Sonntag, Dezember 17, 2006

Köpft ihn endlich!


.
Vor wenigen Wochen entging Mohammed nur aufgrund einer Spielplanänderung an der Deutschen Oper seiner Enthauptung. Diese Entscheidung der Intendantin Kirsten Harms war nicht so leicht nachvollziehbar. Irgendwie handelte es sich dabei um eine Art präventive Kapitulation vor einer hypothetisch vorausgesetzten gewalttätigen Reaktion von eventuellen gekränkten Islamisten. Nun haben wir Mitte Dezember, Kisten Harms leitet die Deutsche Oper noch immer, auch die Islamisten sind weiterhin da, aber plötzlich wollen nun doch alle Mohammeds Kopf rollen sehen. Sogar so sehr, dass der übereifrige Schäuble, der einige muslimische Teilnehmer der Islamkonferenz etwas zu aufdringlich davon überzeugen wollte, dass sie unbedingt der Hinrichtung ihres Propheten beiwohnen sollten, von ihnen über eine Grundlage der Meinungs-, und Kunstfreiheit belehrt werden musste: Kunstfreiheit bedeutet auch, sich gegen einen Opernbesuch aussprechen zu können!
.
Am Montag schreitet man nun also zur Tat und alle sind sie dabei. Der Kulturstaatsminister Bernd Neumann, der Berliner Innensenator Ehrhart Körting, die Integrationssenatorin Heid Knake-Werner, der so bemühte Wolfgang Schäuble und Klaus Wowereit. Auch die Grünen haben sich drei Plätze gesichert, für Renate Künast, Katrin Göring-Eckhardt und Volker Beck.
.
Die Atmosphäre vor diesem nun von ganz hoher Stelle geforderten Enthauptungs-Eklat, hat sowohl etwas Peinliches, als auch Rührendes an sich. Peinlich, weil die Kunstfreiheit nun schon zum zweiten Mal vorgeführt wird. Zuerst wurde sie von Harms ohne Not verraten und nun wird sie von politischen Interessen vereinnahmt. Rührend, weil mit heiligem Ernst eine recht öde Oper mit so viel Bedeutung aufgeladen wird, dass man meinen könnte, an ihr würde sich die Integrationsfrage entscheiden.
.
Ein großes Sicherheitsaufgebot wird übrigens für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sorgen. Niemand, nicht mal ein gekränkter Islamist, soll die Vollstreckung der Todesstrafe nun noch verhindern können. Mohammed muss sterben, damit die Ehre der deutschen Kulturlandschaft wieder hergestellt ist. Und man kann sich bildlich vorstellen, wie die Herren und Damen Politiker und Integrationsexperten begeistert aufspringen werden, nachdem der Prophetenkopf endlich abgetrennt ist. Es wird „Zugabe, Zugabe“- Rufe geben, minutenlangen Beifall und beim Sekt danach werden sich Klaus Wowereit und Renate Künast zuprosten: „Es geht doch!“

Labels: , , ,

2 Comments:

At 17 Dezember, 2006 07:43, Anonymous Hamstar said...

Ob die Freiheit der Kunst überhaupt einen Wert darstellt, darf bezweifelt werden. Hinter der Fassade der Kunstfreiheit wird bekanntlich Pornographisches präsentiert, Geld verdient und Politik gemacht. (Nichts gegen Porno, Business und Politik! ;)

 
At 17 Dezember, 2006 23:29, Anonymous Anonym said...

Erinnert mich an den Untertitel des Filmes, den ich gerade schaue: Sleepy Hollow - Es werden Köpfe rollen! Und beides gehört zum gleichen Genre: Gruselkomödie.

Gruß,

Johannes

 

Kommentar veröffentlichen

<< Home