Sonntag, Dezember 31, 2006

Danke Oliver!!!


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Da hat es gerade jemand mit einem einzigen fantastischen Rundumschlag gegen den unkkreativen, innovationslosen und unverschämt langweiligen Zustand der deutschen Fernsehunterhaltung geschafft, dass ich ihm sogar seinen unkreativen, innovationslosen und unverschämt langweiligen Aufguss der Nackte-Kanone-Filme, genannt Der Wixxer, verzeihe!
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Ein Auszug:
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Wer es sich inzwischen leisten kann abzuschalten, der tut es. Wer genug Geld für Kino oder Videothek hat oder gar das so gern zitierte "gute Buch" zu benutzen weiß, der hat sich längst von seinem alten Kumpel Fernsehen verabschiedet. Oder bestellt sich seine DVDs aus dem Ausland, um erstaunt mitzuerleben, wie vor allem in Amerika und England in den vergangenen Jahren einige der phantastischsten TV-Produkte aller Zeiten entstanden sind.

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"Die Sopranos", "24", "Lost", "Deadwood", "Six Feet Under", "Arrested Development", "The Office", "Boston Legal", "Little Britain", "Doctor Who" - die Liste ist endlos. Denn in anderen Ländern weiß man, dass die eigentliche Aufgabe des Fernsehens darin besteht, das Publikum zu überraschen, auch auf die Gefahr hin, es erst einmal zu irritieren.

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Fernsehtipp der Woche

Wer wissen möchte, wie es genau abgelaufen ist, der klicke hier drauf.

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Samstag, Dezember 30, 2006

Ob Saddam wohl schon Handynummern mit Stalin und Pol Pot getauscht hat?


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Es ist die eine Sache, die Todesstrafe abzulehnen und eine andere, diese Ablehnung immer nur dann einzufordern, wenn es gilt, einen Massenmörder zu retten. Ich bin gegen die Todesstrafe, aber eigentlich habe ich dabei eher die namenlosen Opfer von Terrorregimen im Sinn und nicht die Führer dieser Terrorregime. Solange unsere Politiker sich nicht mindestens ebenso entrüstet über jede(!) Vollstreckung der Todesstrafe gegenüber Unschuldigen – was sie von Saddam unterscheidet - im Iran, China, Nordkorea oder Nigeria einsetzen, ist es unerträglich, sich die aktuelle Empörung anzuhören, die doch nichts weiter ist, als die Adelung eines schrecklichen Verbrechers. Denn, was genau zeichnet Saddam aus, was ihn von den Hunderttausenden unterscheidet, die unter seiner Herrschaft ermordet wurden. Weshalb setzt sich der sonst immer zerstrittene Bundestag über alle Parteiengrenzen hinweg heute für Saddam ein und weshalb tat er dies nie für seine Opfer? Natürlich muss die Todesstrafe geächtet werden, aber weil sich die Welt nicht von heute auf morgen ins Paradies verwandeln wird, muss dieser Prozess realistisch betrachtet werden.

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Nach und nach muss sie darum eingeschränkt werden, ehe sie ganz am Ende endgültig und endlich verschwunden ist. Doch sollten nicht die Ersten, die vor der Todesstrafe sicher sind, die Verbrecher sein, die sie als Werkzeug zur Machterhaltung gegen die eigene Bevölkerung einsetzen. Zuerst sollte man sich dafür einsetzen, dass die unschuldige und namenlose Bevölkerung nicht mehr willkürlich erhängt, geköpft oder erschossen wird. Wenn dies erreicht ist, ist eigentlich schon fast alles erreicht. Tyrannen, Diktatoren und Massenmörder sollten die Letzten sein, für die der Kampf gegen die Todesstrafe geführt wird und sie sollten auch die Letzten sein, für deren Lebensrettung sich eine weltweite Allianz bildet. Leider scheint es aber so, als ob es tatsächlich immer erst einen Saddam dieser Welt erwischen muss – was viel zu selten passiert -, ehe die Unerträglichkeit dieser Strafe erkant und verbissen bekämpft wird.

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Im Chor der zynischen Empörung deutschen Politiker über Saddams Abgang, fiel ganz besonders das Statement des FDP-Politikers Werner Hoyer durch seinen Schwachsinn auf. Er kritisierte, dass die Hinrichtung "kurzsichtig und dumm" sei, da Millionen Iraker den Ex-Diktator nun weniger wegen seiner grausamen Verbrechen, sondern wegen seines vermeintlichen Märtyrertods in Erinnerung behielten.

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Lieber Herr Hoyer, keine Angst, dass dies nicht geschehen wird, dafür hat der gerade Dahingeschiedene zu Lebzeiten ausreichend gesorgt. Es lässt sich schwer zugleich um den Mörder des eigenen Sohnes und den eigenen Sohn trauern.

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Freitag, Dezember 29, 2006

Gibson, lass die armen Mayas in Ruhe!


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Wenn man in die Psychiatrie eingeliefert werden will und sich geniert, diesen Wunsch einfach auszusprechen, kann man sich entweder als Napoleon in die Fußgängerzone stellen oder einen Bewerbungsfilm drehen. Mel Gibson entschied sich für letztere Option. 140 Minuten lang lebte er seinen Fetisch aus, der sich im Prinzip darauf beschränken, möglichst viele, möglichst knapp bekleidete Männer solange zu quälen, bis ihr Tod nach beeindruckenden Blutfontäne, dem Verlust diverser Organe oder eines abgerissenen Schädels eintritt. Von daher ergibt sich die Filmlänge auch nicht aus der notwendigen Zeit heraus, die benötigt wird, um eine packende Story zu erzählen, sondern einzig aus der Frage, wie lange es Dauert, bis der Foltertod eines ganzen Mayastammes möglichst plastisch dargestellt ist.

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Der Hintergrund, Mittelamerika kurz vor der Ankunft der Spanier, spielt für Gibsons Folter-und-Qualen-Epos keine Rolle. Es geht ihm um Schmerzen, nicht um Geschichten! Nachdem er sich schon mit einer solch verstörenden Begeisterung daran machte, Jesus Nägel durch die Hände zu treiben, ihn auszupeitschen und zu Kreuzigen, dass man sich fragen muss, ob er die Kreuzigung tatsächlich für eine Tragödie oder doch eher einen Glücksfall hält, da sich in ihr seine beiden Hobbys - Religion und Folterfantasien - auf idealle Weise ergänzen, machte er nun einen fiktiven Maja zum Objekt seiner Psychose. Im Gegensatz zu Jesus, an dessen Schicksal sich immer so cirka ein Drittel der Menscheit interessiert zeigt, ist des Majas Verhängniss, dass er nur deswegen existiert, weil Gibson ihn in Ruhe alles Schreckliche erleiden lassen will, was sich das Gehirn eines alkoholkranken Antisemiten so auszudenken vermag. Armer Indianer.

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Apocalypto ist ein Film ohne Handlung, es sei denn, abgerissene Gliedmaße, Hinrichtungsorgien und detailverliebte "Jaguar-kratzt-Menschen-das-Gesicht-ab"-Szenen gelten schon als Handlung. Gibson öffnet dem Zuschauer Kammern seines Psyche, die es unwahrscheinlich erscheinen lassen, dass man nicht in Panik flüchten würde, wenn einem dieser Kerl jemals über den Weg laufen sollte. Es bleibt abzuwarten, was er sich als nächstes vornehmen wird. Fehlt der Welt nicht noch ein schonungsloser Blick in die Kerker der Inquisition? Ach genau und einen Film über israelitische Freiheitskämpfer wurde auch schon angekündigt, na ja, in diesem Sinne: fröhliches Foltern, Morden und Erhängen weiterhin!

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Montag, Dezember 25, 2006

Der SPIEGEL und die Juden



Den Hamburgern gelang es pünktlich zu Weihnachten, die ganze Wahrheit über das Judentum zu enthüllen. Wer mehr über dieses Volk von Leprakranken, Verbrechern und Irren erfahren will, kaufe sich den SPIEGEL, wer nur wissen will, warum dieses Magazin gerade ganz mutig ganz viel Schwachsinn veröffentlichte, dem reichen diese beiden Linkhinweise -> hier und hier.

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Unverfängliche Koran-Verse Teil 1


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Ich sitze gerade mit dem guten, alten Koran in der Hand vorm Kaminfeuer und lese die "Sure von der Kuh." Und weil im Internet so viele Koran-Verse (die fälschlicherweise zumeist mit ganzen Suren verwechselt werden!) Verbreitung finden, die besonders gewalttätig oder brutal daherkommen, will ich auf diesem Blog in den nächsten Tagen mal etwas gegensteuern. Darum folgt hier nun die Serie "Unverfängliche Verse"

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Unverfängliche Verse Teil 1

(Sure 2. Vers 20) Der euch erschaffene hat als Teppich die Erde und als Zelt den Himmel, der vom Himmel Wasser herabsendet und damit Früchte hervorbringt, für euch zur Versorgung. So gesellt Gott keine Götzen zu, und ihr wißt es.

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Samstag, Dezember 23, 2006

Ein Beitrag über Feiglinge

Es gibt Dinge, die wären jedem Menschen peinlich, der nur einen Funken Selbstachtung und Mut besitzt. Ich werde hier kurz auf ein solches Beispiel gelebter Feigheit eingehen, das sogar noch mit einem guten Schuss kriminellen Verhaltens gewürzt ist. Auf diesem Blog wurde vor kurzem auf den Abschaum des Studivz eingegangen, worauf die Betroffenen mit Kommentaren reagierten, deren Peinlichkeit nur noch durch ihre überdeutliche Beschränktheit im Denken getoppt wurde. Es fiel ebenso auf, dass diese Irren auf andere übertragen müssen, was für sie Existentiell ist. Die Vorstellung, dass nicht jeder Mensch einen Führer braucht, der einem das Denken abnimmt, ist ihnen unerträglich. Weil sie aber durch dieses Kämpfen mit "offenen Visier" (fast alle Kommentare wurden anonym gepostet) auf dem Blog nichts erreichten, außer den letzten Zweifel an ihrem antisemitischen Weltbild zu zerstreuen, entschieden sich diese Feiglinge dazu, sich auf andere Art für ihre Enttarnung zu rächen.
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Man kann von Leuten, die den intellektuellen Tiefgang eines Autoreifens besitzen, dabei nichts besonders mutiges erwarten. Aber dass es schließlich eine solche Demonstration gelebten Selbstbetruges werden würde, hat dann doch überrascht. Weil mein Profil auf dem Studivz vor einigen Tagen unter noch nicht geklärten Umständen (bin deswegen noch in Kontakt mit den Betreibern) gelöscht wurde, meldeten sie sich unter meinem Namen an und benutzen sogar mein Foto. Aber damit noch nicht genug, jetzt schreibt der Vollidiot, der sich für mich ausgibt, in die Pinnwände andere Leute, und droht ihnen dabei an, „sie auch noch zu kriegen.“ Während umgekehrt andere Nutzer sich auf "meiner" Pinnwand mit mutigen Beleidigungen revanchieren. Man muss sich dieses erbärmliche Verhalten einmal klar machen, da wird der eigene antimsemitische Verfolgungswahn in die Tat umgesetzt, indem dafür die letzte Verbindung zur Realität gekappt wird. Man schafft sich die paranoide Welt, indem man eine bizarre Eigeninszenierung aufzieht. In dieser Welt kann dann endlich verwirklicht werden was in der anderen Welt - nennen wir sie Realität - nur erträumt werden konnte. Weil diese Deppen zum Beispiel vergeblich darauf hofften, dass ich ihren Wünschen entspreche und sie zu Gejagten erkläre (weil jeder Antisemit nun mal Opfer ist), schreiben sie sich nun einfach unter meinem Namen solche Drohungen in die Pinnwände: Ich krieg dich noch, du armer Irrer! Träum weiter in deinem kranken Hirn von der Weltrevolution;-) .
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Vielleicht sollten Typen, die so Paranoid sind mal mit einem Psychologen über ihre geistige Verfassung sprechen und darüber, woraus sie genau den Lustgewinn bei diesem peinlichen Schattenboxen der Idiotie ziehen. Die Spielregeln sind denkbar einfach: Ein Idiot gibt sich als Feind aus, der andere Idiot reagiert mutig auf den Feind, beide Idioten wissen, dass sie echt erbärmlich sind und trotzdem sind beide Idioten glücklich. Eine schöne geisteskranke Welt, die es so nur unter Antisemiten geben kann.
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Ganz ähnlich sieht es auch mit denen aus, die auf “meiner“ Seite ihre Wut über mich loswerden. Interessanterweise endet der Mut dieser Trottel an der Grenze ihrer selbst geschaffenen Welt. Solange sie wissen, dass hinter dem Profilnamen Gideon Böss nur ein anderer ihrer gestörten Kumpels steckt, gelingt es ihnen sogar, Beleidigungen zu hinterlassen. Als ich noch tatsächlich im studivz erreichbar war, blieben diese Notizen aus.
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Natürlich wird dieses Fake-Profil bald gelöscht sein und natürlich wird die dafür verantwortliche Person es nicht wagen, zu dieser mutigen Tat zu stehen. Man sieht daran sehr gut, was den Unterschied zwischen solchen Antisemiten-Groupies und dem großen Rest der Bevölkerung, der nicht diesem Abschaum zuzuordnen ist, ausmacht. Es ist der Unterschied zwischen Feiglingen, die sich hinter irgendwelchen Führern scharen müssen und Individuen, die sich eine eigene Meinung bilden können und dazu auch stehen.

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Berlin :-) Frankfurt :-I Mainz :-(


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Gestern machte ich mich auf den Weg gen Mainz. Nach einer mehr oder weniger nervigen Zugfahrt und einem Besuch in Frankfurt, erreichte die Bahn schließlich die rheinland-pfälzische Hauptstadt. So wie es aussieht, habe ich die Umbenennung des Bahnhofs Mainz-Süd in Mainz-römisches Theater verpasst. Ansonsten ist alles beim alten geblieben. Schön gemütlich, schön urig, schön provinziell und vor allen schön langweilig.

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Freitag, Dezember 22, 2006

Einst gefeiert, jetzt verspottet?


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Macht die Berliner Müllabfuhr eigentlich tatsächlich Werbung auf kosten von Michael Schumacher oder bilde ich mir das nur ein?

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Donnerstag, Dezember 21, 2006

Heine zum Abgewöhnen


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Bisher dachte ich, dass man eigentlich mit dem Verschenken von Heine Werken nie etwas falsch machen kann…bisher kannte ich aber auch nicht das Hörbuch Heinrich Heine Buch der Lieder vom hörmedia audioverlag .
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Es ist eine Qual sich anzuhören, wie es den Sprechern virtuos gelingt, ein Gedicht nach dem anderen seiner Originalität zu berauben. Sicherlich werden die beiden Vortragenden in der Schule immer Klassenbeste im Vorlesen gewesen sein, aber dieses Talent qualifiziert einen vielleicht dazu, im Telekom-Callcenter Anrufe entgegen zu nehmen oder für die Süddeutsche Zeitung potentielle Abonnementen zu werben, doch längst nicht dazu, literarische Texte angemessen vorzutragen.
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Man merkt bei jedem einzelnen Gedicht, dass die Beiden zwar die Worte erkennen, aber sich nicht mit dem Inhalt identifizieren können. Wenn man direkt danach zum Beispiel Martin Helds Heine-Lesungen anhört, wird der Kontrast noch extremer.Wer Heine noch nie leiden konnte, der sollte sich mit diesem Hörbuch eindecken und es in seinem Bekanntenkreis verteilen.

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Dienstag, Dezember 19, 2006

Sony-Center


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Wie fies, und dabei find ich Jack Black eigentlich ziemlich witzig!

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Fakten, Fakten, Fakten


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Einmal mehr ein sehr guter Artikel von Helmut Markwort! Und weil eine der verrücktesten DDR-Altlasten mal wieder von sich reden macht, jetzt im Duett mit einem nicht weniger kaputten Mitstreiter (näheres hier und hier), und meinen Artikel über sich als schäbig bezeichnete, ist es mir eine Freude, den besagten Text hier nochmals zu verlinken.

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Die 3 Redaktöre


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Am Montagabend traten im Tipi die 3 Redaktöre auf. Diese zerfallen in die Personen Henryk M. Broder, Matthias Matussek und Gabor Steingart. Moderiert wurde die Veranstaltung von Frank A. Meyer. Im Tipi, einem Zelt neben dem Kanzleramt, lässt sich die Atmosphäre als unberechenbar beschreiben. Gedämpftes Licht, Klavier, Bar. Hier könnte alles passieren. Auftritte von Gogo-Tänzerinnen ebenso wie eine Pressekonferenz der Wirtschaftsweisen. Meyer machte aber schnell deutlich, dass heute die Stangen unberührt, sowie die Statistiken in den Aktenordnern bleiben und stellte in einer kurzen Eröffnungsansprache die drei Journalisten vor.

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Jeder von ihnen präsentierte in einem dreiminütigen Monolog sein Thema, über das danach diskutiert wurde. Matussek machte den Anfang und sprach über den deutschen Patriotismus. Die Weltmeisterschaft habe ein neues Nationalgefühl geboren. Wäre es in seinen jungen Jahren noch undenkbar gewesen, sich als Deutscher positiv auf Deutschland zu beziehen, sei dies nun endlich möglich. Er definierte dabei jeden als Deutschen, der sich selbst als ein solcher fühle.

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Der „Beutedeutsche“ Broder mokierte sich danach über Matusseks leere Phrase „Ich bin gerne Deutscher!“ und stellte sie in eine Linie mit dem ebenso tiefsinnigen Bekenntnis „Ich wohne gerne!“ Außerdem verwahrte er sich dagegen, dass Werte wie Meinungs-, oder Pressefreiheit in Patriotismus-Diskussion überhaupt als Pluspunkte für dieses Land angeführt werden. Diese Werte sollten endlich als Selbstverständlichkeiten vorausgesetzt werden können. Darauf ein Nationalbewusstsein aufzubauen, sei etwas wenig. Weil Matussek aber den von ihm gerade erst entdeckten (neuen?) Patriotismus nicht schon nach einem WM-Sommer verlieren möchte, brachte er immer weitere Argumente für dessen Existenz und Notwendigkeit vor. Mal ist der Patriotismus nie näher als in dem Moment, indem seine Frau ein leckeres (offenbar deutsches) Gerichte auf den Esstisch stellt. Dann sieht er ihn in Brandts Kniefall. Und immer wieder in der Nationalmannschaft. Der Wirtschaftsaufschwung sei ja auch erst durch dieses neue Nationalgefühl möglich gewesen, behauptete er euphorisch.

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So euphorisch, dass Steingarts Verneinung eines solchen Zusammenhangs keine erkennbare Ernüchterung bewirkte. Aber auch wenn er vor lauter Begeisterung dann und wann nicht sonderlich schlüssig Argumentierte, ist der Patriotismus made in Matussek nichts Engstirniges oder Bedrohliches. Nein, er ist eher ein Verein, zu dem potentiell jeder Zutritt hat. Mehrmals ging er darauf ein, dass Deutscher-sein nichts mit Religion oder Ethnie zu tun habe.

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Als nächstes stellte Gabor Steingart, neben Broder der zweite Teilnehmer mit Migrationshintergrund, sein Themengebiet vor. Obwohl er sehr sympathisch und unterhaltsam aufzutreten verstand, wirkte die Debatte über Globalisierung und Arbeitsplatzabwanderung doch an schwerfälligsten. Sie wollte nicht so recht in die Lücke passen, die sich zwischen Mattuseks Patriotismusjubel und Broders Islamismuswarnung auftat. Ob die Chinesen nun wirklich eine Bedrohung für die deutsche Wirtschaft darstellen oder nicht, schien gar nicht so sehr Thema zu sein. Viel eher, dass der eine Diskutant seine Kleider lieber bei C&A und der andere beim Edelschneider kauft. An dieser Stelle erlahmte die Debatte etwas, Grund genug für F.J. Wagner lautstark ein Zeichen zu setzen. Der bisher ruhig im Publikum verweilende stand auf und ging und teilte dem Publikum zuvor noch den Grund seines frühen Abgangs mit: „Langweilig!“ Ganz wie in seiner kultigen Kolumne, braucht er auch im wirklichen Leben nicht viele Worte, um seinen Standpunkt klarzumachen.

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Broder stellte sein Thema als letzter vor. Mit Blick auf einen Bademantels, der von Steingart zuvor noch als ein Symbol der neuen wirtschaftlichen Wirklichkeit genutzt wurde, meinte er pointiert, dass in einigen Jahren keine Bademäntel mehr über Nacht in Polen gewaschen und am nächsten Morgen wieder in deutschen Hotels liegen würden, sondern Burkas. Es entwickelte sich im Anschluss daran der interessanteste Teil der Diskussion. Matussek griff die entstehenden Parallelgesellschaften an, während Broder diesen Begriff für die hießige Situation ablehnte. In den pluralistischsten Gesellschaften der Welt, in Kanada, Australien oder den USA, würde es praktisch nur Parallelgesellschaften geben. Diese seien nicht gefährlich, sondern notwendig. In Deutschland habe man es stattdessen mit Vorbereitungsgesellschaften zu tun.

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Daneben gäbe es auch noch einen anderen gravierenden Unterschied zwischen der Situation in solchen Einwanderernationen und Deutschland. In den USA sind Immigranten stolz darauf Amerikaner zu sein, während viele der in Deutschland lebenden (zumeist muslimischen) Migranten die Werte ihrer neuen Heimat verachten würden. Matussek stellte dann die Frage, wie denn ein Türke stolz auf Deutschland sein solle, wenn nicht einmal „echte“ Deutsche stolz auf ihre Heimat wären. War dieser Einwand durchaus berechtigt, leistete er sich danach einen umso fragwürdigeren Vergleich, um die Gefahren des islamistischen Terrors zu relativieren. Statistisch gesehen sei die Gefahr größer, vom Meteoriten getroffen zu werden, als das Opfer eines Terroranschlages zu werden. Nicht nur ist diese Behauptung statistisch gesehen falsch, sondern sie ist auch unredlich, da sie eine reale Gefahr durch billige Taschenspielertricks zu verharmlosen versucht.

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Während Steingart und Matussek die tatsächliche Bedrohung durch den Islamismus für weniger alarmierend einstuften, präsentierte Broder mehrere Beispiele, an denen die schleichende Kapitulation erkennbar wird: Künstler, die zwar voller Eifer auf die Verbrechen der USA aufmerksam machen, aber sich nicht trauen, auch kritisch über den Islam zu berichten und diese Feigheit dann auch noch als weises Handeln verstanden haben wollen. Schulleiter, die zu wissen glauben, welche Bilder den muslimischen Schülern und ihren Eltern nicht zugemutet werden können, wodurch sie nicht nur die Meinungsfreiheit aufgeben, sondern auch die muslimischen Eltern entmündigen, indem sie ihnen vorschreiben, was sie anstößig finden müssen. Und Zeitungen, die es sich noch hoch anrechnen, im Karikaturenstreit nicht den Mut zur Veröffentlichung aufgebracht zu haben. Es ist diese als Weisheit daherkommende Feigheit, die Broder als gefährlichsten Feind unseres Wertesystems betrachtet.

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Vielen würde offenbar gar nicht klar sein, welch verheerende Debatten derzeit geführt werden. Debatten, die hinter die Errungenschaften der Aufklärung zurück fallen. Etwa, ob nun die Religionsfreiheit oder die Meinungsfreiheit ein höheres Gut darstellt. Manches dürfe schlicht nicht Gegenstand einer Diskussion sein, meinte Broder, „wir diskutieren ja auch nicht mehr darüber, ob man Kinder schlagen soll oder nicht.“

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Die Debatte wurde kurz vor Schluss noch einmal hochemotional, was in erster Linie einer kleinen cholerischen Eruption von Matussek zu verdanken war. Er fühlte sich von Meyer falsch dargestellt, als dieser ihn im Zuge einer Wertedebatte dazu aufforderte, einmal Verfassungspatriot zu sein. „Es sein eine Unverschämtheit!“, schrie dieser daraufhin und dass er heute Abend doch immer wieder genau diesen Verfassungspatriotismus eingefordert habe. Vielleicht war er aber auch einfach nur etwas wütend, weil Meyer zuvor Matusseks Behauptung, dass die Bedrohung durch den Islamismus nicht frei von Panikmache sei, mit dem Verweis darauf konterte, dass er nach jedem von ihm verfassten islamkritischen Artikel Morddrohungen erhalten würden. Broder konnte den polternden Patrioten aber beruhigen, danach noch einige Sätze loswerden, ehe der souveräne Meyer diese unterhaltsame Veranstaltung für beendet erklärte.

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Worstseller

(Quelle: faz)

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Sonntag, Dezember 17, 2006

Wirkt ja echt imposant :-)

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Köpft ihn endlich!


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Vor wenigen Wochen entging Mohammed nur aufgrund einer Spielplanänderung an der Deutschen Oper seiner Enthauptung. Diese Entscheidung der Intendantin Kirsten Harms war nicht so leicht nachvollziehbar. Irgendwie handelte es sich dabei um eine Art präventive Kapitulation vor einer hypothetisch vorausgesetzten gewalttätigen Reaktion von eventuellen gekränkten Islamisten. Nun haben wir Mitte Dezember, Kisten Harms leitet die Deutsche Oper noch immer, auch die Islamisten sind weiterhin da, aber plötzlich wollen nun doch alle Mohammeds Kopf rollen sehen. Sogar so sehr, dass der übereifrige Schäuble, der einige muslimische Teilnehmer der Islamkonferenz etwas zu aufdringlich davon überzeugen wollte, dass sie unbedingt der Hinrichtung ihres Propheten beiwohnen sollten, von ihnen über eine Grundlage der Meinungs-, und Kunstfreiheit belehrt werden musste: Kunstfreiheit bedeutet auch, sich gegen einen Opernbesuch aussprechen zu können!
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Am Montag schreitet man nun also zur Tat und alle sind sie dabei. Der Kulturstaatsminister Bernd Neumann, der Berliner Innensenator Ehrhart Körting, die Integrationssenatorin Heid Knake-Werner, der so bemühte Wolfgang Schäuble und Klaus Wowereit. Auch die Grünen haben sich drei Plätze gesichert, für Renate Künast, Katrin Göring-Eckhardt und Volker Beck.
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Die Atmosphäre vor diesem nun von ganz hoher Stelle geforderten Enthauptungs-Eklat, hat sowohl etwas Peinliches, als auch Rührendes an sich. Peinlich, weil die Kunstfreiheit nun schon zum zweiten Mal vorgeführt wird. Zuerst wurde sie von Harms ohne Not verraten und nun wird sie von politischen Interessen vereinnahmt. Rührend, weil mit heiligem Ernst eine recht öde Oper mit so viel Bedeutung aufgeladen wird, dass man meinen könnte, an ihr würde sich die Integrationsfrage entscheiden.
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Ein großes Sicherheitsaufgebot wird übrigens für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sorgen. Niemand, nicht mal ein gekränkter Islamist, soll die Vollstreckung der Todesstrafe nun noch verhindern können. Mohammed muss sterben, damit die Ehre der deutschen Kulturlandschaft wieder hergestellt ist. Und man kann sich bildlich vorstellen, wie die Herren und Damen Politiker und Integrationsexperten begeistert aufspringen werden, nachdem der Prophetenkopf endlich abgetrennt ist. Es wird „Zugabe, Zugabe“- Rufe geben, minutenlangen Beifall und beim Sekt danach werden sich Klaus Wowereit und Renate Künast zuprosten: „Es geht doch!“

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Samstag, Dezember 16, 2006

Eine Frage und zwei Bilder

Ich frage mich seit einiger Zeit folgendes und vielleicht kann mir jemand bei der Antwortfindung behilflich sein. Warum schlägt man alljährlich mit viel Pathos in der Stimme die längst toten Peiniger von zumeist längst toten Juden in die Flucht, während hier und heute solches geschehen kann, ohne dass ein Aufschrei durch das Land geht?
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Zu den Bildern. Foto 1: Ein Orchester spielt im Hauptbahnhof Weihnachtsmusik. Foto 2: Die Chanukkia vor dem Brandenburger Tor.

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Freitag, Dezember 15, 2006

Jüdische Freunde und Antisemitismus

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Wie hätte Hitler sich wohl in Nürnberg gegen den Antisemitismusverdacht gewehrt? Vielleicht so: „Ich habe jüdische Freunde, verehre jüdische Künstler, wie soll ich da Antisemit sein!?!“

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Im Zusammengang mit dem Malte-Artikel ist von einigen wieder einmal das schäbigste und primitivste Argument vorgebracht worden, warum man nicht antisemitisch sein könne. Weil man nämlich jüdische Freunde habe. Wie es der Zufall so will, habe ich gestern das Buch Als Hitler die Atombombe baute zu lesen begonnen und dabei lustigerweise folgende Passage entdeckt, die vielleicht auch dem Letzten klar machen sollte, dass Antisemitismus nichts mit dem Verhalten von Juden zu tun hat. Einige Auszüge aus dem Buch.

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Hitler nämlich hatte gemerkt, dass Hanisch ihn übervorteilte, und sich dem jüdischen Freund Josef Neumann zugewandt. (S.108)

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Ein anderer jüdischer Freund, Siegfried Löffner, zeigte Hanisch sogar bei der Polizei an wegen der an Hitler begangenen Betrügereien.

(S.109)

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Ihr jüdischer Hausarzt [der von Hitlers Mutter] Eduard Bloch hatte Brustkrebs diagnostiziert, der auch durch eine Operation nicht mehr einzudämmen war.

(S. 109)

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Natürlich las Hitler in Wien antisemitische Hetze, hörte antisemitische Parolen und kannte neben Hanisch sicher noch viele Antisemiten. Es überwog aber die jüdischen Bekanntschaften.

(S.109)

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Hitler verkehrte auch in jüdischen Familien, deren Kultiviertheit er bewunderte.

(S.110)

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Und er ließ sich nicht von Verleumdungen in seiner Vorliebe für den jüdischen Direktor der Hofoper beirren, den Komponisten Gustav Mahler, den er als Wagner-Interpreten verehrte.

(S. 110)

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(*) immer noch eines der besten Bücher zum Antisemitismus in der Linken. Als Broder dieses Buch vor zwanzig Jahren schrieb, reagierten viele empört. Dass es noch immer "Linke" gibt, die sich zwar antisemitisch betätigen, aber darauf nicht hingewiesen werden wollen, kann man ja gerade auch sehr schön auf diesem Blog verfolgen.

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Die 3 Redaktöre


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Wer noch nicht weiß, was er zu Weihnachten schenken will, wie wär’s mal mit einer Kaiserbüste? Und dann noch ein Veranstaltungshinweis. Am Montag treten im Tipi-Zelt am Kanzleramt die 3 Redaktöre auf. Wird bestimmt interessant, auch wenn es immerhin 11 Euro kostet (nicht von den 9,50 Euro auf der Homepage täuschen lassen).

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Donnerstag, Dezember 14, 2006

Nicht in Berlin, nicht Paris, nicht Moskau, nein, in Delmenhorst!!!


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Nazifahnen auf dem Dixiklo. Ein wirklich witziges youtube-Video.

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Mittwoch, Dezember 13, 2006

Dies und das


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Das kommt davon, wenn niemand was sagt! Hätte sich mal früher einer getraut anzumerken, dass auf dem Mamuck-Blog keine Kommentare veröffentlicht werden können, hätte ich diesen Misstand auch früher behoben. Na ja, besser spät als nie.
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Ansonsten habe ich von Achmed Ahmadinedschad eine wütende E-Mail bekommen, in der er mit Anzeige droht, weil das Foto im letzten Eintrag ihn als potentiellen Antisemiten darstellen würde. Er könne gar kein Antisemit sein, schrieb er, denn er habe jüdische Freunde und verehre jüdische Holocaustleugner. Na, wenn es so ist.
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Und die Freaks, die mir gerade sowohl den Besucher-, als auch Antisemitencounter in die Höhe treiben, werden noch einmal an die Einhaltung des Fuchsbaukodex erinnert. Nichts von dem, was auf diesem Blog gelesen und geschrieben wird, darf nach außen dringen. Nichts!
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Am Wochenende Veranstalten der Muslim-Markt und die iranische Botschaft in Berlin eine gemeinsame Veranstaltung und man wundert sich in diesem Zusammenhang nur über eines: Warum dauerte es solange, bis sie sich gefunden haben?
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Und wer heute noch zum Zoologischen Garten fährt, sollte sich auf einen hart feilschenden Obdachlosen gefasst machen. Einen solchen Dialog hatte ich bisher auch noch nie geführt:
„Ich kann dir 20 Cents geben.“
„Ich brauch aber 1 Euro!“
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Ein letzter Tipp: Wer ins Kino gehen will, dem sei Little Miss Sunshine empfohlen, ein sehr origineller und witziger Film. Goyas Geister fand ich ziemlich mies, Natalie Portman spielt eher eine Nebenrolle und diese dann auch noch über die Hälfte des Films hin mit einem total entstellten Gesicht. Die Handlung ist enttäuschend und nur der Großinquisitor ist klasse. Ein widerlicher, fieser Mensch mit einem unfassbar gütigen Gesicht.

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Wenn Idioten sich mit Idioten solidarisieren


(Ein Mitglied der Gruppe "Zionismus ist Faschismus")
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Genial, ich bin gerade nachhause gekommen und was muss ich da in meinem Blog lesen? Anzeigen werden angekündigt und als Zeugen wollen Leute auftreten, die hier anonym posten. Gibt es nicht eine Satire, in der die "Anonymen Antisemiten e.V." vor Gericht ziehen, weil sie jemand beim Namen genannt hat? Erinnert mich von seiner Absurdität her irgendwie daran.

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Des weiteren melden sich Nachtigallen zu Wort, die hier mit Drohungen um sich werfen, völlig verblödet sind und schon einmal in Israel waren. Wen und warum das interessieren sollte, bleibt ein Geheimnis.

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Aber weil die ganz Kaputten offenbar etwas länger brauchten, um den Malte-Artikel zu begreifen, können sie erst nach und nach im Kommentarbereich ihrer Empörung darüber Luft machen, dass im Text erklärt wurde warum zwischen ihrem Wahnsinn und der Wahl der Gruppen eine gewisse Wechselbeziehung besteht.

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Nichts zeigt offensichtlicher ihre Erbärmlichkeit, als die Tatsache, dass sie nun, wo ihr kleines Geheimnis öffentlich thematisiert wird, nicht dazu stehen und beleidigt sind. Da fantasiert man sich auch einfach mal einen Studivz-Kodex herbei, der das Berichten über Leute die sich gerne (aber bitte ungestört) als Feinde der liberalen Demokratie inszenieren wollen, verbieten würde. Im Bewusstsein dieser angeblichen Sicherheit, ließ dann so mancher alle Hemmungen fallen und sammelte eifrig ein, was an menschenverachtenden und zynischen Mitgliedschaften zu haben war.

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Dieser Artikel hat ganz offenbar genau ins Schwarze getroffen! Aus zwei Gründen. Erstens, weil sich exakt die Vollidioten angegriffen und ertappt fühlten, die man im Auge hatte und zum anderen, weil es eine ganze Menge Reaktionen gab, die zeigten, dass es längst überfällig war, diese Umtriebe zu thematisieren.

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Übrigens sieht man an solchen "Linken" auch, dass in der Linken etwas ganz entsetzlich schief läuft*. Wer weltanschaulich mit Nazis Hand in Hand gehen kann, sei es in der Unterstützung Ahmadinedschads, der Dämonisierung des Zionismus oder einfach dem guten alten Antiamerikanismus, betreibt entweder bewusst Etikettenschwindel oder sollte endlich mal drüber nachdenken, mutig die Seiten zu wechseln (um danach festzustellen, dass die Rhetorik die gleiche ist).

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*Wobei fairerweise angemerkt werden sollte, dass mir Linke glaubhaft versicherten, diese Typen für so ziemlich das Letzte zu halten.

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Montag, Dezember 11, 2006

Ein Irrer bringt mich auf ne irre Idee


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Weil im Kommentarbereich zum Malte-Artikel jemand eine (ellenlange) Aneinanderreihung von Worten veröffentlicht hat und diese schon fälschlicherweise für zu Sätze generierte Gedanken hält, bin ich auf die Idee gekommen, dass es ja tatsächlich klasse wäre, hier und jetzt noch Mal auf mein im “Kommentar“ erwähntes Romanprojekt hinzuweisen.
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Von daher sei es hier also noch einmal gesagt: "Ja, es ist wahr, ich habe einen humoristischen Fantasyroman geschrieben und suche für diesen einen Verlag!" Wen es interessiert, der sollte bitte hier klicken.
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(Aber Achtung: Keiner der Protagonisten, nicht einmal der nachtblinde Vampir Iwan, ist Antisemit, ich sag’s ja nur, damit später keiner Enttäuscht ist. Ach ja und Gehirnkrampf-Anonym, ich warte auf eine Rezension von dir, ellenlang und wirr, so wie man es von dir gewohnt ist! Danke.)

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Ins Schwimmen geraten


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Ein interessanter Artikel aus der ZEIT ist nun endlich auch online abrufbar. Es geht um die Frage: Stimmt es überhaupt, dass muslimische Schüler den Schwimm-, und/oder Sexualkundeunterricht boykottieren? --->>> hier entlang.

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Sonntag, Dezember 10, 2006

Geschichten, die das Studieverzeichnis schreibt. Heute: Der sozialistische Malte


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Über die Abgründe des Studiverzeichnis habe ich vor ein paar Wochen schon einmal etwas geschrieben. Waren es damals nur Gruppen, die vorgestellt wurden, soll heute einer der eifrigsten Frequentierer dieser in den Mittelpunkt gerückt werden.

Ich machte mich also auf die Suche nach dem Superfreak und es war gar nicht leicht ihn zu finden. Es scheint nämlich so zu sein, als ob die Verrückten ein Mitgliedschaftsabo für schlichtweg jede erdenkliche kranke Gruppe haben. Zum inneren Kreis der potentiellen Gewinner durften sich schließlich fünf Personen zählen, ehe schlussendlich Malte(*) den Wettbewerb für sich entschied. Im Endeffekt machte Zionismus ist Faschismus den entscheidenden Unterschied aus. Obwohl es knapp war, ist er dennoch ein verdienter Triumphator. Warum, wird nun im Folgenden erklärt.

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Dass ein Student sich mit FUCK BUSH identifizieren kann, ist ebenso klar, wie die Beweggründe unergründlich. Vage Andeutungen in Richtung „Öl und Irak und christlicher Fanatiker und dumm, dumm, dumm!“ genügen dem gemeinen Kommilitonen schon, um die eigene Unbildung für ein politisches Statement zu halten und um sich aus dem Epizentrum des antiamerikanischen Mainstream heraus unbequem und querdenkerisch zu fühlen. Na ja, trotzdem noch harmlos. Auch der Ruf nach Freiheit durch Sozialismus kann als peinliche Spinnerei abgetan werden, die man gut konserviert von seinen Eltern übernommen hat und hinter sich lässt, sobald man auch nur den Hauch einer Karrierechance wittert. Und wenn der antikapitalistische Vorzeigestudent Malte sein im Eine-Welt-Laden zu fairen Preisen erworbenes Gehirn benutzen würde, würde ihm auffallen, dass die sozialistischen Paradiese auf Erden in Wahrheit immer die Höllen waren.

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Vielleicht wird ihm das ja auch irgendwann noch klar, doch bis es soweit ist, wird er zuerst mit dreizehn Gleichgesinnten die Haftanstalt Aichach angreifen, um die dort einsitzende Brigitte Mohnhaupt zu befreien. Die Freiheit hat sie sich unter anderen durch den Mord an einem Banker und mehrere weiterer Attentate redlich verdient.Was Malte an dieser Terroristin attraktiv findet, wird er wohl auch nicht so wirklich sagen können. Wenn er nur eine Idee dümmer ist, als der Schreiber dieser Zeilen glaubt (und das wäre schon extrem dumm), wird er sie irgendwie mit der Verwirklichung eines sozialistischen Musterstaates in Verbindung bringen, in dem es dann heißt: Kapitalismus abschaffen.

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Wie so viele andere Verehrer des Sozialismus, zeichnet sich auch Malte durch eine Verehrung für Diktatoren und autoritärere Führer aus. Kein Wunder also, dass er ein Fan von Hugo Chaves ist. Hugo Chaves Frias ist ein Sammelbecken für all die, die nicht nur auf "die Monroe-Doktrin" sondern genauso auf grundlegende Freiheiten "scheißen", denn die Meinungsfreiheit endet in Venezuela an dem Punkt, an dem sie mit Chaves Weltbild kollidiert. So ist das eben unter Autokraten. Dass für einen solchen Verbrecher Solidarität eingefordert wird, sagt viel über die hundertacht Deppen aus, die ihr Ringen gegen die Menschenrechte noch durch die Verwendung der leeren Kampfbegriffe Neoliberalismus und Imperialismus moralisch aufwerten wollen.

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Weil Malte sich aber ganz entschieden hinter die Ermordung von Regimekritikern... äh die "Bolivarische Revolution" stellt, reicht einmal Solidarität zeigen nicht aus. „Trete in eins, zwei, viele Gruppen ein“, hätte der linke Lieblinsverbrecher Che Guevara gesagt und genau dies tut der Studivzfreak auch. Hand of Venezuela behauptet, dass die "Entwicklung dieses Landes vielen Millionen Menschen Mut macht. Ein Land in dem es mehr gibt als den schnöden Mammon". Richtig, zum Beispiel eine ganz respektable Korruption, einen vom großen Führer in die Welt posaunten Antisemitismus und die Säuberung aller wichtigen Stellen in Staat, Wirtschaft und Militär von Chavez-Kritikern. Hunderteins Studenten sehen in einem solchen Staat eine brauchbare Alternative zu den "angeblich alternativlosen Konzepten der Neulieberalen". Na ja liebe Leute, dann nichts wie hin. Wo Chavez ist, ist Castro nicht weit und tatsächlich erweist Malte Fidel Castro, "dem legendären Revolutionär und Bushfeind", die Ehre.

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Und da die Welt glücklicherweise noch mehr Freiheitsfeinde zu bieten hat, als nur einen im sterben liegenden Inseldiktator und einen venezolanischen Antiamerikaner (und man weiß, dass dies Chaves in Maltes Augen adelt), darf auch ein Diktator aus dem Mittleren Osten auf Unterstützung hoffen. Interessengruppe A. setzt sich für Ahmadinedschad ein. Einen im Westen verhassten Präsidenten, der "gar nicht so böse war wie viele glaubten! Einige Menschen wussten dies, und wollten sich daher mit einigen seiner Ansätze solidarisieren." Ob man sich mit der Vernichtung Israels, der Steinigung von Homosexuellen oder dem Heiratsalter ab zehn Jahren solidarisieren will, bleibt dabei unbeantwortet. Auf jeden Fall kann man Malte nur beglückwünschen, es in eine solch elitäre Gruppe geschafft zu haben. Mitglieder in der Interessengruppe A. (ihn eingerechnet): zwei!

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Bleiben wir noch etwas in dieser Weltregion und schauen nach Palästina. Auch an einem Ausgleich zwischen den beiden Konfliktparteien ist er interessiert. Dass er diesem Interesse in der durchaus antisemitisch gefärbten Gruppe Pro Palästina nachgeht, überrascht irgendwie nicht wirklich. Die vierhundertachtunddreißig Mitglieder sind der Meinung, "dass es einen Staat Palästina geben muss." Womit sie mit der Mehrheit der israelischen Gesellschaft konform gehen, die verzweifelt darauf wartet, dass von palästinensischer Seite mal etwas anderes kommt als Selbstmordattentäter, Katjuschas und Vernichtungsdrohungen. Zum Beispiel ein Friedenspartner oder wenigstens einer, der die Existenz des jüdischen Staates zumindest anerkennt. Na ja, mit dem Paradoxon, wie unter diesen Umständen überhaupt eine Einigung erzielt werden soll, beschäftigt sich Pro Palästina nicht, dafür aber damit, "dass es auf den Sack geht was ein bis an die Zähne bewaffnetes Israel mit den Palästinensern und Libanesen treibt." Womit wohl die Verteidigung gegen den Hisbollah-Überfall und der Versuch, die israelische Bevölkerung gegen palästinische Raketenangriffe zu schützen gemeint sein dürften.

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Ja, Antisemiten ging es schon immer auf den Sack, wenn sich Juden nicht haben niedermetzeln lassen, daran hat sich bis heute nichts geändert, auch wenn man sich mittlerweile nicht mehr Antisemit nennt, sondern zum Beispiel einen am "Weltgeschehen interessierten Student, der ganz objektiv die Geschehnisse im Nahen Osten verfolgt und bewertet." (Selbstbeschreibung des Pro Palästina Gründers)

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Soweit so krank, möchte man meinen, doch Malte kann noch mehr. Auch in Modefragen weiß er zu trennen zwischen Symbolen, die für solch überflüssige Werte wie Glaubens-, Religions-, und Meinungsfreiheit stehen und denen, die für Andersdenkende und Oppositionelle den Tod bedeuten können. Erstere machen ihn "traurig oder aggressiv", wenn er sie in Gestalt der "Stars and Stripes im Laden auf Boxershorts entdeckt", letztere findet er in Form von Che Guevara-Sweatshirts "nicht nur kreativ sondern auch produktiv". Weil er "schlussendlich ungehalten wird, wenn ihm neoliberale, zionistische, oder imperialistische Extremistenfreaks ihre „Lehre“ schmackhaft machen wollen," ist er auch Für die Verherrlichung totalitärer Systeme und ihrer Symbole.

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Durch seine Mitgliedschaft bei der Gruppe gegen Rechts, beweist Malte ganz nebenbei auch, dass Antifaschismus und eine Schwäche für antisemitische Welterklärungsmodelle keineswegs inkompatibel sind. Und was ihn dazu getrieben hat, unbedingt auch zur Behauptung Zionismus ist Faschismus „Ganz richtig!“ zu sagen, ist nach all den Gruppen, denen er ansonsten die Treue hält nicht mehr ganz so schwer nachzuvollziehen. Gut, natürlich ist jeder, der dieser Gruppe beitritt, ein Antisemit (entweder aus Überzeugung oder Unbildung oder Dummheit), aber warum sollte dies gegen eine Mitgliedschaft Maltes sprechen? Er ist im Prinzip so etwas wie der Urtyp des verklemmten Antisemiten. Wer sich mit Hugo Chavez, Machmud Ahmadinedschad und der Hamas solidarisiert, deren Ideologien entweder nicht frei von antisemitischen Einflüssen sind oder gar den Antisemitismus als Grundlage haben, kann schwerlich kein Antisemit sein.

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Wenn diese Feigheit schon widerlich ist, kommt aber noch etwas dazu, was den sozialistischen Malte endgültig unsympathischer macht: seine grenzenlose Unbildung. Jeder Mensch mit etwas Verstand oder zumindest Bildung würde merken, wie dämlich der Vorwurf Zionismus ist Faschismus ist. In der Selbstbeschreibung der Gruppe heißt es: "Ideologien, die Barrieren bauen, anstatt diese zu durchbrechen, Ideologien, die Andersdenkende, Menschen mit anderen Religionen, Weltanschauungen und Hautfarben diskriminiert, wird hier der Kampf angesagt."

Bezieht dieser Freak eigentlich seine Informationen grundsätzlich über das iranische Staatsfernsehen? Malte, du debiler roter Stern, hat dir schon einmal jemand verraten, dass es im Nahen Osten genau eine Demokratie gibt, dass es im Nahen Osten genau einen Staat gibt, indem die freie Ausübung der Religion möglich ist, dass es im Nahen Osten genau eine Staat gibt, indem das Parteienspektrum von kommunistischen Parteien bis zu ultraliberalen reicht, dass es im Nahen Osten genau einen Staat gibt, indem auf Homosexualität nicht mindestens Gefängnisstrafe steht, dass es im Nahen Osten genau eine Staat gibt, indem die "falsche" Hautfarbe nicht das gesellschaftliche Aus bedeutet und dass dieser Staat Israel heißt.

Weiter heißt es, "dass der Zionismus mit der friedlichen Religion des Judentums nichts zu tun hat." Was natürlich ebenfalls falsch ist, denn der Zionismus ist ein Grundpfeiler des Judentums. Der Sehnsucht, wieder nach Zion zurückzukehren, gab man in all den Jahrhunderten der Diaspora in Gebeten Ausdruck.

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Und den politischen Zionismus, von dem die Irren Zionismus ist Faschismus Anhänger hier wohl ausgehen, als Faschismus zu bezeichnen, ist nicht nur falsch sondern auch zynisch. War der Zionismus doch gerade eine Reaktion auf faschistische und nationalistische Bewegungen in Europa. (Vielleicht schwingt bei dem Groll über den Zionismus aber auch die uneingestandene Enttäuschung mit, dass dadurch einige hunderttausend Juden das Konzentrationslager Europa noch rechzeitig verlassen konnten?) Aus welchem Standartwerk des Antisemitismus die Behauptung abgeschrieben ist, dass der Zionismus eine rassistische Bewegung ist, interessiert hier nicht, aber die Maltes da draußen werden schon die ihnen genehmen Quellen kennen. Nur soviel, der Zionismus (und wir reden hier nicht von dem, den sich Antisemiten herbei fantasieren) ist keine rassistische Ideologie, da sie Juden nicht als höherwertige Menschen ansieht. Ansonsten müsste auch die Trennung in Männer und Frauenumkleidekabinen als rassistisch angesehen werden, weil dies "Barrieren baue, anstatt diese zu durchbrechen."

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Selbst die UNO hat die skandalöse Gleichsetzung Zionismus = Rassismus nach einigen Jahren wieder zurückgenommen und hinter die Einsichten der mindestens antiisraelischen Vereinte Nationen zurückzufallen, ist schon eine Kunst!

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Na ja, ich denke, so langsam dürfte klar sein, weshalb der gute Malte sich die Krone des Studivzfreaks redlich verdient hat. Was übrigens bei solchen intellektuellen Totalverweigerern immer besonders auffallend ist, ist ihre Inkonsequenz. Er hetzt und wütet hier fröhlich vor sich hin, verteufelt den Kapitalismus, vergöttert den Sozialismus, nennt die FDP "den Abschaum der deutschen Demokratie" und nutzt auch ansonsten gerne jenes Privileg, das es weder im Iran, Venezuela oder Kuba gibt, und das sich "freie Meinungsäußerung" nennt.

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Wenn man in einer liberalen Demokratie (für die der Abschaum FDP eintritt), die Machthaber kritisiert, kann man sich dafür in Studivzgruppen feiern lassen, wenn man in sozialistischen Staaten die Machthaber kritisiert, kann man ins Gefängnis gehen. Wie verblödet oder schon schizophren muss man denn sein, sich hier permanent dieses Recht herauszunehmen und trotzdem für eine Welt einzutreten, die dieses Recht nicht kennt?

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Ich will’s lieber nicht wissen, aber dafür dem Malte ganz zum Schluss noch eine Frage beantworten: Du grübelst Bin ich homophob weil ich Rosenstolz nicht mag?, und ich kann dir die Antwort geben. Nein, du bist nicht homophob weil du Rosenstolz nicht magst, du bist homophob, weil du Typen verehrst, die Homosexuelle wegen ihrer Homosexualität ermordet haben oder umerziehen ließen. Soviel zu den "kreativen und produktiven Che Guevara-Sweatshirts!"

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Abschließend muss festgehalten werden: Homophob, antisemitisch, antiliberal, gegen Frauenemanzipation (weil Pro-Ahmadinedschad) und Menschenrechte, gegen Glaubens-, Religions-, und Pressefreiheit: ist das die heutige Linke oder nur ein abstoßender Einzelfall?

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Wie auch immer, Malte, herzlichen Glückwunsch und halt weiterhin die Augen offen, man weiß ja nie, ob man nicht doch eine freakige Gruppe übersehen hat!

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(*) Update : Die sozialistische Weltrevolution ist offenbar feiger als gedacht. Malte hat mir heute zwei Nachrichten gesendet, in denen er sich über diese Darstellung beschwert. Jetzt hab ich ihm, obwohl weder Sozialist noch Ahmadinedschad-Fan, angeboten, eine Richtigstellung zu schreiben, die dann ebenfalls hier veröffetnlicht wird. Wär ja ganz interessant zu erfahren, was einen dazu bringt, sich für die Anti-Jewish Anti--Defamation-League zu interessieren. Seine Seite kann übrigens auch nicht mehr angesehen werden, na ja, wie ich schon sagte, die Weltrevolution...

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Freitag, Dezember 08, 2006

Nominiert für das Mutterkreuz 2006: Eva Herman


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„Wir Frauen verstoßen zunehmend gegen jene Gesetze, die das Überleben der menschlichen Spezies einst gesichert haben.“

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Donnerstag, Dezember 07, 2006

Muslimischer Antisemitismus

Schön, dass so langsam in den Medien über etwas berichtet wird, was seit langem ein offenes Geheimnis ist: dass der Antisemitismus in Deutschland vor allen von Moslems ausgeht. Und zwar in einer wesentlich aggressiveren und gewalttätigeren Form, als der latente einer großen Gruppe Deutscher „ohne Migrationshintergrund“.

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Man kann den Eindruck gewinne, dass für viele der jüngeren Moslems in Deutschland der Antisemitismus so etwas wie ein Religionsersatz ist, beziehungsweise mit dem Islam assoziiert wird, dem man sich ja irgendwie zugehörig fühlt. Und dass ein ungebildeter und/oder einfach nur dummer muslimischer Jugendlicher auf die Idee kommt, dass Antisemitismus ein Grundpfeiler des Islam ist, ist nicht wirklich verwunderlich. Wann wird denn schon von einer arabischen Zeitung oder führenden muslimischen Geistlichen über Juden in einer Form berichtet/gesprochen, die nicht antisemitisch ist?

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Es wäre Mal an der Zeit, dieses Problem anzugehen. Es kann ja nicht sein, dass wir in Deutschland wieder ein Milieu haben, indem mit der größten Selbstverständlichkeit über Juden gehetzt wird und die Gewaltbereitschaft enorm hoch ist, Juden oder andere Menschen, die als solche dargestellt werden, körperlich zu attackieren.

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Eigentlich sollte es durchaus wichtiger sein, dieser Gefahr energisch entgegen zu treten, anstatt immer, wenn irgendwelche asozialen (im besten Wortsinn) türkische oder arabischstämmige Deutsche z.B. die Polizei oder Feuerwehr angreifen, darüber zu debattieren, ob es jetzt der tägliche Rassismus ist, der sie dazu getrieben hat oder doch die Ausgrenzung durch die Mehrheitsgesellschaft.

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Der Punkt ist der: Es ist schlicht zynisch, ausgerechnet die immer wieder vor vermeintlichem Rassismus und Ausgrenzung in Schutz zu nehmen, die selber die intoleranteste und antisemitischste Schicht der deutschen Gesellschaft bilden.

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Darüber müsste eine öffentliche Debatte gefürt werden. Denn ob ich ein Antisemit bin und Juden für alles schlechte auf der Welt verantwortliche mache, hat nichts mit der erfolglosen Suche nach einem Ausbildungsplatz zu tun, sondern mit einem antiliberalen und den Werten einer offenen Gesellschaft in jeder Hinsicht widersprechenden Weltbild.

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Dienstag, Dezember 05, 2006

Der SPIEGEL über Bolton, Rumsfeld und den Irak


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Der SPIEGEL hat’s immer noch drauf und nach den US-Wahlen mehr denn je! Wenn es um Antiamerikanismus außerhalb der radikalen Ränder der Gesellschaft geht, macht den Hamburgern so schnell niemand was vor.

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Und natürlich kann man zufrieden darüber sein, dass mal wieder über handfeste Krisen berichtet werden kann und man sich darum nicht mit Träumereien begnügen muss, die sich immer darum drehen, dass die Chinesen doch hoffentlich bald den Amis den Rang ablaufen.

Gestern gab es auf SPON einen Artikel, der sich zu je gleichen Teilen aus Schadenfreude und billiger Polemik zusammensetzte, wie schon aus der eher BILD-verdächtigen Überschrift Bye Bye Betonköpfe ersichtlich wird.

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John Boltons Abschied von der UNO wird bejubelt und dessen Arbeit dort als Treppenwitz bezeichnet. Nun gibt es sicherlich andere Entscheidungen innerhalb der UNO, die sich viele eher als Treppenwitz eignen würden, etwa manches Mitglied des Menscherechtsausschuss oder das Verhalten der UNO gegenüber Israel, aber weil der gemeine SPIEGEL-Redakteur weiß, dass der gemeine SPIEGEL-Leser in der UNO so etwas wie das gute Gegenstück zu den bösen USA sieht, können nur diejenigen kritisiert werden, die offen die Kompetenzen der UNO in Frage stellt. Bolton machte dies und die Regierung des Sudans oder Libyens machen das nicht, darum ist das eine ein Treppenwitz und das andere vernünftige Politik.

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Danach rechnet der Artikel mit Paul Wolfowitz ab. Dieser sei ein Schulbuchbeispiel von gleichzeitiger Klugheit und Dummheit. Was Bolton, Rumsfeld und er darüber denken, was sie im Nahenosten angerichtet haben, wüsste der SPIEGEL gerne und noch lieber hätte es das Magazin wohl, wenn die drei ihre Fehler gleich reumütig in Gastartikeln einräumen würden, dabei versprechen, zukünftig auf den SPIEGEL zu hören, wenn es um Politik geht und ansonsten aufrecht bedauern, Saddam gestürzt zu haben.

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Es ist dieser wunderbar antiamerikanische Tunnelblick auf die Ereignisse im Irak, der mit dazu führt, dass die Komplexität des dortigen Konflikts der deutschen Öffentlichkeit nicht klar ist. Nicht nur, weil es konsensfähig ist, den Amerikanern aus Prinzip die Schuld zu geben, sondern auch, weil niemand diesen Konsens durch Hinweise auf ausländische islamistische Terroristen oder die destabilisierende Rolle z.B. des Irans erschüttern will. Ähnlich wie im Israel-Palästina Konflikt verrät die Presse auch hierbei zugunsten einer vom Publikum gewollten Darstellung die eigentlichen Grundsätze ausgewogener Berichterstattung. Und der SPIEGEL ist natürlich ganz vorne mit dabei.

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Es geht nicht darum, die Irakpolitik nicht zu kritisieren, wo es kritikwürdiges gibt, aber was Magazine wie der SPIEGEL machen, ist eben keine seriöse Kritik, sondern das Betreiben einer antiamerikanische Agenda, die die Realität immer mit den eigenen Wunschvorstellung vergleicht und begeistert ist, wenn diese sich scheinbar annähern.

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Freitag, Dezember 01, 2006

Kinder Not Hilfe


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Im Moment können überall in Berlin und Potsdam Plakate bestaunt werden, die mit so geheimnisvollen Informationen wie: Moment bitte, Sie haben sich mit Schulbüchern eingecremt oder Entschuldigung, Sie haben da einen Brunnen am Ohr hängen oder Verzeihung, Ihr Sparschwein hat gerade eine Krankenschwester veschluckt aufwarten.

Dabei handelt es sich um eine Kampagne der Kinder Not Hilfe. Die Aussage ist klar: Wenn du schon den Luxus nicht aus deinem Leben verbannen willst, so schäme dich wenigstens dafür. Habe ein schlechtes Gewissen, solltest du dir mal was gönnen, was nicht unmittelbar Lebensnotwendig ist und denke beim Sparen bitte daran, dass jeder Euro, den du in deiner hedonistischen Habsucht zurück legst, für ein kleines Kind im Kongo das Todesurteil bedeutet. .

Was die Kinder Not Hilfe dazu bringt, auf diese Weise Druck auf potentielle Spender auszuüben, erschließt sich mir nicht. Außerdem greift diese Kampagne an der falsche Stelle an. Denn, schlimm ist doch nicht, dass ich als Europäer Luxusartikel erstehen kann, schlimm ist, dass dies eben nicht jeder kann.

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Mir von einer Hilfsorganisation aber vorwerfen lassen zu müssen, dass ich verantwortungslos handle, nur weil ich mich nicht dafür schäme zu konsumieren, sehe ich nicht so recht ein. Ich bin darum ernsthaft am überlegen, ob ich nach fünf Jahren meinen Dauerauftrag für die Kinder Not Hilfe beende und mich nach anderen Organisationen umsehe, die es nicht als Sünde betrachten, dass man in Deutschland zum Glück einen Lebensstandard hat, der es einem erlaubt, abends ins Kino zu gehen, anstatt hungernd in einer Hütte zu liegen.

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Link-Hinweis

Seit einigen Tagen gibt es übrigens ein Blog, das sich folgendermaßen der Leserschaft vorstellte:
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Will man sich im Netz über schwule Themen informieren, scheint einfach alles vertreten: Parteien aller Art einschließlich Extremisten von rechts bis links, Monarchisten, Hanfanhänger, Papstgegner und -fans, Gewerkschaften und Antimilitaristen, Fans der terroristischen Volksrepublik Nordkorea usw. Nur eins fehlt: Eine liberale Stimme.
Here we are! Ab sofort findet Ihr hier Beiträge von schwulen Liberalen, liberalen Schwulen, Freunden von Freiheit, Demokratie und Marktwirtschaft. Genug der Worte. Los gehts!
Wir freuen uns über eingesandte Beiträge und behalten uns die Veröffentlichung vor. Kommentare sind erwünscht und werden, so grundlegende Höflichkeitsregeln eingehalten werden, freigeschaltet.

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Hier der Link: http://gaywest.wordpress.com/

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