Sonntag, Oktober 29, 2006

Mal was zum Dekadenzvorwurf durch Islamisten

Es ist immer wieder überraschend, wie selbstverständlich sich die westlichen Medien die Ansichten von Islamisten zu Eigen machen. Die angebliche Dekadenz des Westens, von so renommierten Kritikern wie Osama bin Laden vorgetragen, wird oftmals tatsächlich als ein Motiv für den Hass akzeptiert. Diese Vorwürfe unkommentiert zu Widerholen, gehört längst zur Routine von Fernsehsendern und Zeitungen. Es gäbe ja tatsächlich vieles, heißt es dann von abgeklärten Kommentatoren, was hier nicht in Ordnung sei und so ganz Unrecht hätten die kleineren und größeren Terroristen nicht, wenn sie von Heuchelei und Doppelstandards sprechen würden.

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Die lautesten Weiterverbreiter dieser Einstellung sind allesamt dubiose Figuren, die ein antiamerikanisches und antimodernes Weltbild vertreten. Egal ob es sich dabei um Oskar Lafontaine handelt, dem beim Thema Islam nur die großen Schnittmengen zwischen Sozialismus und Scharia einfallen (Zinsverbot, Solidarität…) oder den Eugen Drewermann, der nicht nur notorisch die Palästinenser von jeder Schuld an ihrem selbstverschuldeten Unglück freispricht, sondern auch die Anschläge vom 11.09.2001 als einen „Schrei nach Liebe“ deutete. Man könnte diese Liste noch weiter fortsetzen, doch grundsätzlich lässt sich festhalten, dass der Dekadenzvorwurf umso lauter wird, je größer die grundsätzliche Distanz oder Ablehnung der liberalen Demokratie und des Kapitalismus ist.

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Es ist durchaus einer Überlegung wert, welche Bewegung eigentlich unser Wertesystem mehr bedroht, irgendwelche Al-Quaida Terroristen oder doch eher jene, die sich mit dem hießigen System nie abfinden konnten. Letztere schwächen die Fähigkeiten der Gesellschaft gegen die äußere Bedrohung und verunsichern eine großen Zahl von Menschen durch ihre falsch addresierten Schuldzuweisungen. Wie gering das Verständnis für die tatsächliche Bedrohung ist, wird an der mangelnden Bereitschaft deutlich, die wahren Motive der Islamisten zu akzeptieren. Man sucht nach rationalen Erklärungen und weil es hierfür keine gibt, leiht man sich seine Argumente eben von den Terroristen aus. Dass diese absurd sind, spielt offenbar keine Rolle. Denn was meinen Terrororganisationen eigentlich genau, wenn sie dem Westen Dekadenz vorwerfen? Ist damit das Autofahren gemeint oder das Nutzen von Internet und Handy oder die Entwicklung immer besserer Medikamente? Nein, all diese Erfindungen werden nur zu gerne von ihnen selbst genutzt. Dekadent sind andere Errungenschaften. Demokratie ist dekadent, Religions-, und Glaubensfreiheit auch, die Gleichberechtigung von Frauen und natürlich, dass Homosexualität nicht mindestens verboten ist. Oder, um es anders Auszudrücken: alles, was nicht mit der Scharia vereinbar ist, ist dekadent.

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Es sind also die Errungenschaften der Aufklärung, die von den Islamisten verurteilt und verachtet werden. Wer sie in dieser Meinung auch noch Unterstützt, stellt damit diese Werte ebenfalls in Frage. Es ist nicht schwer, dies zu bemerken, umso verstörender ist es darum, dass die Öffentlichkeit so schnell und auf so breiter Front bereit ist, diese Grundpfeiler unserer Lebensweise zu verraten, wenn es darum geht, scheinbare Motive für den islamistischen Terrorismus zu bennenen (die Mohammed-Karikaturen sind nur ein Beispiel dafür). Wieso will man so verzweifelt ignorieren, dass man es mit einem Gegner zu tun hat, der der Welt sein rassistisches und mörderisches Wertesystem aufdrängen will? Gerade in Deutschland sollte doch bekannt sein, dass die Ziele totalitäre Bewegungen sich dem gesunden Menschenverstand entziehen. Außerdem machen die Terroristen aus ihrem Zielen noch nicht einmal ein Geheimnis. Man muss ihnen nur zuhören.

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Es ist nicht so, dass im Westen alles wunderbar ist, aber soviel Selbstsicherheit oder Arroganz, um einen weiteren gern benutzen Begriff zu verwenden, sollte vorhanden sein, um ohne Zweifel behaupten zu können, im lebenswertesten und gerechtesten – funktionierenden - System zu leben. Kritik von islamistischen Fanatikern, für die Frauen keine (gleichwertigen) Menschen sind, die Erziehung zum Hass auf Juden ein primäres Erziehungsziel darstellt, andere Religionen verachtet werden und das Töten von Zivilisten den Einzug ins Paradies garantiert, sollte schlicht ignoriert werden.

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Eigentlich ist es in diesem Fall ganz einfach, man muss sich entscheiden, auf welcher Seite man stehen will, auf der einer liberalen pluralistischen Gesellschaft oder eines mittelalterlichen Gottesstaat… Und Lafontaine sollte sich noch mal erkundigen, ob die Scharia eigentlich Parteiengründungen vorsieht und Drewermann darin fortfahren, auch noch andere Verbrechen zu Liebeserklärungen zu verklären. Wie wäre es zum Beispiel mit den liebenden arabischen Reiterheeren, die im Sudan hunderttausende niedermetzeln?

Interessanter Artikel von Daniel Pipes

Es geht um die muslimischen Taxifahrer am internationalen Flughafen Minneapolis-St. Paul, die sich weigerten, Fahrgäste zu befördern, die Alkohol mit sich führen.
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Hier auf Englisch, hier die deutsche Übersetzung.
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Man sollte aber auch darauf Hinweisen, dass es sich bei diesen Moslems fast nur um Männer aus Somalia handelt, die scheinbar den Islam um einige neuen "Regeln" ergänzten, und die meisten muslimischen Organisationen in den USA ihre Verweigerung kritisierten. Nicht nur, weil damit im Prinzip anderen der eigene Glaube aufgedrängt werden würde, sondern vor allen, weil Moslems zwar keinen Alkohol trinken sollen, aber gegen den Transport nichts einzuwenden ist.

Freitag, Oktober 27, 2006

Totenköpfe am Hindukusch

Bundeswehrsoldaten haben in Afghanistan mit Totenschädeln posiert. Die BILD präsentiert täglich neue Fotos und die Öffentlichkeit ist über diese Schnappschüsse vom Hindukusch empört. Im heutigen Tagesspiegel nahm nun Sibylle Tönnies die Soldaten in Schutz, doch ihre Argumentation kann nicht überzeugen.

Für sie handelt es sich bei diesem Skandal um nichts weiter als den Streich von "großen Kindern", die noch nicht auf "eigenen Füßen stehen" können und nun, gerade "unter der Schürze der Mutter hervorgekrochen“, eiligst in den „Befehlsstrukturen einer Armee nach Geborgenheit suchen“. Darum solle man sich nicht über ihre „frivole Verspieltheit“ wundern. Abgesehen davon, dass diese Fernanalyse der Reife deutscher Soldaten ziemlich gewagt erscheint, zumal das Alter einiger Beteiligter noch nicht bekannt ist, traut Tönnies jungen Menschen offenbar Selbstständigkeit und verantwortliches Handeln nicht zu.
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Um ihrer Argumentation nachtrug zu verleihen, verweißt sie auf ähnliche Scherze, die von jungen Medizinstudenten bekannt seien. Sowohl viele Soldaten als auch angehende Ärzte müssten sich dem Tod, der Teil ihres Alltags sei, erst auf solch makabere Weise nähern, um mit ihm umgehen zu können. Sicherlich ist der Druck in beiden Berufen enorm, doch kann Tönnies nicht einfach die Unterschiede zwischen der Funktion eines Arztes und der eines Soldaten ignorieren. Es ist eine enorm andere Symbolik, ob ein Medizinstudent, der Leben retten soll sich einen Spaß mit einem Schädel erlaubt oder ob es ein Mensch in Uniform ist, dessen Aufgaben auch das töten von Menschen mit einschließt. Außerdem ist dieser Vergleich auch aus dem Grunde falsch, da die einen sich noch in der Ausbildung befinden, während die anderen als Berufssoldaten ihr Geld verdienen.
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Woher Tönnies weiß, dass nicht „einem Toten schimpf“ angetan wurde, sondern „dem Tod“ und „seiner Hoheit“, bleibt ihr Geheimnis. „Fuck you“ wurde ihm ihrer Meinung nach zugerufen und dem Sensenmann dadurch „der Stinkefinger“ gezeigt. Dass ihm, wenn überhaupt, eher der Penis gezeigt wurde, ist in diesem Zusammenhang weniger relevant, als die Tatsache, dass es schlicht nicht möglich sein kann, schon jetzt seriös die Motive der Soldaten zu benennen. Diese Deutung ist demnach reines Wunschdenken.
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In den letzten Absätzen kritisiert sie dann die deutschen Auslandsmissionen grundsätzlich und trauert dem Schwurbruch nach, der da lautete: Nie wieder Krieg! Ein Schwur, der es den Deutschen nach 1945 erst ermöglicht habe, ihr gesenktes Haupt wieder zu heben. Eine Deutung, an der auch erhebliche Zweifel erlaubt sein dürfen.
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Soldaten, die mit Totenschädeln herumalbern sind einfach eine Geschmacklosigkeit und in jedem Fall ein Skandal. Einzig aus diesem Grund und der damit verbundenen Symbolik. Aus keinem anderen! Ob nun irgendwelche Islamisten dies als Propaganda missbrauchen, ist uninteressant, denn ihr Hass ist irrational und hat nichts mit dem tatsächlichen Verhalten des Westens zu tun; außerdem betreiben sie selber einen Totenkult ganz anderen Ausmaßes. Von daher ist die Empörung über die Fotos berechtigt, solange sie nicht aus falschen Motiven, nämlich der Angst vor einem Propagandaerfolg der Islamisten, erfolgt. Und Tönies Meinung aus dem Grund gefährlich, weil sie der Aushöhlung moralischer Grundwerte Vorschub leistet. Wer vor Toten keinen Respekt hat, kann diesen auch schnell vor Lebenden verlieren.

Mittwoch, Oktober 25, 2006

Hans Blix und die Bombe

Wenn irgendwann der Iran jene ehren wird, denen die Mullahs die Atombombe verdanken, wird einer ganz oben auf der Liste stehen: Hans Blix. In ihm vereinigen sich all die Tugenden, die es Ahmadinedschad schwer machen werden, nicht bald verkünden zu können, dass er die Bombe besitzt: Feigheit, Kurzsichtigkeit und Antiamerikanismus.
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In einem Interview mit dem Tagesspiegel präsentierte er nun seine Sicht auf die Welt und die hat es in sich. Schuldzuweisungen werden prinzipiell nicht gegen die UNO, die EU oder gar den Iran ausgesprochen, es sind immer nur die USA, die sich falsch verhalten. Seine Rückschlüsse sind katastrophal.
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Auf die Frage, ob Frankreich, Großbritannien und Deutschland wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren sollten (zum wievielten Male eigentlich?), wollte er aus dem Grund nicht antworten, weil er sich nicht anmaßen wolle, Ratschläge zu geben. Was ihn aber nicht davon abhält, direkt danach zu erklären, warum so viele Länder die Atomwaffe attraktiv finden: „Die meisten Staaten, die mit Atomwaffen liebäugeln, machen dies wegen ihrer speziellen Wahrnehmung ihrer eigenen Sicherheitsinteressen. […] Wenn unser Interesse also darin besteht, den Iran nicht zur Uran-Anreicherung zu ermutigen, dann müssen wir auch an das Sicherheitsinteresse denken, das Teheran haben könnte.“
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Chamberlai… äh Blix bringt dabei ein beachtliches Maß an Verständnis für die religiösen Fanatiker auf, zu deren Sicherheitsinteressen ganz primär die Vernichtung Israels gehört. Und einen Vorschlag, was unter einer Bedrohung für den Iran zu verstehen ist, hat er auch. Unter anderen US-Soldaten oder genauer: sehr viele US-Soldaten. Diese sind im Irak, in Afghanistan und Pakistan stationiert. Blix stellt in Anbetracht dessen eine Forderung, die so dreist formuliert ist, dass sie sogar Ahmadinedschad imponieren dürfte. „Eine Sicherheitsgarantie müsste die Zusicherung beinhalten, dass es keinen Angriff von außen auf den Iran gibt – und an besten auch eine Zusage, dass ein Regimewechsel im Inneren ebenfalls nicht angestrebt wird.“
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Ob Blix sich auch ganz offiziell für die Abschaffung der Menschenrechte einsetzt, ließ er in diesem Zusammenhang offen, aber möglich wäre es allemal. Einem Staat, der seine Bevölkerung terrorisiert die Zusage zu geben, dass man damit kein Problem hat, ist schlicht Menschenverachtend und steht in einem interessanten Kontrast zu der Empörung, die losbricht, wenn ein verhinderter Massenmörder der Al-Quaida unbelegt behauptet, Opfer von Folter geworden zu sein.
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Der Iran ist nicht das Land, das Sicherheitsgarantien braucht, es sind seine Nachbarn und Israel, die sich durch die Aufrüstung bedroht fühlen müssen. Es ist doch absurd: Iran ruft zur Vernichtung Israels auf, rechnet durch, dass schon eine einzige Bombe den jüdischen Staat vernichten würde und dafür sogar ein eigener millionenfacher Blutzoll gezahlt werden könne und Blix kommt bei all dem nur auf die Idee, schleunigst Sicherheitsgarantien für den Iran zu verlangen.
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UNO-Sanktionen lehnt er auch ab. Er findet, dass man zwar mit Zuckerbrot und Peitsche arbeiten könne, aber wenn nur die Peitsche genutzt wird, würde dies „die betroffenen Länder in ihren atomaren Ambitionen bestätigen.“ Hat Blix die ganzen Zuckerbrote vergessen, die dem Iran noch vor wenigen Wochen angeboten wurden? Es scheint so, ansonsten müsste man meinen, dass er wissentlich lügt. Denn eines kann den (EU-) Verhandlungspartnern wirklich nicht vorgeworfen werden: der Einsatz der Peitsche.
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Obwohl Blix sich zu Beginn des Interviews noch verweigerte, als er seine Meinung zu einer möglichen Rückkehr an den Verhandlungstisch sagen sollte, hat er aber sehr wohl eine, wenn es darum geht, ob es richtig ist, „am Verzicht auf die Anreicherung von Uran als Vorbedingung für Gespräche mit dem Iran festzuhalten?“ Diese Bedingung findet er sonderbar und macht sich für die iranische Regierung stark: „Welcher Pokerspieler spielt schon die Trumpfkarte aus, bevor die Partie überhaupt begonnen hat?“
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Zum Ende gelingt ihm dann noch eine der berüchtigten „Ja - ABER“ Antworten. Er teile das Ziel, dass Nordkoera seinen Status als Nuklearstaat wieder aufgeben solle, glaube aber nicht, “dass die UN-Sanktionen sehr bedeutsam sind.“ Einen Gegenvorschlag bringt er nicht vor, dafür zieht der alte Pokerspieler dann im letzten Satz das, was der Iran auf sein Anraten hin zurückhält: seine Trumpfkarte. Denn was gibt es zu den UN-Sanktionen noch zu sagen, genau: „Ich werde den Verdacht nicht los, dass es in den USA vor der Kongresswahl im November aus innenpolitischer Sicht notwendig ist, hart gegenüber Pjöngjnag aufzutreten.“ Es sind also die US-Kongresswahlen und nicht die Atomtests, die das eigentlich gefährliche sind. Sehr gut erkannt!

Dienstag, Oktober 24, 2006

Linkspartei und Antizionismus

Einen interessanten Artikel in der morgen erscheinenden Jungel World gibt es hier.
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...und wer immer noch behauptet, dass die Pressefreiheit in den Autonomiegebieten der Palästinenser weniger ausgeprägt ist als in Israel, wird von den "Reportern ohne Grenzen" eines besseren belehrt. Wer es nicht glaubt, bitte!.

Sonntag, Oktober 22, 2006

UNO-General mit Durchblick

Die UNIFIL will verhindern, dass die Hisbollah in ihrer Wideraufrüstung behindert wird. Das gibt der Kommandeur der Mission, Alain Pellegrini, freimütig zu. Sollten die UNO-Truppen aber trotzdem mal nicht umhin kommen, auf Aktivitäten der Terroristen aufmerksam zu werden, sind die Vorschriften, die dann alles weitere klären, komplex und hirnrissig zugleich.
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Waffen werden aus Prinzip nicht eingesammelt, es seiden, die Truppe stolpert im wortwörtlichen Sinne darüber. Mit der Hisbollah an sich will man sich schon gar nicht anlegen, und wenn doch, dann nur nach Rücksprache mit der ruhmreichen libanesischen Armee.
Soweit so nutzlos also und die Frage drängt sich auf, warum dann überhaupt so viele UNO-Soldaten einen Libanonurlaub bezahlt bekommen.

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Doch es gibt ja noch die andere Kriegspartei und es ist nicht schwer zu erraten, welcher Seite die UNO mehr misstraut. Vielleicht liegt es einfach in der Logik einer antiisraelischen Organisation begründet, dass sie per Definition schlicht nicht anders kann und will, als eine "kritische Meinung" gegenüber dem jüdischen Staat zu haben. Eine "Meinung", die nichts mit ehrlicher Kritik, aber viel mit Antisemitismus zu tun hat, weswegen das tatsächliche Handeln der Israelis für diese völlig unerheblich ist. Denn, obwohl Israel das Opfer eines Überfalls geworden ist, schätzt der sonst so auf Deeskalation bedachte Pellegrini die Aktivitäten der Israelis für so gefährlich ein, dass er ihnen gegenüber sehr wohl den Einsatz von Gewalt befürworten würde. Grund dafür sind Aufklärungsflüge, die Jerusalem die Informationen über den Feind bringen sollen, die von der UNO nicht zu erwarten sind. „Wenn diplomatische Mittel nicht ausreichen, sollten möglicherweise andere Maßnahmen in Erwägung gezogen werden.“, gab Pellegrini bekannt und möchte dafür sogleich die Rechtsgrundlage für die Mission ändern. Im Anschluss daran könnte er sich dann vorstellen, mit Luftabwehraketen israelische Jets abschießen zu lassen. Diese Flüge würden nämlich die Resolution 1701 verletzen. Man darf gespannt sein, ob der tapfere General auch gegenüber Hisbollah irgendwann die Einhaltung dieser Resolution verlangt. Zweifel sind berechtigt.
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Angesichts der Äußerungen des wichtigsten UNO-Generals im Libanon und einer Passivität gegenüber der Hisbollah, die in Israel nur als Verhöhnung der eigenen Sicherheitsbedürfnisse angesehen werden kann, sind diese „Verletzungen“ des Waffenstillstandes absolut nachvollziehbar. Welchen Grund sollte es geben, sein Schicksal in die Hände der UNO zu legen, die doch mehr Energie in gutnachbarschaftliche Beziehungen zu einer Terrororganisation investiert, als in die Ausschaltung dieser Bedrohung?

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Was ist also von einer UNO-Mission zu halten, die die Hisbollah zwar nicht entwaffnen will (etwas, was schon vor Jahren passieren sollte!), aber Drohungen gegen Israel ausspricht? Nicht viel, nichts oder noch weniger? Oder hat sich Pellegrini vielleicht nur deswegen so geäußert, weil er einen Anruf von Nasrallah bekam, der sich über den Fluglärm beschwerte, der beim Bau neuer Raketenabschussrampen stören würde? Vorstellbar allemal!

Brecht und Schmidt

Na ja, also Harald Schmidt kann man ja witzig finden, aber seine Show ist trotzdem nur die Kopie einer amerikanischen Vorlage, er hat dieser Art Unterhaltung auch nichts Neues hinzugefügt und von daher sollte er vielleicht nicht so begeistert behaupten, dass er das Fernsehen revolutioniert hat. Auch wenn er dies nur für das deutsche behauptet.
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Aber wo wir schon dabei sind. Wenn da draußen noch andere vorhaben, das Fernsehen zu revolutionieren, indem sie amerikanische Vorbilder kopieren, wie wär es z.B. damit oder damit? Und so ne Komikerin wär auch mal klasse! ...Aber noch besser wärs, wenn man sich hier auch mal was eigenes ausdenken würde!

Kurzer Nachtrag zur Al-Quds Demo

Man sollte sich zukünftig übrigens überlegen, ob eine Kundgebung gegen den Al-Quds Tag tatsächlich sinnvoll ist, zumindest in der Form wie sie gestern stattfand. Also ich für meinen Teil würde nur sehr ungern nochmals auf eine solche Veranstaltung gehen. In erster Linie, weil ich es völlig deplaziert finde, zu einem solchen Anlass Reden zu halten, in denen Israel zwar unterstützt wird, aber gleichzeitig auch Kritik z.B. an der Besatzung stattfindet. Eine Veranstalltung, die als Antwort auf eine antisemitische Demo gedacht ist, ist wohl der deplazierteste Ort um Kritik an Israel zu üben.

Samstag, Oktober 21, 2006

Al-Quds Tag Berlin

DIE antisemitische Vorzeigedemo zog heute Mittag durch Berlin. Schön getrennt in einen Frauen und Männerblock verkündeten die Judenhasser, gegen Antisemitismus und Zionismus zu sein. Der unauflösbare Widerspruch zwischen der einen und der anderen Forderung störte sie dabei nicht, wohl auch, weil niemand von ihnen im Ernst gegen Antisemitismus eintritt – dafür hät man sich nämlich an der Gegenkundgebung beteiligen müssen.
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Diese schien mir nicht so gut besucht zu sein. Zwar füllte sich der Platz vor der Gedächtniskirche nach und nach, aber mehr als 300 Personen werden wohl nicht anwesend gewesen sein. Gefühlsmäßig nutzte aber cirka jeder zweite von ihnen die Möglichkeit, von der Bühne aus eine Rede zu halten. Beinahe im Minutentakt wechselten die Sprecher, man kam gar nicht nach, wer gerade Ahmadinedschad verdammte, wer nun Israels Existenzrecht betonte und wer behauptete, dass 99% der Iraner gegen (???) das Regime seien.
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Für mich wartete die Gegenkundgebung mit einer Überraschung auf. Neben den Flyern einiger eher dubioser Gruppierungen (USA und der politische Islam – die zwei Pole des Bösen), wurde auch einer mit dem Titel „Gleiche Rechte für den Iran – Gleiche Pflichten für den Iran“ verteilt. Interessiert begann ich zu lesen, da mich Überschrift und Anfang des Textes an einen erinnerte, den ich vor kurzem zum selben Thema schrieb. Es stellte sich heraus, dass es sich hierbei um genau diesen handelte. Irgendwer hatte ihn kopiert und verteilte ihn nun eifrig. Einerseits freute ich mich darüber, andererseits wäre es aber noch netter gewesen, vielleicht auch die Quelle anzugeben. Na ja, so reihe ich mich nun also in die Gruppe jener ein, die man unter dem Pseudonym „Verfasser unbekannt“ kennt.
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Übrigens: Das originellste Plakat war eindeutig: „Meinungsfreiheit für Zionismusforscher.“ Werd mich an der Uni mal erkundigen, ob man in diese Richtung ausgebildet werden kann. Vielleicht studier ich dann Zionismusforschung auf Bachelor, wenn möglich in Kombination mit Holocaustleugnung?

Freitag, Oktober 20, 2006

Arafats würdige Erben

Wie soll man ernsthaft mit Leuten verhandeln, die zuerst das hier beschließen und direkt danach dies hier tun?

Donnerstag, Oktober 19, 2006

"Eine Demo, zu der man gerne geht" (O-Ton Gerhard Schröder...fast)

http://www.gegen-al-quds-tag.de/

Arm aber sexy?

Keinen Elitestatus für die Unis und kein Geld vom Bund - mein Umzug nach Berlin brachte der Stadt bisher kein Glück!

Mittwoch, Oktober 18, 2006

Antisemitismus wie er im Buche steht

Wenn die Differenz zwischen der Betroffenheit, die zu bestimmten Gedenktagentagen wie dem 9.November zur Schau gestellt wird und der tatsächlichen Verfolgung derer, die dafür Arbeiten, dass solche dunklen Zeiten zurückkehren, zu groß wird, verkommen solche Rituale zur Farce.

Beispiele gibt es genug, die Bezeugen, dass zwar die Nazis der Vergangenheit gnadenlos verfolgt werden, aber mit den lebendigen und ihren Geistesverwandten, für die der Antisemititsmus ein ausreichendes und mörderisches Weltbild darstellt, nicht ebenso konsequent umgegangen wird.

Auf der Buchmesse in Frankfurt kann dies jedes Jahr aufs neue beobachtet werden. Da stellen arabische und türkische Verlage antisemitische Bücher in die Regale, in denen Behauptungen aufgestellt werden, deren Dummheit nur noch durch ihre Gefährlichkeit überboten wird:

Ein Titel - "Israel in Chiffren" -spricht von einem Buchstabencode in der Thora, der enthülle, dass die Juden den Dritten Weltkrieg planten, und die Türkei zerstören wollten. Das Buch "Die große Israel-Strategie" wartet mit weiteren solcher Verschwörungstheorien auf. Und ein anderer Titel erklärt, das die Juden angeblich die Sofya-Moschee unterwandern.(kultuZEIT: Eklat nach der Buchmesse)

Das Simon-Wiesenthal Center machte die Polizei auf diese Werke aufmerksam, doch obwohl Beamte sich an den Ständen umsahen und die Bücher begutachteten, durften sie weiter ausgestellt werden. Die Begründung: Keine Hinweise auf Antisemitismus!

In diesem Zusammenhang sollte mal eine Frage gestellt werden. Wann ist eigentlich von einem Verlag aus einem arabischen Land das letzte Mal ein Buch über Juden herausgegeben worde, dass NICHT durch und durch antisemitisch ist? Ohne sich mit dem dortigen Büchermarkt auskennen zu müssen, kann davon ausgegangen werden, dass dies schon sehr lange her sein muss. Leo Trepps "Die Juden" würden auf den Bestsellerlisten tatsächlich etwas deplaziert wirken, so einkeklemmt zwischen "Mein Kampf" und "Die Protokolle der Weisen von Zion."

Von daher kann mit ziemlich großer Sicherheit davon ausgegangen werden, dass ein Buch, auf dem die Freiheitsstatue eine Menora in Händen hält und das von einem arabischen Verlag vertrieben wird, ein Machwerk übelsten Judenhasses darstellt. Da braucht es bei der Polizei wirklich keinen besonders klugen Kopf für, um diesen Rückschluss zu ziehen und ein Motiv hätten die Herren Verleger bzw. ihre Staatsoberhäupter/Arbeitsgeber auch: Den Wunsch Israel zu vernichten. Eigentlich ganz einfach.

Aber auf der Buchmesse stellt man sich trotzdem Jahr für Jahr dumm, verhindert solche Reklame für Antisemititsmus nicht und gibt sich Jahr für Jahr überrascht, wenn Jahr für Jahr irgendwann der Moment naht, indem sie Journalisten oder Besuchern auf diese "Werke" hinweisen. Aber Konsequenzen müssen die Anbieter solcher Literatur nicht fürchten, denn die Konsequenz die behält man sich in Deutschland für tote Nazis vor. Und die können sich schon wieder drauf gefasst machen, am 9.November aber so richtig in die Schranken verwiesen zu werden!

Montag, Oktober 16, 2006

Danke für ihren Hinweis

Umzüge bringen es mit sich, dass man anfangs sehr viele Telefonate mit irgendwelchen Anbietern diverser Leistungen führt. Strom, Gas, Telefon, Internet usw. Nicht nur sind diese Gespräche eigentlich immer nervig, nein, sie bieten bei genauerem hinhören auch viel Raum für Spekulationen.

So ist es zum Beispiel üblich, dass vor dem tatsächlichen Kundenberater eine Computerstimme vorgeschalten wird, die darüber informiert, dass einzelne Gespräche aufgezeichnet werden. Wenn man damit ein Proble habe, solle man zu Beginn des Telefonats einen "kurzen Hinweis" geben.

Jetzt fragt man sich natürlich, ob ein "kurzer Hinweis" dasselbe ist, wie die Feststellung "Ich will nicht, dass dieses Telefonat aufgezeichnet wird". Aber warum kann es dann nicht einfach heißen: "Sagen sie zu Beginn, dass sie keine Aufzeichnung des Telefonats wollen"?

Es bleibt also ein Rätsel. Ich für meinen Teil verfalle bei diesen "Hinweis"-Hinweisen jedenfalls immer ins konspirative und möchte dem Kundenberater mit den Worten "Der blaue Elefant ist gelandet. Ich wiederhole: Der blaue Elefant ist gelandet, die roten Lackschuhe sprechen lettisch!" ins Wort fallen. Vielleicht mache ich das beim nächsten Mal. Wäre schon interessant zu erfahren, ob dann vom anderen Ende der Leitung die Bestätigung kommt: "Okay, dieses Telefonat wird nicht aufgezeichnet. Danke für ihren Hinweis."

Sonntag, Oktober 15, 2006

Dan Schueftan im Interwie mit SpiegelOnline

Schueftan: [...] Bei den Demonstrationen in Gaza werden Unmengen von Munition in die Luft verschossen, mindestens zehntausend Kugeln. Jede Kugel kostet so viel wie vier Kisten Tomaten. Das heißt, sie verschießen bei einer Demonstration den Gegenwert von 4o.ooo Kisten Tomaten. Am nächsten Tag sagen sie: "Wir haben Hunger!" und die Europäer kommen und sagen: "Wie können wir ihnen helfen?" Die UNO hat zwei Flüchtlings-Hilfswerke, eines für alle Flüchtlinge, eines nur für die Palästinenser. Das erste versucht, den Flüchtlingen zu helfen, das andere sorgt dafür, dass sie Flüchtlinge bleiben, inzwischen in der dritten und vierten Generation.

Das ganze Interview gibt es hier.

Freitag, Oktober 13, 2006

Friedensbewegung sei wachsam!

Eben wurde am Zoologischen-Garten die jungeWelt verteilt und instinktiv lehnte ich ab, als mir eine gereicht wurde. Als ich aber hörte, dass sie kostenlos ist, verschwand doch noch eine in meiner Tasche. Na ja und jetzt habe ich etwas durchgeblättert und eine meiner Lieblingsstellen ist der letzte Satz eines Artikels über den großen Satan USA. Im Artikel geht es irgendwie um Nordkorea, die Bombe und den Iran und in der für antiamerikanische Verschwörungstheoretiker und Spinner üblichen Weise wurde da das angebliche Problem (das eine der übelsten Diktaturen der Welt Atomwaffen testet.) nur gestreift, um ganz schnell zum wirkliche Problem zu kommen.
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Warum nun genau die USA sich falsch verhalten haben, wenn Nordkorea Atombomben baut, wird zwar auch nach der Lektüre von "Augen zu und Vollgas" nicht klar, aber man weiß zumindest, dass Bush diese Situation dazu nutzen will, irgendwelche Staaten zu überfallen, deren Regenten zumeist nur von anderen Diktatoren und der junge Welt Redaktion unterstützt werden.
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Meine Lieblingsstelle kommt dann schließlich ganz am Ende dieses wirren Textes, wenn Jürgen Elsässer eindringlich zur Wachsamkeit gegenüber dem kapitalistischen Feind mahnt:
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Die Friedensbewegung sollte die US-Schlachtschiffe auf dem Weg zum Persischen Golf im Auge behalten.
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Irgendwie erinnert mich eine "Friedensbewegung", deren Aktivitäten sich vor allen darin erschöpft, die USA zu hassen, in ihrer Destruktivität und Dummheit an die Gegner des Team America...oder an ganz gewöhnliche Ignoranten, denen der "Weltfrieden", wie auch immer erkauft, noch jedes Mal wichtiger war, als die Menschenrechte für die Unterdrückten der Welt.

Donnerstag, Oktober 12, 2006

Unglaublich: Im Nazi-Jargon steht Jude für Jude!

Nach Polizeiangaben zwangen die drei den Jugendlichen in der Sekundarschule Parey auf dem Schulhof, ein Schild mit einem rassistischen Spruch zu tragen, der im Nazi-Jargon auf Juden Bezug nimmt. Das Schild hatte die Aufschrift "Ich bin im Ort das größte Schwein, ich lasse mich mit Juden ein". (Spiegel)
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Im Nazi-Jargon!?! Und für was soll ein normaler Mensch diesen Spruch halten? Na ja, aber so richtig Lust auf die Konfrontation mit der Tatsache, dass es einige Teile Deutschlands gibt, in die sich Ausländer, Juden oder Menschen, die "nicht deutsch" aussehen, besser nicht wagen sollten, hat man hier scheinbar nicht. Da wird zwar kurz vor den Wahlen mal aufgestöhnt, weil die Naziparteien den etablierten das Stimmvolk wegzunehmen drohen, aber diese Empörung stirbt regelmäßig mit Beginn der nächsten Legislaturperiode.

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Wirklich konsequent ist der Kampf gegen Rechts sicher nicht! Es gibt nämlich durchaus eine Differenz zwischen dem, was man gegen Nazis tut und dem, was man tuen könnte. Ein Beispiel dafür, wie arrogant und fahrlässig mit diesen Gefahren umgegangen wird, ist Hagalil. Eine Homepage, die auf so Vielfältige Art gegen Rassismus, Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit vorgeht, dabei auch noch ausgewogen über den Nahostkonflikt berichtet und seit langem um sein Weiterbestehen fürchten muss. Grund: Die Fördermittel sind gestrichen worden.

Mittwoch, Oktober 11, 2006

Schueftan Teil II

Vor mehreren Tagen erwähnte ich Dan Schueftan, nun hat er der WELT ein Interview gegeben.

(Ich weiß nicht, warum der PC den Link nicht setzten will, aber ein freundlicher Leser hat ihn im Kommentarbereich noch mals veröffentlicht.)

Montag, Oktober 09, 2006

Interview mit Hirsi Ali

Hirsi Ali: Was ich sage, ist: In Europa und in den USA behandeln wir den Islam wie den nackten Kaiser in „Des Kaisers neue Kleider“. Jeder kann sehen, dass der Islam gewalttätig ist. Aber niemand will es sagen. Alle sagen, er sei friedvoll.
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das ganze Interview hier.

Die Tücken des Alltags

Heute: Getränkerückgabe

Sonntag, Oktober 08, 2006

Kinofilme können auch Gefühle verletzen


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Mir hatte bei der Fußball-WM diese "Gute-Laune-Stimmung um jeden Preis", die alle vereinnahmen wollte und dadurch schon wieder gar nicht mehr locker, sondern ziemlich bürokratisch-bedrohlich wirkte, nicht gefallen. Aber okay, dies kann ja jeder sehen wie er will. Und dass jetzt eine Dokumentation ins Kino kommt, in der noch mal in Spielfilmlänge zu sehen ist, wie die deutsche Mannschaft schlechter abschneidet als bei der vorherigen WM in Japan/Südkorea, kann ich auch noch verkraften. Aber irgendwann ist die Schmerzgrenze dann doch erreicht. Spätestens, wenn für diesen Film der Titel des so klugen wie originellen Heine Werks Deutschland – Ein Wintermärchen missbraucht und zu Deutschland – Ein Sommermärchen umgetextet wird. Autsch, das tut weh!

Formel-1

Auch wenn mich die Formel-1 überhaupt nicht interessiert, hätte ich dieses Jahr dem Michael Schumacher den Titel gegönnt. Vor allen weil er im direkten Vergleich mit Alonso wesentlich sympathischer wirkt. Schuhmacher hat es nicht nötig, permanent schlecht über Kollegen/Rivalen zu reden, Alsonso schon und vor allen ist Alsonso ein ziemlich mieser Teamspieler. Nach dem letzten Rennen, das Schumacher gewann und damit beste Chancen auf den Titel hatte, griff Alonso seinen Rennstall an und behauptete, dass es denen nur um die Konstrukteursmeisterschaft ginge. Er ist definitiv ein schlechter Verliere und ich fänd es klasse, wenn Schumacher es doch noch schaffen sollte.
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Nachtrag: Und direkt nach so einer bitteren Niederlage ein solches Interview zu geben, könnt längst nicht jeder.

Samstag, Oktober 07, 2006

Naht das Ende der Welt???

Höchstwahrscheinlich! Die Zeichen mehren sich und nun habe ich über Martin Hagens Blog den bislang eindeutigsten Hinweis dafür gefunden. Dort wird auf eine witzige Kabarettnummer hingewiesen, was ja schon an sich Seltenheitswert hätte, aber jetzt kommt’s: dieses Kleinod fand ausgerechnet im Scheibenwischer statt!!!

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Und tatsächlich, der Auftritt von Andreas Rebers ist gelungen. Eine intelligente und schlagfertige Nummer zum Thema Islamismus und dazu ein kleines Liedchen, das mich dazu gebracht hat, zum ersten Mal über irgendetwas zu lachen, was im Scheibenwischer präsentiert wurde. Und jetzt wird geschunkelt:

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"Der Islamist, das ist ein armer Wicht,

die gute Laune kennt er nicht.

Hat keine schöne Volksmusik,

drum führt er gern Guerillakrieg.

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Vom Himmel tropft das Flugbenzin,

vom Minarett der Muezzin.

Mit Mohammed und Allah,

Tod Israel, Tod USA.

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Die Frau verhüllt er gern mit Stoff,

und betet mit Kalaschnikow.

Das Polkatanzen fällt ihm schwer,

drum bombt er gern im Nahverkehr.

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Selbstmordattentäter komm ein bisschen später,

und verübt ein Attentat, ganz allein für dich privat.

Selbstmordattentäter, Hisbollah und Hamas,

verbreiten schlechte Laune und machen keinen Spaß."

(Copyright : Andreas Rebers)

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Auf der Homepage des Scheibenwischers kann die Sendung heruntergeladen werden, irgendwo relativ in der Mitte ist Rebers Auftritt.

Dr. Dan Schueftan

Sehr lesenswerter Artikel über Dr. Dan Schueftans Analyse des Nahostkonflikts. Frei von politisch korrekten Gequatsche und im Gegensatz zu den deutschen "Experten" a la Lüders von einem wirklicher Experten vorgetragen.

Straws Kritik ist berechtigt


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Der Ex-Außenminister Großbritanniens, Jack Straw, hat angedeutet, dass das Tragen von Ganzkörpersäcken (Burkas) nicht unbedingt die Kommunikation mit anderen Menschen erleichtert. Dabei bezog er sich auf muslimische Frauen, die bis auf einen Sehschlitz völlig in irgendwelche Kleider versunken sind. Dass diese Mode ziemlich daneben ist und die Erfinder von ihr sicherlich keine Frauen waren dürfte klar sein.

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Straw hat mit seiner Kritik Recht und in diesem Zusammenhang verwundert ein Artikel von SpiegelOnline schon etwas. Zwar wurde Straw von vielen Moslems und muslimischen Organisationen kritisiert, ganz zu schweigen von politischen Gegnern, aber der Grundtenor dieses Artikel sowie die reißerische Überschrift Proteststurm gegen Straws Anti-Schleier-Appell verzehren die tatsächlichen Reaktionen ziemlich.

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Als eine protestierende Gruppe wird Hisb-ut-Tahir genannt, eine radikalmuslimische Organisation, die natürlich beleidigt auf solche Forderungen reagiert. Dann werden noch moderate muslimische Verbände erwähnt, die dem Ex-Außenminister vorwerfen, von den wahren Problemen Arbeitslosigkeit und Ghettoisierung abzulenken, doch ansonsten fielen die Reaktionen anders aus.

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So gab etwa der Muslimische-Rat von Großbritannien, der die meisten Moslems vertritt, zu bedenken, dass diese Tracht tatsächlich Nicht-Moslems verunsichern könne. Außerdem gäbe es auch unter islamischen Geistlichen keinen Konsens darüber, ob Frauen überhaupt Kopftuch tragen sollen oder nicht.

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Wenn man nun also die Situation betrachtet, so kann man sagen, dass sich von Straw eine radikale Organisation beleidigte fühlte, sowie mehrere moderatere Gruppen ihm ein Ablenkungsmanöver vorwarfen, dem Gegenüber steht unter anderem die größte Muslimische Organisation Großbritanniens, die zumindest Verständnis für diesen Vorschlag (Straw will ja niemanden zwingen!) aufbringt. Von daher erscheint die Überschrift des Textes schlicht falsch, suggeriert sie doch eine aggressive Ablehnung durch die übergroße Mehrheit der Moslems.

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Dabei ist es sicherlich richtig, dass solche Debatten geführt werden, denn sie bringen einen schnell zum eigentlich Kern des Problems. Es geht ja nicht darum, jemanden vorzuschreiben, was er anziehen soll, doch es muss gewährleistet sein, dass Frauen sich freiwillig Totalverschleiern und ebenso freiwillig damit auch wieder aufhören können. Und diese Freiheit über den eigenen Körper zu bestimmen fehlt gerade in muslimischen Milieus leider viel zu oft.

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(Im Übrigen wäre es angebracht, wenn die Frauenbewegung, so sie noch existieren sollte?, sich mal stärker für ihre unfreien Schwestern in muslimischen Ländern und Gemeinden einsetzen würde, wo sie noch immer wie Menschen zweiter Klasse behandelt werden.)

Freitag, Oktober 06, 2006

Günter Grass klagt


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Niemand steht so urtypisch für den selbstgefälligen, überheblichen, arroganten und immer mit zweierlei Moralverständnissen (eins für andere und eins für sich) hantierenden Deutschen wie Günter Grass. Nicht nur hat er Jahrzehntelang anderen Nazis, die es nicht bis in die Waffen-SS schafften, ihre Vergangenheit vorgeworfen, nein auch sein Outing als Günter Waffen GraSS folgte nur den Regeln einer gelungenen Marketingaktion für ein Buch und nicht einem schlechten Gewissen. Woher sollten diese Gewissensbisse auch kommen, hatte er doch Rassismus erst in amerikanische Kriegsgefangenschaft kennen gelernt.
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Diesem, laut CICERO, wichtigsten Intellektuellen Deutschlands ist scheinbar auch gar nichts zu peinlich. Kein Verständnis kann er für die Empörung über sein spätes Eingeständnis finden und anstatt sich dann wenigstens vornehm zurückzuhalten, teilt er weiter aus. Nun geht er gegen die FAZ vor. Grund, sie hat dem schon stark lädierten Moralapostel noch eine weitere tiefe Delle verpasst. Die Zeitung druckte zwei Briefe ab, in denen Waffen GraSS in den Jahren 1969 und 1970 den damaligen Finanzminister Karl Schiller drängte, sich endlich zu seiner NS-Vergangenheit zu bekennen.
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Kein Wort in diesen Korrespondenzen über die eigenen Verstrickungen, aber dafür mit viel Pathos den Altnazis bedrängen. Das ist schon ziemlich dreist und für so ein Verhalten bedarf es schon eines leicht schizophrenen Moralverständnisses.
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Die FAZ soll nun also Schuld an diesem unerträglich selbstgefälligen Charakterzug sein. Oder wenigstens daran, dass die Öffentlichkeit eine weitere Facette davon kennen lernt. Vielleicht sollte Waffen-GraSS anstatt zu Klagen, auf seine alten Tage mal in sich gehen und überlegen, ob er eigentlich jemals eine von sich in der Öffentlichkeit verbreitete Lüge oder Falschmeldungen später ebenso Öffentlich revidierte. Ich glaube nicht.
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Er ist eben nur für andere eine moralische Instanz, sich selber gegenüber ist er großzügig nachsichtig.

Donnerstag, Oktober 05, 2006

Fünfzig Gründe gegen Mainz - Berlin - Mainz

Es gibt viele Gründe, weshalb man nicht innerhalb eines Tages von Mainz nach Berlin und wieder zurück fahren sollte. Unter anderen, weil dann folgende Dinge passieren:

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1.) Man muss echt früh los.

2.) Man hat Reserviert, aber auf deinem Platz sitzt eine Frau, die so alt ist, dass sie noch Kindheitserinnerungen an Zeiten hat, in denen eine Fahrt nach Berlin Wochen dauerte.

3.) Man lässt dieser Zeitzeugin des 19.Jahrhunderts ihren Triumph und sucht einen anderen Platz.

4.) Der Zug ist total überfüllt.

5.) Der einzig freie Platz befindet sich im Raucherabteil.

6.) Man ist Nichtraucher.

7.) Man hat aber keine Lust fünf Stunden zu stehen.

8.) Man ist froh, dass kaum jemand wirklich raucht und wenn, dann im anderen Eck des Abteils.

9.) Eine Truppe asozialer Frührentnerinnen stürmt in Hannover herein.

10.) Der Vierer vor deinem Platz ist noch frei.

11.) Der Vierer vor deinem Platz ist nicht mehr frei.

12.) Die Frührentnerinnen rauchen um die Wette und ihr dummes Gerede klingt nach einem Dialekt den du kennst.

13.) Man ahnte es schon und dann sprechen sie es aus: „Bei uns in Bad Dürkheim …!“

14.) Sie kommen tatsächlich aus der scheene Palz!

15.) Warum muss man Mitten in Deutschland von diesen peinlichen Menschen eingeholt werden, die man doch hinter sich lassen wollte?

16.) Sie sind als verdiente SPD-Mitglieder unterwegs in die Hauptstadt.

17.) In Berlin trennen sich die Wege, dafür regnet es.

18.) Wegen des Regens muss ein Pullover gekauft werden.

19.) Bei den Wohnungsbesichtigungen bekommt man es mit cholerischen, nervigen und inkompetenten Typen zu tun.

20.) Man findet keine Wohnung.

21.) Man sitzt schon wieder im Zug Richtung Meenz.

22.) Man hat Kopfschmerzen und zwar seitdem man im Raucherabteil gesessen hatte.

23.) Der Kontrolleur will unbedingt die Gültigkeit deiner Fahrkarte reklamieren.

24.) Man will ihm unbedingt sagen, dass er nervt.

25.) Er will unbedingt weiter reklamieren und sagt, du sollst dein Ticket auf dem Tisch liegen lassen, bis er mit „Verstärkung“ zurückkommt.

26.) Du packst dein Ticket wieder ein.

27.) Er kommt mit Verstärkung und wütet: „Ich habe doch gesagt, dass sie es auf dem Tisch liegen lassen sollen!“

28.) Du fragst (ebenfalls wütend), warum er glaubt, dir Befehle geben zu können.

29.) Allgemeines Beleidigtsein der beiden Kontrolleure.

30.) Einigung, dass dieses Ticket doch gültig ist.

31.) Abzug der beiden Deppen.

32.) Schlafen.

33.) Aufwachen, weil direkt neben dir eine Pokerpartie eröffnet wird.

34.) Wach bleiben, weil sie sich ziemlich laut und lustig gestaltet.

35.) Weiterhin Kopfschmerzen.

36.) Die Minuten bis Frankfurt HBF zählen.

37.) Frustriert damit aufhören.

38.) Kopf verrenken, beim Versuch irgendwie angenehm am Fenster zu lehnen.

39.) Frust, Langeweile, Frust und Langeweile …

40.) Endlich in Frankfurt ankommen.

41.) Die Regionalbahn verpassen.

42.) Halbe Stunde Aufenthalt haben.

43.) Von einem etwas verwirrten Mann mit dem Servicecenter verwechselt werden.

44.) Ihm diese Verwechslung nicht begreiflich machen können.

45.) Ihn beim Servicecenter abgeben.

46.) Mit dem Zug nach Mainz fahren.

47.) Um 23.00 Uhr ankommen.

48.) Mit dem Rad nachhause fahren, im Regen.

49.) Total K.O. ins Bett gehen

50.) Davon träumen, dass diese ganze anstrengende Reise völlig umsonst war, weil immer noch keine Wohnung gefunden ist.

Dienstag, Oktober 03, 2006

Das Studieverzeichnis


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Seit einigen Wochen gibt es das so genannte Studieverzeichnis* im Internet. Dies ist eine online Plattform, auf der sich Studenten anmelden können und mit etwas Glück findet man dort sogar Leute wieder, zu denen der Kontakt abgebrochen war. Noch mehr Glück hat man aber, wenn der Kontakt aus guten Gründen abbrach, man aber trotzdem neugierig ist und jetzt die Möglichkeit besteht, sich anonym etwas auf dem Laufenden zu halten. Insgesamt also eine nette Idee.

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Damit es den Mitgliedern aber nicht nach kürzester Zeit langweilig wird, besteht die Möglichkeit, Gruppen zu gründen oder beizutreten. Von dieser Option wird rege Gebrauch gemacht. Die allermeisten sind purer Nonsens (Die besten Zitate des Studiums), manche etwas Regionalpatriotisch (Pfälzer) und weil die Betreiber der Homepage offenbar ziemlich großzügig sind, was die Themen und Meinungen angeht, die dort vertreten werden, hat sich auch eine Subkultur ziemlich krasser und kranker Gruppen herausgebildet.

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Das Rotkehlchennest hat mir eine kleine Liste gesendet, die keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann, aber einige nette Beispiele bereithält.

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Bei der Christlich Islamische Freundschaft möchte man zu Beginn noch meinen, dass so eine Gruppe doch absolut okay ist. Doch die Selbstbeschreibung lässt an dieser Auffassung dann einige Zweifel zu. Geht es in ihr doch darum, die „Stimmungsmache gegen den Islam seitens Amerika oder generell des großkapitalistischen Westens“ anzuprangern. Okay, das ist schon eine schön Realitätsabgewandte Sicht auf die Welt, aber wenigstens mit einer Selbstdefinition. Auf so etwas kann die Gruppe Antiamerikanische Volksfront getrost verzichten, der Name ist nun mal Programm.

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Weil es aber auch unter Studenten viele NICHT antisemitische Kritiker Israels gibt, machen sich natürlich auch einige Gruppen Gedanken um dieses Land. Kein Verständnis für Israel heißt es dann salopp und obwohl außer dieser Feststellung nichts Weiteres dasteht, fanden sich doch Leute ein, die sich mit dieser Forderung identifizieren können. „Jawohl, kein Verständnis für Israel, endlich spricht es mal jemand aus!“

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Als nächstes gibt es noch jene, die sich an dem "Tabu" stören, dass man Israel in der Öffentlichkeit nicht kritisieren darf. Dagegen lehnt sich die Israel-öffentlich-kritisieren-können-Gruppe auf. Der Gründer nennt in der Selbstbeschreibung unter anderen folgendes Motiv: Ich hab diese Gruppe ins Leben gerufen, weil ich der Meinung bin, wir Deutschen sind gegenüber Israel immer noch zu gehemmt.“

Außerdem sehe sich Israel immer noch als Opfervolk, das es aber längst nicht mehr sei. Israel begehe Kriegsverbrechen, gegen die „(fast) keiner“ etwas unternimmt und den Grund hierfür kennt der öffentliche Kritisierer auch: einflussreiche Juden im US Senat!

Selbstredent, so weiß er weiter zu berichten, wird der Holocaust instrumentalisiert, letztmals bei der Räumung des Gazastreifes und es ist natürlich korrekt, wenn Palästinenser israelische Teenager in die Luft sprengen, Kinder ermorden und in Cafes explodieren, anstatt was zu trinken zu bestellen, denn: „ man muss sich der Ausgangslage bewusst sein.“

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Nachdem nun der Bereich Israel abgedeckt ist, muss sich auch noch jemand um die Juden in Deutschland kümmern. Dies übernimmt die Gruppe Kritiker der Politik des Zentralrats der Juden in Deutschland. In der Beschreibung heißt es: „Meines Erachtens trägt der Vorstand des Zentralrats der Juden in Deutschland durch seine Politik maßgeblich dazu bei, antisemitische Äußerungen gesellschaftsfähig zu machen, indem er bei der Wahrnehmung ihm seitens seiner Mitglieder nicht aufgetragener Aufgaben – nämlich dem unkritischen Verteidigen israelischer Politik – von dem Vorwurf des Antisemitismus äußerst großzügigen Gebrauch macht.“

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Es gibt noch viele weitere Gruppen, die sich auf ähnliche Weise der Aufklärung und Aufdeckung des weltweiten Unrechts verschrieben haben und eines eint sie alle: Es sind auffallend oft die gleichen Spinner, die sich da immer wieder über den Weg laufen.

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* Man muss Mitglied im Studieverzeichnis sein, um diese Links nutzen zu können und man muss Mitglied in den Gruppen sein, um den dortige Schwachsinn lesen zu können und man muss ziemlich gestört sein, wenn man das tatsächlich macht.

Montag, Oktober 02, 2006

Über Studenten


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Es gibt vieles, was ich an meinen lieben Mitstudenten ziemlich dämlich finde. Dass sie unpolitisch sind, keine eigene Meinung haben, Antiamerikanismus für ein politisches Statement halten und es als einen Akt gelebter Toleranz ansehen, einen Döner einkaufen zu gehen - um nur einige Beispiele zu nennen.

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Größtenteils handelt es sich bei den Studenten doch um rückratlose Karrieremenschen, die alles dem großen Ziel unterordnen, später einen genauso tollen Job wie Mama oder Papa zu bekommen. An besten den Job von Mama oder Papa. Dagegen wäre ja nichts einzuwenden, wenn diese Zielstrebigkeit nicht mit einem völligen fehlen einer eigenen Meinung und einer unfassbaren Autoritätshörigkeit einhergehen würde. Aufbegehren gegen Respektspersonen wie Professoren ist völlig out, weil dies ja die angestrebte Verwandlung in Mama oder Papa verhindern könnte. Darum lässt man sich so ziemlich alles gefallen und muss sich Widerworte nur aus dem Grund nicht abgewöhnen, weil man sie sich ja nie angewöhnt hatte.

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Der geistige Horizont endet genau dort, wo der Lernstoff für das Studienfach an seine Grenzen gelangt. Interesse an politischen oder gesellschaftlichen Themen fehlt. Auf dem Höhepunkt des Karikaturenstreits gab es Kommilitonen, die mich nur fragend anblickten, als ich ihre Meinung dazu erfahren wollte: „Welcher Karikaturenstreit?“

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Fatalerweise halten sich aber ausgerechnet solche Leute für richtig unbequem und querdenkerisch. Darum verliert der offenbar ironisch gemeinte Titel eines Schüler/Studentenzeitung (Schüler und Studenten werden in diesem Text synonym verwendet) ihren Witz, wenn sie sich Spießer nennt und von ebensolchen gelesen wird. Die meisten Studenten können sich doch sicher nicht an gravierende Meinungsverschiedenheiten mit ihren Eltern erinnern. Dafür sorgt schon die Unbildung, die ein wunderbarer Streithemmer ist, denn, wo keine eigene Meinung ist, da muss diese auch nicht verteidigt werden.

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Darum ist der Name Spießer vor allen eine zutreffender Bezeichnung der Leserschaft, den man bitte (leider) nicht falsch verstehen sollte. Vielleicht bildet sich aus der jetzigen Studentenschaft sogar der neue Über-Spießer heraus. War es bisher doch wenigstens so, dass man erst zum Spießer werden musste, so hat sich dies mittlerweile geändert - viele Studenten sind es schon, waren nie etwas anderes und werden auch nie etwas anderes sein.

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(Das wollte ich schon lange mal zu diesem ätzenden Zeitungsnamen schreiben.)

Sonntag, Oktober 01, 2006

Aufstand der Anständigen (Richter)


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Was ist das für ein verrücktes Urteil? Leute, die sich aktiv gegen Nazis stellen, sollen dafür zukünftig von der Justiz bestraft werden! Das letzte mal, dass man in Deutschland mit dem Gesetz in Konflikt geriet, wenn Symbole des Dritten Reichs in einem negativen Kontext dargestellt wurden, war zwischen 1933 – 1945.

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Dieses Urteil hat eine verunsichernde Wirkung auf alle Antifaschisten und Gegner der Neonazis und dies in einer Zeit, in der es längst nicht mehr überall zum Konsens gehört, die dumpfen Parolen der NPD abzulehnen. Von daher wurde in Stuttgart gerade das falsche Urteil zur falschen Zeit gefällt.

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Wie ignorant und blind muss ein Richter sein, der T-Shirts, auf denen durchgestrichene Hakenkreuze zu sehen sind, verbieten will, weil das Hakenkreuzsymbol in Deutschland verboten ist? Oder sollte man vielleicht fragen: Wie bewusst dumm darf sich ein Richter eigentlich stellen, bis Zweifel an seiner Qualifikationen für ein solches Amt laut werden?

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Ausländer/Touristen könnten diese T-Shirts missverstehen, so heißt es unter anderen in der Begründung. Was ist das für eine Grundlage für eine Urteilsfindung? Wenn jemand etwas missversteht, dann missversteht er es eben, so etwas kann vorkommen. Wobei ein durchgestrichenes Hakenkreuz sicher kein besonders missverständliches Symbol darstellt.

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Man muss sich klar machen, was dieses Urteil für Konsequenzen nach sich zieht. Was in Stuttgart gerade passierte, ist nichts anderes, als eine hochrichterliche Anordnung, dass Zivilcourage unter Strafe zu stellen ist. Und dies ist schlicht und einfach ein Skandal.

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Nur Tage nachdem die NPD wieder in einen Landtag eingezogen ist, bekommt sie jetzt also durch ein Landgericht Schützenhilfe, indem dieses den Gegnern der Nazis verbieten will, sich öffentlich zu dieser Gegnerschaft zu bekennen. Es bleibt die Hoffnung, dass sich in dieser Frage die Meinung der Berliner Staatsanwaltschaft durchsetzt, die in durchstrichenen Hakenkreuzen nichts Anstößiges erkennen kann.

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Und missverständlich ist für Touristen nun vor allen, warum man in Deutschland nicht öffentlich dazu stehen darf, den Nationalsozialismus abzulehnen. Sehr gut, Stuttgarter Landgericht!