Montag, September 11, 2006

Sonntage können langweilig sein - dank S.Christiansen



Heute Abend habe ich mal Sabine Christiansen geschaut. Es ging um Religion, um Glauben in einer säkularen Gesellschaft und warum der Westen Gott braucht oder nicht braucht. Obwohl es sechs Gäste waren, sprachen eigentlich vor allen Burkhard Driest, dem ich die Friedfertigkeit des Buddhismus zumindest in seinem Fall nicht so recht abnehmen wollte und Hassan Dabbagh, der offenbar den Islam des Mondes vertritt, da in seiner Welt weder Selbstmordattentate, Intoleranz oder Hasspredigten vorkommen, dafür aber hinter jeder Ecke die Diskriminierung der Moslems lauert. Längere Redebeiträge konnte aber auch die Katholische Kirche in Gestalt des Weihbischofs von Hamburg, Hans-Jochen Jaschke, für sich herausschlagen. Dieser forderte eine klare Trennung zwischen Politik und Religion. Sonja Zekri sollte offenbar die versammelten Gottgläubigen provozieren, indem sie ihr völliges Desinteresse an Religionen kundtat. Dieses Kalkül ging aber nicht auf, zum einen, weil S. Christiansen ja den vollen Talkgenuss ganz ohne Aggressivität garantiert und zum anderen, weil Zekri auf Polemik verzichtete und schlicht feststellte, dass keine Institution für sich ein Monopol auf Werter wie „Liebe“ und „Barmherzigkeit“ beanspruchen könne.

Peter Wenz von der Biblischen Glaubens-Gemeinschaft Stuttgart war mit seinen Gedanke offenbar mehr bei seiner boomenden Kirche, als bei der Diskussion. Er versuchte anfangs einen Moment lang, den auf Bewährung friedfertigen Driest wieder auf Jesus einzuschwören, brach aber nach dem ersten Rückschlag ab und griff später nur noch einmal wirklich ins Gespräch ein, als er auf die vielen gewaltverherrlichenden Suren des Koran hinwies. De Winter war der andere Gast, der sich nicht für Religionen erwärmen kann und deswegen auch als „Religionskritiker“ vorgestellt wurde. Er klärte auf, dass es für ihn wichtig ist, dass der Staat seine Freiheiten garantiert und ob man nun in der Messe oder auf dem Konzert den spirituellen Kick findet, sei eigentlich egal. Witzig war der Moment, indem S. Christiansen fragte „Und sie finden, der Islamismus trägt totalitäre Elemente in sich?“ und die danach einsetzende Stille von de Winter durch ein kaum hörbares, aber dennoch entschiedenes „Ja!“ beendet wurde. Selten klang politisch Inkorrektes so unspektakulär.
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Ansonsten plätscherte die Stunde aber gemütlich und friedlich vorüber und interessant war es eigentlich nie. Eher langweilig bis nichts sagend, Christiansen eben. Die würde es auch schaffen, den Weltuntergang, den Besuch von Aliens oder ein Interview mit dem aus der Südsee zurückgekehrten Elvis so zu zelebrieren, dass man meinen würde, es geht um die Präsentation des neuen Telefonbuchs.

1 Comments:

At 11 September, 2006 09:47, Anonymous Anonym said...

Frau Christiansen hat die einmalige Begabung, ihre ( mehr oder weniger interessanten)Themen plattzumachen. Denn nicht die Teilnehmer und ihre Meinung stehen im Vordergrund, sondern sie ganz allein, ihr Styl, ihre Person, ihre Stimme. Jeder selber Schuld, der diese Sendung mehr als dreimal ansieht.Habe ich mir gedacht und nach 15 Minuten abgeschaltet.

 

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