinn ist???"

Ich halte ihn für unsinnig, weil er zwei Dinge vermischt, die so nicht zusammenpassen:
Auf der einen Seite die Millionen friedlich und tolerant ihre Nationalmannschaft feiernden Menschen.
Und auf der anderen Seite Tendenzen, die es anzuprangern gilt. Aber eben nicht dort, wo sie keine Rolle gespielt haben.

@Haiko

"Welche imaginäre Unterdrücker des deutschen Nationalbewusstseins und -stolzes sind denn gemeint, wenn nicht die "mahnenden Juden"?"

Es mag antisemitische Hintergründe für diesen Stoßseufzer gegeben haben.
Ich behaupte aber einfach mal, dass es mehrheitlich eher das Gefühl war, dass sich die Deutschen selbst nicht mehr im Weg stehen, wenn es um fröhlichen Patriotismus geht. Als überwunden geglaubte Kräfte vermute ich da weniger "die Juden" als vielmehr Leute wie Claudia Roth, die öffentlich erklärten, keine schwarz-rot-goldene Fahne aufhängen zu können und stattdessen lieber die alberne Pace-Regenbogen-Fahne herausholten.

 
At 12 Juli, 2006 16:54, Anonymous mitglied der franz-werfel-jugend said...

@boche: wenn du fuchsbau vorwirfst zu vermischen und dafür diese stelle heranziehst: "Die Leute sind nun glücklich, fröhlich und ausgelassen. Sie sind mit sich und ihrem Land versöhnt und haben einfach nur Spaß an schwarz – rot - geil. So steht es zumindest in allen Medien, vom Spiegel bis zur Bild. Alles prima also?" verwechselt du da wohl was.

ich habe das so verstanden, dass mit diesem absatz darauf hingewiesen werden soll, dass die in allen medien verbreitete ach so ausgelassene fröhlichkeit eben doch nicht nur ausgelassen war, sondern durch aussagen wie eben : "endlich darf man wieder..." erkennbar war, dass eben doch (für manche) mehr dahinter steht bzw. stehen kann, als ein fußballturnier zu gucken.

und von daher ist die aussage des textes richtig. fuchsbau hat doch niemanden vorgeworfen, das es falsch wäre, begeistert bei der wm mitgefiebert zu haben. um diese leute ging es ihm doch nicht und außer dir hat das auch niemand so verstanden.

eigentlich geht es ihm ja noch nicht einmal um diese ereigniss fußball-wm an sich, als um die tatsache, dass diese nur der aktuellste anlass für viele war, "endlich darf man mal wieder..." zu sagen.

und ich denken, dass es in diesem text um dieses phänomen geht. denn die frage ist berechtigt: woher kommt diese eingebildete unterdrückung und wer ist für diese verantworlich?

sich darüber gedanken zu machen ist sicher kein hanebüchener unsinn.

@haiko hoernig: deinem kommentar kann ich nur zustimmen!

 
At 12 Juli, 2006 21:26, Blogger Fuchsbau said...

@boche:Offensichtlich willst du nicht den Unterschied sehen, den ich zwischen Fans und endlich-darf-man-mal-wieder Patrioten mache.

Die meisten der Fußballfans haben bei der WM schlicht das Trikot ihres Lieblingsvereins gegen das der Nationalmannschaft getauscht. Was interessieren mich diese Leute? Sie interessieren mich gar nicht und es geht auch nicht um sie!

Dann gibt es die Fans, die mit schwarz – rot –goldener Verkleidung ebenfalls WM - Spiele gucken und sich dann vor den Journalisten mit Sprüchen wie „Endlich darf man wieder Stolz sein auf sein Land!“ präsentieren.

So, und bei denen sieht die Sache schon etwas anders aus. Denen geht es nicht nur um die schlichte Begeisterung für die Fußballatmosphäre, sondern aus ihnen spricht auch der Wunsch, sich von etwas zu emanzipieren, was ihnen angeblich dieses Ausleben des Patriotismus bisher verbat. Solche Fans sind potentiell verdächtig, aus den Gründen, die ich im Text ausführte.

Als letztes gibt es dann noch die Gruppe (zu der auch viele Journalisten und Intellektuelle gehören), die dieses Event nur zum Anlass nehmen, sich von der Seele zu schreiben, dass man wieder wer sei und endlich Stolz auf sein Land sein kann. So wie ja die Bewohner andere Länder auch ganz selbstverständlich Stolz auf ihr Land seien. Das will man endlich auch haben und der Grund, der dieser ausgelassenen Vaterlandsliebe der Deutschen im Weg steht, ist das eine, was nun mal nur die Deutschen hervorbrachten: Auschwitz.

Von daher muss bei Äußerungen, die darauf abzielen, dass man doch nur das Einfordert, was auch alle anderen haben, sehr genau darauf achten, mit was die Verfechter dieser Normalisierung diese Normalisierung erreichen wollen.

Und da Auschwitz nun mal nicht Mehrheitsfähig ist, muss die Anpassung eben durch die Relativierung dieses gigantischsten Verbrechens der Geschichte stattfinden. Denn die erhoffte Normalität kann es eben nur dann geben, wenn Auschwitz zu einem Vernichtungslager unter vielen wird.

Es reichen schon zwei Beispiel aus, um deutlich zu machen, mit welcher Energie man in Deutschland versucht diese Gleichmacherei zu betreiben. Da wäre zum einen Walsers Moralkeulenrede in der Paulskirche und Hohmanns Tätervolk Stuss. Wenn du dir mal überlegst, wie die Öffentlichkeit auf diese beiden unfassbaren Relativierungen reagierte (in Frankfurt spendete der Saal stehend Beifall und die Hohmann Affäre kam nur durch einen Zufall ans Licht, die Anwesenden Gäste fanden an ihr nichts anstößiches!), kannst du doch nicht ernsthaft bezweifeln, dass dieser Wunsch immens stark ist.

Das ist die Art von gefährlichen Relativismus, den ich bei denen sehe, die sagen: „Wir sind jetzt wie alle anderen!“ oder „Endlich muss man sich nicht mehr schämen.“ Usw…

Es geht mir im Übrigen auch nicht um eine Debatte über Patriotismus, die sowieso völlig unsinnig ist, da es sich um eine abstrakten Begriff handelt und es mich schlicht nicht interessiert, ob jetzt Bratwurst essen oder Bier trinken mehr Vaterlandsliebe signalisieren. Das einzige, was sich im Zuge einer solchen Debatte verändern kann, sind bestimmte Wertmaßstäbe und da Auschwitz der Grund der deutschen Unsicherheit ist, liegt es wohl nahe, davon auszugehen, dass Auschwitz seinen prominenten Platz in der Geschichte einbüßen muss. Walsers und Hohmanns gibt es genug, die nur darauf warten, sich dafür einzusetzen.

Darum ging es in meinem Text und was du mir in deinen Kommentaren vorwirfst, hat schlicht nichts damit zu tun.

PS: Und dass du Claudia Roth als Grund dafür nennst, dass die Deutschen sich nicht unbeschwert in ihre Fahnen wickeln, wird dieser Frau bestimmt nicht gerecht. Zum einen überschätzt du ihren Einfluss kolossal und zum andere bleiben auch andere Länder nicht verschont von solchen politischen Skurrilitäten.

 
At 13 Juli, 2006 10:48, Anonymous Boche said...

Ok, vielleicht habe ich das alles wirklich nur missverstanden.
Kann auch dran liegen, dass ich das mediale Patriotismus-Thema konsequent ausgeblendet habe.

Walser und Hohmann habe ich deswegen in keinen Zusammenhang mit dem von mir erlebten bringen können. Und das war eben kein patriotisches Gewäsch sondern schlichte Fußballfreude.

PS: Unterschätz mir nicht die Roth! Als Person mag ihre Dümmlichkeit harmlos erscheinen, als Vertreterin einer politischen Mainstream-Mafia steht sie m.E. sehr wohl für Tendenzen, deren Überwindung befreiend wirken kann.

 
At 28 Januar, 2007 21:11, Anonymous Anonym said...

Hallo,
du hast schon im zweiten Absatz eine falsche Information gegeben. Die Fahne steht für etwas, genauso wie die französische Fahne. Sie steht für Einigkeit, Recht und Freiheit. Und das schon seit dem frühen 19. Jahrhundert. Genaue Informationen findest du bei Wikipedia (wo sonst?).

http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarz-rot-gold

Bitte informiere dich besser wenn du sowas behauptest.

 

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