Samstag, Juli 29, 2006

Für die libaneischen Opfer ist die Hisbollah verantwortlich

Ein sehr guter Artikel von Alan Dershowitz. Er geht darin auch auf die Problematik ein, dass das traditionelle Kriegsrecht seine Sinn verliert, wenn eine Armee gegen eine Terrororganisation vorgehe muss. Seine daraus folgende Forderung ist absolut berechtigt:

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Kriegsrecht und moralische Bewertung militärischer Einsätze müssen sich diesen neuen Realitäten anpassen. Schuld und Verantwortung für zivile Opfer sollte direkt den Terroristen zugewiesen werden, die alles in ihrer Macht Stehende tun, diese Opferzahl zu maximieren. Hier mag ein Vergleich mit dem US-Strafrecht aufschlussreich sein: Nimmt ein Bankräuber einen Kassierer als Geisel und bedient er sich seiner als Schutzschild, während er auf die Polizei schießt, so ist er des Mordes schuldig, falls die Polizei daraufhin versehentlich die unschuldige Geisel tötet.

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Ansonsten ist es schön zu sehen, dass es auch Bundestagsabgeordnete gibt, deren Solidarität mit Israel sich nicht darauf beschränkt, Israel für seine Selbstverteidigung zu kritisieren. Aus diesem Grund reiste Jerzy Montag nach Haifa und was er nach seiner Rückkehr zu sagen hatte, ist frei von der sonst üblichen "Alle sind gleichermaßen verantwortlich-Rhetorik". Ein aktuelles Interview von ihm erschien in der Sueddeutschen Zeitung. Hier ein Auszug:

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SZ: Halten Sie die Luftangriffe auf die Hisbollah für gerechtfertigt?

Montag: Auf die Hisbollah ja, das ist Notwehr, Israel ist in der Pflicht, seine Bürger gegen den Terror zu schützen.

SZ: Auch wenn im Südlibanon unbeteiligte Kinder, Frauen und Männer
sterben und ein Land buchstäblich ruiniert wird? Viele Ihrer Parteifreunde, viele Menschen aus der Friedensbewegung und den Kirchen kritisieren Israel heftig.

Montag: Soll der liebe Gott die Raketen abfangen? Die Hisbollah greift
in Nordisrael bewusst Zivilisten an. Die Bevölkerung im Südlibanon ist
den Terroristen egal, sie versteckt ihre Raketenwerfer und ihre Kommandeure hinter Frauen und Kindern, nicht zuletzt, um die Opfer dann zu Propagandazwecken zu missbrauchen.