Freitag, September 22, 2006

Macht die UNO Urlaub im Libanon?


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Zwei der Parteien, die am aktuellen Libanonkonflikt beteiligt sind, sind suspekt. Das ist zum einen natürlich die Hisbollah, eine vom Iran gezüchtete Terrororganisation, die alles dem Ziel unterordnet, nicht nur Israel, sondern gleich alle Juden weltweit zu ermorden.

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„Wenn sie [die Juden] sich alle in Israel sammeln, erspart es uns den Ärger sie auf der ganzen Welt zu verfolgen.“

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Wobei es im Übrigen auffallend ist, dass man heutzutage wieder Endlösungspläne hegen und öffentlich kundtun darf, ohne dass es zu Protesten dagegen kommt.

Der andere merkwürdigere Protagonist ist die UNO. Genauer, die so genannte UNIFIL Friedenstruppe. Man muss unterstellen, dass die UNIFIL die Hisbollah in ihren Holocaustträumen unterstützt. Wenn man es nicht über sich bringt, sich deutlich von diesen Terroristen zu distanzieren, macht man sich nun Mal zu ihren Handlagern. Und von Distanz kann keine Rede sein.

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Man muss sich das Vorstellen. Da bedroht der Iran, regiert von einem Verrückten, der Israel von der Landkarte tilgen will, in Gestalt der Hisbollah den jüdischen Staat, also eine Demokratie und die UNO kann sich nicht dazu durchringen, Partei für die Verteidiger der Menschenrechte zu ergreifen. Was soll man von der UNO halten oder anders gefragt: Für was steht diese Organisation eigentlich? (Es ist nicht zu gewagt zu behaupten, dass Israel schon längst zu Existieren aufgehört hätte, wenn es nach dem Willen der Vereinten Nationen gehen würde. Einem Verein von Diktatoren, Monarchen und Despoten.)

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Was macht nun also die groß angekündigte UNO Truppe im Libanon? Das: Gaffen, feige sein und noch mehr gaffen. Und das im ganz großen Stil. Anfang November sollen 8000 Soldaten dort stationiert sein. Der derzeitige Befehlshaber Alain Pellegrini stellte schon Mal klar:

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"Wenn wir etwas Gefährliches sehen, informieren wir die libanesische Armee, und die wird dann entscheiden, ob sie selbstständig oder mit uns gemeinsam reagieren will."

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Es wird tatsächlich nur beobachtet. Die Hisbollah wird auf keinen Fall angegriffen, sie darf machen was sie will, sogar ein Überschreiten der blauen Linie würde keine Konsequenzen nach sich ziehen. Warum bitte sind also 8000 Soldaten in einem winzigen Land stationiert, wenn es zu keinen militärischen Auseinandersetzungen kommen soll? Wieso hat man dann nicht 8000 Langzeitarbeitslose dahin geflogen, die könnten sich auch auf Klappstühle setzen und die Ereignisse um sich herum beobachten. Kämpfen würden die auch nicht und billiger wäre es allemal.

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Aber nur weil Pellegrini klargestellt hat, dass die Hisbollah nicht angetastet und in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden darf, heißt das noch lange nicht, dass es für die UNIFIL keinen Gegner geben würde. Nein, der Oberbefehlshaber von 8000 bewaffneten Touristen weiß sehr wohl, wer sich nicht korrekt verhält. "Das ist sowohl gefährlich als auch inakzeptabel", sagt er und meint damit die israelischen Aufklärungsflüge über dem Libanon.

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Dabei kann es Israel wirklich nicht übel genommen werden, dass es diese Aufklärung betreibt. Man muss sich ja auf mögliche weitere Konfrontationen mit der Hisbollah gefasst machen und weil die UNIFIL stolz erklärt, den Terroristen keine Steine in den Weg legen zu wollen, bleibt Jerusalem gar nichts anderes übrig.

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Dieser UNO Einsatz erscheint wie eine Farce. Längst wird nicht mehr darüber gesprochen, dass die Hisbollah entwaffnet werden muss, sondern eher darüber, wie es mit ihr weitergehen soll. (Dabei müsste die Antwort doch lauten: Gar nicht!)

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Geradezu grotesk ist es auch, die libanesische Armee irgendwie als Hoffnungsträger aufzubauen. Nicht nur ist sie keine ernstzunehmende Armee, sie ist auch im Zweifelsfall ein Verbündeter Nasrallahs und wird sich ganz sicher nicht in Kämpfe mit der Hisbollah verwickeln.

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Was bedeutet das aber? UNIFIL und die libanesische Armee wollen keinen Konflikt mit der Hisbollah und werden darum nicht gegen sie vorgehen, die Hisbollah wiederum lehnt eine freiwillige Entwaffnung aber kategorisch ab und erklärt stolz: " […] wir haben mehr als 20.000 Raketen und sind stärker als je zuvor." Konsequenz: Die Hisbollah behält ihre Waffen und kann sich wieder in Grenznähe breit machen, womit gleich zwei wichtige Ziele des Waffenstillstands übergangen werden: Die Befriedung der Grenze und die Entwaffnung der Terroristen.

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Noch machtloser als das libanesische Militär ist nur noch die Regierung in Beirut. Aus Angst vor der Hisbollah werden dort Pläne geschmiedet, die so bizarr sind, dass man über sie lachen müsste, wenn es nicht so ernst wäre:

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Die Regierung […] schlug heute vor, die Hisbollah in eine Brigade der Streitkräfte zu integrieren und sie im Südlibanon einzusetzen. Diese Brigade "könnte unter Kontrolle der Armee eine Rolle beim Schutz der Dörfer im Süden haben", sagte Verteidigungsminister Elias Murr der Pariser Zeitung "Le Monde". Er wolle Nasrallah glauben, dass die Waffen der Hisbollah dem Schutze des Libanons dienten und "keine Karte Irans" seien.

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Die Hisbollah muss sich also nicht einmal die Mühe machen, den Südlibanon zu infiltrieren, nein, sie kommt in offizieller Mission der libanesischen Regierung zurück. Und weil sie damit Teil der libanesischen Armee ist, gibt es für den Herrn Pellegrini überhaupt keinen Grund mehr, sich irgendwie mit diesen fanatischen Judenhassern zu beschäftigen. Er kann dann gemütlich am Strand liegen, die deutschen Marien bestaunen und ignorieren, wie hinter ihm "ein Teil der libanesischen Armee" den Schutz der grenznahen Dörfer übernimmt und dort Raketen stationiert. Pellegrini wird sich erst dann wieder zu Wort melden, wenn er sich empört darüber zeigt, dass Israel schon wieder einen Krieg begonnen hat und danach das Krisengebiet verlassen. Gemeinsam mit seinen 8000 Mit-Touristen. Damit würde dann der teuerste und lächerlichste Urlaub enden, der je unter der Regie der UNO durchgeführt wurde.