Sonntag, September 17, 2006

Die Verrückten haben Recht!


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Auf Ntv ist gerade ein Udo Gümpel in seiner Funktion als "Vatikan-Experte" durchgedreht. Während im Vordergrund der Papst das Angelus Gebet spricht, wütet es aus dem Off, "Der Papst muss jetzt Lehrgeld zahlen", "ein Eigentor", "Bärendienst", "unbegreiflich, wie er so etwas machen konnte." Wahrscheinlich, so spekuliert er weiter, dachte der Papst, dass er in Regensburg etwas freier sprechen könne. Nun habe er aber vieles kaputt gemacht. Statt einen Dialog mit dem Islam zu führen und dadurch die Situation der christlichen Gemeinden in der muslimischen Welt zu verbessern, habe er jetzt durch seine "unbedachten Worte" die Situation verschärft.
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Dass er durch diese Schuldzuweisung Täter mit Opfer verwechselt, weil man nicht Benedikt XVI die Schuld geben kann, wenn in muslimischen Ländern nun Kirchen attackiert werden, will Gümpel dabei nicht sehen. Es ist schon merkwürdig, dass sich so viele Leute die Interpretationsweise von Fanatikern zu Eigen machen. Anstatt sich im Zusammenhang mit der Papsrede auf den Inhalt der Papstrede zu stützen, orientiert man sich an dem, was Fanatiker in einer bizarren Verdrehung der Tatsachen aus dieser herauslesen wollen.
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Gümpels Verhalten ist ein weiteres Beispiel für das, was Henryk Broder in seinem neuen Buch Hurra, wir kapitulieren als vorauseilende Selbstaufgabe bezeichnet.

1 Comments:

At 19 September, 2006 10:32, Anonymous werner said...

Es sollte wohl heissen "...dass er in Regensburg etwas freier sprechen könne als in Qom oder Kairo?"

Und wie kommt der Papst nur auf so was!

 

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