Donnerstag, August 17, 2006

Wer berät Großbritannien eigentlich in islamischen Angelegenheiten?


.

Ein guter Artikel aus der Zeit. Er macht deutlich, mit welchen Repräsentanten des Islam man in Großbritannien zu einem Konsens zu kommen versucht. Verlierer dabei ist die Mehrheit der stillen und moderaten Moslems. Für welches Weltbild Mockbul Ali, der wichtigste Berater für islamische Angelegenheiten, steht, lässt folgende Textpassage erahnen:

.

Als graue Eminenz, die den Kurs des Außenministeriums in London maßgeblich bestimmt, wurde Mockbul Ali identifiziert, ein junger, 26 Jahre alter Akademiker, den der frühere Außenminister Jack Straw als Berater für islamische Angelegenheiten installiert hatte. Offenbar wusste der Minister nicht, dass Mockbul Ali in seinen Studentenjahren scharf islamistisch eingefärbte Artikel verfasst hatte. So begrüßte er nach dem 11. September 2001 "den Terrorismus als befreiende Kraft", um ein Jahr später, nach dem ersten Selbstmordattentat einer jungen Muslimin in einem israelischen Supermarkt, ihre "heroische Operation" zu preisen und sie als Vorbild "für jede palästinensische Frau" zu bezeichnen.

.

Auch das Fazit des Artikels ist absolut richtig. Es lohnt sich ihn zu lesen!

.

Der Weg des Dialogs, für den sich das Londoner Außenministerium entschied, erscheint unter solchen Bedingungen wie eine fatale Mischung aus zynischer Realpolitik – nach dem Motto, die Islamisten werden künftig die Macht in vielen Ländern erobern, also stellen wir uns darauf ein – und gefährlicher Beschwichtigung. Die Gefahr des totalitären Islamismus wird verharmlost; man legitimiert eine reaktionäre Deutung des Islam, ignoriert die große Mehrheit der moderaten Muslime und fördert so letztlich genau jene muslimische Parallelgesellschaft, die man verhindern will.