Donnerstag, August 17, 2006

Eine nicht so schlimme Besatzung (warum auch immer)


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Die antiisraelische Kritik wirft Israel gerne vor, den Palästinensern die Lebensgrundlage entziehen zu wollen. Siedler wollen im Gazastreifen und dem Westjordanland die mit der Scholle verwachsene Bevölkerung vertreiben. Nach und nach verlieren die Palästinenser so ihre nationale und kulturelle Identität und werden durch die Besiedlung und damit einhergehende Vertreibungen erst zu einer Minderheit, ehe sie dem zionistischen Traum eines Groß-Israel endgültig weichen müssen. Der Haken an diesem Planspiel ist nur, dass er von der Wirklichkeit keine Unterstützung erhält. Es gibt keine Siedler mehr im Gazastreifen und auch israelische Friedensvorschläge, wie 2000 in Camp David, die zu einem palästinensischen Staat geführt hätten, lassen sich nur schwer mit einer solchen paranoiden Vorstellungen vereinbaren.

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Nun ist es interessant zu sehen, dass es aber sehr wohl Weltgegenden gibt, in denen eine Besatzungspolitik betrieben wird, die dem Ziel folgt, eine Bevölkerung zur Minderheit in der eigenen Heimat zu machen. Durch Bevölkerungstransfers und brutale Militärgewalt. Beispielsweiße in Tibet. Was diesen Konflikt aber von Israel–Palästina unterscheidet und weswegen er auch nicht in der Öffentlichkeit thematisiert wird, lässt sich mit zwei Anmerkungen erklären:

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1.) Die Täter sind keine Juden.

2.) Die Tibeter machen den Fehler, dass sie sich nicht in Menschenmenge in die Luft sprengen.

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Wie oft hört man in den Medien schon etwas über die Situation der Tibeter? Sehr, sehr selten und wenn doch, dann nur über den Umweg des Dalai Lamas, der dann irgendwelche lauwarmen Weißheiten für ein glückliches Leben, aber keine für die Befreiung seiner Volkes in die Kameras von Kerner und Beckman lächelt.

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Heute erschien nun doch einmal ein Artikel zu Tibet bei SpiegelOnline und der behandelt das Thema recht vorsichtig. Keine vorschnellen Verurteilungen Chinas für die jahrzehntelange Unterdrückung eines Volkes und auch kein böses Wort zur Bekämpfung der tibetischen Kultur. Stattdessen überwiegt das Lob für ein Bauwerk, dass Tibet endgültig seiner kulturellen Identität berauben könnte. Dies freudige Ereignis liest sich dann u.a. so:

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Mit der Strecke hat eine neue Zeitrechnung auf dem Himalaja begonnen, mit ihr ist Tibet näher an den Rest der Welt gerückt. Bewohner und Besucher müssen sich nicht mehr über steile Straßen durch die Berge quälen oder teure Flugtickets bezahlen. Der Zug ist billig und bequem, von Peking dauert die Fahrt nur 48 Stunden.

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Es wäre nur fair, den Tibetern mal ganz ernsthaft nahe zu legen, den Selbstmörderkult in ihre Religion zu integrieren. Nach zwei, drei Blutbädern dürften sie sich über wesentlich mehr weltweites Interesse freuen können… obwohl Vorsicht, einen Unterschied gibt es schon zwischen der Situation der Tibeter und der Palästinenser: China ist nicht Israel! Was soviel heißt wie: ob von Tibet nach einer Vergeltungsaktion Chinas noch etwas übrig bleiben wird, ist recht fraglich.

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Linktipp:

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Für alle PACE-Menschen sei dieser Link empfohlen: http://www.tibet-initiative.de/frames.html . Da werden auch Mahnwachen organisiert und es wird auf die Unterdrückung eines Volkes hingewiesen. Soweit also nichts neues. Doch wie gesagt, es gibt ein paar Unterschiede zum friedenbewegten Konsens. 1.) Es geht nicht gegen die Amis. 2.) Es geht nicht gegen Israel. 3) Mahnwachen für Tibet besitzen nicht den zynischen Charme einer solchen für die Hisbollah. 4.) Auch wenn die Friedensbewegung immun gegen antisemitische Strömungen ist, hier noch einmal in aller Deutlichkeit: Es geht nicht gegen Juden. Sorry.

2 Comments:

At 18 August, 2006 09:45, Anonymous Anonym said...

Was an der hinterwäldlerischen "Kultur" der Tibeter so erhaltenswert sein soll, weiß ich nicht besteht sie doch vor allem aus religiösem Mummenschantz und mittelalterlichen Herrschaftsstrukturen. Dem hat China zum Glück(leider nicht konsequent genug!) einen Riegel vorgeschoben.
Allen Freunden Tibets sei das Buch von Colin Goldner "Fall eines Gottkönigs" empfohlen.

 
At 18 August, 2006 19:47, Anonymous Anonym said...

da ist die palästinensiche natürlich bedeutender. besteht sie doch vor allen aus lügen die zu mythen werden (rückkehrrecht, vertriebene urbewohnerschaft palästinas) und selbstmordattentaten. nicht zu vergessen terror, korruption, und unterdrückung nicht-muslimischer menschen (man beachte den nicht ganz freiwilligen exodus der christen, die nun erstmals seit 2000 jahren in nazareth keine mehrheit mehr stellen.)

was mein anonymer vorredner damit aussagen wollte, wird nicht ganz klar. aber wenn ich ihn richtig verstehe und er freiheit und selbstbestimmung nur für "hochkulturen" für richtig hält, hat er wohl auch wenig sympathien für eine eigenstaatlichkeit der palästineser. um es auf dne punkt zu bringen: ein kranker und rassistischer beitrag, der am thema auch völlig vorbeiging.

 

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