Samstag, September 30, 2006

Warum Heine kein Deutscher war


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Im Nationalsozialismus wurde Heinrich Heine von Germanisten nachgewiesen, dass seine Sprache nicht deutsch, sondern jiddisch sei. Davon zeuge schon der erste Vers der Loreley: „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“. Ein deutscher Mann hätte geschrieben: "Ich weiß nicht, was es bedeuten soll".

Nicht nur wiesen die Germanisten diese sprachlichen Unzulänglichkeiten nach, nein, sie zeigten ebenso auf, was geschieht, wenn die Verse in Heines jiddischer Fassung gelesen werden und zwar folgendes: "Sofort fahren uns die Worte in die Arme und zwingen uns zu einem Zucken der Achseln, während die Handflächen auseinander gehen: eine typisch jüdische Geste."
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Wer übrigens Lust darauf hat, seine Achseln zucken zu lassen, dem sei das Buch "Der Fall Heine" von Marcel Reich-Ranicki empfohlen. Es enthält vier sehr gut geschriebene und außerordentlich informative Essays über den Dichter.

Freitag, September 29, 2006

Gleiche Rechte für den Iran – Gleiche Pflichten für den Iran


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„Warum soll der Iran keine Atombombe haben dürfen, wenn doch auch die Israelis welche haben?“ So lautet das gewichtigste Argument derer, die Ahmadinedschad unbedingt seinen Wunsch eines nahöstlichen Holocaust erfüllen wollen.

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Diese Feststellung ist natürlich zu gleichen Teilen inkonsequent, antisemitisch und rassistisch. Inkonsequent, weil der Iran sich vertraglich verpflichtet hat, keine Atomwaffen zu bauen. Antisemitisch, weil die Unterstützung eines Judenhassers nun Mal antisemitisch ist. Rassistisch, weil vom Iran die Einhaltung elementarer Menschenrechte nicht eingefordert wird.

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Eigentlich müsste es nämlich heißen: „Ja, der Iran darf alles haben, was Israel hat…sobald der Iran auch bietet, was Israel bietet. Unter anderen:

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- Freie Meinungsäußerung

- Redefreiheit

- Versammlungsfreiheit

- Religionsfreiheit

- Pressefreiheit

- Demokratie

- Gewerkschaften

- Unabhängige Justiz

- Freie Wahlen

- Gleichberechtigung von Frau und Mann

- Lebensrecht für Homosexuelle

- Bikinis am Strand

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All diese Errungenschaften stellen ebenfalls Unterschiede zwischen Israel und dem Iran dar. Wäre es also nicht angebracht, zuerst die Gleichbehandlung in solchen Fragen einzufordern, bevor man sich für iranische Atomwaffen einsetzt? Aber wie so oft geht es den Unterstützern solcher Terrorregime nicht um das Wohl der Menschen, sondern darum, Verbrecher glücklich zu machen.

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Der Iran sollte also an dem Tag die Atomwaffe geschenkt bekommen, an dem Ahmadinedschad als Schirmherr des Christopher Street Day Teheran den Umzug eröffnet und danach klarstellt: „Ich mach Urlaub in Israel und das ist auch gut so!“ (Wobei in einem solchen Iran dann aber niemand mehr Interesse an Atomwaffen hätte. Für was auch?)

Donnerstag, September 28, 2006

SIE sind (wieder!) überall – man muss nur genau hingucken!

Borat - Der Film


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Am Montagabend besuchte ich in Frankfurt eine Vorpremiere zum Film Borat. Wem zu diesem Namen nichts einfällt, der hat eine gravierende und eigentlich unentschuldbare Wissenslücke. Borat ist ein kasachischer TV-Moderator, der für sein Heimatland durch die USA reist. Sasha Baron Cohen dachte sich diesen Charakter aus. Bekannter wird Cohen den meisten unter dem Namen seiner Kunstfigur Ali G. sein.
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Borat hat mit diesem arroganten und überheblich dummen Rapper wenig gemeinsam. Er ist ein einfacher Mann, der stolz auf Kasachstan ist und von der Welt keine Ahnung hat. In Borat berichtet er nun aus den USA, er lernt Land und Leute kennen und gerät dabei in einen ebenso aberwitzigen wie unterhaltsamen "Clash of Cultures". Borat ist definitiv einer der originellsten und auch anstößigsten Filme des Jahres und sticht durch seine wunderbar politisch inkorrekte Art aus der grauen Masse normaler Komödien hervor.
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Bisweilen werden dabei ganz eindeutig Grenzen überschritten, die (mindestens in Deutschland) bisher nicht angetastet wurden. Vor allen die regelmäßigen Witze auf Kosten von Juden, die mit üblen antisemitischen Klischees arbeiten, dürften in ihrer Deutlichkeit überraschen. Wenn Borats Begleiter aus dem Grund einen Flug von New York nach Los Angeles ablehnt, weil er fürchtet, dass „Die Juden wieder so was machen wie am 11.September.“, ist das noch einer der harmloseren Scherze.

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Weil Borat ein zutiefst antisemitischer, frauenfeindlicher und Homosexuellenhassender Mann ist, kommt es permanent zu solchen Provokationen. Feministinnen brechen empört ein Gespräch mit ihm ab, ein Priester verlässt unter Protest das Zimmer, als Borat zum Abendessen eine Prostituierte einlädt und das Haus einer jüdischen Familie verlässt der Kasache überstürzt, nachdem er davon überzeugt ist, dass die Hausbesitzer in Form von Kakerlaken über den Fußboden krabbeln.
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Der Film orientiert sich sehr, sehr lose an einer sehr, sehr losen Handlung. Ankunft in New York, dann irgendwann reise nach Los Angeles, dann Rückflug nach Kasachstan und zwischendurch ständig skurrile Erlebnisse. Wobei die Szenen, in denen Borat mit „echten“ Menschen zusammentrifft, noch Mals viel besser als die einstudierten sind. Die Besuche bei einem Humorlehrer, das Gespräch mit dem Rodeochef oder die Fahrstuhlfahrt mit dem Hotelbediensteten, sie alle besitzen unglaublich viel Situationskomik.
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Sicherlich wird nicht jedem dieser Humor gefallen. Doch egal was man von diesem Film hält, eines kann man Cohen sicher nicht vorwerfen: dass er nicht konsequent ist. Seine Gags sind tatsächlich nicht von der harmlosen Sorte. Aber sie erschöpfen sie sich nicht in plumpen Provokationen, sondern sind oft so subtil angelegt, dass der Gegenüber Aussagen tätigt, die er so wohl sonst nie vor laufender Kamera ausgesprochen hätte. Außerdem funktionieren die Witze niemals auf Kosten von Schwächeren, was durchaus einen wohltuenden Kontrastpunkt zum gängigen Humorverständnis darstellt.
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Borat wartet mit vielen gelungenen Szenen auf, sodass jeder Fan der Serie sich auch hierbei amüsieren kann, während Kinogängern, die bisher nichts von diesem aufrechten Kasachen wussten, danach geneigt sein könnten, sich die Serie zu organisieren.
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Zwei ganz besondere Höhepunkte warten auf den Zuschauer.

Zum einen ein minutenlanger Kampf zwischen Borat und seinem Assistenten: In einem Hotel, nackt, unzensiert, in wechselnden Stellungen, im Zimmer, im Fahrstuhl, im besetzten Kongressraum. Nie lagen lachen und Ekelgefühl so nah beieinander.
Zum anderen die Begegnung Borats mit Pamela Anderson. Er will sie heiraten und möchte dies auf kasachische Art tun. Dafür geht er zu einer Autogrammstunde und spricht dort seine Wunsch direkt an. Als sie den Heiratsplan freundlich aber bestimmt ablehnt, greift Borat zu härteren Maßnahem. Was genau er macht, verrate ich nicht. Nur soviel: In diesem Zusammenhang kommt ein Sack zum Einsatz, Pamela Anderson stürmt hysterisch über einen Parkplatz und Borat wird am Ende in Handschellen abgeführt.
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Wer gut unterhalten werden möchte, sollte diesen Film gucken! Mit Borat ist Cohen erneut eine witzige Figur geglückt, die nun ebenso wie Ali G. auf die große Leinwand darf. Wobei der Unterschied ist, dass Ali G. unfassbar schlecht war, während Borat äußerst unterhaltsam ist und von einem Humor lebt, der selten ist. Guter Humor eben. Also reingehen und sich amüsieren.

Montag, September 25, 2006

Die Neunzehn Gebote der Islamisten

Ob der Islam nun wirklich nichts Humanes in die Welt gebracht hat weiß ich nicht und ist mir auch egal. Falls ja, kann es aber kein besonders wichtiger Beitrag für Moral und Ethik gewesen sein. Diese Gebiete wurden schon ziemlich erschöpfend von den Juden bedient und danach von den Christen ausgeschmückt. Mir fällt auf jeden Fall keine islamische Idee ein, die mit den Zehn Geboten oder der Nächstenliebe vergleichbar wäre. Na ja, aber was ich weiß, ist, dass die Islamisten sehr wohl Neuerungen einführten. Wie diese Aussehen, kann hier nachgelesen werden: Die Neunzehn Gebote der Islamisten.

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Übrigens: Allen, die Angst vor einer Islamisierung Europas haben, sei dieser Artikel empfohlen. Lesen, verstehen, sich klar machen, dass "normale" Moslems von den Islamisten genauso abgestoßen sind wie alle anderen auch und dann gemeinsam mit ihnen weiterhin in liberalen Demokratien leben: Kirche an Moschee an Fitnessstudion an Bordell an Kino. Jedem, wie es ihm gefällt und ohne anderen seine Lebensweise aufdrängen zu wollen.

Hatten wir das nicht alles schon einmal???

Schade, im umgekehrten Fall hätten sich alle Spinner und "Israelkritiker" Mal wieder so richtig empören können: „Ausgehverbot für Moslems, israelische Araber werden wie Tiere eingepfercht und bekommen die elementarsten Grundrechte nicht zuerkannt. Kennen wir das nicht alles schon, ist das nicht das Warschauer Ghetto? Ja, das ist es!!!“

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Wie gesagt, schade, dass es eben nicht um die arabischen sondern jüdischen Israelis geht. Aber der nächste Pogrom oder Holocaust an den Arabern kommt bestimmt, da können sich Neudeck, Blüm und Avnery sicher sein. Vielleicht nicht heute, aber dann ganz bestimmt schon wieder morgen oder spätestens am Freitag. Anlässe gibt es genug.

Peter Altenberg - Der Stammvater aller Blogger! *


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In Literatur und Film wird immer wieder versucht, so genannte “Originale“ zu entwickeln. Völlig verrückte, überdrehte Typen, die sich in kein Schema pressen lassen und ihre Umwelt durch ihre selbstbewusste Andersartigkeit verunsichern.

Vor allen fürs humoristische Fach sind solche Charaktere unverzichtbar. Doch egal wie überdreht die Ergebnisse schließlich ausfallen mögen, sie werden von der Realität dennoch in den Schatten gestellt. Warum, kann exemplarisch am Beispiel Peter Altenberg dargestellt werden.

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Geboren wurde er 1859 in Wien als Richard Engländer, Kind assimilierter jüdischer Eltern. Seine Matura bestand er erst im zweiten Anlauf nachdem er zuvor durchgefallen war, weil er meinte, dass Aufsatzthema "Der Einfluss der Neuen Welt auf die Alte" erschöpfend behandelt zu haben, wenn er nur ein Wort aufschreibt: Kartoffel!

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Im Anschluss daran folgten mehrere Versuche, ein Studium erfolgreich zu absolvieren, sowie eine Buchhandelslehre in Stuttgart. Keine dieser Ausbildungen beendete er. Davon überzeugt, dass diese Misserfolge Ausdruck einer Krankheit seien, suchte er Ärzte auf und schließlich bestätigte ihm ein Psychiater eine "Überempfindlichkeit des Nervensystems." Mit der Familie kam Altenberg überein, dass unter diesen Umständen die Belastungen eines normalen Berufslebens für ihn nicht zumutbar wären. „Meine Unfähigkeit zu lernen ist pathologisch!“, brachte er seine Berufsunfähigkeit auf den Punkt.

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Zu seinem Pseudonym kam Altenberg übrigens aus Protest gegen die damals gängigen Geschlechterrollen. Er beobachtete, wie männliche Freunde ihre Schwestern als "Dienerinnen" nutzen, die ihnen die Mahlzeiten servieren und die Schuhe abnehmen sollten. Außerdem wurden den Mädchen Männernamen gegeben. Über diesen Raub der weiblichen Identität empörte sich Altenberg so sehr, dass er es nicht beim Verfassen von Gedichten beließ, sondern aus Solidarität seinen Namen von Richard Engländer in Peter Altenberg änderte. Peter, weil so eines der Mädchen gerufen wurde, Altenberg, weil der Ort, wo sich das abspielte, so hieß.

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Weil er also keinem bürgerlichen Beruf nachgehen durfte, entwickelte er seinen eigenen Lebensrhythmus und verlegte seine Aktivitäten in die Nacht. Zumeist saß er in Wienern Kaffeehäusern. Sogar seine Post ließ er sich dorthin schicken. Noch heute erinnert eine Pappmachefigur von ihm im Cafe Central an den einstigen Stammgast.

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Altenberg verfasste in diesen Lokalitäten auch seine literarischen Schriften. Skizzenhafte Eindrücke, die teilweiße einem Telegrammstil aber keiner Tradition folgten. Dies spaltete die Leserschaft natürlich. Neben Bewunderern hatte er es auch immer mit Kritikern zu tun, die ihm zum Teil jedes Talent absprachen. Unter anderen seinen Vater, der zu den literarischen Ambitionen nur zu sagen wusste: "Aber du, kaum fängt es an, ist es bereits zu Ende! Und um was dreht es sich? Kein Mensch weiß es. Es tut mir leid, in das werde ich mich nie hineinleben. Wieviel verdienst du wenigstens mit diesen Sachen?"

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Auch bot sein knapper präziser Stil Raum für Missverständnisse, so seufzte Altenberg: "Meine Sachen haben das Malheur, dass sie immer für kleine Proben betrachtet werden, während sie leider bereits das sind, was ich überhaupt zu leisten imstande bin."

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Bald stellten sich tatsächlich erste Erfolge ein. Der S. Fischer Verlag brachte den Erstling "Wie ich es sehe" heraus und Altenberg fand eine Anstellung als Opernkritiker. Für ihn Grund genug, von nun an immer ein Opernglas bei sich zu tragen. Nachdem dann die Unterstützung durch die Familie entfiel, weil die väterliche Firma Konkurs anmelden musste, verstand es sich von selbst, dass seine Freunde ihn von nun an finanziell unterstützen würden. Regelmäßig kamen Spendenaufrufe zugunsten des armen Künstlers heraus. Altenberg verstand es aber auch, sich nicht als Bittsteller, sondern als Forderer in Szene zu setzen. Hugo von Hoffmansthal schrieb an dessen Verlag:

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"Von Altenberg erhielt ich unlängst einen lebhaften Dankesbrief, in welchem er seine 'näheren Freunde' beschuldigt, ihn verhungern zu lassen. Da er ein sehr unsicherer Herr ist und gar anderen erzählt, ich ließe ihn verhungern, so bitte ich Sie, schreiben Sie mir gelegentlich wie viel Sie ihm monatlich schicken, damit ich vor mir selbst darüber ruhig bin. Ich weise Ihnen dieser Tage abermals 360 Kronen an".

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Dabei wusste Altenberg durchaus zu trennen zwischen der Hilfsbereitschaft seiner Freunde ihm gegenüber und der eigene Unterstützung für Freunde in Not andererseits. Als Karl Kraus einmal von einem Mann übel zusammengeschlagen wurde, weil er über ihn negativ geschrieben hatte, mischte Altenberg sich nicht ein, achtete darauf, nicht von den umher fliegenden Stühlen getroffen zu werden und trank mit den Worten „Solche Verrückten…“, die Champagnergläser der Streitenden leer.

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Nach Altenbergs Tod reagierten einige Mäzene durchaus verbitterte, als sich der angebliche Mittelose als Wohlhabender Mensch herausstellte. Er vermachte ein kleines Vermögen an die Wiener Kinder-Schutz- und Rettungs-Gesellschaft. Wobei er von diesem Wohlstand selber tatsächlich nicht profitierte, scheinbar beließ er jeden Gulden, den er zur Bank brachte auch dort. Als er einmal auch seine letzten Ersparnisse auf die Bank getragen hatte, schrieb er seinem Bruder ein verzweifeltes Telgram: "Lieber Georg, schicke mir 100 Kronen, habe mein ganzes Geld auf die Postsparkassa getragen und starre nun dem Hungertod entgegen".

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Der Exzentriker Altenberg zeigte sich jedem Beobachter schon in Form seiner Mode. Er gilt als Erfinder der Freizeitkleidung. Eine ihm angenehme Ausgehkluft sah folgendermaßen aus: Sandalen, lederner Leibgurt, grellbunte Wäsche.Obwohl er dadurch schon einen Status als Sonderling erlangte, entgegnete Altenberg einem Polizisten auf den Hinweis „Sie machen zu viel Aufsehen!“ bedauernd „Zu wenig, zu wenig!“

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Dass diese Bekleidung mehr war als nur ein Ruf nach Aufmerksamkeit wird an Altenbergs Reaktionen auf subtile Versuche deutlich seinen Stil zu ändern. Der Freund Adolf Loos wollte ihm einmal einen Anzug schenken und wurde entrüstet zurechtgewiesen:

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"Du wolltest also nicht mir eine Freude machen mit dem neuen Anzug, nicht mir einen Freundschaftsdienst erweisen, sondern wolltest nur, in frech-tyrannischer Art, mich zwingen, meinen unantastbaren Geschmack deinem verfehlten elenden verkommenen, den idiotischen Engländern und Amerikanern abgeguckten, irrsinnigen, wider-sinnigen Geschmack anzubequemen. Mich wirst du nicht blöd machen, du Modetorheit-Gigerlster aller Gigerln!"

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Überhaupt fiel ihm zur Mode nicht viel Gutes ein: "Die Mode ist ein ästhetisches Verbrechen. Sie will nicht das Endgültig-Gute, das Endgültig-Schöne. Sie will immer nur etwas Neues."

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Neben seiner Vorliebe für exzentrische Kleidung, besaß er noch ein weiteres Hobby. Er sammelte leidenschaftlich gerne Spazierstöcke. In wunderschönen Worten wusste er dies auch zu begründen:

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"Ich gebe zu, dass ich einen Fanatismus für besonders aparte Spazierstöcke besitze, vielleicht sogar der Beginn eines kommenden Irrsinns, wobei man dann an schönen Spazierstöcken seine ganze Lebensfreude hat! Der Wald, der See, Frühling und Winter, die Frau, die Kunst versinken, und es bleibt dir als einzig Lebenerfüllendes: Der schöne Spazierstock."

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Er bezeichnete sich selber als einen Stock-Narren. Mit diesen Stöcken spazierte er aber an allerliebsten und ausschließlich durch sein geliebtes Wien. Als er von Freunden einmal zu einer Reise nach Salzburg und Innsbruck überredet wurde, quälte ihn die fremde Umgebung so sehr, dass er ausrief: "Die Schurken sollen auf ewig verflucht sein, die mich zu dieser Reise zwangen!"

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Wie es sich für ein solches Original gehört, verliefen auch seine Frauenbeziehungen alles andere als normal. Als er sich erfolglos um eine Schauspielerin bemühte, die sich dann schließlich für Adolf Loos entschied, gab er zuerst seine Zusage, als Trauzeuge zur Hochzeit zu erscheinen, nur um den Termin dann doch platzen zu lassen. Die Ehe scheiterte bald darauf, weil die Frau eine Beziehung zu einem 19-jährige hatte. Dieser wendete sich Hilfe suchend an Altenberg und der gab ihm den verhängnisvollen Ratschlag: "Stirb, sie ist eine Göttin"

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Noch zwei weitere Male sollte er gegenüber Adolf Loos den Kürzeren ziehen und eine umworbene Frau an ihn verlieren. Altenberg verehrte zwar die Frauen im Allgemeinen, doch die jungen Mädchen im Besonderen: "Eine Frau ist immer zu alt, aber nie zu jung! Das Gesetz schreibt uns vor: von vierzehn an! Aber das Gesetz ist nicht von Künstlern entworfen. Unser Geschmack sagt: In jedem Alter, wenn du nur sehr schön bist! Freilich heißt es da wie in der Bibel: er hatte ein Auge auf sie geworfen! Aber wirklich nur das Auge, dieses ideale Lustorgan!"

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Vor allen die letzte Aussage ist für Altenbergs Wesen wichtig. Tatsächlich erschöpfte sich seine Verehrung für junge Mädchen ausschließlich auf das optische, er hatte keinerlei Motivationen, sich ihnen körperlich zu nähern. Dies ist wichtig festzuhalten, weil Bekenntnisse wie „Kind-Mädchen, ich liebte Dich unermesslich!" oder “Märchen meines Lebens, holdeste Fee, allerzarteste Vierzehnjährige!“ anderes vermuten lassen könnten.

In seiner Wohnung diente das Bett zugleich als Schreibtisch, weswegen er einem Fotografen, der auch gerne ein Stück des Schreibtisches mit aufs Bild nehmen wollte, entgegnete:

"Nehmen sie ein Stück von dem Bett dazu!"

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Altenberg schrieb zumeist nachts oder in den frühen Morgenstunden und las seine Texte grundsätzlich nicht Korrektur. Irgendwann begann sich sein ungesunder Lebensstil aber bemerkbar zu machen und immer öfters folgten Klinikaufenthalte. Dass er auf die Ärzte nicht recht hören wollte, wird klar, wenn man sich an sein Versprechen erinnert: Nun heißt es, die verlorene Zeit hinter stupiden Kerkermauern, 7 Monate, einzubringen. Sich verlieben und saufen. Es gelang mir. In derselben Freiheitsnacht war ich mit Anna, und trank 25 Flaschen Bier. Dann schrieb ich mein Buch 'Fechsung'". Die Ärzte hatten ihn zuvor entlassen und betont, dass er sich unbedingt schonen müsse.

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Er erholte sich darum nie mehr richtig und litt zusätzlich immer öfter an eingebildeten Krankheiten und Psychosen. Als er sich dann auch noch seinen Arm brach und dadurch seine Beweglichkeit verlor, fesselte ihn das ans Bett und er sah sich außerstande, einen Arzt aufzusuchen. Kurz vor seinem 60. Geburtstag verstarb Altenberg und wurde unter großer öffentlicher Anteilnahme auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt. Er erhielt ein Ehrengrab.

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Einer seiner letzten Texte beschäftigte sich mit seinem Aufenthalt in der Irrenanstalt und stellte fest:

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"Wenn ich die Leute in den Sanatorien so Revue passieren lasse --- lauter nette, feine, gescheite, ruhige, anständige Menschen! Was macht es, dass sich einer für einen Kaiser hält und für eine Fürstin. Alle sind ganz normal, bis auf eine kleine, unscheinbare, fixe Idee. Aber draußen, draußen, im Leben, da ist ein jeder voll von fixen Ideen! Der eine hat Ehrgeiz, wozu, weshalb?! Der andere will von einer geliebt werden, die ihn nicht ausstehen kann. Einer stirbt vor Eifersucht wegen einer, die es nicht einmal verdiente, dass man sich ihren Namen, viel weniger ihre Adresse merke. Einer hofft ewig begehrenswert zu bleiben, eine ewig taufrisch....."

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Tatsächlich ein echtes Original…oder doch nur eine billige Kopie? Es heißt, dass er eigentlich nur ein schwacher Abklatsch seines Vaters gewesen wäre!!! Wie auch immer, fest steht: Solche Charaktere kann man sich nicht ausdenken.

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Wer noch mehr über diesen schrulligen Typen erfahren will, kann dies auf dieser Homepage oder besorgt sich eines seiner Bücher. Zum Beispiel dieses wirklich interessante!

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* Das Rotkehlchennest stellte dies noch einmal ganz richtig fest! Ein Blog übrigens, das nicht inflationär schreibt, sondern qualitativ. Darum muss man es auch akzeptieren, wenn es Mal einige Tage/Wochen nix veröffentlicht. Gold kann nicht täglich geerntet werden! Trotzdem täglich draufgehen und hoffen.

Freitag, September 22, 2006

Macht die UNO Urlaub im Libanon?


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Zwei der Parteien, die am aktuellen Libanonkonflikt beteiligt sind, sind suspekt. Das ist zum einen natürlich die Hisbollah, eine vom Iran gezüchtete Terrororganisation, die alles dem Ziel unterordnet, nicht nur Israel, sondern gleich alle Juden weltweit zu ermorden.

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„Wenn sie [die Juden] sich alle in Israel sammeln, erspart es uns den Ärger sie auf der ganzen Welt zu verfolgen.“

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Wobei es im Übrigen auffallend ist, dass man heutzutage wieder Endlösungspläne hegen und öffentlich kundtun darf, ohne dass es zu Protesten dagegen kommt.

Der andere merkwürdigere Protagonist ist die UNO. Genauer, die so genannte UNIFIL Friedenstruppe. Man muss unterstellen, dass die UNIFIL die Hisbollah in ihren Holocaustträumen unterstützt. Wenn man es nicht über sich bringt, sich deutlich von diesen Terroristen zu distanzieren, macht man sich nun Mal zu ihren Handlagern. Und von Distanz kann keine Rede sein.

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Man muss sich das Vorstellen. Da bedroht der Iran, regiert von einem Verrückten, der Israel von der Landkarte tilgen will, in Gestalt der Hisbollah den jüdischen Staat, also eine Demokratie und die UNO kann sich nicht dazu durchringen, Partei für die Verteidiger der Menschenrechte zu ergreifen. Was soll man von der UNO halten oder anders gefragt: Für was steht diese Organisation eigentlich? (Es ist nicht zu gewagt zu behaupten, dass Israel schon längst zu Existieren aufgehört hätte, wenn es nach dem Willen der Vereinten Nationen gehen würde. Einem Verein von Diktatoren, Monarchen und Despoten.)

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Was macht nun also die groß angekündigte UNO Truppe im Libanon? Das: Gaffen, feige sein und noch mehr gaffen. Und das im ganz großen Stil. Anfang November sollen 8000 Soldaten dort stationiert sein. Der derzeitige Befehlshaber Alain Pellegrini stellte schon Mal klar:

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"Wenn wir etwas Gefährliches sehen, informieren wir die libanesische Armee, und die wird dann entscheiden, ob sie selbstständig oder mit uns gemeinsam reagieren will."

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Es wird tatsächlich nur beobachtet. Die Hisbollah wird auf keinen Fall angegriffen, sie darf machen was sie will, sogar ein Überschreiten der blauen Linie würde keine Konsequenzen nach sich ziehen. Warum bitte sind also 8000 Soldaten in einem winzigen Land stationiert, wenn es zu keinen militärischen Auseinandersetzungen kommen soll? Wieso hat man dann nicht 8000 Langzeitarbeitslose dahin geflogen, die könnten sich auch auf Klappstühle setzen und die Ereignisse um sich herum beobachten. Kämpfen würden die auch nicht und billiger wäre es allemal.

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Aber nur weil Pellegrini klargestellt hat, dass die Hisbollah nicht angetastet und in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden darf, heißt das noch lange nicht, dass es für die UNIFIL keinen Gegner geben würde. Nein, der Oberbefehlshaber von 8000 bewaffneten Touristen weiß sehr wohl, wer sich nicht korrekt verhält. "Das ist sowohl gefährlich als auch inakzeptabel", sagt er und meint damit die israelischen Aufklärungsflüge über dem Libanon.

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Dabei kann es Israel wirklich nicht übel genommen werden, dass es diese Aufklärung betreibt. Man muss sich ja auf mögliche weitere Konfrontationen mit der Hisbollah gefasst machen und weil die UNIFIL stolz erklärt, den Terroristen keine Steine in den Weg legen zu wollen, bleibt Jerusalem gar nichts anderes übrig.

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Dieser UNO Einsatz erscheint wie eine Farce. Längst wird nicht mehr darüber gesprochen, dass die Hisbollah entwaffnet werden muss, sondern eher darüber, wie es mit ihr weitergehen soll. (Dabei müsste die Antwort doch lauten: Gar nicht!)

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Geradezu grotesk ist es auch, die libanesische Armee irgendwie als Hoffnungsträger aufzubauen. Nicht nur ist sie keine ernstzunehmende Armee, sie ist auch im Zweifelsfall ein Verbündeter Nasrallahs und wird sich ganz sicher nicht in Kämpfe mit der Hisbollah verwickeln.

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Was bedeutet das aber? UNIFIL und die libanesische Armee wollen keinen Konflikt mit der Hisbollah und werden darum nicht gegen sie vorgehen, die Hisbollah wiederum lehnt eine freiwillige Entwaffnung aber kategorisch ab und erklärt stolz: " […] wir haben mehr als 20.000 Raketen und sind stärker als je zuvor." Konsequenz: Die Hisbollah behält ihre Waffen und kann sich wieder in Grenznähe breit machen, womit gleich zwei wichtige Ziele des Waffenstillstands übergangen werden: Die Befriedung der Grenze und die Entwaffnung der Terroristen.

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Noch machtloser als das libanesische Militär ist nur noch die Regierung in Beirut. Aus Angst vor der Hisbollah werden dort Pläne geschmiedet, die so bizarr sind, dass man über sie lachen müsste, wenn es nicht so ernst wäre:

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Die Regierung […] schlug heute vor, die Hisbollah in eine Brigade der Streitkräfte zu integrieren und sie im Südlibanon einzusetzen. Diese Brigade "könnte unter Kontrolle der Armee eine Rolle beim Schutz der Dörfer im Süden haben", sagte Verteidigungsminister Elias Murr der Pariser Zeitung "Le Monde". Er wolle Nasrallah glauben, dass die Waffen der Hisbollah dem Schutze des Libanons dienten und "keine Karte Irans" seien.

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Die Hisbollah muss sich also nicht einmal die Mühe machen, den Südlibanon zu infiltrieren, nein, sie kommt in offizieller Mission der libanesischen Regierung zurück. Und weil sie damit Teil der libanesischen Armee ist, gibt es für den Herrn Pellegrini überhaupt keinen Grund mehr, sich irgendwie mit diesen fanatischen Judenhassern zu beschäftigen. Er kann dann gemütlich am Strand liegen, die deutschen Marien bestaunen und ignorieren, wie hinter ihm "ein Teil der libanesischen Armee" den Schutz der grenznahen Dörfer übernimmt und dort Raketen stationiert. Pellegrini wird sich erst dann wieder zu Wort melden, wenn er sich empört darüber zeigt, dass Israel schon wieder einen Krieg begonnen hat und danach das Krisengebiet verlassen. Gemeinsam mit seinen 8000 Mit-Touristen. Damit würde dann der teuerste und lächerlichste Urlaub enden, der je unter der Regie der UNO durchgeführt wurde.

Die Herbstmode ist da!


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Im neuen Jahr trägt der Kater von Welt eine dezente Kippa zu schwarzem Fell.

Donnerstag, September 21, 2006

SPIEGEL will ersten Menschen auf den Mond schießen


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Was soll das denn? Jeder, der zum ersten Mal die Möglichkeit hat, eine Photoshop Software zu nutzen, dreht fast durch vor Begeisterung darüber, wie toll damit manipuliert werden kann. Das ist normal und das ist ja auch witzig. Nur, so langsam ist das doch nicht mehr so wahnsinnig neu. Stört beim SPIEGEL aber niemanden, da hat anscheinend gerade ein Praktikant Mal nichts ahnend ne Version von Photoshop mitgebracht und sofort hat die Redaktion erkannt, welches Potential (und welche Gefahr!) in dieser Technik schlummert. Grund genug einen Wettbewerb auszuschreiben, wer das witzigste manipulierte Bild einreicht. Das wird bestimmt lustig und vielleicht sind die Sieger zufällig die Kinder derer, die einst solche Spaßwettbewerbe gewannen, als es sich dabei wirklich noch um was Neues handelte.

Interview mit Abdelwahab Meddeb


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Ein gutes Interview zum Islam, seine aktuelle Gewalttätigkeit und die verschütteten pluralistischen Traditionen.
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DIE ZEIT: Herr Meddeb, warum war im Mittelalter ein friedlicher Meinungsstreit zwischen Christen und Muslimen möglich, während heute die bloße Erinnerung an diese Zeiten zum Aufruhr führt?
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Abdelwahab Meddeb: Weil damals in der islamischen Welt eine große hochgebildete Oberschicht lebte, die den Disput förderte. Während des gesamten Mittelalters gab es in den Metropolen wie Bagdad berühmte literarische Salons, die von mäzenatischen Patriziern und Kaufleuten unterhalten wurden und die kein anderes Ziel hatten, als Christen, Juden und diverse Sekten, die in Glaubensfragen überhaupt nicht einer Meinung waren, zusammenzubringen. Der Papst irrt, wenn er von einer einzigen islamischen Doktrin spricht, denn es gab viele, über die immer wieder offen gestritten wurde. In Tunis, der Kapitale des Maghreb, hatte der Sultan fortschrittliche Theologen ausdrücklich unter den Schutz der Meinungsfreiheit gestellt und gegen Angriffe aus dem Volk verteidigt. Natürlich war die Mehrheit der einfachen Muslime ungebildet und kaum bereit, sich von der Kraft der Logik und der Argumente überzeugen zu lassen, wie es sich die Intellektuellen wünschten. Heute haben wir vergleichbare muslimische Massen, aber kaum mehr die gebildete Elite, die den Diskurs anführt.
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zum Interview

Mittwoch, September 20, 2006

Don't be stupid, be a smarty, come and join the Nazi Party


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Ich versteh nicht so wirklich, warum man sich nicht über Mohammed oder Jesus lustig machen sollte, nur weil sie irgendwelchen Leuten heilig vorkommen. Denn selbst wenn es tausend überzeugende Gründe gebe, warum Satiren über sie unangebracht sind, so gibt es immer mindestens einen, der sie alle aufhebt: Das Leben des Brian. Meisterwerke wie dieses können nur entstehen, weil Witze über das Christentum heute möglich sind. Und wer weiß, welche komödiantischen Perlen aus Syrien, Irak oder Saudi-Arabien zu erwarten sind, wenn dort auch mal das Mittelalter etwas in den Hintergrund rücken würde?
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Na ja, aber noch weniger kann ich begreifen, weshalb man auch Witze über den Föhrer unterlassen sollte. Ist das denn auch Ketzerei? Es zeugt nicht gerade von einem souveränen Umgang mit der Vergangenheit, wenn man auch ihn vor Schmähungen schützen will. Unter den Nazis war es lebensgefährlich über Hitler Witze zu reißen, ein Grund mehr, dass man dieses Tabu brechen sollte. Wieso sollten sich denn die Aufklärung über die Verbrechen des Führers Adolf Hitler und die humoristische Beleuchtung eines dummen und ungebildeten Typen ausschließen? Bizarrerweise scheint es fast so, als ob man sich in Deutschland mehr daran stört, wenn dieser Menschheitsverbrecher lächerlich gemacht wird, als wenn er als Mensch zu bewundern ist. Siehe Der Untergang. Mir sind jedenfalls keine Beispiele dafür bekannt, dass Kinogänger nach dem Genuss von "The Producers" oder "Sein oder nicht sein" plötzlich zu Revisionisten und Neonazis wurden.

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(Wenn schon ein kurzes Video so viel Wirbel auslöst, so kann man gespannt darauf sein, wie Dani Levys Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler aufgenommen wird?)

Montag, September 18, 2006

Endlich!!!

Islamischer Geistlicher ruft zu "Tag gegen Analphabetismus" auf…ach so nee, ist nur wieder so was.

Sonntag, September 17, 2006

Eine Frage an die Theologie


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Kann es überhaupt Propheten geben, die keine Angst vor solchen Freunden hätten? Ich glaube nicht, dass Mohammed ihnen gegenüber zugeben würde, dass er der ist, dem sie so gewaltsam huldigen. Teils aus Angst, teils, weil ihm solche Anhänger peinlich wären. Und wenn es richtig schlecht läuft, schlägt ihm der besonders Verrückte rechts im Bild auch noch ins Gesicht, weil Mohammed etwas Selbstironisches gesagt hat und doch jeder weiß, dass man sich über den Propheten nicht lustig machen darf.

Die Verrückten haben Recht!


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Auf Ntv ist gerade ein Udo Gümpel in seiner Funktion als "Vatikan-Experte" durchgedreht. Während im Vordergrund der Papst das Angelus Gebet spricht, wütet es aus dem Off, "Der Papst muss jetzt Lehrgeld zahlen", "ein Eigentor", "Bärendienst", "unbegreiflich, wie er so etwas machen konnte." Wahrscheinlich, so spekuliert er weiter, dachte der Papst, dass er in Regensburg etwas freier sprechen könne. Nun habe er aber vieles kaputt gemacht. Statt einen Dialog mit dem Islam zu führen und dadurch die Situation der christlichen Gemeinden in der muslimischen Welt zu verbessern, habe er jetzt durch seine "unbedachten Worte" die Situation verschärft.
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Dass er durch diese Schuldzuweisung Täter mit Opfer verwechselt, weil man nicht Benedikt XVI die Schuld geben kann, wenn in muslimischen Ländern nun Kirchen attackiert werden, will Gümpel dabei nicht sehen. Es ist schon merkwürdig, dass sich so viele Leute die Interpretationsweise von Fanatikern zu Eigen machen. Anstatt sich im Zusammenhang mit der Papsrede auf den Inhalt der Papstrede zu stützen, orientiert man sich an dem, was Fanatiker in einer bizarren Verdrehung der Tatsachen aus dieser herauslesen wollen.
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Gümpels Verhalten ist ein weiteres Beispiel für das, was Henryk Broder in seinem neuen Buch Hurra, wir kapitulieren als vorauseilende Selbstaufgabe bezeichnet.

Verliebt in Kitsch

Verliebt in Berlin, diese als Fernsehserie getarnte reine Langeweile, ist ein absoluter Quotenhit. Darum wird dasselbe Format auch in anderen Ländern ausgestrahlt und im internationalen Vergleich muss man doch sagen, dass die deutsche Version einen ungewöhnlich dezenten Titel trägt. In den USA heißt die Serie hässliche Betty, was wesentlich ehrlicher ist. Noch eine Idee krasser drückt man es in Kolumbien (von wo dieses Format ursprünglich kommt) aus, dort läuft Ich bin Betty, die Hässliche ebenfalls äußerst erfolgreich. Dagegen klingt die russische Version noch beinahe moderat. Nicht hübsch geboren, heißt es dort und da schwingt doch die Hoffnung mit, im weiteren Lebensweg daran noch etwas ändern zu können. Ebenso neutral wie in Deutschland, geht es auch in Indien zu, Es gibt niemanden wie Jassi lautet es dort und darunter kann man sich nun wirklich alles vorstellen.

Samstag, September 16, 2006

Hass auf den Papst...warum eigentlich???


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Schade, dass Joseph Ratzinger kein Moslem ist. Solche kritischen Denker könnte man in der Religion des Friedens gut gebrauchen. Kommt man da doch vor lauter wüten, hassen, schreien und morden kaum noch dazu, das pazifistische Erbe zu pflegen. Es ist nicht zu übersehen, dass im Islam irgendetwas ganz schrecklich schief läuft. Ob das nun seine Wurzeln direkt in der Religion hat oder in falschen Interpretation von dieser, ist letztlich egal. Selbstmorde werden zwar im Koran als schlimme Sünde beschrieben, doch Selbstmordattentäter als Helden verehrt. Toleranz gegenüber Christen und Juden ist angebliche eine Selbstverständlichkeit, doch fast alle Juden wurden aus den arabischen Ländern vertrieben. Bis vor wenigen Jahrhunderten blühten die Wissenschaften in der muslimischen Welt, heute gibt es keine Fortschrittsfeindlichere Umgebung als diese. Dies alles sollten Gründe sein, sich mal ganz nüchtern zu überlegen, was zu diesem Niedergang geführt hat.

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Es ist eine dramatische Situation. Für was auch immer der Islam einst gestanden haben soll, fest steht, dass er heute der Motor des weltweiten Terrors ist. Wer das einfach ignoriert, ist weltfremd und unverantwortlich.

Dass der Protest immer nur dann laut wird, wenn Karikaturen gezeichnet werden oder etwas kritisches gesagt wird, muss auch als ein Hinweis darauf gesehen werden, wo aktuell die Prioritäten gesetzt werden. Kritik und Mohammed-Bildchen sind nicht hinnehmbar, aber Anschläge auf Markplätzen, Geiselenthauptungen vor laufender Kamera und das Predigen von Hass auf die USA und den Westen sind scheinbar okay. Protest hört man in diese Richtung zumindest nicht.

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Offenbar gibt es zwei Möglichkeiten, in welchem Zustand sich der Islam momentan befindet. Entweder ist er im Reinen mit sich und sieht kein Problem darin, wenn im Namen Allahs Terror ausgeübt wird, oder aber die muslimische Welt ist genau das, was sie dem Westen permanent vorwirft: dekadent.

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Es gibt vieles, was für letztere Sichtweise spricht. Die Kluft zwischen dem, was islamische Führer für ihren Glauben reklamieren und dem, was tatsächlich geschieht, ist gravierend. Es ist dekadent, sich dieser Wahrheit zu verweigern und so wie jede dekadente Gesellschaft muss auch die muslimische Welt aufpassen, dass sie nicht untergeht. Natürlich wird sie nicht untergehen in dem Sinne, dass der Islam verschwindet, aber die einstigen Werte könnten eine Negierung erfahren und endgültig durch hasserfüllte Interpretation ersetzt werden.

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In diesem Zusammenhang auch ein Satz zur angeblichen Dekadenz des Westens. Dieser Vorwurf kann nur von Menschen kommen, die sich aus ihrer eigenen durch eine religiöse Totalität eingeschränkten Welt heraus zu Wort melden. Er wird immer mit Blick auf die schwindende Macht der Kirchen erhoben. Allerdings ist genau das Schwinden dieser Macht der Grund für die Stärke des Westens. Man hat sich aus dem religiösen Korsett befreit und es gegen Freiheit und Selbstbestimmung eingetauscht. Eine gute Wahl und alles andere als dekadent.

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Was im Islam schmerzlich fehlt ist Selbstkritik. Das wäre ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Solange aber jede Kritik, egal ob berechtigt oder nicht, sofort zum Anlass genommen wird, sich zu empören, wird die islamische Welt immer mehr zurückfallen und aufgrund dieser Rückständigkeit immer mehr Fanatismus produzieren, also immer dekadenter werden.

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Papst Benedikt XVI hat nun hat nun in einer Rede auf den unheilvollen Einfluss von Gewalt auf Religionen hingewiesen. Er sagte:Der Glaube ist Frucht der Seele, nicht des Körpers. Wer also jemanden zum Glauben führen will, braucht die Fähigkeit zur guten Rede und ein rechtes Denken, nicht aber Gewalt und Drohung. Um eine vernünftige Seele zu überzeugen, braucht man nicht seinen Arm, nicht Schlagwerkzeuge noch sonst eines der Mittel, durch die man jemanden mit dem Tod bedrohen kann...".“

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Nichts an dieser Kernaussage der Rede (denn dies ist die Kernaussage und nicht ein aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat) ist zu bemängeln. Im Gegenteil, würden sich alle missionierenden Religionen daran halten, wäre die Welt wesentlich friedlicher. Wenn es im Islam eine Bewegung geben sollte, die mit dem jetzigen Zustand der eigenen Religion unglücklich ist, so sollten sie spätestens diese Rede zum Anlass nehmen, gründlich den eigenen Glauben zu überdenken, Fehlentwicklungen anprangern und versuchen gegenzusteuern.

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Allerdings sieht es nicht danach aus. Wieder einmal schlägt der Hass hoch, weil angeblich etwas kritisches über den Islam gesagt wurde. Die Reaktionen darauf sind lächerlich und entlarvend. Gewaltsam will man beweisen, dass der Islam nicht gewaltsam ist.

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Keiner der islamischen Kritiker der Papstrede hat es für nötig erachtet, inhaltlich Stellung zu nehmen. Die einen nicht, weil es für sie längst ein Dogma ist, dass Kritik am Islam per se zu bekämpfen ist, die anderen, weil sie sich zwar wütend zu Wort meldeten, aber es nicht einmal für nötig erachteten, sich den Grund für die eigene Wut durchzulesen. Ähnliches war auch im Zusammenhang mit den Mohammed-Karikaturen zu erleben. Hassausbrüche auf Grundlage eines Gerüchtes.

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Wieder lässt man also eine Gelegenheit verstreichen, sich selbst zu hinterfragen und je länger man sich der Realität verweigert, desto mehr wird die Wut auf den Westen wachsen. Denn der Frust über die eigenen Rückständigkeit braucht ein Ventil und weil man seine Religion nicht kritisiert, findet sich dieses in Form der USA, Israels oder gleich des Westens an sich.

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Die eigentliche Aussage der Papstrede, die zugleich Warnung ist, wird nicht zu Kenntnis genommen. Nämlich, dass der Heilige Krieg vernunftwidrig ist, weil die Hinführung zum Glauben nicht durch Gewalt und Verfolgung geschehen darf, sondern Freiwillig.

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Dass diese Auseinandersetzung unterbleibt, ist bedauerlich und eine weitere verpasste Gelegenheit.

Freitag, September 15, 2006

Der Führer der Christen

Die Religion der fehlenden Selbstkritik…äh des Friedens ist wieder beleidigt. Dieses Mal wegen dem Papst. Der iranische Geistliche Ahmed Chatami sagte vor hunderten Beleidigten, dass der Papst den Islam nicht richtig verstehen würde, was umso bedauerlicher sei, weil er ja „der religiöse Führer der Christen“ sei. Er habe keine Ahnung und deswegen sei es schamlos, dass er überhaupt etwas über Mohammed sagen würde.
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Witzig ist dabei vor allen, dass dieser Vorwurf von einem islamischen Geistlichen kommt, dessen Hintergrundwissen über andere Religionen bei genau Null liegen dürften. Wie ist das: Der Papst ist der Führer der Christen?!?! Die Achtung und Dialogbereitschaft gegenüber anderen Glaubensrichtungen setzt auch immer ein gewisses Interesse an diesen voraus. Wenn aber selbst eine so wichtige Person des Iran nicht weiß, dass der Papst keineswegs der Führer der Christen ist, sagt das schon einiges aus!

Herr Külbel nun auch Frauenhasser?



Wo soll das nur enden? Da fällt dem guten Jürgen Cain Külbel zuerst die DDR weg, worüber er noch immer nicht ganz hinweg gekommen ist und nun bedroht der kapitalistische Bösewicht USA auch die neuen Freunde aus dem arabisch-muslimischen Raum. Hisbollah, Hamas und ähnliche israelkritische Organisationen können sich seiner Unterstützung in ihrem (Herr Külbel wird’s so sehen) antiimperialistischen Kampf sicher sein.

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Der neuste Libanonkonflikt ließ ihn wieder Verlustängste durchleiden. Geht vor seinen Augen erneut eine wunderbare Welt unter? Der US-Außenposten Israel setzte sich gegen den Angriff der Hisbollah zur Wehr und Külbel ist nicht sicher, ob dieser Waffengang für die Antisemiten so gut ausging. Ihr Chef Nasrallah traut sich nicht mehr oft an die Luft und auch ansonsten haben die Juden, die Külbel nur deswegen Israelis nennt, „um nicht in die allerorten ausgelegten Fußangeln des Antisemitismus' zu tappen“, den verlängerten Arm Teherans offenbar doch recht schmerzhaft getroffen.

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Külbel ist Kommunist und obwohl er ein großer Liebhaber von Verschwörungstheorien ist - gerne auch der eigenen - kam er noch nie auf die Idee, dass er selber vielleicht nur eine Erfindung von besonders perfiden Kapitalisten, Imperialisten und Globalisierungsbefürwortern ist. Dabei liegt dieser Schluss doch nahe, eine perfektere Antiwerbung für den Kommunismus kann es nicht geben, als wenn so ein Typ stolz bekennt: „Natürlich bin ich Kommunist.“

Er weiß vieles, was außer ihm niemand weiß und das wäre grundsätzlich auch okay, wenn er sich begnügen würde, seine Paranoia für sich zu behalten, aber anstatt dies zu tun oder zu einem guten Psychologen zu gehen, schreibt er sich den Wahn von der Seele.

Osama Bin Laden ist tot, das weiß Külbel, kann aber noch nichts Genaueres dazu sagen, denn die Arbeiten am Buch sind noch nicht abgeschlossen. Aber eines steht schon jetzt fest: Die Geschichte des Osama bin Laden und des 11.Septembers werden neu geschrieben werden müssen. Es wird um Öl gehen, um viel Öl und um Imperialisten, die sich Öl unter den Nagel reißen wollen. Es reicht, ein paar Artikel dieses DDR-Karate Pioniers zu lesen, um zu wissen, was seine Welt im innersten zusammenhält, genau: Öl. Öl in allen Arten und Formen. US-Öl-Gruppen, Öl-Weltreserven, Öl-Millionäre, Öl-Konzerne, Öl-Interessen, Öl-Kriege, usw.

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Weil ihm die USA seinen Arbeitgeber wegnahmen, indem sie das Unterdrückungssystem Sowjetunion zum Einsturz brachte, wodurch Millionen Menschen plötzlich in die Lage versetzt wurden, ohne Angst über Leute wie Külbel schreiben zu dürfen, was man über sie schreiben muss, hegt er eine tiefe Abneigung gegen den großen Satan. Und er hat ja auch Recht, denn folgendes hätte man in der DDR nicht über einen verdienten Linientreuen schreiben dürfen – ein Grund mehr, dieser Drecksdiktatur keine Träne nachzuweinen:

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Ein echter Kämpfer vor dem Herrn also – allemal ein Grund für den notorischen Muslim-Markt, ihm in aller Ausführlichkeit das Wort zu erteilen. Und Külbel ließ in dem Interview nichts aus – von antisemitischen Invektiven gegen die „Regierungsclique in Jerusalem, die auf ihrem Staatsterritorium in Geheimgefängnisse verschleppte In- und Ausländer foltern lässt und suspekte Menschen gezielt und ‚vorbeugend’ eliminiert“ über die „Barbaren im Weißen Haus“, die „kriminellen Amerikaner“ also und ihre „schwachköpfigen Weltrettungsorgien“, bis hin zu krudesten Verschwörungstheorien spannte er den Bogen.

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Auch für seine - nennen wir sie mal verharmlosend eine antiisraelische - Meinung zum Libanonkonflikt hätte er „drüben“ wohl mehr Applaus bekommen. War man dort doch streng antizionistisch. Klar, den Krieg haben natürlich die Israelis begonnen und klar auch, dass sie ihn in der Tradition des deutschen Vernichtungskrieges führten und klar auch, dass Külbel mal in einem israelischen KZ von einem Shimon Mengele am Kopf operiert wurde und dabei sein Gehirn gegen einen defekten Miniatur-Ölbohrturm ausgetauscht wurde.

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Nun scheint sich der Karate kämpfende, kommunistische, antiimperialistische und antisemitis… antizionistische Herr aber noch nicht so ganz an den rauen Wind in einer pluralistischen, offenen Gesellschaft gewöhnt zu haben. Wenn man hier dummes Zeug redet und damit sogar noch in die Öffentlichkeit tritt, kann es nun mal passieren, dass nicht jeder diesen geistigen Sondermüll einfach akzeptieren will. Das Wort, mit dem man das dann Folgende bezeichnet, dürfte einem Kommunisten der alten Schule ähnlich suspekt vorkommen wie "US-Dollar", "Börsengewinne" oder "Meinungsfreiheit", man nennt es "Kritik". Widerspruch also, man kann es sich leicht merken, indem man sich folgende Eselsbrücke baut: Bei Kritik handelt es sich um das genaue Gegenteil von dem Lied Die Partei, die Partei, die hat immer Recht!

Dummes Zeug wird im dekadenten und real existierenden Kapitalismus nicht zu einem Dogma, nur weil es irgendein hohes Tier oder treuer Parteisoldat von sich gegeben hat. Damit scheint nicht jeder klar zu kommen.

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LizasWelt hat sich der ebenso notwendigen wie undankbaren Aufgabe angenommen, im Zusammenhang mit deutschen Islamistenfreunden auch Külbel zu erwähnen, oder genauer: an ihm ging dabei kein Weg vorbei. Zu entschieden stellt er seine bescheidenen intellektuellen Fähigkeiten den verschiedensten antisemitischen Terrororganisation zur Verfügung und bekämpft den Feind USrael wo immer es geht. Zumeist in Artikeln und Interviews. Erstere in der junge Welt, letztere im Muslim Markt.

Komischerweise stellt er zwar täglich klar, dass alles böse dieser Welt aus Washington und Jerusalem kommt, aber wenn das mal jemand ganz nüchtern in einem Artikel feststellt, flippt er aus, als hätten es die USA gerade gewagt, Kuba beim Übergang von einer Diktatur zu einem freien Staat zu unterstützen.

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Im Verlaufe eines Tages belästigte er die Betreiberin von LisazWelt darum mit nicht weniger als drei E-Mails. Wenn das so weiter geht, kann das schon fast als Stalking betrachtet werden. Was er in diesen mitzuteilen hatte, ist ebenso interessant, wie der Ton, indem sie verfasst wurden. Forderte er anfangs nur, dass die Passagen gelöscht werden, die seine Parteinahme für die Feinde Israels darstellen, verlor er im weiteren Verlauf jedes Maß und ließ in seiner letzten Mail durchschimmern, dass er nun nicht weniger als das Löschen des kompletten Blogs LizasWelt verlange. Gut, ein Kommunist darf, nein muss noch Visionen haben, wenn er in einer kalten kapitalistischen Welt überleben will, aber irgendwann wird es dann doch etwas peinlich. Peinlich ist es auch, wenn Leute, die in etwa so lustig wie Mielke oder Honecker sind, beim Formulieren von E-Mails nicht auf Ironie und Humor verzichten wollen. In der ersten heißt es darum:

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Habe ich Sie im Frühjahr in der Levante übersehen auf einer der regelmäßigen gemeinsamen Großveranstaltungen von christlich-orthoxen, muslemischen und anderen Gläubigen, die in Friede und Eintracht leben und feiern, deren höchste Würdenträger Freunde sind?

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Köstlich, wenn Chrustschow noch wäre, er müsste vor lachen mit dem Schuh auf den Tisch schlagen. Ist aber auch ein schönes Bild: Külbel sitzt in seiner NVA-Uniform irgendwie etwas verloren zwischen den friedlichen religiösen Würdenträgern und überprüft, ob die Frau Liza noch auftauchen wird. Weil Külbel aber in etwa so witzig ist, wie ein nicht eingehaltener Fünfjahresplan, schlug der Ton natürlich schon in der nächsten Mail um. Plötzlich prangerte er eine Persönlichkeitsverletzung an. LizasWelt müsse sich verpflichten, nicht mehr darüber zu informieren, wenn er dummes Zeug redet. Ganz unbürokratisch versteht sich: (Email genügt).

In der – bis jetzt – letzten Mail ging er dann aufs Ganze. Durch ein zwischendurch erfolgtes Antwortschreiben in seiner kommunistischen Ehre gekrängt und nach Rücksprache mit dem Rechtsanwalt bot er „sozusagen auf friedlichen Wege“ an, auf eine Anzeige zu verzichten, wenn LizasWelt bis spätestens 20.00 Uhr gelöscht wird.

(Wenn man drüber nachdenkt, dürften sich wohl auch die Freunde der Hisbollah und Hamas mit einem solcherart ausgehandelten Kompromiss mit Israel anfreunden können: Freiwillige Auflösung des jüdischen Staats, sozusagen auf friedlichem Wege und nach Rücksprache mit Külbels Rechtsanwalt und zwar noch vor der nächsten Tagesschau!)

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Na ja, LizasWelt steht noch im Netz und ich habe so das Gefühl, dass das auch noch längere Zeit so bleiben wird. Heißt es dort doch in Sachen Külbel:

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Bis zur Tagesschau also? Und dann gleich das ganze Blog? Manchmal kommt man sich wirklich vor wie in der Narrenanstalt. Dann doch lieber die „zügige“ und „getrennte“ Verfolgung. Aber bitte durch die Klassenjustiz, nicht durch die Karate Kids.

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Der Fuchsbau unterstützt LizasWelt natürlich. Nicht nur, weil es schlicht und einfach ein sehr gutes Blog ist, sondern auch, weil der Gegner einer der größten Dummschreiber ist, die das Widervereinigte Deutschland zu bieten hat. Ein Mann, dessen Texte auch in der National+Zeitung stehen könnten, finden sich in ihnen doch öfters mal mehr (!!!) oder weniger subtile Anspielungen auf die jüdischen Biografien bestimmter US-Amerikanischer Strippenzieher. Von den permanenten Analogien zwischen dem Dritten Reich und Israel ganz zu schweigen etc…

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In diesem Sinne bleibt mir nur noch eines zu sagen: LizasWelt, zeig dieser öligen Altlast der DDR was Frauenpower heißt!!!

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Interessantes zum Thema: hier, hier und hier.