Freitag, Juli 28, 2006

Ich hab nichts gegen Hisbollah, nur gegen ihren Antisemitismus


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Wenn man sich so die Nachrichten über den Nahostkonflikt ansieht, so fällt schnell auf, dass dieser sich in zwei verschiedenen Dimensionen abspielt. In der einen gibt es das winzige Land Israel, dessen Hauptproblem darin besteht, dass es viele, viele Fanatiker gibt, die es vernichten wollen. Diese Fanatiker können sich dabei auf die mehr oder weniger offene Unterstützung durch unzählige Staaten und Institutionen verlassen. Angefangen bei den antisemitischen Terrorristen in Teheran, über viele einstmals so genannten blockfreie Staaten, bis hin zur UNO.

Israel weigerte sich bisher aber beharrlich seinem Untergang zuzustimmen, weswegen es von der potentiell pro- Terroristischen Weltgemeinschaft immer und immer wieder gerügt wird. Dieses Verhalten ist nämlich nicht im Sinne der Mehrheit der in der UNO Vertretenen Diktaturen.

Nach Kräften versuchen die Israelhasser also, diesem Land das Überleben so schwer wie möglich zu machen. Darum werden ihm gegenüber auch moralische Standards verlangt, die von niemandem sonst eingefordert werden. Vor allen nicht denen gegenüber, die Israel oftmals als Menschrechtsverletzer anprangern und dabei auf ihren UNO Tischen Namensschilder wie Sudan oder Iran stehen haben.

Israel darf sich also keine Verletzung irgendeines Rechts erlauben, muss sich sowohl im Krieg als auch im Frieden perfekt verhalten und auch während eines aufgenötigten Kampfes gegen Terroristen selbstverständlich Rücksicht auf die Zivilbevölkerung nehmen. Ebenso selbstverständlich behaupten die Gegner trotzdem, dass Israel sich gegen alle Gebote der Menschlichkeit vergangen und darum sein Existenzrecht verwirkt hat. Interessanterweise beteiligt sich auch die Mehrzahl der internationalen Presse daran, Israel Verbrechen vorzuwerfen, die es in den allermeisten Fällen nicht begangen hat. Sogar dann, wenn es sich um Verbrechen handelt, die niemals eine Zeitungsschlagzeile wert wären, wenn sie nicht das Qualitätssiegel Made in Israel tragen würde.

In der anderen der beiden Dimensionen spielt sich der Nahostkonflikt aus der Perspektive der Feinde Israels ab. Sie haben absolute Narrenfreiheit in der Wahl ihrer Mittel. Wenn Israel beim Ausschalten irgendwelcher Raketenabschussbasen auch Zivilisten tötet, weil diese Basen aus taktische Gründen im Garten einer Großfamilie platziert wurde, wird nicht die Terrororganisation, die sich auf das benutzen von Menschen als lebende Schutzschilder spezialisiert hat, kritisiert, sondern Israel. Wobei die Kritiker dabei nicht nur konsequent die Antwort schuldig bleiben, wie der Beschuss Israels durch diese Raketenstellung anders zu verhindern wäre, sondern es auch nicht für nötig erachten, nochmals zu betonen, wie menschenverachtend die Terroristen den Tod von Unschuldigen als Propagandasieg einkalkulieren. Die einen Journalisten schweigen dazu, weil sie ganz gewöhnliche Antisemiten sind, die anderen, die Mehrheit, weil es sich bei ihnen um ganz gewöhnliche ignorante Idioten handelt. Sie haben sich ganz einfach das Etikett Nahostexperte angeheftet und würden sicherlich nicht solch kluge und mahnenden Belehrungen über die Unverhältnismäßigkeit der israelischen Reaktionen schreiben, wenn ihr Büro sich zufällig in Safed befinden würde und nicht in Stuttgart oder Hamburg.

Es muss auch festgehalten werden, dass die Feinde Israels niemals unverhältnismäßig handeln. Das mag auf den ersten Blick erstaunen, da sie doch genau dies offensichtlich tun. Sie warten nicht erst ab, bis sich die Zivilbevölkerung aus dem Kampfgebiet entfernen konnte, weil für sie die Zivilisten das Kampfgebiet sind. Sie zögern nicht, alles zu attackieren, was in ihrer Reichweite liegt, weil sie eben nicht für eine verhandelbares Ziel oder ein besseres Leben kämpfen, sondern für die Vernichtung der Juden. Sie achten selbstverständlich nicht die Neutralität von Organisationen wie dem Roten Halbmond und verstecken sich darum gerne Mal in einem Krankenwagen. Warum dürfen sie das? Ganz einfach: Weil der Antisemitismus keine roten Linien kennt und beim Judenmord das Motto gilt: Der Zweck heiligt die Mittel.

Da wir es also offensichtlich mit zwei verschiedenen Beurteilungen des Nahostkonflikts zu tun haben und der Grund dafür im Antisemitismus (oder wie auch immer man seine Judenhass nun nennen möchte) zu finden ist, kann die Lösung für das Ende dieses Konflikts auch nicht nur im Nahen Osten liegen. Natürlich stimmt es, dass ein Waffenstillstand solange keinen Sinn macht, bis die Hisbollah zerschlagen ist, doch der entscheidende Kampf, der findet doch woanders statt. Wenn nämlich offensichtlich die wichtigste Waffe gegen Israel nicht Raketen und Selbstmordattentate sind, sondern das einende Band des Antisemitismus, so gilt es, gegen diesen vorzugehen. Weltweit und kompromisslos. Es wäre wohl nicht allzu dreist, wenn man von Deutschland verlangen würde, dass es in diesem Kampf an vorderster Front zu stehen hat!

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Das Foto habe ich übrigens von diesem Blog, dort gibt es einen kleinen Beitrag zur Pro-Israel Demo, die heute in Berlin stattfand.