Sonntag, August 13, 2006

Die Kinder sind die Opfer und die Medien die Verlierer

Morgen früh sollen nun also die Waffen schweigen. Es scheint noch zu früh zu sein, darüber zu spekulieren, welche Seite nun als Sieger aus diesem Konflikt hervorgeht. Wobei zu fürchten ist, dass die Hisbollah nicht zuletzt durch die am Wochenende in Gefechten und durch einen Hubschrauber Abschuss getöteten Soldaten zumindest auf arabischer Seite endgültig als Gewinner betrachtet wird und bei manch anderem vielleicht Gelüste weckt, es nun auch mit diesem offensichtlich besiegbaren Gegner aufzunehmen. Man kann wohl auch davon ausgehen, dass in Israel spätestens um 07.01 Uhr morgen früh Olmert und Peretz mit ziemlich unangenehmen Fragen konfrontiert werden.

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Nicht nur das Militär scheint von ihrer Strategie enttäuscht zu sein und wirft ihnen den zögernden und viel zu späten Einsatz von Bodentruppen vor, auch die Bevölkerung wird wohl wissen wollen, weshalb es nicht gelang, den Beschuss auch nur für einen einzigen Tag zu stoppen.

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Ein Verlierer steht aber schon jetzt fest. Es ist die Presse. Man muss die Berichterstattung als weitere Kapitulation vor dem islamistischen Fundamentalismus betrachten. Erst im Januar verleugnete man die Pressefreiheit und knickte vor einem hasserfüllten Mob ein, der damit durch den Einsatz von Gewalt das Recht auf Meinungsfreiheit ausstach. Nun gab man erneut nach. Es wurde nicht gewagt, die Hisbollah als das zu benennen was sie ist: eine antisemitische Terrororganisation, die alles diesem Ziel unter ordnet. Jedes von ihr geleitete Krankenhaus und jede Schule steht im Dienste dieser Ideologie. Es ist nicht Menschenliebe sondern mörderischer Judenhass, der den Aufbau dieser Institutionen motiviert. Dort wird für den Kampf gegen Israel rekrutiert. Und nicht wenige der zumeist armen Menschen, die sich in einem Hisbollah-Krankenhaus behandeln lassen, sehen keine andere Möglichkeit ihre Dankbarkeit auszudrücken, als dadurch, gegen das "zionistische Gebilde" vorzugehen.

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Kaum einmal fanden diese Tatsachen den Weg in die Zeitungen oder Nachrichtensendungen (von solchen Bildern ganz zu schweigen). Stattdessen wird die Hisbollah wahlweise als humanitäre Organisation mit militärischem Arm beschrieben, als eine politische Partei oder als einziger ehrlicher Vertreter der schiitischen Interessen. Bravo und die NSDAP war ja auch nur eine Arbeiterpartei die sich für die sozialen Belange seiner Wähler einsetze und nur am Rande das Ziel verfolgte, die Judenfrage zu endlösen.