Donnerstag, September 07, 2006

Höhenflug - Stagnation - Depression

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Am letzten Donnerstag habe ich endlich auch einen Counter eingerichtet und die aktuelle Zahl von momentan 3320 Besuchern dürfte für jede Politik-Talkshow ein Fest sein, wenn es sich bei ihr um eine gesellschaftlich relevante handeln würde. Alle Parteien, egal ob in der Regierung oder Opposition, könnten sie wunderbar für sich ausschlachten. Während die Regierung darauf verweißen könnte, wie überraschend hoch das Publikumsinteresse doch wäre und das es die eigenen Erwartungen um ein Vielfaches überstieg, würde die Opposition kleingeistig und gemein anmerken, dass es aber schon nach drei Tagen zu einem wahren Absturz vom über 600 auf knapp 130 kam. Die Gegenseite hätte nun wieder die Chance, anstelle der absoluten Zahlen die Durchschnittszahlen zu nennen, mit denen die Krise etwas zu verschleiern wäre, nur damit die unerbittlichen Gegner lautstark darauf beharren werden, dass etwas ganz schrecklich schief laufen muss, wenn innerhalb von zwei Tagen 400 Leser wegfallen. Die Regierung mahnt dann eine neue Bescheidenheit an, die andere Seite eine völlig verfehlte Verlinkungs-Politik, es werden Pläne zur Überwindung der Depression vorgelegt, die von der Verpflichtung indischer Besucher bis zur energischen Mobilisierung des eigenen Bekanntenkreises reichen, anschließend finden noch unzählige Konferenzen und Diskussionen statt, ehe endgültig feststeht: es muss Neuwahlen um den Posten des Blog-Verantwortlichen geben. Gerhard Schröder wird den Wahlkampf damit einläuten, dass er Georg W. Bush die Schuld an der Besucherflaute gibt, deswegen auch prompt gewinnen und seinen Freund Putin zum zweiten Autoren des Blogs ernennen... Und spätestens wenn das passiert ist, bin ich froh, dass der Fuchsbau auch weiterhin diktatorisch geführt wird und es darum niemals zu einem solchen Meinungspluralismus kommen kann. Selbst wenn nur noch ich alleine hier zurückbleiben sollte, was soll’s - Nordkorea befindet sich ja in einer ganz ähnlichen Situation und flennt nicht rum.