Donnerstag, November 30, 2006

Übrigens...

Gerade habe ich erfahren, dass mein BORAT-Artikel für die Jüdische Allgemeine Zeitung auch online lesbar ist. Hier entlang bitte.

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Geht das schon wieder los?

Noch etwas schüchtern zwar, aber dennoch weiterhin ausgestattet mit einer bestechenden um drei Ecken konstruiert, geschüttelt und gerührt Logik, kehrt eine der peinlichsten Falschmeldungen 2006 wieder in die deutschen Zeitungen zurück.
Im Tagesspiegel steht heute in einer Randspalte:

Nahost
Hania erkennt Israel indirekt an
Kairo- Der palästinische Ministerpräsident Ismail Hanija hat sich für einen Palästinenser-Staat in den Grenzen von 1967 und damit an der Seite Israels ausgesprochen. Seine radikale Hamas-Partei fordert bislang einen Staat einschließlich der israelischen Gebiete.


Dass Ismail Hanija ab jetzt als Repräsentant des moderaten Flügels der Hamas gesehen werden muss, ist klar!

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Mahnwache für die entführten israelischen Soldaten


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Gestern Abend fand in Berlin eine Mahnwache für die israelischen Soldaten statt, die von Hisbollah und Hamas entführt worden sind.

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Dienstag, November 28, 2006

Cuba Libre an der Uni


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Die Universität Potsdam ist mit 16.000 Studenten verhältnismäßig klein. Vielleicht ist dies der Grund, warum einem die total Irren so schnell auffallen, vielleicht hat Potsdam aber auch schlicht eine überdurchschnittliche Konzentration an Irren, wer weiß? Da gibt es zum Beispiel den sehr korpulenten Typen mit langen Haaren, wirrem Bart und ebensolchen Augen. Er trägt stolz eine blaue Jacke, auf der in großen Buchstaben KUBA draufsteht und ist so richtig links. Wie er so über die Flure wankt, langsam und schwitzend, könnte er durchaus als Personifizierung des Sozialismus/Kommunismus angesehen werden. Unbeweglich, träge und unsympathisch im Erscheinungsbild, dumm in der Denkweise und lächerlich in seiner Realitätsverzerrung.
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Bisher dachte ich, dass dieser Antikapitalist, von dessen Appetit die McDonalds Aktie nicht unwesentlich abhängig ist, der größte Spinner ist. Doch heute wurde er von einem anderen mit Leichtigkeit vom Thron gestürzt. Er saß vor dem Haupteingang und spielte Schlagzeug. Was ja soweit noch nicht außergewöhnlich wäre, wenn es sich dabei nicht um ein Luft-Schlagzeug gehandelt hätte. Diszipliniert und entrückt, beziehungsweise, wenn man weniger freundlich sein möchte: gestört, schlug er da mit imaginären Sticks auf das imaginäre Musikinstrument ein.

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Auf eine ungefährliche Art bekloppt, hätte man meinen können, wenn er dazu nicht noch ein ganz besonderes T-Shirt angehabt hätte: Hugo Chaves, der triumphierend den Daumen nach oben hält! Bald stand er auf und lief an uns vorüber in die Uni. Staunend über seine stolz zur Schau getragene Menschenverachtung (welcher halbwegs Normale wirbt denn auf seiner Brust für die Unterdrückung fundamentaler Menschenrechte und Allianzen mit fanatischen Antisemiten?) blickte ich ihm hinterher.

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Wenig später gingen auch wir in unseren Vorlesungssaal, bei dem es sich um den Computerraum handelte und wen traf ich da wieder? Genau, Chaves, der sich ins Internet einloggte. Weil keine anderen Plätze frei waren, mussten die neben ihm genommen werden. Mein Bekannter zeigte mir auf youtube ein Video, auf dem ein schönes Tor von Ronaldinho zu sehen war. Als der Ball die Torlinie überschritt, branndete Jubel auf. Doch irgendetwas stimmte an diesem Jubel nicht, er wirkte zu organisiert für ein Fußballspiel, zu sehr auswendig gelernt und außerdem, das viel mir jetzt auf, riefen die Leute nicht „Ronaldinho“, sondern „Hugo Chaves!“. Der verrückte Freiheitsfeind neben uns sah sich ebenfalls ein youtube Video an. Eine Wahlkampfrede in Caracas.

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Begeistert lachte unser Tischnachbar, mehrmals schlug er vor Freude die Hände zusammen, der plumpe Antiamerikanismus gefiel sichtlich. Als dann die Dozentin die Anwesenheitsliste verlas, folgte die Schlusspointe. Dieser Spinner hieß auch noch Fidel und sagte bei der Nennung seines Namens mit soviel Inbrunst „Hier!“, als ob er vom großen Fidel gerade Jahrzehnte zu spät für den Angriff auf die Moncada-Kaserne nachnominiert wurde und dies noch als eine Ehre empfindet.

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Man kann gespannt sein, ob sich noch mehr solcher dämlichen Gestalten an der Uni tummeln, aber diesen Typen zu toppen, dafür bedarf es definitiv mehr, als ein läppisches Palästinensertuch, einen Fuck-Bush Button oder durchgestrichenen USA-Flaggen!

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Sonntag, November 26, 2006

"Saddam, come back!"


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Die Irak-Debatte in den USA wird immer verzweifelter. Weder die Bush-Regierung, noch die Demokraten haben einen Plan für das Land. In ihrer Ratlosigkeit kommen Meinungsmacher auf immer absurdere Ideen: Jetzt fordert ein prominenter Kommentator die Rückkehr Saddam Husseins an die Macht - Totalitarismus sei besser als Chaos. (SPON)
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Das ist halt der Unterschied. In den USA muss man erst richtig ratlos sein, bevor dann aus der Not heraus auch Mal die Dummschwätzer angehört werden, während bei uns Günter GraSS einfach immer befragt wird.

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Samstag, November 25, 2006

Übrigens...

...wer sich schon immer fragte, wie es wohl aussieht, wenn die aufgeräumte, dynamische, individuelle, natürliche, organische, ausführliche und expressionistische gefühlte Tiefe eines geschichtlichen Fundamentes zu einem Logo verarbeitet wird, bekommt hiermit Antwort. So:
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Freitag, November 24, 2006

Kölner Stadt Anzeiger

Dass es vielen Menschen in Deutschland nicht möglich sein würde, in Borat etwas anderes zu sehen, als die Entlarvung des rassistischen, fremdenfeindlichen, antisemitischen Amerikas, war ja klar, aber der Kölner Stadt Anzeiger hat es trotz großer Konkurrenz geschafft, aus der Masse der antiamerikanisch gefärbten Artikel hervorzustechen. Und zwar mit diesem grandios dummen Absatz:

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"Die Amerikaner im Kino lachen jedenfalls weniger über die Szenen, in denen die Dummheit ihrer Landsleute entlarvt wird. Sie tun es vielmehr vor allem dann, wenn sich „Borat“ selber als tumber Tor geriert. Denn sein fiktives Kasachstan steht in den USA - unter Auslassung aller Geographie - offenbar für den ganzen Mittleren Osten. Man wähnt sich auf dem Gebiet rückständiger Araber, die in Hollywood immer schon die Rolle der Schurken und „Underdogs“ spielten. Deshalb ist die Begeisterung in den Kinosälen besonders groß, wenn sich Borat extrem danebenbenimmt." (ganzer Artikel hier)

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Donnerstag, November 23, 2006

Berlin


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Es ist doch nicht zu fassen, da schreit Berlin immer an lautesten „Hier! Hier!“, wenn gefragt wird, welche Stadt mindestens genauso hip ist wie New York…und dann schafft sie es nicht einmal, mir eine Begleitung fürs Kinogehen zu organisieren. Was bedeutet, dass ich Gojas Geist, den neuen Film von Natalie Portman, heute nicht sehen konnte. Selbst hier wäre mir das nicht passiert. Nach Wowereits Wahlschlappe, ist dies schon die zweite unfassbare Peinlichkeit für diese Stadt an einem einzigen Tag. Wenn es so weiter geht, seh ich schwarz für Berlin, aber auch für mein Ziel, sowohl diesen Film, als auch Woody Allens neue Komödie zu sehen... von Zach Braffs Last Kiss ganz zu schweigen!

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Ach und nur so am Rande und nur für Eingeweihte: Wer auch immer meint, mir Nachrichten auf dem Anrufbeantworter hinterlassen zu können, der irrt gewaltig. Zwar springt dieser irgendwann an, aber nur, weil ich nicht in der Lage bin ihn abzuschalten, was ich gerne tun würde, da ich auch nicht in der Lage bin ihn abzuhören.

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Mittwoch, November 22, 2006

Noch mal das Mamuck Blog

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Wen es interessiert (und laut Besucher-Counter dürften dies sehr wenige sein), dem sei verraten, dass auf dem Mamuck Blog nun die gesamten ersten zwanzig Seiten des wohl besten Romans veröffentlicht sind, den ich je geschrieben habe. Und hier noch Mal eine extrem knappe Zusammenfassung des Inhalts.
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* Dieses Bild ist zwar schon einige Monate alt, aber immer noch gut genug, um einen Blogeintrag zu schmücken, für den mir kein passendes Motiv einfallen will.

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Die jungen Leute

Ein älterer Herr unterhielt sich heute in der S-Bahn zwischen Friedrichstraße und Alexanderplatz mit einem ebenfalls betagteren Freund darüber, dass er vor zehn Jahren zum ersten Mal einen Platz in der Straßenbahn angeboten bekam. Das hatte ihn damals ziemlich verunsichert. Es war während eines Besuchs in München passiert und hatte eine kleine Krise in ihm ausgelöst. Nachdem diese nun gemeinsam mit den Erinnerungen zurückgekehrt war, redetet sich der ebenso gebrandmarkte wie gedemütigte solange jünger und fitter, bis sein Freund bestätigte, dass er tatsächlich noch gut beisammen sei. Zufrieden verstummte er daraufhin und sonnte sich solange in seiner neu gewonnen Jugend, bis ihm ein anderer Misstand auffiel: "Die Jungen Leute heutzutage, die stehen ja auch nicht mehr auf, wenn ältere Menschen einsteigen."

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Dienstag, November 21, 2006

Verbote, Verbote, Verbote!!!


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Immer wenn ein Psychopath sich daran macht, andere Menschen zu töten und in seinem Umfeld Computerspiele gefunden werden, die brutaler als Häuser bauen mit Willy Werkel sind, ist für die Populisten der Fall klar: die Killerspiele sind schuld und sie müssen endlich verboten werden! Dann wäre Ruhe!

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Man fragt sich aber, wo eigentliche diese kompetenzfreien Experten mit ihren Ratschlägen bleiben, wenn, wie vor einigen Monaten passiert, eine zum Islam konvertierte Berlinerin sich zusammen mit ihrem Kind in die Luft sprengen will. Ist dieser Fall nicht ähnlich eindeutig? Also warum fordert man nicht auch einen Verbot des Islam?

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Die eine Forderung ist natürlich genauso absurd wie die andere und zeigt nur, dass die Fürsprecher von Verboten in ihrem Denken noch nicht einmal konsequent sind.

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Darum ein Gegenvorschlag: Wie wäre es denn, wenn die Leute, die zu solchen Anlässen regelmäßig ihre Inkompetenz medial ausbreiten dürfen, Verboten werden? Denen, die immer nur reflexartig „Counterstrike, Counterstrike!“ stammeln können, sei die Wortführerschaft am Stammtisch gegönnt, aber nicht in der öffentliche Debatte.

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Europa und der politische Islam


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Am Montagabend organisierte die Bundeszentrale für politische Bildung eine Veranstaltung zum Thema “Europa und der politische Islam“. Als Redner trat Daniel Goldhagen auf. Schnell wurde bemerkbar, dass er das Thema weiter fasste und grundsätzlich über den politischen Islam als Gefahr für die westliche Welt referierte. Ausführlich ging er darauf ein, warum diese Ideologie die größte Bedrohung für die Freiheit seit dem Nationalsozialismus in Deutschland darstellt. Als Inspirator dieser Bewegung nannte er den Iran und sprach sich auch dafür aus, notfalls mit militärischen Mitteln zu verhindern, dass die Mullahs in den Besitz von Atombomben kommen.

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Dass es sich um einen Konflikt zwischen dem politischen Islam und dem Westen handelt und dieser Konflikt von der islamistischen Seite längst mit aller Kraft geführt wird, wurde an einer Vielzahl an Beispielen deutlich. Vor allen nahm Goldhagen den vielen Appeasment Freunden die Hoffnung, dass der Sturm an ihnen vorüber zieht, wenn sie sich dieser Ideologie nur nicht in den Weg stellen. Man kann einer totalitären Ideologie nicht ausweichen, entweder man ist Teil dieser oder ein Feind dieser. Dazwischen gibt es nichts.

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Goldhagen brachte es auf den Punkt, als er sagte, dass wir heute alle Israelis, alle Amerikaner, alle Juden und alle Benedikt XVI sind. Weil jede dieser Gruppen oder Personen nach den Vorstellungen der Islamisten Feinde des Islam sind, darum kein Lebensrecht haben und vernichtet werden müssen. Wobei die Hoffnung, dass diese Vernichtung mit vorheriger Demütigung der Opfer einhergeht, noch eine weitere grausame Facette des Menschenhassenden Weltbildes dieser Bewegung darstellt.

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Es ist heute nur noch Realitätsresistenten Zeitgenossen möglich, den Krieg zwischen dem politischen Islam und dem Westen tatsächlich auf den Nahostkonflikt zwischen Israel und den Palästinensern zurückzuführen. Nicht einmal die Islamisten behaupten dies ernsthaft. Für sie ist es ein Kampf um die Weltherrschaft und diese Provinzposse irgendwo zwischen Afrika und Asien ist dabei völlig unerheblich. Natürlich kämpfen sie auch für die Vernichtung Israels, aber dies ist kein Endziel, sondern eine Etappe auf dem Weg zum Endziel, denn der jüdische Staat ist Teil des Westens, Teil der Welt, die man besiegen und unterwerfen will. Weitere Etappen sind Portugal, Belgien, Deutschland und die USA

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(Hurra, ein Foto! Dieses Buch ist natürlich zu empfehlen, wenn man sich über die Appeasment-Politik Europas informieren möchte.)

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Man sollte den Islamisten einfach zuhören, sie haben nichts zu verheimlichen, sie sprechen ihre Vernichtungsfantasien offen aus und es gibt keinen Grund, warum man ihnen nicht glauben sollte. Goldhagen erinnerte an historische Beispiele, etwa an Hitler, der nie ein Geheimnis aus seinem Wunsch machte, das Judentum in Europa vernichten zu wollen. Doch während man bei Hitler zumindest in der 1920er Jahren noch nicht wissen konnte, wie viel davon nur wüstes Stammtischgeschwätz für eine antisemitisches Wählerschaft war, sind wir heute mit den Islamisten schon einen entscheidenden Schritt weiter.

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Nicht nur machen sie kein Geheimnis aus ihren Zielen, nein, sie setzen ihren Plan schon in die Tat um. Der 11.September ist nur das bisher dramatischste Ergebnis dieses Feldzuges. Auch der Karikaturenstreit muss in diesem Kontext gesehen werden. Es ging dabei um den Versuch, Europa das Weltbild der Islamisten aufzudrängen.

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Nach Goldhagen sprach noch Cem Özdemir. Die Proteste im Zusammenhang mit den Mohammedkarikaturen seien eine Farce gewesen, sagte er. Dass es sich um durchorganisierte Demonstrationen handelte, von der Spitze islamischer Staaten initiiert, sei schon deswegen offensichtlich, weil der gewöhnliche Syrer oder Iraner keine dänischen Flaggen im Haus habe, die man spontan verbrennen könnte. Allerdings vertrat er einige fragwürdige Standpunkte. Etwa als er Goldhagens Warnung vor einem immer weiter um sich greifenden Antisemitismus damit zu relativieren versuchte, dass doch auch der Hass auf Homosexuelle in manchen Kreisen ein Problem darstelle.

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Man fragt sich etwas Bange, ob Özdemir das Wesen des Antisemitismus überhaupt begreift oder ihn nur als eine Spielart des Rassismus versteht. An anderer Stelle ging er auf die Machtkämpfe innerhalb der arabischen Welt ein. Sich dort einzumischen sei nicht unbedingt Sache des Westens und dieser solle sich mehr oder weniger raushalten. Diese Behauptung stellt allerdings das genaue Gegenteil dessen dar, was Goldhagen zuvor über die Ideologie des politischen Islams gesagt hatte. Weil dieser den Westen besiegen will, geht es Europa und die USA sehr viel an, was in der arabischen Welt geschieht, da diese Ereignisse einen direkten Einfluss auf den Westen haben.

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Özdemir stellte aber auch eine wichtige Tatsache fest. Auf die Publikumsfrage hin, welche Rolle denn die muslimische Diaspora im Kampf gegen den politischen Islam einnehmen könne, verwehrte er sich gegen diesen Begriff. Er hätte es lieber, wenn nicht von einer Diaspora gesprochen würde (wobei er auch zu Recht in Frage stellte, ob dieses Wort passend ist), da die Moslems sich als Bürger der Staaten begreifen sollten, in denen sie leben. Als positives Beispiel verwies er dabei auf die USA, wo sich Moslems tatsächlich in erster Linie als Amerikaner sehen würden.

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Insgesamt dauerte die Veranstaltung beinahe drei Stunden. Goldhagen hatte den Zuhörern vermittelt, dass der Westen in diesen Krieg mit dem politischen Islam hineingezogen wurde und dieser entweder mit dem Sieg über dieser auf Massenmord aufbauenden Ideologie oder dem Untergang des Westens endet.

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Montag, November 20, 2006

Zwei Frauen reden Tacheles


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Die S-Bahn hatte gerade den Zoologischen Garten gen Potsdam verlassen, als zwei gerade zugestiegene ältere Frauen sich gegenüber von mir hinsetzten. Sie waren in ein Gespräch über Kunstwerke vertieft, die in der Nazizeit geraubte wurden. Warum arisierte Bilder den Dieben wieder abgenommen werden sollen, wollten sie nicht so recht einsehen und empfanden es als Ungerechtigkeit. Die Enkelkinder der Opfer hätten keinen Anspruch darauf und überhaupt ginge es dem Staat doch so schlecht. Eine Schande, dass in einer solchen Situation Forderungen laut werden, die das Land noch mehr schwächen. Umso länger sie sich unterhielten, umso mehr versanken sie stellvertretend für den Staat in einer Rezension, sprachen langsamer, blickten besorgt in die Zukunft und klagten über die Anwälte, die einen zu großen Anteil am Gewinn der zurückgegebenen Bilder erhalten würden.
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So ging die Fahrt weiter und die beiden konnten schlicht nicht von diesem Thema loskommen. Weil sie aber außer einem ziemlich verdrehten Gerechtigkeitsempfinden und der Anwaltsstory nichts Weiteres in das Gespräch mit einflechten konnten, hörten sie sich wie eine hängen gebliebene Schallplatte an. In immer kürzeren Intervallen wiederholten sich die Feststellungen, die längst zu Vorwürfen geronnen waren und die die beiden in das Gefühl versetzten, gleich auf zweierlei Weise von der Geschichte benachteiligt worden zu sein. Zuerst einmal durch den verlorenen Krieg und zusätzlich durch diese Raubgutrückgaben. Wer diese vor Betroffenheit und Selbstmitleid bebenden Gesichter gesehen hat, dem wird augenblicklich klar, dass das Mahnmal in Berlin für die falschen Opfer errichtet wurde.

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Für solche Leuten müsste dort eines stehen und anstatt schwarzer Monolithen sollten es Kopien der schönsten arisierten Kunstwerke sein. Man läuft dann schweigend durch die Reihen, zur linken blickt einen die schöne Adele Bloch Bauer an, zur rechten ist ein Birkenwald zu bewundern und mitten drinnen lassen sich hin und wieder die Seufzer derer vernehmen, die erst an diesem Ort merken, was den Deutschen durch den verlorene Krieg verloren ging: die wunderschöne Raubkunst.

Das Gespräch der beiden fand dann auch noch einen gelungenen Abschluss dadurch, dass sie irgendwann zum Ergebnis kamen, dass auch Mal Schluss sein muss „damit“ und dass ja alle im Krieg gelitten haben. Hätten sie aus dem Fenster gesehen, sie hätten die Gedenkstelle sehen können, die am Bahnhof Grunewald an die zehntausenden Juden erinnert, die von dort in die Vernichtungslager deportiert wurden.

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Samstag, November 18, 2006

Neuer Fleischskandal



Mehr hier. Übrigens: der Reiter auf dem Bild ist die britische Lebensmittelbehörde.

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Trailer zu Helge Schneiders Hitler-Film


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Hier gehts lang und hier.

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Quotenregelung für Nobelpreise


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Was ich an Araber an meisten schätze, ist ihre Bereitschaft zur Selbstkritik. Selten, eigentlich nie, würden sie anderen die Schuld an eigenem Unvermögen geben. Wenn arabische Diktatoren ihr Volk terrorisieren, werden für diesen Zustand nicht etwa andere, Juden, Israelis oder Amerikaner, verantwortlich gemacht, sondern da wird knallhart mit der korrupten und mörderischen Machtelite abgerechnet. Auch bei der Frage danach, ob es nicht ein erbärmliches Zeichen eigener Rückständigkeit ist, dass man noch nicht einmal in der Lage ist, das Know-how für seine Terroranschläge selber zu produzieren, wird kaum ein Sündenbock (z.B. Juden, Israelis, Amerikaner) außerhalb der glorreichen, wenn auch völlig zurückgebliebenen eigenen Kultur gesucht.
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Und nun hat ein irakischer Wissenschaftler überzeugend dargelegt, warum die Würdigung der Forschungsleistung eines Wissenschaftlers nicht davon abhängt, welchem Volk er entstammt und umgekehrt, warum die Masse an Volksgenossen keinen ausreichenden Würdigungsgrund darstellt. Samir Ubeid, so heißt er, tat dies, indem er die raffinierte arabische Rhetorik verwendete, der sich auch der kasachische Journalist Borat bedient: Sich möglichst naiv stellen und im Zustand völliger Losgelöstheit vom gesunden Menschenverstand Forderungen stellen, die so absurd sind, dass jedem ihr Irrsinn offenbar wird. Das klingt dann, wenn er sich über die vielen jüdischen und wenigen arabischen Nobelpreisgewinner im Speziellen und den Nobelpreis im Allgemeinen beschwert, auszugsweise so:

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Samir 'Ubeid: I don’t call it the Nobel prize – I call it the "Hubal" [idol] prize.

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Interviewer: Hubal?

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Samir 'Ubeid: Yes, because it often encourages heresy. It encourages attacks against the heritage, and encourages those who scorn their people and their culture. The proof is that it was awarded recently to Pamuk, who had encouraged civil strife, which might preoccupy Turkey and the Muslims in general. He held Turkey responsible for what the Ottoman state did, when he referred to the massacre of the Armenians.[...] Are we Arabs not included in the transfer of the scientific genetic code? We, the descendants of Al-Khawarizmi, Al-Jahez, Al-Razi, Avicenna, and Ibn Al-Haytham – are we all born idiots? Is there not a single scientist among us? Are we not included in the genetic code? Is intelligence not transferred down among us Arabs?

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Interviewer: Scientific creativity occurs in freedom and democracy, brother.

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Samir 'Ubeid: Democracy does not explain how it was awarded to 167 Jews, from among those 15 million scattered around the world, while abandoning 1.5 billion Chinese, a billion Indians, and 380 million Arabs. This is racism.

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(Den Rest gibt es hier.)

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Freitag, November 17, 2006

Irgendwie peinlich für die europäischen Medien

Wann genau wird man denn auch in Europa dazu übergehen, endlich klar zu sagen, wer für die Opfer des palästinensischen Terrors verantwortlich ist? Wenn man sich zuviel Zeit lässt, werden die Araber den Europäern dabei zuvorkommen. Ein ermutigendes Beispiel ist ein Artikel des kuwaitischen Journalisten Abdullah Al-Hadlak. Er schrieb unter anderen:
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„Die Operation Herbstwolken hat in den Reihen der terroristischen Hamas-Bewegung schweren Schaden verursacht und einen Teil der Rebellen getötet. Außerdem hat die israelische Armee Munitionslager der Terroristen der Hamas und des Jihad ausfindig gemacht. Und in Bezug auf die Zivilisten, die verletzt wurden, ist zu sagen, dass diese gefallen sind, weil die Hamas sie als lebende Schutzschilder zum Schutz der Terroristen der Hamas und des Jihad eingesetzt hat.“
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weitere Auszüge aus dem Artikel finden sich hier.

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Donnerstag, November 16, 2006

Milton Friedman ist tot


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Erste Nachrufe gibt es hier und hier und noch ein interessantes Interview aus dem letzten Jahr.

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Mahnwache vor der russischen Botschaft


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Ich bin heute Abend Unter den Linden gewesen und dort fand gerade gegenüber der russischen Botschaft eine Mahnwache von Amnesty International statt, die auf die (freundlich ausgedrückt) schleppende Aufklärung des Mordfalls Anna Politkowskaja aufmerksam machen sollte und mehr Schutz für Gegner des, gleich nach Schröder, tadellosesten Demokraten der Welt forderte. Soweit so lobenswert, ein fader Beigeschmack blieb aber doch zurück, wenn man bedenkt, wie wenige Personen diesem Aufruf gefolgt waren. Es dürften keine fünfzig gewesen sein.

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Ich kenne Staaten, gegen die man wesentlich mehr Leute für wesentlich weniger schreckliches auf die Straße bekommen würde.

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Außerdem geriet ich auf dem Heimweg mit dem armenischen Präsidenten aneinander (platonisch), denn weil er schon um 17.00 Uhr (!) in sein Hotel zurück wollte, sperrte die Polizei minutenlang alle Straße von und zum Brandenburger Tor. Man fragt sich ja schon, was dieses Staatsoberhaupt für eine Arbeitsmoral hat und ob es jetzt Playstation spielend in seiner Luxussuite liegt?

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(die armenische Fußballnationalmannschaft)

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Ach ja und dann gibt es ja auch noch den Brief der 25 "Israelfreunde". LizasWelt hat dieses Schriftstück postmodernen Antisemitismus schon passend kommentiert und ich stelle mir nur die Frage, ob diesen Leuten, die zweifellos mit zu dem dümmsten gehören, was so auf unseren Unis ein und aus geht, sich für gar nichts schämen. Denn für ein solch abstoßendes Weltbild dann auch noch (tote) jüdische Kronzeugen zu nennen, ist nur noch geschmacklos. So schreiben die, die für die Antisemitenliga zu spät geboren wurden:

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Vielleicht hilft es sich vorzustellen, wie in der gegenwärtigen Situation wohl die vielen Intellektuellen, Schriftsteller, Künstler und Musiker jüdischer Herkunft von Adorno über Einstein, Freud und Marx bis zu Zweig reagiert hätten, auf die wir so stolz sind und ohne die die deutsche Kultur und der deutsche Beitrag zur Wissenschaft um so vieles ärmer wären. Wir sind überzeugt, dass sie den folgenden Satz unterschreiben würden: Nur Gleichheit und Respekt vor Recht und Völkerrecht können ein friedliches Zusammenleben gewährleisten und sind die einzigen Garanten für eine dauerhafte Existenz des Staates Israel und des zukünftigen Staates Palästina in Sicherheit - und für die Sicherheit von Juden und Jüdinnen bei uns und in aller Welt.

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Wenn sie sich da nicht mal irren. Vielleicht würden diese Juden, auf die wir so stolz sind, auch folgenden Satz unterschreiben: „Eine schreckliche Folge der Nazizeit ist auch, dass durch die Vertreibung oder Ermordung aller jüdischen und regimekritischen Professoren und Wissenschaftler es möglich wurde, dass heute Menschen Universitätsprofessoren werden können, die unter anderen Bedingungen schon Probleme gehabt hätten, in den Schuldienst übernommen zu werden.“

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Das Christentum mit den eigenen Waffen schlagen

Hier mal ein Zitat aus dem Neuen Testament, weil es momentan ja so angesagt ist, Religionen zu überführen, in dem man sie mit den Aussagen ihrer eigenen Heiligen Bücher konfrontiert. Und man fragt sich nach dieser Lektüre schon, wer die Leute denn tatsächlich zu Alkoholikern macht? Die Bier- oder die Bibelindustrie? .

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Der deutsche Humor

Das Dilemma des deutschen Humors präzise auf den Punkt gebracht.
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Kinogänger auf der ganzen Welt liegen dem politisch unkorrekten Humor des Komikers Sacha Baron Cohen und seiner Figur Borat zu Füßen. In den USA behauptet die anarchische Komödie den Spitzenplatz der Charts. Nur in Deutschland findet man die sieben Zwerge lustiger.
(Überschrifft eines SPON-Artikels)

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Mittwoch, November 15, 2006

Die NPD ist doch nicht das Problem


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Am letzten Wochenende veranstaltete die NPD ihren Parteitag in Berlin. Ein Bündnis aller Parteien versuchte dies erfolglos zu verhindern. Nun geht erneut eine Diskussion los, die beinahe rituell immer im Anschluss an besonders medienwirksame Auftritte der Neonazis folgt, seien dies nun Parteitage in der Hauptstadt oder Zugewinne bei Wahlen. Die Frage ist dabei stets die gleiche: Soll die NPD verboten werden oder nicht?

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Diese Frage geht völlig an der eigentlichen Problematik vorbei. Was genau soll ein Verbot bewirken? Ob es die NPD gibt oder nicht, ändert doch nichts an der vorhandenen rechten Infrastruktur vor allen in Teilen Ostdeutschlands, daran, dass es dort eine neonazistische Jugendbewegung gibt und daran, dass sich Afrikaner, Homosexuelle und andere "undeutsche" Menschen in manche Gebiete Deutschlands besser nicht begeben sollten, wenn ihnen ihr Leben lieb ist. Gebiete, die von Rechtsradikalen stolz „National befreite Zonen“ genannt werden. Aber vor allen wird ein Verbot nicht einen einzigen überzeugten NPD-Anhänger dazu bringen, sein krankes Weltbild zu verwerfen und plötzlich die SPD, CDU oder FDP für sich zu entdecken.

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Die Beschäftigung mit der NPD lenkt von diesen Tatsachen ab und dient viel zu oft als Ausrede, um sich nicht mit den wirklichen Problemen beschäftigen zu müssen. Dabei wäre es höchste Zeit, energisch gegen demokratiefeindliche Bewegungen und Tendenzen durchzugreifen. Staat und Justiz gehen nicht entschlossen genug gegen diese Feinde vor und auch die Öffentlichkeit bleibt in reflexartigen Gesten hängen. Beispielhaft hierfür sind zwei aktuelle Ereignisse. Einerseits der schon erwähnte NPD-Parteitag, andererseits die von Neonazis verübte Schändung eines Gedenksteins zur Erinnerung an die Reichspogromnacht.

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Während die Proteste gegen die NPD lautstark von allen Parteien unterstützt wurden und nicht frei von einer gewissen Verlogenheit sind, da es sich nun Mal nicht um eine verbotene Partei handelt und mindestens darüber zu streiten ist, ob es mit einer demokratischen Grundüberzeugung vereinbar ist, ihr die Nutzung von Veranstaltungsräumen zu verwehren, sahen die Reaktionen auf die Schändung des Gedenksteins ganz anders aus.

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An diesem Fall, der sich in Frankfurt/Oder zutrug, kann beobachtet werden, wie Justiz, Parteien, Medien und Öffentlichkeit kollektiv gegenüber den Gefahren von Rechts versagen. Obwohl die Täter zweifelsfrei überführt wurden, ist es noch nicht einmal möglich, sie in Gewahrsam zu nehmen, da keine „Wiederholungsgefahr“ besteht! Wie kann sich der Rechtsstaat denn noch lächerlicher machen und wie soll man bei dieser Hilflosigkeit die ständige Mahnung „Wehret den Anfängen“ weiter ernst nehmen können? Etwas läuft schief, wenn Neonazis am Abend des 9.November einen Gedenkstein zerstören können und danach auf richterliche Intervention hin ihr Schlafzimmer nicht gegen eine Gefängniszelle tauschen müssen.

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Doch in den Medien wird auf diese Unfähigkeit kaum kritisch eingegangen, so wie diese regelmäßigen Angriffe, die ja auch immer Kampfansagen gegen den Staat und die Gesellschaft sind, nur höchst selten den Weg in die Schlagzeilen finden. Stattdessen empört man sich lieber über Fotos deutscher Soldaten mit herumliegenden Knochen. Die hiesigen Medien meiden die Konfrontation mit unangenehmen Wahrheiten über die deutsche Gesellschaft und legen dabei zum Teil eine Ignoranz zutage, die schon an Selbstbetrug grenzt.

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Die Tatsache etwa, warum eigentlich jede jüdische und israelische Einrichtung in Deutschland geschützt werden muss, wird zumeist gar nicht thematisiert. Stattdessen wird über eine Wiedergeburt des deutschen Judentums fantasiert und ständig aufgeregt davon gesprochen, wie selbstverständlich die jüdischen Gemeinden Teil der Gesellschaft wären. Dass Hitler das deutsche Judentum vernichtete und dieses darum nicht wiedergeboren werden kann, wird dabei ebenso ignoriert, wie die Tatsache, dass ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft normalerweise auf Leibesvisitationen, Polizeischutz und ausgeklügelte Sicherheitskonzepte verzichten kann.

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Ganz ähnlich, wie durch die Fixierung auf die NPD vom eigentlichen Problem einer rechtsradikalen Normalität in Teilen Deutschlands abgelenkt werden soll, soll die Lüge einer angeblichen Normalität jüdischen Lebens darüber hinwegtäuschen, dass nicht das Judentum, sondern der Antisemitismus auf dem besten Wege ist, wieder selbstverständlicher Teil der Gesellschaft zu werden.

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Solange solche Tatsachen geleugnet oder verharmlost werden, können keine erfolgreichen Gegenmaßnahmen durchgeführt werden. Dabei ist es höchste Zeit dafür. Die Menschen, die sich von der liberalen Demokratie abgewandt haben, müssen zurück in die Gesellschaft geholt werden; dafür bedarf es aber mehr, als nur halbherzige Lippenbekenntnisse und geheuchelte Betroffenheit nach dem nächsten tödlichen Überfall auf einen Ausländer in Potsdam. Außerdem muss der Staat beim Versuch, den rechtsradikalen Sumpf trocken zu legen, seinen erklärten Feinden endlich demonstrieren, dass er ihnen das Leben durchaus schwer machen kann.

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Die bisherigen Bemühungen, die Festigung rechtsradikaler Strukturen zu verhindern, müssen weitestgehend als gescheitert angesehen werden und die NPD darf dafür nicht als Ausrede gelten. Vielleicht sollte man auch gänzlich Abstand davon nehmen, sie verbieten zu wollen, denn von einer antisemitischen, ausländerfeindlichen und rassistischen Partei fühlen sich nur Antisemiten, Ausländerfeinde und Rassisten angesprochen. Das Problem liegt also in der Gesellschaft begründet und muss dort behoben werden. Wenn der Kampf gegen solche Weltbilder erfolgreich verläuft, wird die NPD in der Bedeutungslosigkeit versinken. Kann man auf elegantere Weise dem Rechtsradikalismus und Antisemitismus eine Abfuhr erteilen?

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Ein Verbot wäre demgegenüber nichts anderes als die Kapitulation des Staates vor der demokratiefeindlichen Grundeinstellung eines viel zu großen Teiles der Bevölkerung und außerdem das unausgesprochene Eingeständnis, dieser nichts entgegensetzen zu können.

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Dienstag, November 14, 2006

Sehr chic!


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Die Herbstkollektion für Menschen mit Migrationshintergrund ist da! Wenn die Tage kürzer und kälter werden, trägt man heute als 10 jähriger einen Pullover mit der Aufschrift: “Mohammed – Jihad“. Ich durfte gerade in Moabit so ein nettes Kleidungsstück bewundern!

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Was lustiges zur Nacht, gerade gefunden:

Eines Tages ruft Ahmadinedschad Bush an und erzählt ihm: " Hey Bush, ich hab diese Nacht einen tollen Traum gehabt!"
Fragt ihn Bush: " Achja, und was hat Du geträumt?"
Ahma: "In meinem Traum hab ich Amerika gesehen und auf jedem Haus wehte eine Fahne. Und auf jeder Fahne stand "Allah uakbar"
Daraufhin Bush zu Ahma: " Ist ja witzig. Ich hatte diese Nacht auch einen Traum. In meinem Traum hab ich den Iran gesehen und auf allen Häusern wehten auch Fahnen."
Ahma: "Und was stand auf den Fahnen??"
Bush: "Ich weiss nicht. Ich kann kein hebräisch."

Montag, November 13, 2006

Auf dem Mamuck Blog gibt es Neuerungen!


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Weil nicht alle paar Tage ein neues Kapitel aus dem Roman veröffentlich werden kann und außerdem, weil eine größere Abwechslung zustanden kommen soll, werden dort nun auch in regelmäßigen Abständen Kurzgeschichten veröffentlicht.

Den Anfang macht heute eine über Juden, Nazis und Politik :-0

Sonntag, November 12, 2006

Heuchelei um Beit Hanun

In Europa gibt man sich mittlerweile soviel Mühe Minderheiten nicht zu diskriminieren. An meisten davon profitieren die, die sich an lautesten über Ausgrenzung, Pauschalverurteilung und "Islamophobie" beschweren: die Moslems. Und doch lebt der Rassismus munter weiter, er ist sogar Grundlage der EU-Außenpolitik und unausgesprochen auch Teil des Weltbildes einer großen Mehrheit seiner Bürger.

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Wie sonst soll die Darstellung zum Beispiel des Nahostkonflikts erklärt werden können. Wieso wird von den primitiven edlen Palästinensern nicht nur kein irgendwie an den Menschenrechten orientiertes Verhalten erwartet, sondern im Gegenteil von ihnen das Begehen größter Grausamkeiten vorausgesetzt. Umgekehrt stellt sich die Frage, weshalb Israels Versuche, unschuldige Opfer (ein Wort, dass die Hamas für Israelis/Juden nicht kennt) unter den Palästinensern zu vermeiden, keinerlei Honorierung erfährt. Zweiteres dürfte viel mit dem zu tun haben, was sich vor allen bei den Grünen Wählern durchgesetzt hat: Antisemitismus. Ersteres eben mit dem guten alten Rassismus, den man in Europa per Gesetz verboten hat und den es darum nicht mehr gibt; gleiches gilt natürlich auch für den Antisemitismus. Die Palästinenser sind eben primitiv und man würde diesem Naturvolk unrecht tun, es für seine Taten verantwortlich zu machen. Die Ereignisse rund um das Blutbad in Beit-Hanun bestätigt dies eindrucksvoll.

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Der Frieden in Nahost wäre greifbar, wenn die Palästinenser nach einer solchen Tragödie auf israelischer Seite, ebenso reagieren würden wie es im jetzigen Fall die Israelis tun. Es wird eine Untersuchung der Vorgänge geben, Olmert sprach sein Bedauern aus und die Verletzten wurden in israelischen Krankenhäusern behandelt. Wenn es einem Palästinenser aber gelingt, mit voller Absicht so viele Israelis wie möglich mit sich in den Tod zu reißen, fallen die Reaktionen in Gaza und im Westjordanland anders aus. Da werden Süßigkeiten auf der Straße verteilt, es wird gelacht und getanzt und mit etwas Glück heißt bald eine Straße nach dem neuen Märtyrer. Für Israel ist der Tod unschuldiger Palästinenser eine Tragödie, für die Palästinenser der von Israelis ein Grund zur Freude.

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Darum ist das Veto der USA gegen die verlogene Verurteilung Israels im UNO-Sicherheitsrat richtig. Wieder einmal zeigt sich dabei auch, wie die grundsätzlich gute Idee UNO zu einer Farce verkommt. Diese Institution macht solange keinen Sinn, solange dort Diktatoren, antisemitische Regime und Feinde der Demokratie das sagen haben. In dem blockierten Entwurf sollte Israel „unverhältnismäßiger Einsatz von Gewalt“ vorgeworfen werden, die regierende Hamas oder die permanenten Raketenangriffe palästinensischer Terrororganisationen (u.a. die regierende Hamas) sollten in dem Schriftstück nicht vorkommen. Es wäre also eine einseitige und antiisraelische Verurteilung geworden, die Israel das Recht auf Selbstverteidigung abspricht, da nicht die Aggressoren, sondern das Opfer für die Vorgänge verantwortlich gemacht worden wäre. Und auch in diesem Zusammenhang setzt die Pressearbeit in Europa voraus, dass Palästinenser zu den primitiven Menschen gehören, die ihr Tun nur äußerst begrenz selbst verantworten können. Kaum ein Artikel machte sich die Mühe, auf die Vorgeschichte einzugehen, die erst zu dieser Tragödie führte. Beit Hanun liegt im Gazastreifen und der Grund, weshalb israelisches Militär überhaupt etwas in diesem Gebiet verloren hat, ist der permanente palästinensische Raketenbeschuss israelischer Ortschaften und Städte.

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Wer wirklich fair über diese Ereignisse berichten will, muss einerseits sagen, was im Gazastreifen seit der Evakuierung der Siedler passiert ist. Die stetige Aufrüstung, der Waffenschmuggel über den Sinai, die Attacken auf Israelis. Vor allen aber muss andererseits klar gesagt werden, was nicht passiert ist. Keine Bemühungen, eine andere Infrastruktur als die des Terrors aufzubauen (drastisches Beispiel: die Gewächshäuser der Siedler, die beim Rückzug zerstört werden sollten, kauften jüdische Organisationen in den USA auf und übergaben diese den Palästinensern. Nach dem Abzug des letzten Israelis fielen die Bewohner des Gazastreifens über die Siedlungen her und zerstörten dabei auch die Gewächshäuser.), keine Friedensbemühungen und kein Versuch, den Hass auf Juden und Israel einzudämmen.

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Deswegen ist die versuchte Verurteilung Israels in jeder Hinsicht eine Unterstützung des Terrors gegen dieses Land und ein Hohn für die Opfer wahllosen palästinensischen Terrors, wegen dem überhaupt erst solche Militäraktionen nötig werden.

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Das Entsetzen in Israel über die unschuldigen palästinensischen Opfer zeigt nicht, wie grausam dieses Land ist, sondern im Gegenteil, welchen hohen Stellenwert dort das Leben einnimmt, egal welches. Dieser Respekt vor dem menschlichen Leben ist etwas, was den Feinden Israels völlig fremd ist. Sie sehen darin eine Schwäche und sicherlich hat Israel für diese Moral auch schon viele Opfer bringen müssen. Doch die größte Gefahr geht nicht von solchen Terroristen aus, sondern von dem heuchlerischen Verhalten der westlichen Staaten, die für sich eine hohe Ethik gratis - weil von Terror und Existenzangst noch weitgehend verschont - beanspruchen und Israels Bemühungen, so gut es geht zwischen Terroristen und Unschuldigen zu unterscheiden, nicht honorieren.

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Stück für Stück wird dabei Israel das Recht auf Selbstverteidigung abgesprochen, indem jeder Fehler als Beweis für begangene Kriegsverbrechen genutzt wird, was wiederum negativ auf die Darstellung dieses Landes im Westen zurückfällt und die Bereitschaft zur Solidarisierung verringert. Es ist kein Wunder, dass die Feinde des jüdischen Staates glauben, dass ein Sieg/die Vernichtung wieder in greifbare Nähe gerückt ist. Und diese Einschätzung beruht eben nicht nur auf fanatischen Hass und Wunschdenken, sondern wird auch durch die Distanzierungen vieler westlicher Staaten genährt, die nur darauf warten, immer wieder überzogene Kritik an Israel zu üben, ohne den ständigen Attacken Beachtung zu schenken, denen dieser kleine Staat ausgesetzt ist.

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...bei genaueren hinsehen kann man aber auch ins Grübeln kommen, ob die Entmündigung (der Rassismus) gegenüber den Palästinensern vielleicht auch nur notwendiger Bestandteil des schlecht verkleideten Antisemitismus ist, mit dem Israel zu kämpfen hat, und nur deswegen nötig, um die Schlechtigkeit dieses Landes deutlicher zu zeigen?

Samstag, November 11, 2006

Roman Teil III

Auf dem Mamuck Blog ist wieder ein neues Kapitel aus dem großen Vampir-Fantasy Roman veröffentlicht worden. Hier entlang bitte!
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...ach ja und natürlich muss man mit dem untersten Eintrag anfangen, wenn man die bisher dort stehenden Kapitel in der richtigen Chronologie lesen will.

Donnerstag, November 09, 2006

Deutsche wehrt Euch – Nein zur ent-Arisierung deutscher Museen!


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Als die Deutschen in den dreißiger Jahren entschieden, nicht nur Nazis zu werden, sondern auch alle Juden zu ermorden, stellte sich begreiflicherweise die Frage: was machen mit dem zurückbleibenden Besitz? Unter anderen nahm man in jener Zeit jüdischen Kunstsammlern zuerst ihre Werke weg und dann ihr Leben. Bis heute hängen in vielen Museen Deutschlands und Österreichs Bilder, die auf diese Weise beschafft wurden. Dies ärgert in Deutschland eigentlich niemanden. Nun verlangen aber vermehrt die Hinterbliebene oder Nachfahren derer, die getötet wurden, die Herausgabe ihres Besitzes. Darüber wiederum ärgert man sich in Deutschland sehr wohl. Was für ein perverses Gerechtigkeitsempfinden hier vorherrscht, wenn es um geraubtes bzw. arisiertes jüdisches Eigentum geht, kann gerade sehr anschaulich in einem SPIEGEL Artikel beobachtet werden.


In New York werden momentan einige der Bilder, die nach langen Gerichtsprozessen endlich an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben wurden, versteigert. Nun steht es ja eigentlich jedem Menschen frei, seine Kunstwerke auf diese Weise zu veräußern. Doch offensichtlich sieht die Sache bei Bildern, die von den Nazis geraubt und niemals freiwillig an die Bestohlenen zurückgegeben wurden, anders aus. Empört berichtet der SPIEGEL darüber, dass Ron Lauder nicht nur die Erben einstiger Kunstsammler bei ihrem Prozess unterstütze, sondern nun auch eifrig bei den Auktionen mitmischt und Kunstwerke aufkauft. Man weiß nicht, was das schlimmere Vergehen ist. Im Artikel heißt es:


Lauders Coup hat einen schalen Beigeschmack: Wie der SPIEGEL in der aktuellen Ausgabe berichtet, hatte Lauder wesentlichen Anteil am Zustandekommen der so genannten “Washingtoner Konferenz”. In dem Abkommen hatte unter anderem die Bundesregierung 1998 zugesichert, geraubte Kunstgüter an die Nachfahren von NS-Opfern zurückzugeben. Der Verdacht, dass Lauder mit seinem Eintreten für das Wohl von NS-Opfern nicht ganz uneigennützig gehandelt hat, erhärtet sich. Sein Vorgehen hat lange niemand durchblickt: Erst sorgt er dafür, dass wertvolle Gemälde an die Erben der früheren Besitzer zurückgegeben werden, dann kauft der als obsessive Sammler bekannte Lauder die Werke selbst auf, die anders niemals auf dem Kunstmarkt zu haben gewesen wären. Zwei Beispiele: Im Juni erwarb er für 135 Millionen Dollar Klimts “Adele Bloch-Bauer I”, das durch seinen Einsatz kurz zuvor restituiert worden war, jetzt Kirchners “Berliner Straßenszene”.

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Man muss wirklich staune über Lauders Gerissenheit! Was genau er nun kritisierbares getan hat, wird zwar nicht ganz klar und die von ihm gezahlten Summen dürften durchaus angemessen gewesen sein, aber trotzdem kann und darf es schlich nicht mit rechten Dingen zugehen, wenn sich da einer gleich auf zweierlei Weise gegen die deutsche Museumslandschaft vergeht. Schön auch der subtile Hinweis im Artikel darauf, wie wunderbar die Staffelübergabe zwischen Nazideutschland und der BRD in diesem Zusammenhang funktionierte: dann kauft der als obsessive Sammler bekannte Lauder die Werke selbst auf, die anders niemals auf dem Kunstmarkt zu haben gewesen wären.

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Es kann auch durchaus als Geschmacklosigkeit angesehen werden, wenn sich ein deutsches Magazin darüber beklagt, dass viele der nun wieder ent-arisierten Werke in Zukunft der Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich wären, da sie nun in den Tresoren anonymer Anleger verschwinden würden. Lieber sieht man das Portrait der „Adele Bloch Bauer“ in einer Ausstellungen hängen und nimmt das damit verbundenen schreiende Unrecht in Kauf, als dass dieses schöne Bild durch die Rückgabe an die Besitzer den Blicken des Volkes entzogen würde. Die Deutschen lieben eben die Kultur und die Künste.

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Ebenfalls empört ist der SPIEGEL über die Dreistigkeit von Frau Altmann, einer eleganten älteren jüdischen New Yorkerin, die noch immer nahtlos in einen astreinen Wiener Dialekt verfallen kann, der Grund: in Hinblick auf die Versuche der österreichischen Regierung, die Bilder behalten zu können oder zumindest weiterhin zeigen zu dürfen, entgegnete sie nur: Ich verteile keine Spenden! Trotzdem kann der SPIEGEL zumindest einen Teilerfolg verbuchen:

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Wenigstens konnte das Picasso-Portrait “Angel Fernandez de Soto”, mit einem geschätzten Verkehrswert von 60 Millionen Dollar noch mit knapper Not dem Strudel des Kunst-Spekulationswahns entgehen.

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So ist es nämlich: Schlimm sind nicht die Arisierungen sondern der Kunst-Spekulationswahn und schlimm ist auch nicht, dass die Deutschen auf brutalste Weise den Besitz jüdischer Kunstsammler stahlen, sondern dass nun auf rechtlichen Wege den Opfern ihr Eigentum wieder zuerkannt wird und schließlich: Schlimm waren nicht die einstigen Kunstverliebten deutschen Nazis, sondern die lebenden profitorientierten New Yorker Jüdinnen, die noch immer nahtlos in einen astreinen Wiener Dialekt verfallen können.

Dienstag, November 07, 2006

Juden ja, aber nur zu besuch!

In Deutschland gibt es eine merkwürdige Abstufung, was die Sympathien mit Juden angeht. Ganz hoch im Kurs stehen ermordete, dann kommt erst Mal ganz lange nichts, dann kommen die jüdischen Israelkritiker (oft in Personalunion mit jüdischen Antisemiten), dann kommt wieder ganz lange nichts, dann wird der Zuzug von Juden einstimmig vom Gemeinderat abgelehnt, weil man eine Verjudung der eigenen Ortschaft verhindern will und dann kommt irgendwann ein Kompromiss zwischen dem eigenen Antisemitismus und der Angst um Imageverlust zustande: Juden ja, aber nur zu besuch!
Genaueres auf Planet Hop.
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An schönsten in diesem Beitrag ist das Statement des „vielleicht ausländerfeindlichen, aber nicht braunen“ Gollwitzer Bürgermeisters, nachdem er von einem Aufenthalt in Israel zurückkehrte: "Aber dort sind sie auch nicht gut auf die Deutschen zu sprechen, das muss ich auch mal sagen"

Roman Teil II

Auf dem Mamuck Blog gibt es ein neues Kapitel zu lesen. Der Reformvampir klopft bei einem Zwergen an und verlangt Einlass.

Montag, November 06, 2006

Beruf Selbstmordattentäter


(Eine Anfragen an die iranische Botschaft)
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Sehr geehrter Herr Botschafter, ich bin 23 Jahre alt und quäle mich durch ein perspektivloses Studium. Schon seit längeren sehe ich mich nach Alternativen um und da in ihrem Land gerade der Beruf des Selbstmordattentäters boomt, möchte ich mich erkundigen, ob ich mich um einen Ausbildungsplatz in dieser Industrie bewerben könnte. Ich biete ihnen 183 Zentimeter Nutzfläche für Bomben aller Art an, außerdem die Begeisterung eines Neulings. Sollte es für ihre Sprengstoffexperten von Interesse sein, sei hier auch noch mein Gewicht verraten: 72 Kilogramm.
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Ein paar Fragen hätte ich dann aber auch noch.
1.) Wie genau verläuft eigentlich die Ausbildung zum Selbstmordattentäter? Gehe ich recht in der Annahme, dass es keine Abschlussprüfung im üblichen Sinne geben wird?
2.) Habe ich ebenfalls Recht mit der Vermutung, dass die Aufstiegchancen relativ beschränkt sind?
3.) Liegt die Zahl der Arbeitslosen Selbstmordattentäter eigentlich über oder unter dem iranischen Landesdurchschnitt?
4.) Gibt es Banken, die mit Vertretern dieses Berufsstandes Lebensversicherung abschließen?

5.) Ich gehe nicht davon aus, dass man ein Schnupperpraktikum machen kann…dacht ich mir schon!
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Lieber Herr Botschafter, sollten sie an mir als Gastarbeiter Interesse haben, so melden sie sich bitte so schnell wie möglich. Sollte ich innerhalb der nächsten sieben Tage nichts von ihnen hören, muss ich mich um Alternativen kümmern. Die Hamas zum Beispiel bietet die gleiche Ausbildung an und zeigt großes Interesse an mir (für sie spricht fraglos, dass ich eine wesentlich kürzere Anreise zum Arbeitsplatz hätte; sie verstehen???), außerdem stehe ich in Verhandlungen mit einer renommierten irakischen Terrororganisation, eventuell werde ich dort einen Zeitarbeitsvertrag als Geisel unterschrieben.
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Also überlegen sie es sich schnell, ob sie Verwendung für mich haben. Wenn sie mich nehmen, so werde ich mich noch heute an der zionistisch unterwanderten Uni exmatrikuliere und kurz darauf im Flieger nach Teheran sitzen.
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Auf Antwort bin ich gespannt und grüßen sie Ahmadinedschad von mir; oder, wie er von den Mullahs scherzhaft genannt wird: „den dreckigen Juden“.
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Gideon Böss
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PS: Hier noch Mal meine Maße: 183/72.




Sonntag, November 05, 2006

Das Mamuck Blog


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Nachdem ich vor einigen Tagen schon ausdrücklich ein neues Blog empfohlen habe (WMD), ist es nun nochmals soweit. Unter dem Namen Mamuck Blog gibt es ab jetzt einige Textauszüge aus einem Roman zu lesen, den ich geschrieben habe und der, gegen meinen ausdrücklichen Wunsch, noch immer bei mir wohnt. Momentan bin ich auf der Suche nach einem Verlag und alles rund um diese Suche wird ebenfalls auf dem Mamuck Blog veröffentlicht. Inklusive einer schwarzen Liste der Verlage, die mir das Manuskript unter hinzuziehung fadenscheinigen Ausreden zurücksenden/sendeten, anstatt zuzugeben, dass sie es nur aufgrund meiner Abstammung und/oder Haarfarbe nicht wollen.

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Außerdem werden dort auch hin und wieder Kurzgeschichten veröffentlicht werden. Um was es in dem Roman geht, kann hier erfahren werden. Einfach Mal reingucken!

Vortrag von Ulrich Sahm in Berlin


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Heute besuchte ich einen Vortrag von Ulrich Sahm, indem es um den Libanonkonflikt und die Rolle der Medien in ihm ging. Es wurde ein ebenso unterhaltsamer wie informativer Mittag. Beinahe zwei Stunden redete Sahm über die Lage in Nahost, den Zustand der israelischen Gesellschaft und den Konflikt mit der Hisbollah. Obwohl er oftmals über tragische oder traurige Ereignisse sprechen musste, lockerte er die Atmosphäre immer wieder durch eigene Anekdoten auf.

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Gleich zu Beginn machte er durch ein einfaches Beispiel klar, wie irrsinnig die Behauptung ist, Israel hätte gezielt die libanesische Bevölkerung attackiert. Es gab nicht weniger als 15.000 Luftangriffe und wenn diese tatsächlich die Bevölkerung zum Ziel hatten, wären die weniger als tausend libanesischen Opfer mehr als blamabel. Wenn es trotz dieser massiven Luftschläge nur so wenige Tote gab, stellte Sahm fest, müssen die Israelis sehr gut gezielt haben und zwar eben nicht auf die Menschen.

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Wie problematisch der Konflikt zwischen Hisbollah und Israel ist, wird auch daran deutlich, dass die von vielen geforderten direkten Verhandlungen Israels mit Hisbollah schlicht unmöglich sind. Wenn diese aufgenommen werden, bedeutet dies eine Anerkennung einer fremden Miliz auf dem Boden eines souveränen Staates und damit das Ende eben dieser Souveränität.

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Obwohl es im Verlauf des Konflikts viele Pannen gab, von denen die mangelhafte Wasserversorgung der Soldaten noch nicht zu den dramatischsten gehörte, zieht Sahm eher eine positive Bilanz. Zum ersten Mal hätte die Weltgemeinschaft Israel gewähren lassen. In allen Kriegen zuvor hätte es auf Druck von außen ein frühzeitiges Ende der Kampfhandlungen gegeben. Ein Motiv dafür ist die Angst, die die arabischen Staaten vor dem Iran haben. Sie hofften alle insgeheim, dass Israel Teherans Arm in der Region zerschlagen würde. Ein Ziel, dass wahrscheinlich auch recht effektiv erreicht wurde. Obwohl die Quellen unsicher sind, wurde vor den Kampfhandlungen von cirka 5000 Hisbollahkämpfern ausgegangen. Wenn nun davon, laut Israel, 800 getötet wurden und eine unbekannte Zahl an Verletzen hinzuzuaddieren sind, dürfte die Schlagkraft tatsächlich deutlich geschmälert worden sein.

Außerdem betonte Sahm, dass bei aller Kritik auch gesehen werden muss, dass es der IDF innerhalb der ersten Stunde gelang, restlos alle Langstreckenraketen der Hisbollah zu zerstören. Ansonsten hätte auch Tel Aviv unter Feuer gestanden.

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Als eigentliche Verlierer dieses Konflikts sieht er allerdings die Palästinenser. Spätestens jetzt, nach der traumatischen Erkenntnis, dass schon primitive Raketenangriffe einen Großteil der Wirtschaft lahm legen können, wird ein Rückzug auf die Grenzen vor 1967 nicht mehr so ohne weiteres stattfinden können. Schon die Erfahrungen, die man mit der Räumung aus dem Gazastreifen machte, sind beunruhigend. War die palästinensische Antwort doch eine Maximierung der Raketenangriffe. In diesem Zusammenhang gab Sahm übrigens ein weiteres Beispiel für die beinahe unheimliche Destruktivität des “Widerstand“. Oft würden Hamas und Co nämlich ein israelisches Stromkraftwerk ins Visier nehmen, das, nun ja, die Stromversorgung des Gazastreifens gewährleistet.

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Dann ging Sahm auch noch auf den verschiedenen Umgang der Konfliktparteien mit ihren Toten ein. Extremer könnte der Unterschied in der Ethik nicht sein. Während die Feinde Israels ihre Toten in erster Linie als Propagandawaffen missbrauchen und dieser Umgang mit pietätlos noch untertrieben beschrieben ist, wäre so etwas in Israel undenkbar. Weil man aber an der Art, wie eine Gesellschaft mit ihren Toten umgeht, ziemlich gut darauf zurückschießen kann, wie viel Respekt sie vor Lebenden hat, ist es kein Wunder, das es die Palästinenser nur im Terrorismus in die Weltspitze geschafft haben.

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Sahm schilderte ein erschütterndes Beispiel für den Hass, den die palästinensische Gesellschaft produziert. Nachdem ihr Sohn als Selbstmordattentäter sechzehn Israelis ermordet hatte, diktierte die Mutter den Medien, wie glücklich sie über diese Tat sei. Zufällig erlitt ihr Mann an diesem Tag eine Herzattacke und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden, dort wurde er in ein Bett gelegt, indem zuvor noch ein kleines Kind lag, das Opfer des Anschlags seines Sohnes geworden war. Dieser Patient aber, dem gerade das Leben gerettet wurde, schrie nur wütend herum, dass er nicht von jüdischen (er sprach nicht von israelischen!) Ärzten behandelt werden will.

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Weswegen Israel sich nicht ohne weiteres auf die Grenzen von 1967 zurückziehen kann, liegt daran, dass in diesem Fall schlicht ganz Israel in die Reichweite palästinensischer Raketen geraten würde. Auch der David Ben Gurion Flughafen. Der Schock der Hisbollahattacken sowie die Erfahrungen nach dem Gazarückzug sind Warnung genug, nicht fahrlässig das Leben der eigenen Bevölkerung für den naiven Wunsch nach Frieden zu gefährden. Es hätte schon seine Grund, gab Sahm zu bedenken, warum die so genannte Grüne Linie vor dem Sechstage Krieg einen anderen Namen trug: Die Auschwitz Linie.

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Am Ende ging er auch noch auf die Vorfälle zwischen israelischen Flugzeugen und der deutschen Marine ein. Er stellte die Ereignisse etwas anders dar, als es in den deutschen Medien der Fall war. Sahm ging auf eine Konfrontation ein, bei der ein Hubschrauber auf Israel zuflog, ohne sich zu identifizieren und darum die Luftwaffen mehrere Flieger losschickten, um zu überprüfen, was sich dort nähert. Erst als der Pilot die Jets sah, wechselte er auf die Frequenz, auf der Kontakt mit ihm aufgenommen werden konnte. Wer dabei nun wen provozierte, ließ Sahm den Zuhörer selber entscheiden.

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Abschließend kann festgehalten werden, dass es sich um eine äußerst interessante Veranstaltung über ein ernsthaftes Thema handelte, die von einem sehr kompetenten Vortragenden leicht und souverän präsentiert wurde, dem man ein Talent als Alleinunterhalter nicht absprechen kann.

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PS: Nur weil es mir am Rande aufgefallen ist. Als ich mir nach der Veranstaltung noch die Fotos angesehen habe, die im Jüdischen Gemeindehaus hängen, fand sich dort auch eines von der Eröffnung dieses Gebäudes irgendwann Ende der 1950er Jahre. Etwas stimmte nicht mit ihm und es dauerte ein bisschen, bis mir der "Fehler" auffiel: Es fehlte die Polizei - die Normalisierung im deutsch-jüdischen Verhältnisses war damals offenbar noch nicht soweit fortgeschritten wie heute.

"Wir haben Stalin überlebt, wir werden Borat überleben"


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Das ist doch endlich Mal eine
angemesessene Antwort Kasachstans auf den Film Borat!!!

Niemals so enden!!!


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Man kann nur hoffen, dass Baron-Cohen nach diesem Kinofilm die Figur Borat einmottet. Wie peinlich es ist, wenn ein Komiker mit einer Kunstfigur auftritt, bei der die Identität nicht geheim ist, sieht man an Hape Kerkeling. Als Horst Schlemmer tingelt er von einer erbärmlichen Sendung in die nächste und bemüht sich nach Kräften, seinen einstmals guten Ruf zu ruinieren. Schade, er war mal der beste der sehr, sehr, sehr rar gesäten witzigen deutschen Humoristen und es tut richtig weh, ihm dabei zuzusehen, wie er sich vollends lächerlich macht…Ganz zu schweigen davon, dass seine aktuelle Kunstfigur wohl eine der schlechtesten ist, die er sich je ausgedacht hat!

Samstag, November 04, 2006

Ein Vorschlag


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Wenn Islam tatsächlich Frieden bedeutet, wäre es dann nicht sinnvoll, die radikalislamische Hamas zukünftig radikalfriedliche Hamas zu nennen?