Donnerstag, Dezember 21, 2006

Heine zum Abgewöhnen


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Bisher dachte ich, dass man eigentlich mit dem Verschenken von Heine Werken nie etwas falsch machen kann…bisher kannte ich aber auch nicht das Hörbuch Heinrich Heine Buch der Lieder vom hörmedia audioverlag .
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Es ist eine Qual sich anzuhören, wie es den Sprechern virtuos gelingt, ein Gedicht nach dem anderen seiner Originalität zu berauben. Sicherlich werden die beiden Vortragenden in der Schule immer Klassenbeste im Vorlesen gewesen sein, aber dieses Talent qualifiziert einen vielleicht dazu, im Telekom-Callcenter Anrufe entgegen zu nehmen oder für die Süddeutsche Zeitung potentielle Abonnementen zu werben, doch längst nicht dazu, literarische Texte angemessen vorzutragen.
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Man merkt bei jedem einzelnen Gedicht, dass die Beiden zwar die Worte erkennen, aber sich nicht mit dem Inhalt identifizieren können. Wenn man direkt danach zum Beispiel Martin Helds Heine-Lesungen anhört, wird der Kontrast noch extremer.Wer Heine noch nie leiden konnte, der sollte sich mit diesem Hörbuch eindecken und es in seinem Bekanntenkreis verteilen.

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3 Comments:

At 21 Dezember, 2006 14:51, Anonymous Anonym said...

Noch schlimmer ist indes das sog. "Rilke-Projekt". Es ist der widerwärtige Versuch der Kitschindustrie, die musikalische Sprache Rilkes mit trivialer Popmusik und billigen Klangeffekten zu untermalen, um dem breiten Publikum schmackhaft zu machen. Gruß,
Hans Hamburg

 
At 21 Dezember, 2006 15:58, Blogger Fuchsbau said...

ist das auch ein projekt vom audioverlag?

 
At 23 Dezember, 2006 14:49, Anonymous Anonym said...

Hallo, ich glaube, es ist nicht der "Audioverlag". Die CDs sind u.a. bei "Random House" erschienen. Du kannst es bei amazon finden und die unschönen Hörbeispiele anklicken:)
Hans Hamburg

 

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