Donnerstag, August 31, 2006

Die Juden machen wieder Ärger


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Charlotte Knobloch, Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, beklagte vor einigen Tagen die „absolute Anti-Stimmung“ gegenüber Juden. Diese Antistimmung sei „in alle Kreise und Schichten eingedrungen.“, und die jüdischen Bürger würden „in den aktuellen Nahostkonflikt hundertprozentig hineingezogen.“
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Was sie sagte, war besorgniserregend. Juden werden für die Ereignisse in Nahost in Geiselhaft genommen und auf den Straßen tobt sich ein antisemitischer Mob aus, der „Tod Israel“, „Israel Kindermörder“ und ähnliches skandiert. Man sollte meinen, dass ein solcher Hilfeschrei von der Gesellschaft und der Politik ernst genommen wird.

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Dem ist nicht so. Ganz im Gegenteil schlägt nun über dem Zentralrat eine Gegenempörung zusammen, der sich all jene anschließen, die eigentlich überlegen sollten, warum Knobloch im Jahr 2006 ein solch pessimistisches Bild der Zustände in Deutschland zeichnen muss.

Von der SPD und der Linkspartei wird aggressiv darauf hingewiesen, dass in ihren Reihen für Antisemitismus kein Platz sei. Der Grund: Knobloch nannte unter anderem Oskar Lafontaine und Heidemarie Wieczorek-Zeul als zwei Personen, die diese Antistimmung noch zusätzlich schüren. Mehr Probleme scheint man offenbar mit dem Gesagten nicht zu haben.

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Es lohnt sich darauf zu achten, um was sich die Diskussion dreht, die nun geführt wird. Mitnichten geht es dabei um den brisanten Inhalt des Interviews - dieser wird höchstens als Randnotiz vermerkt - stattdessen wehrt man sich gegen die Dreistigkeit des Zentralrats, der doch tatsächlich Kritik anbringt und Namen nennt. Das geht zu weit!

Man hat in Deutschland ja immer viel Verständnis für die Empfindlichkeiten der Juden, solange sie diese nur für sich behalten. Darum heißt es jetzt auch nicht: „Zentralrat beklagt Anwachsen des Antisemitismus.“, sondern, wie etwa im Wiesbadener Kurier: „Die Antisemitismus-Vorwürfe des Zentralrats der Juden gegen deutsche Politiker haben deutlichen Widerspruch ausgelöst.“

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Wir gegen die, oder umgekehrt. Auf jeden Fall handelt es sich um eine gemeine Attacke der Juden auf die deutschen Politiker. Es fehlt nur noch, dass man Knobloch den unverhältnismäßigen Einsatz des Antisemitismusvorwurfs vorhält.

Die skandalösen Zustände, von denen im Interview gesprochen wird, interessieren dabei nicht. Es geht darum, sich vom Vorwurf des Antisemitismus rein zu waschen, ohne sich mit dem Antisemitismus selber zu beschäftigen.

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Wenn die Juden als Vertreter Israels in Deutschland betrachtet werden und dementsprechend unter der antiisraelischen Stimmung zu leiden haben, ist dies ein Skandal. Brechen sich doch dabei alte antisemitische Verschwörungstheorien bahn, die von einem jüdischen Kollektiv sprechen und keinerlei Differenzierung kennen. Wieso in diesem Fall kein Aufschrei durchs Land geht ist ebenso bedauerlich wie bedenklich.

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Es scheint, als ob der Kampf gegen den Antisemitismus für viele nicht mehr als eine leere Floskel ist. Sich gegen den Antisemitismus einzusetzen, gehört eben zu den Ritualen, die man als geschichtsbewusster Deutscher zu bewältigen hat. Wobei dann der verpasste und nie stattgefundene Widerstand gegen die Nazis nachträglich ausgefochten wird, indem hier noch ein Mahnmal hingestellt wird und dort eine Straße nach einem ermordeten Juden benannt wird.

Wenn es aber darum geht, sich einmal nicht nur mit dem Kampf gegen den Antisemitismus einer vor Jahrzehnten besiegten Ideologie zu beschäftigen, sondern dem aktuellen entgegenzutreten, verflüchtigt sich das Engagement. Der lebendige Antisemitismus könnte sich ja wehren.

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Die Weigerung, sich mit Knoblochs Warnungen ernsthaft zu beschäftigen (und zuvor schon mit denen von Spiegel und Bubis), muss in einer Linie mit anderen Ereignissen gesehen werden, bei denen ein aktives Eintreten für die Juden notwendig gewesen wäre, beziehungsweiße immer noch ist. An erster Stelle muss hierbei das Verhalten gegenüber dem Iran bemängelt werden.

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Aber da formiert sich kein ernstzunehmender Protest, stattdessen wird geschwiegen. Vielleicht weil auch die (Enkel-) Kinder einstmals die Gelegenheit haben sollen, Gedenkstellen einzuweihen? Wobei dann die Toten aber keine europäischen Juden mehr wären, sondern israelische.

Norman Paech bald Atommacht?


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Norman Paech von der Linkspartei äußerte sich zum Konflikt mit dem Iran. Für ihn wäre es kein Problem, sollte Teheran in den Besitz von Atomwaffen gelangen. Und er begründet das so: „Was man Israel oder Pakistan gewährt hat, kann man dem Iran nicht verweigern.“

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Klingt gut, kling fair, das Problem ist nur, dass dieses Eintreten für die Gerechtigkeit unredlich ist. Wenn Paech nämlich schon findet, dass dem Iran zusteht, was Israel schon hat, sollte er sich mit der gleichen Vehemenz auch dafür einsetzen, dass die Bevölkerung des Iran einmal genießen darf, was die Israelis schon genießen.

Darum müsste sein Interview um folgende Passage ergänzt werden:

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„Und was man den israelischen Bürgern gewährt, darf man den Iranern nicht verweigern. Also Demokratie, Glaubens- Religions- und Meinungsfreiheit. Eine unabhängige Presse, Reisefreiheit, das Gründen von Parteien und Vereinen. Satiren über die Regierenden und Mächtigen, Witze über Gott. Menschenrechte auch für Frauen, keine Steinigungen, keine Heiraten mit zwölf, keine Exekution wegen Homosexualität.“

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Und wenn im Iran hoffentlich einmal solche Verhältnisse herrschen werden, könnte man ja noch mal darüber sprechen, wie es denn jetzt aussieht mit Atomwaffen und so. Aber Moment, dann würde sich ja in Teheran niemand mehr dafür interessieren.

Säßen die antisemitischen Mullahs dann doch längst im Exil - im Wohnzimmer vom Paech in Berlin. Dort würden sie traurig ihre Pläne zur atomaren Vernichtung Israels betrachten und dabei die eine oder andere Tränen nicht unterdrücken können.

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Paech würde ihnen dann mitfühlend die Taschentücher reichen und sich als Trostspender versuchen: „Freunde, an uns hat es nicht gelegen. Die Christine Buchholz hat doch noch im Jahr 2006 der Junge Welt gesagt, dass sie die Hisbollah, Israels Friedensbewegung und die internationale Antikriegsbewegung als Verbündete betrachtet und auf deren Seite stehe.“

Mittwoch, August 30, 2006

"Und abfaulen soll dir deine rechte"



Im Zusammenhang mit dem Artikel Linke Wut bekam ich Schützenhilfe von unerwarteter Seite. Mir wurde ganz diskret mitgeteilt, dass Gott, dieser schreibfaule Weltenerschaffer und Zerstörer, der in all den Jahren doch tatsächlich nur zehn mehr oder weniger originelle Ideen zu Stein brachte, auf meiner Seite steht. Dazu folgende Liste von Ereignissen, in denen Linkshändigkeit in Talmud und dem Neue Testament thematisiert wird:

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Die Rabbinen lehrten: stets stosse man mit der Linken (Hand) fort und ziehe man mit der Rechten heran (Talmud).

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Die Rabbinen lehrten des weiteren: Wenn man einen Schwur leistet und sagt „bei meiner linken Hand“, dann ist der Schwur bindend (Talmud). Dazu passend eine Stelle aus dem Buch Daniel: Der Prophet Daniel sieht in seiner Vision im letzten Kapitel einen Mann in einem leinenen Kleid, der über den Wassern des Stroms steht und der einen Schwur tut, indem er seine rechte und linke Hand gen Himmel hebt.

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Buch Richter, Kapitel 3 Vers 15, "... Ehud der Sohn Geras... der war linkshändig."

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Außerdem ist im Buch der Richter 20,16 auch von 700 auserlesenen Männern die Rede, die... allesamt linkshändig waren. .

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Und sogar die Christen schließen sich dieser pro-linken Weltsicht an. Im neuen Testament heißt es: es wisse die Linke (Hand) nicht, was die Rechte tut, auf dass die Wohltätigkeit im verborgenen sei (Matth. 6,3)

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Tja, es scheint fast so, als ob man sein Seelenheil nicht in der Taufe suchen sollte, sondern im Umschulungskurs von rechts auf links. Denn, wie heißt es so schön und abschließend im Talmud: „Und der Himmel wird bewacht von einem Engel und dieser benutzt seine Linke um Rechtshänder abzuweißen und Linkshänder hereinzuwinken.“

Frage: Was ist eigentlich die Hölle?

Antwort: Die Hölle muss eine Mehrzweckhalle sein, in der Michael Moore eine Lesung hält, alle Ausgänge versperrt sind und Günter Grass und Noam Chomsky ständig „Zugabe!“ rufen.


Dienstag, August 29, 2006

Antisemiten und Philosemiten

Ich glaube nicht, dass es Antisemiten und Philosemiten gibt. Es gibt nur Antisemiten, die dazu stehen, und Antisemiten, die es nicht wahrhaben wollen.

Bekennende und verdrängende Antisemiten sozusagen.

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Letztlich ähneln sich die Denkstrukturen doch frappierend. Ob Juden als besonders raffgierig und böse dargestellt werden, oder gegenteilig als großzügig und gut, ist doch das gleiche. In beiden Fällen findet eine Entmenschlichung statt. In beiden Fällen können die Erwartungen nicht erfüllt werden. Antisemiten haben damit aber weniger Probleme als Philosemiten, denn sie ignorieren einfach alles, was ihrem Weltbild widerspricht. Für die Philosemiten sieht die Situation etwas anders aus, sie projizieren positive Erwartungen auf die Juden, die nicht erfüllt werden können. Sie haben sozusagen noch etwas zu verlieren. Es ist dabei nur eine Frage der Zeit, bis die Erwartungen enttäuscht werden und wenn es soweit ist, kann die Reaktion ebenso irrational sein, wie die vorherige Begeisterung. Wenn man Juden nämlich als Vertreter des absolut Guten sieht, ist der Weg nicht weit, in ihnen plötzlich das absolut Böse zu erkennen.

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Von daher stehen Philosemiten eigentlich immer mit mindestens einem Bein in der Tür zum Antisemitismus und sind auch nicht besser als jene. Sie Teilen grundlegende Elemente des Antisemitismus. Sie sehen in Juden keine normalen Menschen, denken in Kollektiven, projizieren auf sie bestimmte Erwartungen bzw. Ängste und verweigern den Juden somit das Recht darauf, als Menschen unter Menschen zu leben. Das Grundmotiv des Antisemitismus also.

Montag, August 28, 2006

Wie man den Deutschen Kabarettpreis gewinnt



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"Ich weiß, auch mein Kanzler hat gesagt, wir sollen nicht in einen oberflächlichen Antiamerikanismus abgleiten, aber meiner ist gar nicht oberflächlich."

"Ich hab auch nichts gegen Amerika, verstehen sie mich nicht falsch. Es ist ein wunderschönes Land, wenn sie die Gelegenheit haben, fliegen sie mal dorthin, es ist ein traumhaft schönes Land, ein Riesenland, das Problem sind die Menschen die da leben."

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"Als in Ruanda 1,5 Millionen Menschen starben, weil die UNO-Blauhelmtruppen sich auf Befehl der Amerikaner zurückgezogen haben, weil da ging’s nicht um Öl oder irgendwas anderes was die Amis interessiert, es ging nur um Menschenleben und das interessiert die Amerikaner nun wirklich nicht […]."

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Diese drei Textstellen stammen aus dem Programm „Bis neulich…“ von Volker Pispers. Ebenso wie Gerhard Schröder hat auch er erkannt, wie karriereförderlich beziehungsweise arbeitsplatzsichernd es sein kann, sich betont “Amerikakritisch“ zu präsentieren. Dem einen brachte dieser Schachzug drei weitere Kanzlerjahre ein, dem anderen alle relevanten Preise, die man in Deutschland als Kabarettist gewinnen kann. Pispers ist sehr gefragt, seine Tourneen sind ausverkauft und er tritt regelmäßig im Fernsehen auf.

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Um zu begreifen, wie verkommen das Kabarett-Milieu ist und wie unfähig, sich von jahrzehntelang gepflegten Feindbildern zu lösen, ist ein genauerer Blick in das bisher erfolgreichste Pispers Programm „Bis neulich…“ lohnenswert.

Es versteht sich fast von selbst, dass Pispers erst durch den Irakkrieg größere Bekanntheit erlangte. Wenn nämlich dem Friedensfreund die Michael Moore Bücher ausgegangen sind (es gab mal Zeiten, in denen man sich in „linken“ Kreisen an Marx versuchte), muss er sich nach anderen Informationsquellen umsehen. Und da bietet sich Pispers natürlich an, setzt er doch gewissenhaft fort, was die Personifizierung des white trash so über den Atlantik schickt. Und das tollste dabei: Pispers ist längst nicht mehr auf den Import angewiesen, er produziert selber und zwar in Lizenz und massenhaft. Vielleicht sogar besser als das Vorbild, Made in Germany eben.

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Wie sieht also der Lauf der Weltgeschichte für einen aus, der um den antiamerikanischen Publikumsgeschmack weiß und weder gegen diesen ankämpfen will noch muss? In erster Linie sehr simpel. Nicht grundlos teilt Pispers mit den Islamisten nicht nur die Verachtung für die USA, sonder konkurriert mit ihnen auch darum, wer komplexe Zusammenhänge an radikalsten auf ein einziges Vorurteil herunter brechen kann.

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Gut möglich, dass er dabei die Nase vorn haben wird. Ihm gelingt es tatsächlich, für alle Krisen der Welt die USA mehr oder weniger direkt verantwortlich zu machen. Kleinigkeiten wie der Kalte Krieg oder der Zusammenbruch der Sowjetunion können ihn dabei nicht irritieren. Wer schon immer fand, dass die islamische Revolution im Iran und der Irakkrieg doch eigentlich mithilfe weniger Worte erklärbar sein müssten, wird nun erhört. Vorhang auf für Herr Pispers antiamerikanischen Geschichtsunterricht:

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Man hat zum Beispiel in Persien, heute ist das der Iran, hat man einen sympathischen talentierten jungen Diktator, den Schah von Persien, hat man solange aufgerüstet, bis der Schah von Persien über die viertgrößter Armee der Welt verfügte. Als Dank dafür und um die Armee finanzieren zu können, hat der Schah von Persien in guter alter amerikanischer Menschenrechtstradition seine eigene Bevölkerung dermaßen unterdrückt, geknechtet und ausgebeutet, dass die verzweifelten Perser sich eines Tages hinter einen religiösen Führer gescharrt haben um diesen Verbrecher loszuwerden.

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Wer kann das für uns [Anm.die Amerikaner] machen, die machen das eigentlich ungern selber. Da haben die wieder einen sympathischen jungen Mann gefunden, der wohnte da um die Ecke, Saddam Hussein hieß der. Ein talentierter junger Diktator zu der Zeit. Die Amerikaner haben gesagt, pass mal auf Hussein, wir rüsten dich auf, dann marschierst du im Iran ein, klaust dem Chomenie ein paar Ölquellen […] Der Vorteil ist, wir stoppen die islamistische Revolution und du hast die Ölquellen. Der Hussein ist ein ganz normaler Schweinediktator, dem geht’s um Geld und Macht, also das, womit die Amerikaner eigentlich gerne Geschäfte mit machen.

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Bei soviel Relativierung, Verkürzung und aggressiver Unbildung, ist es wirklich schwer, nicht der Versuchung zu erliegen, diesen Kabarettisten nicht einfach einen dummen Stammtischschwätzer zu nennen. Ich zumindest bin ihr erlegen.

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Pispers zeichnet sich aber nicht nur als unbestechlicher Analyst historischer Ereignisse aus, sonder hat auch den Durchblick für das aktuelle Weltgeschehen. Islamitischer Terror, die Anschläge des 11.Septembers und der Afghanistankrieg, ebenfalls alles erklärbar, ohne in die Verlegenheit des Differenzierens kommen zu müssen. Antiamerikanismus hat eben auch unbestreitbare Vorteile, gerade wenn man von Natur aus Denkfaul ist. Wo liegen denn die Gründe für den Hass der Islamisten auf den Westen? Wo andere zu stundelangen Monologen ansetzen müssten, nur um am Ende zugeben zu müssen, dass die Gründe für diesen Terror wohl nicht gänzlich rational erklärbar sind, genügt einem wie dem Pispers folgendes:

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Der Russe wurde auch in Afghanistan bekämpft […] da haben die Amerikaner gesagt, der muss da raus, wer kann das für uns machen? Haben die wieder einen sympathischen jungen Mann gefunden, der hieß Osama bin Laden. Jedenfalls, die Amerikaner haben gesagt, Osama du bist unser Mann, du gläubiger Moslem, wir gläubige Christen, wir bekämpfen die gottlosen Russen. Man hat Osama bin Laden finanziert, die Mudschahedin sind in den USA ausgebildet worden,[…] und dann hat der Osama bin Laden gekämpft. Zehn Jahre lang, zehn Jahre lang gegen die gottlosen Russen. Das Land war am Ende komplett zerstört, eine Millionen tote afghanische Zivilisten in diesem Krieg, 50.000 tote russische Soldaten. Das Land am Ende komplett zerstört, aber die Russen haben sich zurückgezogen und die Amerikaner haben gesagt: Osama, super Job, okay, euer Land sieht scheiße aus, aber is ja euer Land, also viel Spaß damit.

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Der Terrorismus, der heute den Westen bedroht, ist also das Produkt amerikanischer Außenpolitik und von daher selbstverschuldet. Ganz klar, so macht Geschichtsunterricht auch Antiimperialisten und Antiamerikanern Spaß.

Fast schon unnötig zu erwähnen, dass der islamistische Terrorismus mit dem Afghanistankrieg in etwa soviel zu tun hat, wie Volker Pispers mit geistreichem Kabarett.

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Neben diesen ebenso abenteuerlichen wie in sich logischen Welterklärungs-Theorien (ein Privileg der antiamerikanischen und antisemitischen Verschwörungsfantasien), zeichnet sich Pispers aber auch durch eine Menschenverachtung aus, die mit dem Begriff Zynismus längst nicht mehr angemessen bezeichnet wäre und in ihrer Geschmacklosigkeit nur noch von ihrer Dummheit übertroffen wird. Vor allen beim Aufrechnen von Opferzahlen wird dies deutlich. Dazu heißt es in einer Pispers Kurzbiografie anerkennend:

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Seine knallharten und oft makabren Schlüsse garniert er so liebevoll mit seiner brillianten Mimik und Gestik, daß dem Zuschauer höchst amüsiert und lachend die Absurdität des herrschenden Wahnsinns klar wird.

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Wobei mit höchst amüsanten Aussagen solche gemeint sein dürften:

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Jeden Tag sterben in Afghanistan zehn Menschen, weil sie auf eine Landmine treten. Jeden Tag zehn und das seit zehn Jahren. Das sind auch 3650 im Jahr, wo ist da eigentlich die jährliche Gedenkfeier? Das ist ein World-Trade Center jedes Jahr in Afghanistan, seit zehn Jahren. Aber sie können es eben medial nicht so aufbereiten, das ist eben der Unterschied.

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Eigentlich ist es unfassbar, wie jemand für solche Statements mit Preisen überschüttet werden kann. Er hat aber noch mehr dieses Kaliber auf Lager. Auch der Genozid in Ruanda geht nämlich auf die Kappe der Amis, weil die UNO-Blauhelmtruppen sich auf Befehl der Amerikaner zurückgezogen haben, weil da ging’s nicht um Öl oder irgendwas anderes was die Amis interessiert, es ging nur um Menschenleben und das interessiert die Amerikaner nun wirklich nicht.

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Da fallen dann so kleine Randbemerkungen wie Wir können ja gerne mal diskutieren, welche Politik bisher mehr Menschenleben gekostet hat, die von Saddam Hussein oder die von Georg W. Bush. auch kaum mehr ins Gewicht. An ärgerlichsten ist es aber, dass man beim hören dieser Hasstiraden in erster Linie bemerkt, wie ungebildet dieser Mensch ist. Oder ist es vielleicht schon mehr als nur Unbildung, wenn einem nicht auffallen will, dass das bloße Gegenüberstellen von Opferzahlen keine Aussagekraft besitzt? Konsequent weiter gedacht, könnte dann nämlich Volker Pispers brauner Doppelgänger auf NPD-Veranstaltungen selbstgefällig und dumm die deutschen Opferzahlen des Zweiten Weltkrieges mit denen anderer Länder vergleichen und eine Opferrolle beanspruchen.

Die wohl dämlichste Aufrechnung in dem vor dämlichen Aufrechnungen strotzenden Programm „Bis neulich…“ dürfte aber diese sein:

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50.000 Deutsche sterben jedes Jahr an Lungenkrebs vom Rauchen, noch mal 50.000, ich hab es eben schon mal gesagt, sterben an Leberzyrose durchs Saufen, aber die eigentliche Bedrohung für uns, die geht doch vom islamistischen Terror aus.

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Wie niveaulos diese Art des Kabaretts ist, machen auch die permanenten persönlichen Beleidigungen deutlich. Da werden Enzensberger und Biermann als Alkoholiker beschimpft, weil sie Saddam Hussein vor dem 1.Golfkrieg für einen großen Verbrecher hielten, Bush ist sowieso dumm, ebenso wie Merkel und Beckstein. Das politische Kabarett in Deutschland hat offenbar das Ende des Kalten Kriegs nicht verkraftet, ist immer noch in primitiven Gut-Böse Schemata verhaftet und hat in der momentanen Form längst keine Daseinsberechtigung mehr. Wo eine persönliche Beleidigung die Auseinandersetzung mit den Ideen eines Gegners ablöst, befindet man sich nicht mehr auf der Bühne, sondern am Stammtisch.

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Heute kann man also mit einem durch und durch antiamerikanische Grundeinstellung zu einem der beliebtesten Kabarettisten aufsteigen. Das sagt viel über den Charakter eines Volker Pispers aus, aber noch viel mehr über das Milieu, dass für sich das Etikett „politisches Kabarett“ reklamiert.

Samstag, August 26, 2006

Was ist Islamophobie?


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Das der Begriff Islamophobie nicht längst zum Unwort des Jahres gewählt wurde, ist eigentlich unerklärlich. Dabei ist er doch zynischer als Kollateralschaden, hinterlistiger als Tätervolk und erschreckender als Diätenanpassung. Was steht dieser Würdigung eigentlich noch im Wege? Vor allen die Islamophobie selber, beziehungsweise ihre Effektivität. Soll dieser Kampfbegriff doch vor allen diejenigen zum Schweigen bringen, die etwas an den Zielen der Islamisten auszusetzen haben. Also ziemlich viele, darunter auch alle Moslems, die nicht mit dem Terrorismus sympathisieren.

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Natürlich ist die Islamophobie eine Erfindung, sie ist eine Kopie des Antisemitismus, erdacht von fanatischen Antisemiten(*). Mit ihrem Gespür für geschichtlich begründete Sensibilitäten, ist es den Islamisten gelungen, die Kritik an ihrer Ideologie mit Kritik am Islam gleichzusetzen. Der 11.09., Madrid, und London verblassen neben diesem Triumph. Wer sie kritisiert, kritisiert den Islam. Wer den Islam kritisiert, steht im Verdacht, mindestens ein Rassist zu sein. In Europa ist man mittlerweile aber höchst empfindlich, was die Behandlung von Minderheiten angeht. Offener Rassismus und Antisemitismus werden von den Staaten bekämpft und sind keinesfalls Mehrheitstauglich. Diese Sensibilität machen sich nun jene zu nutze, die mit dem Kampfbegriff Islamophobie ihre Kritiker bedrängen.

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Es muss deutlich gesagt werden: Es gibt keine Islamophobie. Wenn Moslems in Europa diskriminiert werden, dann handelt es sich dabei um Rassismus und Ausländerfeindlichkeit. Das macht die Sache nicht weniger schlimm. Aber der Hintergrund ist doch ein anderer.

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Wie widersinnig es ist, von Islamophobie zu sprechen, wird spätestens dann deutlich, wenn sie mit dem Antisemitismus verglichen wird. Der Antisemitismus verfügt über ein in sich geschlossenes Weltbild, in dem die Juden für alles schlechte verantwortlich sind. Der Antisemit sieht sich durch die Juden bedroht und betrachtet sie als ein Kollektiv. Nichts davon kann auf den Begriff Islamophobie übertragen werden.

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Umso gefährlicher ist es, dass die Islamophobie immer mehr als der Zwillingsbruder des Antisemitismus betrachtet wird. In Deutschland tun sich ausgerechnet der Zentralrat der Juden und die israelische Botschaft dabei hervor, diesen Begriff endgültig zu etablieren. Es werden Diskussionsabende veranstaltet, auf denen über die Probleme gesprochen werden, die Juden und Moslems durch den Antisemitismus beziehungsweise die Islamophobie entstehen.

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Es besitzt seine eigene bittere Ironie, dass es jüdische und israelische Organisationen sind, die sich um dieses Wort verdient machen. Die Islamisten, die diesen Begriff nutzen, werden es ihnen nicht danken. Wenden sie sich doch zuerst gegen die Juden und dann gegen die ganze westliche Lebensweise. Je länger ein hartes Vorgehen gegen sie aus falsch verstandener Rücksichtnahme auf den Islam aufgeschoben wird, desto schrecklicher werden die Folgen sein.

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Es ist höchste Zeit zu erkennen, wie blind die Angst vor dem Vorwurf der Islamophobie den Westen gegenüber den Gefahren des Islamismus gemacht hat. Vielleicht hätten es die Kofferbomber nicht so leicht gehabt, wenn schon vor Jahren härter gegen islamistische Strömungen vorgegangen worden wäre. Jetzt zahlt man den Preis für seine Feigheit und korrigiert hoffentlich diesen Irrtum.

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Man sollte also diesen Begriff schleunigst zum Unwort des Jahres küren und danach entsorgen. Wir haben hier Gesetze, die die Ausübung einer Religion gewährleisten, mehr ist nicht nötig. Vor allen nicht, dass sich, geschützt durch die Waffe Islamophobie, islamistische Strömungen breit machen, die eher früher als später alles attackieren werden, was ihrem Weltbild nicht passt: moderate Moslems, Juden und Christen.

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(*) Der Vorwurf „Islamophobie“ wurde erstmals 1979 von iranischen Mullahs gegen Frauen verwendet, die sich der Zwangsverschleierung nach der islamischen Revolution widersetzten. Heute gibt es islamistische Organisationen wie die Islamic Human Rights Commission, deren Ziel es ist, „Informationen über den Missbrauch der Rechte Gottes zu sammeln.“ Worunter alles fällt, was der fundamentalistischen Moral widerspricht, etwa Homosexualität, Ehebruch und Blasphemie.

Donnerstag, August 24, 2006

Throw the Jew down the Well


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Zwar schon etwas älter, aber wer es noch nicht kennt, kann es sich ja mal ansehen. Sasha Baron Cohen, besser bekannt als Ali G. und in diesem Fall als kasachischer Reporter Borat unterwegs, singt in einem amerikanische Country-Club ein kleines Liedchen und alle grölen mit wenn es heißt: Throw the Jew down the Well.

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Auch wenn das Video im ersten Moment witzig und dann nur noch schockierend ist, muss man doch fairerweise erwähnen, dass es Statements von Clubbesuchenr gibt, die das Geschehen etwas relativieren (die Links zu den Artikeln habe ich leider nicht gespeichert, ist schon etwas her). Wenn ich mich recht erinnere, hatte Borat angeblich bereits stundelang auf der Bühne gespielt und niemand wusste so recht, was man mit diesem bizarren Gast anfangen sollte. Außerdem hätte man auch gemerkt, dass es sich um einen Komiker handelte. Ich weiß nicht, ob diese Aussagen stimmen, oder nur billige Ausreden sind, aber sie sollten zumindest nicht gänzlich unter den Tisch fallen.

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Nachtrag: Garantiert authentisch ist aber wiederum dieser kleine Clip, indem ein garantiert antisemitischer Jäger mal so frei ist.

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Letzter Nachtrag: Weil Borat eigentlich immer witzig ist, sollte man sich zum warm werden mal bei you tube einige Filmchen angucken und sich dann auf den Kinofilm freuen.

Eine Tragödie galaktischen Ausmaßes


Heute wurde dem sympathischen Pluto der Planetenstatus aberkannt. Damit endet eine beispiellose Hetzkampagne einflussreicher Kreise der International Astronomical Union. Dem Ex-Planeten bleibt jetzt nur noch die Hoffnungen, dass die Juve-Anwälte sich dieses Falls annehmen. Sollte das passieren, könnte unser Sonnensystem bald einen zweiten Fixstern besitzen.

Warum die Bundeswehr für die Friedenssicherung in Nahost ungeeignet ist


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Die Frage, ob deutsche Soldaten tatsächlich im Libanon gegen die Hisbollah vorgehen sollten, bleibt weiterhin eine sehr heikle (wenn sie auch mittlerweile eher theoretischer Natur ist). Wobei aber die ganzen Leitartikel, Interviews und Kommentare, die zu diesem Thema in den letzten Wochen veröffentlicht wurden, letztlich am Thema vorbeigingen. Warum: Weil sie nur auf einen kleinen Ausschnitt eines Problems eingingen, das weit über die Hisbollah hinausgeht, nämlich die grundsätzliche Haltung Deutschlands gegenüber Staaten, die Israel vernichten wollen.

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Wenn nun die Bundeswehr als Teil einer UNO-Truppe im Südlibanon nach Raketen suchen sollte, wäre das nicht mehr als eine nutzlose Sisyphusarbeit, wenn nicht zugleich das Verhältnis zum Iran überdacht wird. Deutschland stützt durch wirtschaftliche Verflechtungen mit dem Mullahregime dessen Terrorpolitik gegenüber Israel und solange sich daran nichts ändert, würde ein Einsatz im Libanon zu gleichen Teilen zynisch und vergeblich bleiben.

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Die Front, an der die Deutschen heute stehen müssen, ist nicht die zwischen dem Libanon und Israel, sondern die der wirtschaftlichen Verflechtungen mit dem Iran, der den jüdischen Staat "von der Landkarte tilgen" will.

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Damit wäre der Sicherung Israels wesentlich mehr geholfen, als mit dem vergeblichen Versuch, eine Terrororganisation zu entwaffnen, die doch permanent mit neuen Raketen ausgerüstet werden kann. Ein Ende der Waffenlieferungen wird an effektivsten dadurch erreicht, dass der Waffenlieferer ausgeschalten wird. Deutschland müsste zügig eine andere Haltung gegenüber dem Iran einnehmen. Wie tiefgehend die Beziehungen sind, macht unter anderem dieser Artikel von Mathias Küntzel deutlich. Man kann nicht versuchen, sowohl mit Israel und dem Iran gute Kontakte zu pflegen. Spätestens nachdem der Iran Israel das Existenzrecht abgesprochen hat, ist jede Gleichbehandlung eine Unterstützung dieser Vernichtungsdrohung.

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Die Frage, ob deutsche Soldaten im Libanon eingesetzt werden solen oder nicht, kann somit nicht die entscheidende sein. Außerdem darf sie nicht unter dem Gesichtspunkt diskutiert werden, welche Entscheidung letztlich mehr historische Entlastung beziehungsweiße „Normalität“ bringt.

(wobei klar sein sollte, dass mit Normalität letztlich folgendes gemeint ist: umso mehr Normalität à umso weniger Verantwortungsgefühl gegenüber dem jüdischen Staat à umso weniger Skrupel, wirtschaftliche Interessen über moralische Bedenken zu stellen.)

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Was bei diesen, auf Lizas Welt treffend als deutsche Selbstgespräche bezeichneten, Diskussionen außerdem vermisst wurde, war die Klarstellung, dass eine Unterstützung Israels nicht nur aufgrund der Geschichte notwendig erscheint, sondern schon dadurch gerechtfertig ist, weil es sich um eine bedrohte Demokratie handelt. Etwas weniger Verweiße auf Auschwitz und stattdessen mehr auf die Meinungs- Rede- und Religionsfreiheit in Israel wären angebracht gewesen.

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Sowohl aufgrund der deutschen Verbrechen am jüdischen Volk, als auch wegen der heute von beiden Seiten geteilten Werte moderner Demokratien, müsste endlich unmissverständlich deutlich gemacht werden, dass Deutschland an der Seite Israels steht. So deutlich, dass jeder, der Israel attackiert, sich darüber klar sein muss, dass er damit zum Gegner Deutschlands wird. Dadurch würden zwar einige gute Wirtschaftsbeziehungen zu Bruch gehen, aber es kann der Beteuerung, aus der Geschichte gelernt zu haben, nur mehr Glaubwürdigkeit verleihen, wenn Deutschland weniger Umgang mit Staaten pflegt, in denen Antisemitismus zum politischen Konsens gehört.

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Letztlich kann festgehalten werden: Bei der Frage, ob Bundeswehrsoldaten im Libanon eingesetzt werden sollen, geht es primär um Emotionen, bei der, wie Deutschland mit Israels Feinden umgeht, um Israels Existenz.

Ein Lesehinweis

In der Jungel World gab es heute zwei Artikel, die sich mit der Frage beschäftigen, ob deutsche Soldaten in den Libanon entsandt werden sollen oder nicht. Die Pro–Meinung vertrat Ivo Bozic, die Contra Tjark Kunstreich.

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Außerdem moderierte Bozic vor einigen Tagen eine Diskussionsrunde zum Thema „Frieden mit Hisbollah?“. Die knapp zweistündige Veranstaltung kann hier angehört werden.

Mittwoch, August 23, 2006

Was will die UNO im Libanon?


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Irgendwie habe ich zunehmend ein schlechteres Gefühl, was die Stationierung von UNO-Truppen im Libanon angeht. Und zwar nicht erst, seit sich heute Abend Rupert Neudeck im Fernseher für eine solche aussprach. Das Problem ist doch, dass absolutes Chaos darüber herrscht, was die Soldaten eigentlich tun sollen. Die Hisbollah entwaffnen, den Libanon wieder aufbauen, oder doch nur wieder die Angriffe auf israelische Soldaten filmen und die Kameras danach verstecken?

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Deutschland jedenfalls will sich zwar engagieren, aber nur auf dem Wasser. Dort ist die Gefahr eines Feuergefechtes mit Israelis an geringsten. Frankreich hat ganz offenbar keine Lust, den Worten Taten folgen zu lassen und sendet statt der versprochenen Truppenstärke von mehreren Tausend nur einige hundert. Und Italien verlangt eine Zusage aus Jerusalem, dass Israel sich nicht mehr selber gegen seine Feinde wehrt.

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Die eigentliche Frage aber, die den Kern des Konfliktes ausmacht, wird kaum erörtert. Wie wird es gelingen, der Hisbollah die Waffen abzunehmen, die für den Kampf gegen Israel eingesetzt werden? Vor dieser Aufgabe will sich die UNO drücken und so stellt sich die Frage, was die multinationalen Truppenverbände eigentlich im Libanon suchen? Denn, auch wenn der Nahostkonflikt ansonsten recht komplex ist, gilt das für diesen Fall nicht. Die Lösung ist ganz simpel. Die Hisbollah muss verschwinden, weil eine antisemitische und aus dem Iran gesteuerte Terrororganisation immer jede Friedensbemühung sabotieren wird. Was ist daran so schwer zu verstehen?

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Aus diesem Grund sollte auch klar sein, welche Aufträge die UNO-Truppen haben müssen. Die Aushebung der Waffenlager, die Verhaftung der Hisbollah-Führer und die Etablierung der offiziellen libanesischen Armee im Süden des Landes. Mit Israel hat all das zuerst einmal gar nichts zu tun. Es gilt, den Libanon von der Hisbollah und somit dem Iran zu befreien.

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Allerdings steht zu befürchten, dass die Vereinten Nationen sich treu bleiben und dem einzigen UNO-Mitglied, dem andere UNO-Mitglieder ungestraft die Auslöschung androhen dürfen, auch in dieser Situation keine Unterstützung zukommen lassen. Statt die Entwaffnung der Hisbollah ganz oben auf die Libanon-Agenda zu setzen, wird diese Option nicht einmal ernsthaft erwogen.

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Zwar lasse das Mandat durchaus einen "angemessenen und glaubwürdigen" Waffeneinsatz zu, doch werden die Raketenarsenale nicht angerührt. Die Truppe ist viel mehr mit dem Schutz der Bevölkerung und sich selber beschäftigt. Was aber nicht heißt, dass die Hisbollah sich zufrieden zurücklehnen kann. Nein, es gibt Ausnahmen. Wenn sich beispielsweise ein UNO-Soldat nach einer langen Nacht am Tressen stockbesoffen daran macht, zurück in die heimische Kaserne zu schwanken und sich dabei in einen Hauskeller verläuft, indem zufällig Katjuschas lagern, wird er diese selbstverständlich beschlagnahmen.

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Im nüchternen Zustand und im Normalfall dürfte es zu solch unangenehmen Funden aber nicht kommen, denn aktiv soll nicht nach Raketen gesucht werden. Sie sollen eben nur dann konfisziert werden, wenn man zufällig auf sie stößt. Was bei genauerer Betrachtung die Hisbollah dann doch in die Lage versetzt, sich zufrieden zurücklehnen zu können. Und wenn Nasrallah nicht schon aufgrund dieser Regelung jedes Misstrauen gegenüber der Truppe aufgegeben haben sollte - was wahrscheinlich ist - dürfte ihn folgendes endgültig beruhigen. Wie verhält sich die Friedenstruppe, wenn sie die Hisbollah beim Abschuss von Raketen ertappt? So:

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Die Truppe werde die libanesische Armee verständigen "und sollte keine Gewalt einsetzen, auch wenn sie eine strikte Auslegung ihres Mandats dazu bevollmächtigen würde".

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Die Botschaft ist klar, nur nicht die falschen Provozieren. Ist das alles schon ein Armutszeugnis für die Weltgemeinschaft, so verliert sie ihre Glaubwürdigkeit endgültig, wenn die Sprache auf Israel kommt. Nicht nur eine Mehrheit in Europa sieht in Israel paradoxerweise den Kriegsschuldigen, auch in der UNO stößt diese Darstellung auf Zustimmung. Darum heißt es auch in Bezug auf Israel:

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"Doch wenn Israel auf Zivilisten zielt, werden wir Gegenmaßnahmen finden müssen und die Zugangstraßen blockieren oder Beobachter stationieren, auch wenn das sehr gefährlich ist."

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Israel ist nun also die Konfliktpartei, die absichtlich auf Zivilisten zielt. Kann es vielleicht sein, dass das Misstrauen der Israelis gegenüber der UNO primär mit solchen Aussagen zusammen hängt, sowie der Tatsache, dass die Vereinten Nationen regelmäßig antiisraelische Lügen in den Rang von Wahrheiten erheben? Nicht die besten Voraussetzungen für die Stationierung von UNO-Truppen im Libanon.

Dienstag, August 22, 2006

Neulich auf dem Campus:


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Dozentin: Ich reise gerne, vor allen durch asiatische und arabische Länder.

Ich: Waren sie auch schon in Israel?

Dozentin: Nein, Israel boykottiere ich wegen seiner Politik gegenüber seinen Nachbarn. Ich finde es zum Beispiel auch ganz schlimm, was jetzt mit dem Libanon gemacht wird.

Ich: Ich habe da eine andere Meinung zu.

Dozentin: Das dacht ich mir schon.

Ich: Was soll man denn machen, wenn man angegriffen wird?

Dozentin: Von Israel muss verlangt werden können, dass es als zivilisiertes Land anders reagiert.

Ich: Wie soll denn anders reagiert werden, wenn die Raketen schon einschlagen? Die UNO hätte anders reagieren sollen, sie hätte der Hisbollah die Waffen abnehmen müssen.

Dozentin: Das ist sicher ein schwieriges Thema und da können wir ja ein anderes Mal weiter drüber reden, jetzt muss ich aber zum Bus. Aber diese Politik ist falsch und es scheint, als haben die Juden nichts aus ihrer Geschichte gelernt.

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Und da war sie entschwunden und ließ mich mit dem letzten im Gehen ausgesprochenen Satz alleine zurück. Die Juden haben nichts aus ihrer Geschichte gelernt? Jetzt mal ganz außen vor gelassen, dass dieser Vorwurf – vorsichtig ausgedrückt - von einem unverkrampften Umgang mit der Vergangenheit zeugt, geht er doch selbst dann an der Realität vorbei, wenn man Auschwitz tatsächlich als so etwas wie die östlichste Bildungseinrichtung Deutschlands ansieht. Denn, wenn die Juden tatsächlich nichts aus ihrer Geschichte gelernt hätten, warum wehren sie sich dann heute gegen antisemitische Terrororganisationen, statt sich vernichten zu lassen?

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Aber noch spannender ist folgende Frage: Wie kann man mit einem ruhigen Gewissen durch frauenfeindliche und gewalttätige Diktaturen reisen, während man mit der Selbstgefälligkeit eines Ignoranten zielsicher die einzige Demokratie weit und breit mit Boykott straft?

Sonntag, August 20, 2006

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Der Nahostkonflikt eskaliert!!!
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Israel verletzt die Neubewaffnung der Hisbollah...ähh die Waffenruhe



Die wahrscheinlich bizarrste Waffenruhe und der abenteuerlichste Friedensplan die es je gab, humpeln schwer geschunden in den sechsten Tag ihres Bestehens.

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In der Zwischenzeit gab es schon wieder Übertretungen der Vereinbarungen und die vollmundige Versprechung dutzender Staaten, tausende Soldaten in den Südlibanon zu entsenden, harrt weiterhin seiner Realisierung. Es scheint, als ob niemand so richtig weiß, was nun passieren soll. Nichts ist klar, noch nicht einmal auf einen Sieger kann man sich einigen. Hisbollah feiert sich zwar als Gewinner, aber wenn man es schon als Triumph ansieht, nicht völlig vernichtet worden zu sein, kann man viele Siege feiern, ohne das sich davon jemand beeindruckt zeigen müsste.

In Israel sieht die Diskussion erwartungemäß anders aus. Es gibt viele Analysen, die die Vorteile zur Situation vor vier Wochen herausstellen, doch dem Gegenüber auch jene, die Israels Position als geschwächter bewerten.

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Was nun die UNO-Resolution angeht, so droht sie zur Farce zu werden, sollten nicht bald Schritte eingeleitet werden, diese auch in die Tat umzusetzen. Es ist offensichtlich, dass die Hisbollah kein Interesse an einem Frieden hat und wie sollte sie auch? Sie ist eine iranische Züchtung für den Kampf gegen Juden, es gibt keine weitergehende Daseinsberechtigung. Es liegt leider in der Logik der ausgewogenen Berichterstattung, dass man es vermeidet, die Hisbollah auch als die antisemitische Terrororganisation zu benennen, die sie ist, weil ansonsten Israels Aggressor-Image schaden nehmen könnte. Aus diesem Grund wird auch übersehen, dass die Hisbollah schon wieder eifrig dabei ist, die Waffenkammern aufzufüllen.

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Israel vereitelte gestern einen solchen Deal, indem es tief im Libanon angriff. Was bei dieser Kommandoaktion zerstört wurde, waren Waffen, die früher oder später auf Israel abgeschossen worden wären. Es handelte sich also um legitime Selbstverteidigung gegen einen mörderischen Feind, der nicht in erster Linie Israel, sondern die israelischen Juden vernichten will. Die offiziellen Reaktionen darauf, lassen aber befürchten, dass sich an der „Israelkritischen“ Einstellung der UNO nichts geändert hat. Kofi Annan, der sich schon während der Kampfhandlungen mehrmals negativ hervortat, indem er seinem Wunschdenken folgend Israel die Verantwortung für Ereignisse aufbürdete, die dann bei genauerer und nicht ideologiebelasteten Betrachtung diese Eindeutigkeit vermissen ließen, gelang es einmal mehr, alle Vorbehalte, die man in Israel gegenüber den Vereinten Nationen hat, zu bestätigen.

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"Tief betroffen" sei er darüber, sagte er am Samstag in New York. In einer Mitteilung der Vereinten Nationen hieß es, Israel habe mit seiner Militäraktion im Osten des Libanon in der Nacht zum Samstag die Resolution des UN-Sicherheitsrats über das Ende der Feindseligkeiten verletzt.

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Warum nutzt Annan nicht die Gelegenheit, um Syrien und den Iran unmissverständlich klar zu machen, dass die UNO den fortgesetzten Waffentransfer an die Hisbollah nicht akzeptieren kann? Und jetzt weitergedacht: Warum sollte Israel darauf warten, bis die UN-Resolution mal in die Tat umgesetzt wird? Man hat doch gewisse Erfahrungen mit Resolutionen, die den Libanon und die Hisbollah betreffen und die Ergebnisse dieser waren ein vierwöchiger Raketenhagel auf den Norden des Landes. Auch die Zusammensetzung der Friedenstruppe dürfte mittlerweile die anfängliche Begeisterung für die UN-Resolution gedämpft haben.

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Stellt doch Bangladesch momentan mit 2000 Mann das größte Kontingent und feste Zusagen gibt es ansonsten unter anderem von Indonesien und Malaysia. Länder also, die nicht nur keine diplomatischen Beziehungen zu Israel pflegen, sondern deren Regenten sich immer wieder durch hasserfüllte und antisemitische Reden hervortun. Wer glaubt denn ernsthaft, dass Soldaten solcher Länder auch nur einen Finger für die Sicherheit eines Staates krumm machen werden, den sie nicht anerkennen und der als das Feindbild schlechthin gilt? Unter diesen Voraussetzunge scheint vor allen eines gesichert: Die gute und langjährige Kooperation der UNO mit der Hisbollah.

Muss TAZ wirklich sein?



Welchen Daseinszweck die TAZ eigentlich hat, ist nicht ganz klar. Gedacht ist sie offenbar für solche Leser, denen der SPIEGEL zwar zu sehr „Mainstream“ (aber trotzdem Abonniert) ist, die aber gleichzeitig wirklich alternative Medien aus Angst vor ihrem guten Ruf nicht kaufen und nutzen wollen. Ein Hauch von angepasster Rebellion umweht jene, die sich diese Zeitung vornehmlich in den Bahnhofsbuchläden kaufen, um sie dann als Blickfang unter den Arm geklemmt umher zu tragen.

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Im Durchschnitts-TAZler steckt immer auch ein potentieller Wähler der Ökologischen Partei, die er aber aufgrund seines realpolitischen Verstandes niemals wählen würde und stattdessen die GRÜNEN oder die WASG ankreuzt.

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So wie der typische Linke nicht ins Grübeln kommt, warum sich die Nazis mittlerweile von seinen Demonstrationen und Kundgebungen so angesprochen fühlen, kommt auch der TAZ-Leser nicht in Gewissensnot, wenn seine Zeitung mal wieder atemberaubenden Stuss schreibt.

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Steht sie doch für Multikulti, für das Recht auf Andersartigkeit und gegen alle Deutschtümelei, wie sie angeblich und seit jeher vor allen von der Springer-Presse propagiert wird.

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Heute nun präsentierte sich die linke Tageszeitung wieder ganz besonders rebellisch und brach eine Lanze gegen das Spießbürgertum bzw. für das Recht auf Ehrenmord und Scharia. Christian Kortmann forderte in „Die Freiheit Fremd zu sein“ ein Ende aller Integrationsbemühungen und sah darin die einzige Möglichkeit, das künstlerische Potential zu wecken, das in den Parallelgesellschaften steckt.

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Klingt wirr, ist es auch. Dem rhetorischen Taschenspielertrick folgend, ein gar nicht bestehendes Tabu umso mutiger zu brechen, greift er die heilige Kuh des Zeitgeistes an: Die Integration!

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Der Kortmann-Text zeichnet sich durch eine konsequente Missachtung der eigentlichen Problematik aus. Er greift an, wo es nichts zu kritisieren gibt und bleibt stumm, wo er Missstände ansprechen müsste. Gleich zu Beginn setzt er mit einem Allgemeinplatz Akzente:

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„Wer selbst im Ausland gelebt hat, weiß, wie schwierig es ist, in einem Land zurechtzukommen, in dem man Sprache und Sitten erst erlernen muss und in dem man von jedem als Fremder behandelt wird:“

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Niemand bezweifelt das und doch könnte die Integration der eigenen Kinder oder Enkelkinder schneller vonstatten gehen, wenn diese etwas bessere Deutschkenntnisse als die tatsächlich einst in ein fremdes Land eingewanderten Großeltern hätten.

Weil es sich aber um einen TAZ-Artikel handelt, hält man sich erst gar nicht mit den Spießer-Diskussion darüber auf, ob und wenn ja was man den Zugewanderten an Wissen über die neue Heimat zumuten kann. Nein, stattdessen beginnt man sich in pädagogische Philosophie zu flüchten, die zu gleichen Teilen lächerlich und kontextlos ist.

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Am wenigsten wünscht man sich da, von irgendjemandem aufgefordert zu werden, dies oder das zu tun, etwa auf einem Bogen Fragen zur Landeskunde zu beantworten, die einen nicht interessieren. Denn auch das weiß, wer die Fremde kennt: Das Individuum lebt ja überall ähnlich. Egal, wohin es verpflanzt wird, es passt sich nicht vollständig den regionalen Sitten an, sondern richtet vielmehr die eigenen Gewohnheiten anhand der Möglichkeiten der neuen Infrastruktur aus.

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"Das Gerüst eines vertrauten Alltags ist die einzige Konstante im Leben des Entwurzelten???" Typischer TAZ-Satz. Klingt nachvollziehbar, ist aber völliger Stuss. Wie viele Türkinnen kommen denn ohne Kopftuch hier an, nur um kurz darauf tief verschleiert aufzutreten? Da war es nicht das Heimweh nach einem vertrauten Alltag, der diese Verwandlung tätigte, sondern die von der TAZ eingeforderte grenzenlose Freiheit der Nicht-Intergration, die ja vor allen gutes bewirkt. Denn:

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Einige der größten, allseits bewunderten Kulturleistungen wurden von gesellschaftlich Unangepassten und Desintegrierten vollbracht, die an jedem Ort Exilanten waren.

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Man darf gespannt darauf sein, welche genialen Kunstwerke uns die Parallelgesellschaften noch so bescheren werden. Wobei mir eigentlich Antisemitismus, Ehrenmorderde, Zwangsheiraten und Verachtung für die Demokratie schon völlig ausreichen.

Wie Kortmann nun aber auf folgende gewagte Aussage kommt, bleibt wirklich schleierhaft:

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Solcherart gelagerte Fälle hatte Sigmund Freud im Sinn, als er bemerkte, dass große intellektuelle Würfe nur einem einsam arbeitenden Individuum möglich seien.

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Ist es bei der TAZ eigentlich Ehrensache, einen einmal zugesagten Artikel auch um jeden Preis zu veröffentlichen, selbst wenn sich dessen Inhalt als, nun ja, sinnloses Geschwafel herausstellt? Wer weiß, auf jeden Fall wird es noch schlimmer. Singt der gute Mann doch plötzlich das Hohe Lied auf den Individualismus und betätigt sich zugleich als Kulturrelativist.

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[…] gilt es in diesen Tagen […] an den kulturellen Wert von Individualismus und Desintegration zu erinnern. Denn die von der Mehrheit definierte und gewünschte Norm ist nicht per se erstrebenswert. Von ihr geht nämlich seit jeher ein immenser Druck aus, Außergewöhnliches zu stutzen, um es ins herrschende Mittelmaß einzupassen.

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Nun geht es Schlag auf Schlag und man ist plötzlich mitten drin im verdrehten Weltbild derer, die Ursache und Wirkung gerne ebenso verwischen wie Terror und Krieg.

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Für den kulturellen Fortschritt ist es aber umso wichtiger, dass der Einzelne genug Eigensinn an den Tag legt, um seine Ideen durchzufechten, auch wenn es dafür keinen Applaus gibt. Durch mehr Mut, Andersartigkeit und Desintegration zuzulassen, würde die Gesellschaft innovative Impulse gewinnen. Sie würde das de facto vorhandene, bislang verschmähte Potenzial der so genannten Parallelgesellschaften nutzen, die dort entstehen, wo sich mehrere Desintegrierte zusammentun.

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Dieser Absatz ist im Übrigen auch ein Widerspruch zur Grundaussage des Artikels. Warum hat die böse Mehrheitsgesellschaft denn noch nichts von den innovativen Impulsen bemerkt, die sich entwickeln, wenn Desintegrierte sich zusammentun? Sie wurden doch bisher in Ruhe gelassen.

Was gibt es sonst noch zu sagen? Ach ja zum Beispiel das:

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Parallelgesellschaften sind nicht das Hauptproblem des Staates, sondern Thinktanks der Vielfalt und deshalb eine der erfreulichsten Erscheinungen im Deutschland der Gegenwart.

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Und das

Wer sich die Mühe macht, genauer hinzuschauen, erkennt, dass sich hinter jeder Parallelgesellschaft ein reiches Paralleluniversum mit eigenen Regeln und Mythen verbirgt.

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Und das (kein gesellschaftskritischer Text ohne Seitenhieb auf den Klassenfeind der CDU)

die Gesellschaft immunisiert gegen reaktionäre Fantastereien von "deutscher Leitkultur" und "Schicksalsgemeinschaft", in die, wie der CDU-Politiker Volker Kauder meint, Einwanderer sich zu fügen hätten

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Und das (dutzende Ehrenmorde bestätigen diese harmonische Sichtweiße)

Im Grunde leben wir doch alle parallel nebeneinander her, in relativ harmonischer Desintegration.

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Warum ein Migrant etwas Ahnung von der deutschen Geschichte haben sollte, ist Unverständlich und…aus dieser Perspektive erscheinen Landeskunde-Fragebögen und Integrationskurse als Bedingung für die Einbürgerung vollends lächerlich.

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Lächerlich und ärgerlich sind vor allen solche Artikel, die an der eigentlichen Problematik vorbeigehen und in Fantasieschlachten gegen nicht existente Gegner, die immer von der CDU und der BILD angeführt werden, schlagen. Niemand fordert vom Dönerbudenbesitzer, dass er plötzlich weiß, wer der dritte deutsche Bundespräsident war. Es geht doch darum, dass es tatsächlich Probleme mit Parallelgesellschaften gibt, die in der Gefahr stehen, sich endgültig von der Außenwelt abzukapseln. Aus diesen Milieus sind weder irgendwelche schöpferischen Leistungen zu erwarten, noch eine Stärkung des demokratischen Pluralismus. Es gibt junge Deutsche, deren Großeltern in den 1970er Jahren nach Deutschland kamen und die heute schlechter Deutsch sprechen als ihre Großeltern. Nun liegt es für die TAZ zwar auf der Hand, dieses Problem vor allen aus dem Blickwinkel der damaligen katastrophalen Unterkünfte für die Arbeitsemigranten zu analysieren, doch für alle anderen (die CDU-höriger Springer-Presse eingeschlossen) stellt sich viel mehr die Frage: Was nun? Wie kann diesem Trend entgegengewirkt werden. Darüber wird nun diskutiert und dabei handelt es sich sicherlich um ein bedeutsames Problem, das nicht auf die lange Bank geschoben werden kann. Doch der TAZ ist das egal, sie stellt sich, ganz Querulant und Individualist, dieser Diskussion erst gar nicht und beschränkt sich aufs mosern.

Und da ist sie wieder ganz in der Tradition der Linken. Kritisieren ist immer leicht, wenn man sich gleichzeitig weigert, Gegenentwürfe vorzustellen.

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