Samstag, Juli 08, 2006

Ein Kopftuch für Volker Beck!!!

Annette Schavan musste heute vor dem Stuttgarter Landgericht eine Niederlage einstecken. Das Gericht lehnte das Verbot des Kopftuchtragens für Lehrerinnen ab.

Ich halte dieses Urteil für einen Fehler. Schavan betont ja ganz richtig, dass der Gesetzgeber das Kopftuch nicht als "religiöses Kleidungsstück" verbietet, sondern aufgrund seiner "politischen Symbolik". Es werde "in Deutschland wie international als Zeichen für eine kulturelle Abgrenzung und politischen Islamismus gesehen". Außerdem handelt es sich beim Kopftuch eben auch um "eine Botschaft, die nicht vereinbar ist mit unserem Grundgesetz, denn es ist ein Symbol für die Unterdrückung der Frau".

Besonders negativ fielen in diesem Zusammenhang die Grünen auf. Es ist verwunderlich und einer der vielen Gründe weswegen ich von dieser Partei nichts halte, das sie sich weiterhin für eine minderheitenfreundliche Partei halten, wo sie doch schlicht ignorant sind.

Erwartungsgemäß kam die schärfste Kritik an Schavan von den pazifistischen Grünen, der Partei also, die deutsche Kriegseinsatz erst wieder hoffähig machte.
Volker Beck argumentierte konsequent an der Wirklichkeit vorbei, als er schimpfte, "Die katholische Bildungsministerin versteht die Verfassung und die Welt nicht mehr", denn die Grünen können oder wollen nicht begreifen, dass die CDU keine Ausländer-, bzw. Moslemfeindliche Politik verfolgt. Genau darauf zielt aber die überflüssige Betonung katholisch ab. Beck will einen künstlichen Kampf der Kulturen erzeugen, damit sich die Grünen dann als Anwalt der Moslems präsentieren können.

Das er dann auch noch auf die Idee kommt, der Katholikin Schavan „mangelnde Kenntnis unserer Verfassungsgrundsätze" vorzuwerfen und von einem "christlicher Kreuzzug gegen Muslima mit Kopftuch" zu schwafeln, lässt eigentlich nur zwei Rückschlüsse zu: entweder wünscht er sich eine solche Konfrontation herbei, oder die Prügel in Moskau haben mehr Schaden angerichtet als zuerst vermutet???

Außerdem ist es ist Unverantwortlich einen solchen Konflikt durch den Einsatz plumper Schlagworte wie „christlicher Kreuzzug“ anzuheizen, weil dies nicht nur Ängste bei Moslems hervorrufen kann, sondern Schavans Einsatz gegen die Unterdrückung der Frauen als ein Akt des religiösen Fundamentalismus diffamiert.

Aber nichts offenbart das verkommende Weltbild der Grünen besser als eine solche Attacke gegen die Rechte der Frauen. Es ist doch nicht zu leugnen, dass die überwältigende Zahl der Frauen das Kopftuch eben nicht Freiwillig trägt, sondern dazu gezwungen wird.
Das es auch Gegenbeispiele gibt ist unerheblich, denn warum sollte man eine Minderheit als Alibi dafür nehmen, die Unterdrückung der Mehrheit zu akzeptieren?

(Unabhängig davon, dass es in diesem Fall ja nur um das Verbot des Kopftuches für Lehrerinnen geht und das eigentliche Problem noch gar nicht thematisiert wird. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Parteien auch bald mit der Frage befassen, wie die frauenfeindlichen Strukturen vieler muslimischer Familien zerstört werden können, damit auch für diese Menschen endlich die freie Entfaltung der Persönlichkeit möglich wird.)

Und wenn Beck dann noch zufrieden betont, dass das Gericht dem Gesetzgeber noch einmal das Gebot der weltanschaulichen Neutralität ins Stammbuch geschrieben habe, ist wohl auch die Frage beantwortet, welcher Wert für die Grünen wichtiger ist: die persönliche Freiheit oder die Unterdrückung von Frauen unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit.