Samstag, September 16, 2006

Hass auf den Papst...warum eigentlich???


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Schade, dass Joseph Ratzinger kein Moslem ist. Solche kritischen Denker könnte man in der Religion des Friedens gut gebrauchen. Kommt man da doch vor lauter wüten, hassen, schreien und morden kaum noch dazu, das pazifistische Erbe zu pflegen. Es ist nicht zu übersehen, dass im Islam irgendetwas ganz schrecklich schief läuft. Ob das nun seine Wurzeln direkt in der Religion hat oder in falschen Interpretation von dieser, ist letztlich egal. Selbstmorde werden zwar im Koran als schlimme Sünde beschrieben, doch Selbstmordattentäter als Helden verehrt. Toleranz gegenüber Christen und Juden ist angebliche eine Selbstverständlichkeit, doch fast alle Juden wurden aus den arabischen Ländern vertrieben. Bis vor wenigen Jahrhunderten blühten die Wissenschaften in der muslimischen Welt, heute gibt es keine Fortschrittsfeindlichere Umgebung als diese. Dies alles sollten Gründe sein, sich mal ganz nüchtern zu überlegen, was zu diesem Niedergang geführt hat.

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Es ist eine dramatische Situation. Für was auch immer der Islam einst gestanden haben soll, fest steht, dass er heute der Motor des weltweiten Terrors ist. Wer das einfach ignoriert, ist weltfremd und unverantwortlich.

Dass der Protest immer nur dann laut wird, wenn Karikaturen gezeichnet werden oder etwas kritisches gesagt wird, muss auch als ein Hinweis darauf gesehen werden, wo aktuell die Prioritäten gesetzt werden. Kritik und Mohammed-Bildchen sind nicht hinnehmbar, aber Anschläge auf Markplätzen, Geiselenthauptungen vor laufender Kamera und das Predigen von Hass auf die USA und den Westen sind scheinbar okay. Protest hört man in diese Richtung zumindest nicht.

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Offenbar gibt es zwei Möglichkeiten, in welchem Zustand sich der Islam momentan befindet. Entweder ist er im Reinen mit sich und sieht kein Problem darin, wenn im Namen Allahs Terror ausgeübt wird, oder aber die muslimische Welt ist genau das, was sie dem Westen permanent vorwirft: dekadent.

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Es gibt vieles, was für letztere Sichtweise spricht. Die Kluft zwischen dem, was islamische Führer für ihren Glauben reklamieren und dem, was tatsächlich geschieht, ist gravierend. Es ist dekadent, sich dieser Wahrheit zu verweigern und so wie jede dekadente Gesellschaft muss auch die muslimische Welt aufpassen, dass sie nicht untergeht. Natürlich wird sie nicht untergehen in dem Sinne, dass der Islam verschwindet, aber die einstigen Werte könnten eine Negierung erfahren und endgültig durch hasserfüllte Interpretation ersetzt werden.

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In diesem Zusammenhang auch ein Satz zur angeblichen Dekadenz des Westens. Dieser Vorwurf kann nur von Menschen kommen, die sich aus ihrer eigenen durch eine religiöse Totalität eingeschränkten Welt heraus zu Wort melden. Er wird immer mit Blick auf die schwindende Macht der Kirchen erhoben. Allerdings ist genau das Schwinden dieser Macht der Grund für die Stärke des Westens. Man hat sich aus dem religiösen Korsett befreit und es gegen Freiheit und Selbstbestimmung eingetauscht. Eine gute Wahl und alles andere als dekadent.

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Was im Islam schmerzlich fehlt ist Selbstkritik. Das wäre ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Solange aber jede Kritik, egal ob berechtigt oder nicht, sofort zum Anlass genommen wird, sich zu empören, wird die islamische Welt immer mehr zurückfallen und aufgrund dieser Rückständigkeit immer mehr Fanatismus produzieren, also immer dekadenter werden.

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Papst Benedikt XVI hat nun hat nun in einer Rede auf den unheilvollen Einfluss von Gewalt auf Religionen hingewiesen. Er sagte:Der Glaube ist Frucht der Seele, nicht des Körpers. Wer also jemanden zum Glauben führen will, braucht die Fähigkeit zur guten Rede und ein rechtes Denken, nicht aber Gewalt und Drohung. Um eine vernünftige Seele zu überzeugen, braucht man nicht seinen Arm, nicht Schlagwerkzeuge noch sonst eines der Mittel, durch die man jemanden mit dem Tod bedrohen kann...".“

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Nichts an dieser Kernaussage der Rede (denn dies ist die Kernaussage und nicht ein aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat) ist zu bemängeln. Im Gegenteil, würden sich alle missionierenden Religionen daran halten, wäre die Welt wesentlich friedlicher. Wenn es im Islam eine Bewegung geben sollte, die mit dem jetzigen Zustand der eigenen Religion unglücklich ist, so sollten sie spätestens diese Rede zum Anlass nehmen, gründlich den eigenen Glauben zu überdenken, Fehlentwicklungen anprangern und versuchen gegenzusteuern.

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Allerdings sieht es nicht danach aus. Wieder einmal schlägt der Hass hoch, weil angeblich etwas kritisches über den Islam gesagt wurde. Die Reaktionen darauf sind lächerlich und entlarvend. Gewaltsam will man beweisen, dass der Islam nicht gewaltsam ist.

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Keiner der islamischen Kritiker der Papstrede hat es für nötig erachtet, inhaltlich Stellung zu nehmen. Die einen nicht, weil es für sie längst ein Dogma ist, dass Kritik am Islam per se zu bekämpfen ist, die anderen, weil sie sich zwar wütend zu Wort meldeten, aber es nicht einmal für nötig erachteten, sich den Grund für die eigene Wut durchzulesen. Ähnliches war auch im Zusammenhang mit den Mohammed-Karikaturen zu erleben. Hassausbrüche auf Grundlage eines Gerüchtes.

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Wieder lässt man also eine Gelegenheit verstreichen, sich selbst zu hinterfragen und je länger man sich der Realität verweigert, desto mehr wird die Wut auf den Westen wachsen. Denn der Frust über die eigenen Rückständigkeit braucht ein Ventil und weil man seine Religion nicht kritisiert, findet sich dieses in Form der USA, Israels oder gleich des Westens an sich.

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Die eigentliche Aussage der Papstrede, die zugleich Warnung ist, wird nicht zu Kenntnis genommen. Nämlich, dass der Heilige Krieg vernunftwidrig ist, weil die Hinführung zum Glauben nicht durch Gewalt und Verfolgung geschehen darf, sondern Freiwillig.

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Dass diese Auseinandersetzung unterbleibt, ist bedauerlich und eine weitere verpasste Gelegenheit.

3 Comments:

At 16 September, 2006 21:48, Anonymous Stalker said...

Du meintest, schade das der Papst kein Muslim ist oder?? Ebenso heißt es Sichtweise.
Naja wie auch immer, man brauch zunächst nicht mal auf das Thema Selbstkritik zu sprechen zu kommen, sondern erst mal wie es bei den Mohammedanern mit dem Verständnis von wissenschaftlichen Vorträgen bestellt ist.

 
At 16 September, 2006 21:54, Blogger Fuchsbau said...

Upps, du hast Recht! Da muss natürlich ein "kein" hin. Danke für den Hinweis.

 
At 21 September, 2006 16:21, Anonymous Chewey said...

Die vernunftwidrige Verwendung von Gewalt bei der Hinwendung zum "richtigen" Glauben rührt daher, dass der Begriff "Heiliger Krieg" nach Belieben mit Inhalt gefüllt wird. In der Spiegel-Titelgeschichte deutet doch ein Scheich Omar al-Bakri diesen Begriff keineswegs vernunftwidrig: "Ob die Gläubigen lieber ungläubig bleiben und zur Hölle fahren wollen, das ist ihre Sache. [...] Es gibt [jedoch] den Zwang, den Islam als politische (!) Ordnung durchzusetzen - so wie die Heere des Islam Teile des Römischen und des Persischen Reiches erobert haben. [...] Lasst euch da nichts vormachen. [...] Das Haus des Krieges erobert der Islam mit dem Schwert und nicht mit dem Gedanken."
So gesehen ist "heiliger Krieg" alles andere als vernunftwidrig. Gläubige Muslime sollten sich allerdings fragen lassen, ob sie diesen Weg wirklich beschreiten wollen.

 

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