Dienstag, November 21, 2006

Europa und der politische Islam


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Am Montagabend organisierte die Bundeszentrale für politische Bildung eine Veranstaltung zum Thema “Europa und der politische Islam“. Als Redner trat Daniel Goldhagen auf. Schnell wurde bemerkbar, dass er das Thema weiter fasste und grundsätzlich über den politischen Islam als Gefahr für die westliche Welt referierte. Ausführlich ging er darauf ein, warum diese Ideologie die größte Bedrohung für die Freiheit seit dem Nationalsozialismus in Deutschland darstellt. Als Inspirator dieser Bewegung nannte er den Iran und sprach sich auch dafür aus, notfalls mit militärischen Mitteln zu verhindern, dass die Mullahs in den Besitz von Atombomben kommen.

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Dass es sich um einen Konflikt zwischen dem politischen Islam und dem Westen handelt und dieser Konflikt von der islamistischen Seite längst mit aller Kraft geführt wird, wurde an einer Vielzahl an Beispielen deutlich. Vor allen nahm Goldhagen den vielen Appeasment Freunden die Hoffnung, dass der Sturm an ihnen vorüber zieht, wenn sie sich dieser Ideologie nur nicht in den Weg stellen. Man kann einer totalitären Ideologie nicht ausweichen, entweder man ist Teil dieser oder ein Feind dieser. Dazwischen gibt es nichts.

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Goldhagen brachte es auf den Punkt, als er sagte, dass wir heute alle Israelis, alle Amerikaner, alle Juden und alle Benedikt XVI sind. Weil jede dieser Gruppen oder Personen nach den Vorstellungen der Islamisten Feinde des Islam sind, darum kein Lebensrecht haben und vernichtet werden müssen. Wobei die Hoffnung, dass diese Vernichtung mit vorheriger Demütigung der Opfer einhergeht, noch eine weitere grausame Facette des Menschenhassenden Weltbildes dieser Bewegung darstellt.

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Es ist heute nur noch Realitätsresistenten Zeitgenossen möglich, den Krieg zwischen dem politischen Islam und dem Westen tatsächlich auf den Nahostkonflikt zwischen Israel und den Palästinensern zurückzuführen. Nicht einmal die Islamisten behaupten dies ernsthaft. Für sie ist es ein Kampf um die Weltherrschaft und diese Provinzposse irgendwo zwischen Afrika und Asien ist dabei völlig unerheblich. Natürlich kämpfen sie auch für die Vernichtung Israels, aber dies ist kein Endziel, sondern eine Etappe auf dem Weg zum Endziel, denn der jüdische Staat ist Teil des Westens, Teil der Welt, die man besiegen und unterwerfen will. Weitere Etappen sind Portugal, Belgien, Deutschland und die USA

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(Hurra, ein Foto! Dieses Buch ist natürlich zu empfehlen, wenn man sich über die Appeasment-Politik Europas informieren möchte.)

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Man sollte den Islamisten einfach zuhören, sie haben nichts zu verheimlichen, sie sprechen ihre Vernichtungsfantasien offen aus und es gibt keinen Grund, warum man ihnen nicht glauben sollte. Goldhagen erinnerte an historische Beispiele, etwa an Hitler, der nie ein Geheimnis aus seinem Wunsch machte, das Judentum in Europa vernichten zu wollen. Doch während man bei Hitler zumindest in der 1920er Jahren noch nicht wissen konnte, wie viel davon nur wüstes Stammtischgeschwätz für eine antisemitisches Wählerschaft war, sind wir heute mit den Islamisten schon einen entscheidenden Schritt weiter.

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Nicht nur machen sie kein Geheimnis aus ihren Zielen, nein, sie setzen ihren Plan schon in die Tat um. Der 11.September ist nur das bisher dramatischste Ergebnis dieses Feldzuges. Auch der Karikaturenstreit muss in diesem Kontext gesehen werden. Es ging dabei um den Versuch, Europa das Weltbild der Islamisten aufzudrängen.

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Nach Goldhagen sprach noch Cem Özdemir. Die Proteste im Zusammenhang mit den Mohammedkarikaturen seien eine Farce gewesen, sagte er. Dass es sich um durchorganisierte Demonstrationen handelte, von der Spitze islamischer Staaten initiiert, sei schon deswegen offensichtlich, weil der gewöhnliche Syrer oder Iraner keine dänischen Flaggen im Haus habe, die man spontan verbrennen könnte. Allerdings vertrat er einige fragwürdige Standpunkte. Etwa als er Goldhagens Warnung vor einem immer weiter um sich greifenden Antisemitismus damit zu relativieren versuchte, dass doch auch der Hass auf Homosexuelle in manchen Kreisen ein Problem darstelle.

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Man fragt sich etwas Bange, ob Özdemir das Wesen des Antisemitismus überhaupt begreift oder ihn nur als eine Spielart des Rassismus versteht. An anderer Stelle ging er auf die Machtkämpfe innerhalb der arabischen Welt ein. Sich dort einzumischen sei nicht unbedingt Sache des Westens und dieser solle sich mehr oder weniger raushalten. Diese Behauptung stellt allerdings das genaue Gegenteil dessen dar, was Goldhagen zuvor über die Ideologie des politischen Islams gesagt hatte. Weil dieser den Westen besiegen will, geht es Europa und die USA sehr viel an, was in der arabischen Welt geschieht, da diese Ereignisse einen direkten Einfluss auf den Westen haben.

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Özdemir stellte aber auch eine wichtige Tatsache fest. Auf die Publikumsfrage hin, welche Rolle denn die muslimische Diaspora im Kampf gegen den politischen Islam einnehmen könne, verwehrte er sich gegen diesen Begriff. Er hätte es lieber, wenn nicht von einer Diaspora gesprochen würde (wobei er auch zu Recht in Frage stellte, ob dieses Wort passend ist), da die Moslems sich als Bürger der Staaten begreifen sollten, in denen sie leben. Als positives Beispiel verwies er dabei auf die USA, wo sich Moslems tatsächlich in erster Linie als Amerikaner sehen würden.

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Insgesamt dauerte die Veranstaltung beinahe drei Stunden. Goldhagen hatte den Zuhörern vermittelt, dass der Westen in diesen Krieg mit dem politischen Islam hineingezogen wurde und dieser entweder mit dem Sieg über dieser auf Massenmord aufbauenden Ideologie oder dem Untergang des Westens endet.

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3 Comments:

At 21 November, 2006 15:50, Blogger Haiko Hörnig said...

Zum zweiten Bild: Geschickteste Fotomanipulation seit Reuters! Skandal!

 
At 21 November, 2006 22:57, Anonymous Hamster said...

"Zum zweiten Bild: Geschickteste Fotomanipulation seit Reuters! Skandal!"

LOL - und ich war schon so neidisch, dass ich nicht in Berlin neben dem grossen B wohne. ;)

 
At 22 November, 2006 11:18, Anonymous Anonym said...

Wollte eigentlich zum schicken Bild gratulieren. Und, ach, das mach ich einfach. Entweder ist es gut, oder eben gut gefälscht (glaub ich aber nicht).

Schade jedenfalls, daß Özdemir anscheinend nicht darauf eingegangen ist, warum sich amerikanische Moslems in erster Linie als Amerikaner sehen...

 

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