Mittwoch, Februar 28, 2007

Irans Atomanlagen zerstören



Im Moment geistern Meldungen durch die Medien, die von einem kurz bevorstehenden Angriff Israels oder der USA auf den Iran berichten. Ich lasse nun mal außen vor, dass dabei der falsche Eindruck entsteht, das iranische Mullah Regime wäre das Opfer unprovozierter Drohungen, und fasse meine Meinung in dem einen Satz zusammen: Hoffentlich stimmen diese Pressemeldungen!

Es gibt doch im Prinzip nur zwei Optionen. Entweder, man akzeptiert, dass Ahmadinedschad die Atomwaffe baut, oder man akzeptiert es nicht. Wenn man ihm das Recht auf diese Waffe zugesteht, ist es unmoralisch, den Iran weiter durch Pseudo-Sanktionen und halbherzige Boykottdrohungen zu belästigen. Stattdessen sollte den Mullahs die Atomwaffe freiwillig geliefert werden, dann wäre alles in Ordnung. Zumindest solange, bis der Atompilz über Tel Aviv aufsteigt. Wenn man es allerdings nicht akzeptieren will, dass ein Land, das von widerlichen Verbrechern regiert wird, die nicht nur die eigene Bevölkerung drangsalieren, unterdrücken und ermorden, sondern auch den Terror im Irak aktiv fördern, in den Besitz einer solche Waffe kommt, muss man wohl realistischerweise davon ausgehen, dass an einem Militärschlag kein Weg vorbei führt.

Ahmadinedschad gibt freimütig zu, was er mit der Atombombe machen würde, Ahmadinedschad hat im letzten Sommer einen Krieg gegen Israel geführt und Ahmadinedschad ist ein fanatischer Judenhasser. Es wäre nicht zu bedauern, wenn - neben dem Atomprogramm - auch er das hoffentlich kommende Bombardement nicht überstehen würde.

Ich finde, dass Militäreinsätze immer nur das letzte Mittel sein dürfen und darum nicht leichtfertig anzuordnen sind. Aber wie gesagt, sie sind das letzte Mittel und nicht kein (!) Mittel. Das Mullah-Regime lässt keinen Zweifel daran, dass es an der Entwicklung der Bombe weitermachen wird und jede diplomatische Offensive prallt an ihm ab. Es ist nur an Verhandlungen interessiert, um Zeit herauszuschlagen. Es wäre ein großer Fehler, dem tatenlos zuzusehen. Ein Gottesstaat, der eine apokalyptische Politik betreibt, darf nicht in den Besitz von Atomwaffen kommen. Ein erfolgreicher Militärschlag – von wem auch immer ausgeführt – könnte dies verhindern. Genauer: Wenn überhaupt, sind es scharfe Raketen und Bomben, die den Traum der Fanatiker in Teheran zerstören könnten, und keine schwachbrüstigen Sanktionen!

Labels:

Dienstag, Februar 27, 2007

Entdecke deine Stadt - Marzahn in Bildern

Nicht selten hört man von Leuten, die seit Jahrzehnten in Berlin wohnen, und doch außer dem eigenen Bezirk nichts von der Stadt gesehen haben. Mir soll das nicht passieren, darum ging es heut auf Entdeckungsreise. Marzahn war das Ziel, ein Stadtteil, der für seine blühende Plattenbau-Kultur berühmt ist. Es folgen einige Impressionen.
.
Die linke Fahne hängt seit dem WM-Sommer da, die andere seit 89, aus Trotz und Widerstand.
.

Den Reaktionen nach zu Urteilen, war ich wohl der erste, der an diesem Ort ein Erinnerungsfoto haben wollte. Oder die Eingeborenen gucken einfach immer skeptisch bis missmutig auf die, die sie nicht schon seit Jahrzehnten kennen.
.
In Marzahn ist die Welt noch in Ordnung. Da ist der Fahrlehrer ein Freund, die Metzgerin ist ein Original und der sich selber "Textil-Diskont" nennende 1 Euro-Shops kik verkauft einen Globus, auf dem es nur einen Staat Palästina gibt.
.

Klimaschock! Die einst so stolze Spree ist zu einem Rinnsal geworden. Gore, hilf!

.

Links sehen wir einen Nazi in freier Wildbahn.

Atemberaubender Sonneuntergang hinter Wolkendecke.

Labels: ,

Montag, Februar 26, 2007

Klare Sache

Wenn man einem Terroristen wie Christina Klar irgendetwas zugute halten kann, dann wohl, dass er gerade ein grandioses Plädoyer für die Ablehung seines Gnadengesuchs geliefert hat.

Labels: ,

Samstag, Februar 24, 2007

Seniorenwahn auf SpiegelOnline



Am Sonntag steht wieder die Oscarverleihung an. Rund um dieses Großereignis kann in deutschen Zeitungen traditionell gelesen werden, dass Hollywood nicht mehr ist, was es mal war, dass es mittlerweile doch viel zu unpolitisch zu gehe und einem Jugendwahn gehuldigt wird, der aufs Schärfste zu kritisieren ist.
.
Was Hollywood je anderes gewesen sein soll, als der Ort, an dem die besten Filme gedreht werden, verraten diese Nostalgiger zwar nicht, aber man kann vermuten, dass ihre Beschwerden nur eine Metapher für in Verachtung umgeschlagenen Neid auf die Erfolgsgeschichte Hollywood ist. Auch die Kritik am unpolitischen Hollywood ist so ein sonderbarer Vorwurf. Alles, was über die Zurechnungsfähigkeit der meisten "politischen" Schauspieler zu sagen ist, wird hier gesagt. Man sollte Sean Penn und Jane Fonda lieber dazu ermutigen, weiterhin gute Filme zu drehen, anstatt sich auf Bühnen zu bewegen, für die sie tatsächlich kein Talent mitbringen. Und selbst wenn Hollywood dann doch einmal so wäre, wie es früher schon nie war, und Michael Moore die Oscars moderieren dürfte, gäbe es noch immer ein letztes unverzeihliches Verbrechen, dem sich die Filmstadt schuldig macht: Jugendwahn.

SpiegelOnline schießt sich gerade warm für die Berichterstattung rund um den roten Teppich und beginnt mit eben diesem Vorwurf. Da wird von der Vorliebe für "blutjunge Leinwandprinzessinen" geschrieben, was wohl nicht nur moralisch verwerflich sein soll, sondern irgendwie auch unseriös. Und wie wunderbar sich als Kritik verkleidetes Ressentiment gegen die Realität behaupten kann, wird an der Tatsache deutlich, dass in diesem Jahr nicht weniger als drei nicht mehr ganz so blutjunge Leinwandprinzessinen für den Oscar nominiert sind. Anstatt zu stutzen, durchschaut der Spiegel dieses falsche Spiel aber problemlos und weiß:

Hollywood feiert genaugenommen nur seine schon als Naturgesetz behauptete Altersbeschränkung und seine eigene Lust an alten Drachen, Hexen und "bösen" Königinnen. Mit dem britischen Kino zusammengenommen sind es eben in diesem Jahrgang gleich drei Märchenreiche, denen alte Weiber vorstehen. Und ihre gnädige Beachtung vom Nabel der Welt aus hat neben allen selbstbezogenen Eitelkeiten durchaus etwas Folkloristisches.


Wer diese Begründung jetzt nicht versteht, ist selber schuld! Am Ende wird auch noch mal klar, an wem sich Hollywood/Amerikaner bitte schön ein Beispiel nehmen sollte. Genau, an dem aufgeklärten Europa/Deutschland. Umso interessanter und für die Amerikaner sicher auch exotischer kommt daher vielleicht die dritte Nominierung für eine Frau im besten Alter daher, heißt es im Artikel. Und da hat der Text auch Recht. In einem Land nämlich, indem die aussterbenden Deutschen nur dann die Titelseiten räumen müssen, wenn der ganze Planet auflagensteigernd zu Grabe getragen wird, ist es natürlich nicht exotisch, ältere Schauspielerinnen zu sehen. Schon allein aus Mangel an blutjungen.

Die Autorin des Spiegel-Textes könnte sich nun aber auch überlegen, ob ihre Kritik nicht völlig sinnfrei ist. Immerhin wird ja niemand gezwungen, sich Filme anzugucken, wo das Durchschnittsalter der Protagonisten unter fünfundfünfzig liegt. Außerdem verfolgt Hollywood keine Anti-Senioren Politik, weil Hollywood schlicht keine Politik macht (und wenn man das mal begreifen könnte, würde das Wehklagen über die Entpolitisierung der Oscarsveranstaltung auch endlich verstummen). Hollywood dreht Filme und diese orientieren sich an dem, was das Publikum sehen will. Wenn der Kinobesucher nun mal lieber einen Actionfilm sehen möchte, als einen Film über die Probleme des Älterwerdens, wäre jede Art von Filmindustrie (die nicht subventioniert ist) verantwortungslos, sich nicht daran zu orientieren. Der Konsument entscheidet, was geliefert wird. Hollywood ist kein homogenes Gebilde mit einer Agenda, sondern ein Sammelsurium von verschiedenen konkurierenden Unternehmen, die sich auf dem freien Markt zu behaupten versuchen. Der Kinobesucher entscheidet, wie alt die Filmgesichter zu sein haben, und es spricht nicht für den Spiegel, diese simple Regel noch immer nicht begriffen zu haben.
.

Labels:

Freitag, Februar 23, 2007

Wiener Geschichten


Kann man noch tiefer sinken, als sich zum "Oberrabbiner" einer nicht existenten Gemeinde zu ernennen und Holocaustleugner zu küssen? Ja! Man kann sich zum "Oberrabbiner" einer nicht existenten Gemeinde ernennen, Holocaustleugner küssen und kein Hebräisch können! Mehr dazu hier.


Meine Meinung: Ich finde, dass Friedman eine jämmerliche Person ist und mit mir finden dies auch die Mitglieder meiner Gemeinde.

Gideon Böss
Oberrabbiner von Berlin-Mitte

Labels:

Mittwoch, Februar 21, 2007

Wissenswertes aus dem WWW

So sieht übrigens die Homepage von Menschen aus, die sehr reich sind!

Labels:

Dienstag, Februar 20, 2007

Fußball und Schlesien


.
Auf was sind Deutsche Stolz, was vermissen Deutsche mit Blick auf die Europakarte und welches Verhältnis haben Deutsche zu ihrer Geschichte; Spiegel Spezial Geschichte hat es in einer Umfrage zu ergründen versucht.

Für 7 Prozent ist demnach ein Fußballturnier das historische Ereignis, auf das man mit besonders viel Stolz blickt, wenn über die deutsche Geschichte nachgedacht wird. Womit die WM2006 es immerhin auf Platz vier in der Rangliste schafft. Auf Platz eins steht die Wiedervereinigung (28%), gefolgt vom Wirtschaftswunder (12%) und - knapp vor Klinsmann - der Gründung der BRD mitsamt demokratischer Grundordnung (9%).

Wenn tatsächlich nur jeder zehnte besonders viel von der liberalen Demokratie hält, ist das nicht wirklich beruhigend. Interessant auch, dass keines der ersten drei Ereignisse ohne die massive Unterstützung der USA hätte geschehen können und es in Deutschland dennoch einen ausgeprägten Antiamerikanismus gibt. Dankbarkeit gehört ganz offenbar nicht zu den Primärtugenden, die einen echten Deutschen auszeichnen.

Jeder vierte betrachtet außerdem Schlesien und Ostpreußen als deutsch (leider wurde nicht erfragt, wieviel Prozent dieser Leute auch geografisch zuordnen können, wo sich besagte Territorien befinden - "Ostgebiete" reicht da nicht als Antwort.) und die gleiche Menge Großdeutscher findet es nicht gut, dass die BRD für immer auf Ansprüche dahingehend verzichtet hat.

Knapp die Hälfe (47%), betrachtet die deutsche Geschichte eher mit positiven Gefühlen , 36% sehen sie eher negativ und für 14% gleichen sich positive und negative Aspekte aus.

Man kann nur hoffen, dass diese Umfrage nicht zu repräsentativ ist, denn einem Volk, das sein Selbstbewusstsein aus einem Fußballturnier zieht und weiterhin mit Lebensraum im Osten liebäugelt, ist nicht zu trauen.

Labels:

Neues aus der Welt der Webcomics


.
Über das Webcomic Selektive Erinnerung habe ich hier schon mehrmals geschrieben. Jetzt ist es umgezogen und präsentiert sich auf einer eigenen Homepage. Jeder, der sich mal im neuen Zuhause umsehen will, kann dies gerne auf diesem Wege tun. Und für die ganz Bequemen gibt es nun sogar einen Newsletter. Wer den abonniert, bekommt die weiterhin zweimal wöchentlich erscheinendne Strips direkt zugeschickt.

Labels:

Montag, Februar 19, 2007

Jeder hat das Recht, beleidigt zu sein



Da ist Aiman Mazyek beleidigt, der Generalsekretär des Zentralrat der Muslime in Deutschland. (Ein Verein übrigens, dessen Mitgliederbestand nur knapp die Anzahl der im imposanten Vereinsnamern auftauchenden Worte übertrifft - 20.000 der circa 3.5 Millionen Moslems sind in ihm organisiert.)




Da sind alte und junge Nazis beleidigt.




Und wenn ich den Typen hier rechts im Bild sehe, bin ich beleidigt.

Labels:

Big Brother für Antisemiten

Für alle, die bisher Probleme damit hatten, die Zeit zwischen der letzten anti-israelischen Demo und der nächsten freitäglich Hasspredigt sinnvoll zu nutzen, gibt es nun standesgemäße Zerstreuung. Die israelische Altertumsbehörde bietet seit neustem eine Art Big Brother für Antisemiten an. Rund um die Uhr kann jetzt jeder der Leidenschaft frönen, die Juden beim schänden, sprengen oder entweihen des Tempelberges zu beobachten oder zumindest bei dem, was Fanatiker dafür halten. Faszinierend!

Labels: ,

Sonntag, Februar 18, 2007

Ein Herz für RAF-Terroristen



Die Emotionen kochen hoch, wenn es um die Frage geht, ob RAF Terroristen vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen werden sollen oder nicht. Wenn es nach mir ginge, sollten die da solange drinnen bleiben, wie es laut Richterspruch auch vorgesehen war, aber Claus Peymann sieht das etwas anders. Nicht nur betrachtet er es als einen Akt der Nächstenliebe, Christian Klar einen Job am Berliner Ensemble zu besorgen, nein, er findet es auch unter den Würde eines verdienten Terroristen, sich vom, wie es so schön vielsagend heißt, "bewaffneten" Kampf zu distanzieren. Seine ganze Abscheu bringt er in dem Satz unter: "Soll Klar dem Bundespräsidenten die Stiefel lecken?" Ja, dass hätte das Schweinesystem wohl gerne! Und dann folgt mit dem Hinweis "Das schönste Wort, das die Macht kennt, ist Gnade.", gleich die nächste sinnfreie Aussage. Denn das große Privileg einer liberalen Demokratie ist es, auf die Gnade, diesen Willkürakt, grundsätzlich verzichten zu können. Drei Jahrzehnte nach dem Terrorherbst bleibt scheinbar nicht viel mehr, als ein Intendant, der verhindern will, dass ein Mensch "nach über 20jähriger Haft" endgültig gebrochen wird; weswegen er ihn liebend gerne zum Bühnentechniker machen würde. Na ja, jeder sucht sich seine Freunde eben selbst aus.

Labels: ,

Donnerstag, Februar 15, 2007

Keine Tabus beim verbieten!

Die einen fordern ein Verbot von Killerspielen – Definition bitte -, die anderen kämpfen für ein Verbot von gewaltverherrlichenden Filmen – Definition bitte - und dritte setzen sich für ein Verbot von Killerspielen und gewaltverherrlichenden Filmen ein. Der Grund: Kinder und Jugendliche müssen geschützt werden. Weil es aber nicht gelingen kann, die Jüngeren von der Welt abzuschneiden, kann die Konsequenz daraus nur lauten: Kinder verbieten!

Labels:

Mittwoch, Februar 14, 2007

I love this guy!


.
Ein echt cooles Video! Aufmerksam darauf machte mich das hier.

Labels:

Sterben kostet nichts - das war einmal!

Seit es das Internet gibt, kann sich jeder über die ihm verbleibende Lebenszeit informieren und weiß danach, dass er sich den 11.Mai 2023, den 02.Dezember 2065 oder den 28.August 2045 merken sollte. Diese Tests sind nicht nur hoch seriös, sondern obendrein auch kostenlos. Problematisch wird es nur, wenn talentierte Betrüger versuchen, aus dieser Frage Profit zu schlagen. Dann wird es nämlich hoch unseriös und obendrein auch teuer. Gerade eben sprang mir penetrant eine solche Werbung entgegen.

.

.

Ein Sterbetestexperte, der, wie mir scheint Migrationshintergrund aufweißt, und seine Sterbetestexpertenassistentin, der ich eine ähnliche Biografie zugestehen würde, blicken besorgt auf...irgendetwas. Es kann eine billige Schülertafel sein, ein Foto des letzten Urlaubs oder die fünfte Mahnung, doch bitte die Miete zu zahlen. In Anbetracht der Tatsache, dass die beiden im Folgenden versuchen werden, mir mein Geld aus der Tasche zu ziehen, dürfte die letzte Option an wahrscheinlichsten sein. Wobei ihnen hoch angerechnet werden muss, dass sie ihre Geldnot nicht durch einen simplen Banküberfall zu lindern versuchen! Stattdessen kaufen sie im nächsten Faschingsladen weiße Kittel und Stethoskope, verkleiden sich als "Ärzte", stellen den Fotoapparat auf Selbstauslöser und betrachten dann die horrende Mahnung. Der ernste Gesichtsausdruck kommt dann von ganz alleine.

.

.
Als nächstes muss eine Homepage gebastelt werden und weil die Sterbetest-Industrie doch ein wenig unter dem Image leidet, nicht ganz für voll genommen zu werden, wird ein Button drauf geklatscht, der besagt: "Anhand statistischer Daten getestet!" Wer kann da noch Zweifeln? Wie, du glaubst nicht, dass dein Sterbetag errechnet werden kann? Darf ich dich darauf hinweisen, dass es hier um Statistik geht, die getestet ist, anhand von Daten, und ja, ich finde nicht, dass dieser Qualitätsbutton irgendwie völlig sinnfrei ist!
.

.
Der letzte Schritt, den ich gehen muss, um den beiden bei der Begleichung ihrer Mietschulden zu helfen, ist, einmalig 59,90 Euro zu zahlen. Dafür erfahre ich aber auch in Echtzeit, welche Überlebenschancen mir von Leuten gegeben wird, die sich mit der Zukunft besser auskennen als mit der deutschen Sprache und darum erklären: Durch Ausfüllen und Absenden des Anmeldeformulars nehmen Sie die Möglichkeit Lebensprognose Test zu machen.

Wenn man bedenkt, wie viele Menschen auf Fernsehwahrsager hereinfallen, die auf Sendern agieren, die, wenn sie Menschen wären, die Kriminalitätsstatikstik in die Höhe treiben würden, muss man davon ausgehen, dass die Masche der beiden ziehen wird. Die Kombination aus Arztkluft, zwei verschiedenfarbigen Stethoskopen UND einem Button, der für Seriösität steht, ist eine unwiederstehliche Kombination. Da lob ich mir doch weiterhin die Astrologenrunde, die ich vor einiger Zeit im TV sah, und in der ein Dreamteam des Hokuspokus zur Verfügung stand. Besonders gut hatte mir gefallen, als der Moderator die Expertin für Fragen rund ums Geld vorstellte: "Ruth kann ihnen helfen, ihre finanziellen Probleme in den Griff zu bekommen, sie hat heute ihre Glaskugel dabei und die Kaballakarten."

Ruth, Geld, Kaballa, okay, schon kapiert und ich würd jetzt gerne über das Problem "Antisemitische Klischees und Esoterik sprechen!" Nein, nicht mir Ruth und auch nicht mit dem Mann mit den wirren Augen, der bloß nicht auf die Idee kommen soll, Kontakt zu meine Vorfahren aufzunehmen. Ich dachte da eher an den Chef des Senders, ach, der posiert gerade mit seiner Schwester für sein neustes Internet-Projekt, im Arztkittel, okay, dann ruf ich später noch mal an oder auch nicht.

Labels: ,

Dienstag, Februar 13, 2007

Zitat für das Berliner Fenster?

Ich gebe zu, je älter man wird, desto ruhiger lässt man sein Leben angehen. Ich bin jetzt keine Schwuchtel geworden, aber man setzt eben Prioritäten

Bushido, Idiot aus Berlin

Labels:

Extrem Liedermaching Liebeslieder


.

Ein wirklich lustiges und schönes Liebeslied hat sich Götz Widmann ausgedacht. Er war Teil des ebenso wortwitzigen, wie originellen Liedermachersduos Joint Venture, das eigentlich eine viel grrößere Bekanntheit verdient hätte.




DIE ZWEI TRAUEBEN


Es hingen einst zwei Trauben, wie die Turteltauben

ungestört an einem Strang, ihr ganzes Sommerleben lang

abends, wenn die Grillen sangen, packte die beiden ein Verlangen,

das es bei Trauben sonst nicht gibt. Sie waren unsterblich verliebt.


Er war ein dunkler warmer Typ, das hatte sie an ihm so lieb.

Zur Nachtigallensymphonie sang er ganz leis allein für sie

0 du meine schöne Traube, glaub mir, dass ich an dich nur glaube.

Du meine wunderschöne Braut mit deiner zarten glatten Haut.


Mein Leben tauscht ich dafür ein, nur einmal eins mit dir zu sein.

Mein Leben tauscht ich dafür ein, nur einmal eins mit dir zu sein.


Sie sprach, ach ja, das wär so schön, nur wird es leider nie geschehn,

anders als Menschen oder Affen sind wir nicht dafür geschaffen.

Du bist nirgends lang und spitz und ich hab nirgendwo nen Schlitz.

Gott wollte uns das nicht erlauben darum schuf ' er uns als Trauben.


Vielleicht ham wir in nem andern Leben uns uns in Sünde hingegeben

ohne sein heilges Wort zu achten und müssen hier jetzt dafür schmachten.

Wir wollten einst nicht an ihn glauben, darum sind wir jetzt nur Trauben.

Wenigstens darf ich dich berührn und dich ganz nah bei mir spürn.


Mein Leben tauscht ich dafür ein, nur einmal eins mit dir zu sein.

Mein Leben tauscht ich dafür ein, nur einmal eins mit dir zu sein.


Da kam ein junger Bauersmann, hat lustlos seinen Job getan

alle Trauben abgerissen und in seinen Korb geschmissen.

Unsre beiden zarten Süßen zerplatzten unter seinen Füßen

um doch dann ganz kurz zu genießen sich ineinander zu ergießen.


Das Glück, in dem sie sich verloren ist dann in einem Fass vergoren.

lmmerhin, die beiden starben. indem sie sich einander gaben.

Und ich sitz hier heut nacht allein und trinke meinen roten Wein

denk an die Trauben, an uns zwei und sing ganz leis mein Lied dabei.


Mein Leben tauscht ich dafür ein, nur einmal eins mit dir zu sein.

Mein Leben tauscht ich dafür ein, nur einmal eins mit dir zu sein.

Labels:

Montag, Februar 12, 2007

Warum ist dieser Kerl eigentlich im TV?



Ich hatte mich ziemlich gefreut, als vor einigen Monaten bekannt wurde, dass Mike Krüger nicht mehr auf RTL oder Sat.1 oder wo auch immer er einem talentierteren Kollegen den Sendeplatz versperrte, auftreten durfte. Immerhin gehört dieser Kaputte zu den widerlichsten Gestalten der deutschen "Humorkultur". Nach und nach wird jetzt aber klar, dass es auch für solche talentfreien Leute, die ihr Geld durch das frisch halten von uralten rassistischen Sprüchen verdienen, immer noch eine Art Rückversicherung gibt. Egal was passiert, Kabel 1 hat noch für jeden, der keine zwei Sätze sagen kann, ohne einen Polen oder Blondinenwitz zu erzählen, eine Show in der Hinterhand.


Dieser Sender, der seine Daseinberechtigung eh ausschließlich aus der Ausstrahlung von King of Queens bezieht, ist so etwas, wie das Sicherheitsnetz für all das, was niemals im Fernsehen hätte auftreten dürfen. Ingolf Lück darf da Späße machen, ein irrer Taxifahrer darf Mitfahrende ängstigen und nun ist also auch Mike Krüger zu ihnen gestoßen. Er, ein Mann, der ausgewiesenermaßen nicht ganz so schlagfertig wie eine kürzlich verstorbene Flunder ist, sitzt nun in einem Studio und gibt über ein Headset Prominenten lustige Sprüche durch, die der jeweiligen Szene angemessen erscheinen. Ein Beispiel: Mann steht in Geschäft, Vase kippt um, Mike Krüger flüstert irgendwas in Richtung von: Oh je, die war 7000 Jahre alt!


Was lernen wir daraus? 1.) Es ist nicht witzig. 2.) Mike Krügers Gedächtnis ist in der Lage, witzlose Witze über Jahrzehnte nicht nur nicht zu vergessen, sondern auch zu verdrängen, das gilt: Siehe 1.


Warum dürfen Leute, die ihre größten Lacher auf Klassenfahrten ernteten, weil sie die besten Minderheitenwitze kannten, überhaupt irgendwo Auftreten, wo nicht rechts oben im Bild das Logo des Offenen Kanals blinkt? Es ist nur Konsequent, dass Mike Krüger auch während der Fußball-WM in einer ZDF Kabarettrunde sitzen durfte, wo er sich mit mehreren anderen - nicht weniger ekeligen Typen - darum bemühte, möglichst primitive Klischees über das jeweils thematisierte Gastland auszuplaudern. Und natürlich war er da unschlagbar, denn wenn der lustige Mike was kann, dann an der Grenze zwischen Ressentiment und plumpen Rassismus seine Lacher ernten.


Hier geht es übrigens zu meinem damaligen Artikel: Nachgetreten.

Labels: ,

Anerkennungsexperten

"Palästinenserchef Mahmud Abbas hat Israel aufgefordert, das Abkommen von Mekka anzuerkennen. Es handele sich um eine vollendete Tatsache, mit der sich die Israelis auseinander setzen müssten."

Und was das zügige Anerkennen vollendeterTatsachen angeht, macht den Palästinensern ja so schnell keiner was vor.

Labels: , ,

Sonntag, Februar 11, 2007

Faszination Fußball


.

Was ist es eigentlich, was die Leute so daran reizt, als Fußballfan ins Stadion zu pilgern? Ist es die wunderbar aggressiv aufgeladene Atmosphäre, die Möglichkeit, mal so richtig schön rassistisch sein zu dürfen oder doch die Hoffnung, nach dem Spiel andere Menschen bestenfalls totzuschlagen? Freundlich und gelöst ist die Stimmung definitiv nicht, und wer anderes behauptet, erkläre mir bitte mal, warum jedes Bundesligaspiel von einem Großaufgebot der Polizei “betreut“ werden muss. Da sind mir die amerikanischen Sportarten wie Baseball oder Football echt lieber, da kommt es nicht zu solchen Krawallen und ein Besuch in der Arena kann tatsächlich als Familienausflug geplant werden.

Labels: , ,

Samstag, Februar 10, 2007

Es gibt gute Gründe, keine GEZ-Gebühren zu zahlen!



Endlich ist wieder Karneval, und endlich dürfen wieder so geniale Kunstfiguren wie der Professor Doktor Gefassel (!) in die Bütt steigen, und ihre Witze machen und endlich darf auch wieder spontan über diese gelacht werden - also nachdem der Befehl dazu gegeben wurde, versteht sich. Ja, so locker geht es zu, wenn Leute feiern, die im Kalender notiert haben: „Heute Abend wird gefeiert! Morgen wieder ernst sein.“ Es ist jedes Jahr aufs Neue eine Qual, und der Anblick der selig schunkelnden Matrosen, Feen und Clowns macht es einem auch nicht leichter, sich im Ausland als Deutscher zu outen. Die Angst, in Brasilien oder Marokko auf die letzte ZDF-Prunksitzung angesprochen zu werden, ist ein immer wiederkehrender Alptraum.


Gestern lief auf irgendeinem dritten Programm eine Art Faschings-Castingshow. Statt Jugendlicher, die ihr angeknackstes Selbstwertgefühl von Bohlen noch etwas mehr in Schieflagen gebracht haben wollen, traten da Frohnaturen auf, die ihre närrischen Lieder zum Besten gaben. Einzelne Spaßvögel, originelle Duos oder unwiderstehliche Truppen von halbnackten und nur noch halbfrischen Frauen, trällerten mal mehr mal weniger aggressiv ihre spaßigen Botschaften heraus. Diese ähnelten sich nicht selten, entweder ging’s ums saufen oder um die schönste Stadt der Welt, die Düsseldorfkölnmainz heißt oder es ging ums saufen oder ums saufen. Großartige Reime wie „Ei, ei, ei, was war zuerst, das Huhn oder das Ei!“ ließen die Jury schier ausflippen. Der Gewinner darf jetzt auf irgendeiner Veranstaltung mit dem Publikum gröllen: „Ei, ei, ei!“ Das heißt, natürlich nur, wenn die Vereinsführung dem Antrag stattgibt, und diese Ausgelassenheit genehmigt wird.

Labels: ,

Jetzt jede Woche am Kiosk

Giorgio Armani. Louis Vuitton, Boss, Prada, Gucci, Chanel, Dior, Willkommen bei Vanity Fair. Es dauert dreizehn Seiten. ehe in der erste deutschsprachigen Ausgabe das Editorial folgt. Mir gefällt zwar die Mischung aus wichtigem und trivialen, aber von der ein oder anderen Story hatte ich mich dennoch mehr erhofft. Vor allen Michel Friedmans Gespräch mit NPD-Funktionären entpuppte sich als langweilig. Die Nazis haben ein Problem damit, gewisse deutsche Verbrechen zu akzeptieren, wollen durch Jugendarbeit Einfluss gewinnen und sehen Juden und Türken nicht als Deutsche „im Sinne der Volkszugehörigkeit“. Nicht wirklich neu. Gut gefallen hat mir dagegen auf Seite 287 ein Bild von Kylie Minogue. Sie serviert in einem Playboy-Bunny Kostüm Sekt, und betitelt ist das ganze mit: Auf dem Foto von Kat Jebb ist Kylie würdevoll und sexy. Sollte diese Zeitschrift zukünftig nicht wesentlich teuerer werden, momentan 1 Euro, kann man sie sich ruhig kaufen.

Labels: ,

Freitag, Februar 09, 2007

Integration von Moslems



Es wird ja so viel über die Integration von Moslems gesprochen, in Zeitungen, Fernsehen und im Radio. Dabei tauchen immer wieder Argumente auf, die keine sind, und darum auch nicht vorgebracht werden sollten. Etwa folgende drei.


1.)„Die Situation der Muslime in Deutschland ist ähnlich wie die der Juden während der Nazizeit.“


Diese Behauptung, die immer mal wieder in verschiedensten Variationen von muslimische Funktionäre, deutschen Islamexperten und Berufs- Dummschwätzern wie Günter Grass vertreten wird, ist nicht nur falsch, sondern auch zynisch. Die Situation der Moslems ist also zu Vergleichen mit der der Juden, zumindest irgendwie. Okay, warum? Man muss von Moslems nicht erwarten, dass sie sich für die Auslebung ihrer Religion in Deutschland bedanken, da das Selbstverständliche nicht extra gewürdigt werden muss und auch nicht von Protestanten eingefordert wird, aber man darf zumindest erwarten, dass sie diese Freiheit zu Kenntnis nehmen, und wissen, dass ihr katholischer Nachbar Müller in einem muslimischen Land keinesfalls seine Religion ausleben könnte. Und man darf erwarten, dass ein normal intelligenter Mensch die Religionsfreiheit in Deutschland NICHT mit der Ausgrenzung und Ermordung der Juden während des Nationalsozialismus verwechselt. Solche Vergleiche sind so absurd, dass sie eigentlich nur Günter Grass bringen dürfte, der seit Jahrzehnten noch bei jeder seiner öffentlichen Aussagen völlig daneben lag (und auch bei seinen Freundschaften, siehe G. Schröder).


2.) „Die Mehrheitsgesellschaft ist Islamophob.“


Okay, kurz und knapp: Es gibt keine Islamophobie. Es gibt keine, und anstatt diesen Kunstbegriff mit viel Aufwand in der Öffentlichkeit zu platzieren und zum Zwillingsbruder des Antisemitismus zu machen, sollten die Moslems froh sein, dass es diesen Hass auf Moslems nicht gibt. Das bedeutet nicht, dass es Moslems in Deutschland leichter hätten als andere Emigranten, aber sie haben es auch nicht schwerer als andere. Da sie nun mal die größte Minderheit sind, sind sie öfters von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus betroffen. Das ist schlimm genug, aber es ist eben keine Islamophobie. Wenn es Islamophobie gäbe, und zwar vergleichbar mit dem Antisemitismus, würde die Situation der Moslems tatsächlich dramatisch anders aussehen. Alles, was irgendwie mit dem Islam assoziiert werden könnte, wäre ein potentielles Anschlagsziel. Vielleicht ist es manchen Verfechtern der Islamophobie noch nicht aufgefallen, aber es hat schon seinen Grund, warum jüdisches Leben in Deutschland unter Polizeischutz stattfindet und muslimisches nicht. Und in einem islamophoben Land wäre es nicht möglich, dass es in der Hauptstadt mehr Dönerbunden als in Istanbul gibt. Muslimische Länder sind beliebte Reiseziele der Deutschen, während andererseits nicht ganz klar ist, wann das letzte Mal ein NPD-Kreisverband Urlaub in Eilat gemacht hat. Im Gegenteil kann sogar gefragt werden, ob nicht die Deutschen grundsätzlich dem Islam relativ interessiert und freundlich gegenüber stehen? Es gibt unzählige Bücher über diese Religion, Dokumentationen, Ausstellungen und nach jedem neuen Terroranschlag durch gläubige Muslime die Standarterklärung: Hat nix mit der friedlichen Religion des Islam zu tun!


Nein, von Islamophobie zu sprechen, ist völlig absurd. Und die Kopplung an den Antisemitismus ist widerlich. Antisemitische Argumente sind schlichte Lügen, aber wo soll denn die nachvollziehbare Angst vor dem Islam enden und wo die Islamophobie beginnen, wenn es nun mal unbestreitbar im Islam eine Bewegung gibt, die im Namen des Islam Terror verbreitet. Ist es wirklich irrational, Angst vor einem Selbstmordanschlag in Deutschland zu haben, so wie es irrational ist, von einer jüdischen Weltverschwörung zu sprechen? Es wäre sinnvoll, diesen Begriff fallen zu lassen, denn es gibt ja durchaus genug Probleme, mit denen sich Moslems in Deutschland auseinandersetzen müssen. Diese sollten thematisiert werden. Dazu gehören Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, das ist keine Frage, aber man muss eben auch bereit sein, eigene Fehler zu thematisieren. Familienstrukturen etwa, in denen Zwangsverheiratungen stattfinden, sind das Produkt einer rückständigen Kultur und sind weder mit den Werten einer liberalen Demokratie noch mit den Menschenrechten kompatibel. Auch die Rolle der Frauen ist skandalös. (Wobei gerade in diesem Punkt auffällig ist, wie grandiose die mutige Frauenbewegung in Deutschland ihre Geschlechtsgenossinnen im Stich lässt. Tipp: Warum den Landen dann nicht gleich schließen?) Ähnliches gilt für das Verständnis der Meinungs- und Glaubensfreiheit. All diese Probleme müssten schleunigst angegangen werden, und das Letzte was man dabei brauchen kann, ist ein falscher Vorwurf gegenüber der Mehrheitsgesellschaft, sie sei Islamophob. Es ist dabei müßig zu erwähnen, dass es natürlich auch Moslems gibt, die längst in der liberalen Demokratie angekommen sind oder erst gar nicht ankommen mussten, weil sie dort schon immer waren.


3.) „Die Mehrheitsgesellschaft misstraut den Moslems, weil sie keine Christen sind.“


Interessanterweise wird dieses Argument oft von Leuten gebracht, die selber der beste Gegenbeweis sind. Atheistische Deutsche, die ihr Leben lang nie etwas anderes als Verachtung für das Christentum übrig hatten, behaupten, dass Türken deswegen diskriminiert werden, weil sie keine Christen sind. Eine solche Argumentation ist nicht zeitgemäß. Jugendliche, die sich in der Kirche engagieren, müssen sich rechtfertigen, nicht die, die es nicht tun. Dieser Gegensatz “christliches Europa – Islam“ ist vielleicht im primitiven Weltbild irgendwelcher Islamisten lebendig, aber wer sich mal sonntags in eine Kirche verirrt hat, weiß, wie viel davon zu halten ist. Es ist zu bezweifeln, ob das Misstrauen gegenüber Moslems überhaupt etwas mit ihrer Religion zu tun hat oder doch viel mehr damit, dass man den Islam momentan nur schwerlich als den Ort bezeichnen könnte, an dem Pluralismus und Menschenrechte an entschiedensten verteidigt werden. Wenn Moslems in Europa vor allen dann in großer Zahl auf die Straßen gehen, wenn es heißt, eine Beleidigung des Propheten anzuprangern, und dabei - wie in London - Plakate hochgehalten werden, die Europa ganz offen mit Krieg drohen, mit einem Holocaust und dem Tod aller Ungläubigen, ist es doch verständlich, dass dies Verunsicherung zur Folge hat. Die Diskrepanz zwischen gut besuchten Hassdemos gegen den Westen auf der einen Seite, und ausbleibenden Friedensdemos nach Terroranschlägen andererseits, ist nun mal offensichtlich. Damit soll nicht gefordert werden, dass Moslems sich öffentlich zu solchen Verbrechen äußern müssen, aber es ist doch nachvollziehbar, dass nicht-Moslems irritiert sind, wenn sie nur Bilder von Moslems sehen, die auf Demos den Terror unterstützen!
Wenn im Namen des Katholizismus weltweit Menschen ermodert werden würden, aber die Katholiken erst dann wütend auf die Straße gehen, wenn Mtv Popetown ausstrahlt, wären die nicht-Katholiken auch überrascht..



Trotz alledem kann man zum Schluss kommen, dass die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration der Moslems in Deutschland grundsätzlich gegeben sind. Die Deutschen stehen ihnen eher interessiert bis gleichgültig (was okay ist) gegenüber, Rassisten und Ausländerfeinde werden von der deutlichen Mehrheit nicht akzeptiert, und auch auf politischer Ebene bemüht man sich mittlerweile intensiver, eine durchdachte Integrationspolitik durchzuführen. Weil man aber niemanden zu seinem Glück zwingen kann, muss der entscheidende Impuls von der muslimischen Seite kommen. Und genau der wird solange ausbleiben, bis man sich endlich aus dieser unangemessenen Opferrolle gelöst hat, und nicht mehr nur laut die angebliche Diskriminierung des Islam anprangert, und leise all die Vorzüge der liberalen Demokratie genießt, sondern der Realität den Vorzug vor dem irrationalen Drang nach eingebildeter Ausgrenzung gibt. Moscheeneubauten sollten doch ein stärkeres Argument sein, als konstruierte Islamophobie.

Labels: , ,

Donnerstag, Februar 08, 2007

Man spricht Deutsch



Protest zog über das Land, als vor einiger Zeit die unverschämte Behauptung aufgestellt wurde, dass es nicht von Nachteilen wäre, wenn deutsche Kinder auch die deutsche Sprache beherrschen würden. Dabei ging es um arabisch und türkischstämmige Kinder, die in Milieus aufwachsen, in denen Deutsch weder gesprochen noch benötigt wird. Ein Vorschlag, um diesen Misstand zu beheben, bestand darin, eine "Deutschpflicht" an der Schule einzuführen. Wie immer an vorderster Front im Kampf gegen die Diskriminierung von Migranten waren die Grünen und bei den dümmlichen Statements von Roth und Co. beneidete man für einen Moment die Betroffenen um ihre fehlenden Sprachkenntnisse. Ihnen blieb viel erspart. Ich sehe nicht so ganz, warum es verkehrt sein soll, Deutschen ihre Sprache beizubringen, und wenn ich etwas in diesem Zusammenhang erbärmlich finde, dann die Milieus, die solche Vorschläge erst nötig machen. Eine öffentliche Schule soll junge Menschen auf ein selbstständiges Leben vorbereiten, die Grundlage dafür ist natürlich die Beherrschung der Landessprache. (Auf welche Weise diese erlernt wird, ob tatsächlich in manchen Fällen eine "Deutschpflicht" sinnvoll ist und ob es sich überhaupt um ein Problem handelt, das eine solche öffentliche Aufmerksamkeit verdient hat, soll an dieser Stelle gar nicht weiter thematisiert werden.)

.

Anders liegen die Dinge aber, wenn der Staat mit solchen Mitteln in das Privatleben von Menschen eingreift, und den sozialen Kontakt zu anderen davon abhängig macht, in was für einer Sprache man sich ausdrückt. Das ist nicht akzeptabel, denn ob ich in meinen eigenen vier Wänden Japanisch, Türkisch, Russisch oder Klingonisch spreche, geht niemanden etwas an. Der Deutsch-Polen Wojciech Pomorski klagt gegen diesen Eingriff, die ZEIT berichtet darüber in einer Randspalte:

.

Seit vier Jahren kämpft der Deutsch-Pole Wojciech Pomorski dagegen, dass er seine Töchter nur dann sehen darf, wenn er Deutsch – und nicht Polnisch – mit ihnen spricht, ein Hamburger Jugendamt besteht darauf. Dagegen hat Pomorski vor zwei Jahren eine Petition eingelegt, die jetzt erstmals vor dem EU-Petitionsausschuss verhandelt wird. In der Petition wirft Pomorski deutschen Behörden vor, sein Grundrecht zu verletzen und seine kulturelle Identität zu missachten. Die Petition ist nicht sein einziger Erfolg: Vor einigen Tagen sprach Pomorski mit der polnischen Außenministerin Anna Fotyga. Danach prangerte Fotyga die „Assimilierungspolitik in Deutschland“ an. Und sie sprach mit dem deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Das Auswärtige Amt hat zugesagt, betroffene Fälle noch einmal zu prüfen. Denn Pomorski ist kein Einzelfall: Der polnische Botschaft sind vier ähnliche Fälle bekannt – die Dunkelziffer dürfte aber viel höher liegen, glauben die Diplomaten. (DIE ZEIT Nr.7 08.02.2007 S.2)

Labels: ,

Karl Kraus - Die Fackel


.
Über die Homepage der Österreichischen Akademie der Wissenschaften können sämtliche Jahrgänge der Fackel gelesen werden. Die Anmeldung ist kostenlos. Sehr interessant, hier entlang.

Labels: ,

Dienstag, Februar 06, 2007

Eine E-Mail an Herrn Rüttgers

Guten Tag Herr Rüttgers, ich habe ihre interessante Rede gelesen, die sie neulich in Berlin gehalten haben. Nun hätte ich aber noch zwei kleine Frage.


1.) Sie sagen: „Es wird für Israel keine sichere Zukunft geben, wenn die Rechte der Palästinenser weiterhin verletzt werden“


Bitte verraten sie mir, was denn ihrer Meinung nach so alles unter "Rechte der Palästinenser" zu verstehen ist? Umfassen diese denn auch die Vernichtung Israels und die Ermordung von Juden? Ich dachte bisher nämlich, dass diese Rechte vor allen etwas mit der Gründung eines eigenen Staates zu tun haben sollten. Aber das eine solche Gründung in absehbar Zeit nicht zu erwarten ist, liegt ja weniger an Israel, als an palästinensischen Terrorbanden, die, gesponsort durch EU-Gelder, schon mal einen Bürgerkrieg führen, noch ehe es mit der Eigenstaatlichkeit überhaupt los gegangen ist.



2.) Sie sagen: „Eine Mauer kann letztlich keine dauerhafte Lösung sein, wer wüsste das besser als wir Deutschen.“


Richtig, wenn man die Juden nur durch Mauern vom Rest der Bevölkerung getrennt hätte, hätte es mit der Endlösung nicht so gut geklappt. Darauf spielen sie doch an, oder?


Mit freundlichen Grüßen


Gideon Böss


---


Die Homepage verspricht mir: Vielen Dank. Ihre Nachricht wurde an Jürgen Rüttgers übermittelt. Sie bekommen so bald wie möglich eine Antwort. Da bin ich gespannt. Vielleicht ruft er ja auch direkt an, wer weiß, die Telefonnummer habe ich ihm auf jeden Fall mitgeteilt.

Labels: ,

Montag, Februar 05, 2007

Ihr lieben Überfremdungsparanoiker...



...atmet tief durch, euer Alptraum ist noch nicht Wirklichkeit geworden, die Bärte sind nur aufgeklebt. Das sind echte Deutsche, die da feiern!

Labels: ,

Sonntag, Februar 04, 2007

Die uncoole BVG und ihre coole Kampagne



Die BVG geht seit einigen Monaten gegen Vandalen vor und macht dies zielsicher auf die sinnloseste Weise. Graffitisprüher werden durch pädagogisch wertvolle (und darum extrem peinliche) Appelle an ihr Gewissen ermahnt, keine S-Bahnzüge zu beschmieren. Diese Kampagne sieht vor, dass komplette Fenster der S-Bahnen mit Textbotschaften, sowie riesigen Aufklebern von Menschen verschandelt werden. Zwar wird dies keinen Sprayer dazu bringen, seine Dose zu entsorgen, aber wenigstens ist sichergestellt, dass niemand mehr durch das Fenster nach draußen gucken kann. Und das ist doch auch schon mal was! Wobei mir persönlich ein gutgemachtes Graffiti lieber wäre, als diese Verschandelung im Auftrag des Besitzers. Das Beste sind allerdings die Worte, mit denen sich die BVG an die potentiellen S-Bahn Schänder wendet:


Hey!! Finger weg von der Scheibe! Dann blickst auch du besser durch. Außerdem wird jede Reparatur auf die Ticketpreise drauf geschlagen. Extrem uncool!


Ja man!, extrem cooler Text!!, der einen dann auch! schon so voll zum Nachdenken bringt!!! Die Konferenz, auf der der genaue Wortlaut festgelegt wurde, war sicherlich ein Höhepunkt unfreiwilliger Komik. Es lässt sich nur erahnen, wie viele Stunden darum gerungen wurde, ob es nun Hey!! Oder doch besser Hey!!! heißen sollte. Kumpelhaft wird geduzt, und weniger Kumpelhaft eine Kollektivstrafe verhängt, wenn es heißt, dass die Reparaturen auf den Ticketpreis drauf geschlagen werden. Ich weiß nicht, wie erfolgreich die BVG mit dieser Kampagne ist, ich weiß aber, dass die BVG hier ihre eigene Jugendsprache geschaffen hat. Denn, das „Extrem uncool“ je für etwas anderes gestanden hat, als für: Die BVG würde es außerordentlich begrüßen, wenn sie das Eigentum der BVG nicht verunreinige, beschädigen oder entwenden würden, danke!, halte ich für ausgeschlossen.

Labels: , ,

Freitag, Februar 02, 2007

Auge für Auge


Es gibt zwei Dinge, die mich jedes Mal wundern, wenn ich von Auge um Auge, Zahn um Zahn lese. Erstens, dass diese Formulierung immer in einem negativen Kontext gebraucht wird, und zweitens, dass sie nicht korrekt wiedergegeben wird. Es heißt Auge für Auge, Zahn für Zahn, was ein entscheidender Unterschied ist. Und warum diese Formel, die einstmals das eskalieren von Clan-Streitereien verhindern sollte, heute nicht als das gewürdigt wird, was sie ist, nämlich ein revolutionäre Schritt in Richtung Zivilisierung der Welt, ist merkwürdig.

Vor allen im Kontrast zu der Verehrung, die dem griechischen Demokratiemodell der Antike entgegengebracht wird. Dieses sah nur das Wahlrecht für eine kleine Elite vor; Sklaven, Arbeiter, und natürlich Frauen, waren davon ausgeschlossen. Nun kann man sagen, dass doch aber das Demokratiemodell für die damalige Zeit etwas ganz tolles war, na und, das mag ja sein, aber Auge für Auge, Zahn für Zahn war für seine Zeit auch toll, und das sogar noch mal ein paar Jahre vor Aristoteles, Platon und Co.! Trotzdem wird letzteres heute als Metapher für Rachelust genutzt, und das andere als Inbegriff antiker Weisheit. Wie gesagt, warum das so ist, würd ich mal gerne wissen!

Labels: ,

Wenn muslimische Gelehrte den Papst umarmen



Jörg Lau schreibt in der aktuellen ZEIT über eine Initiative muslimischer Gelehrter, die im amerikanischen Magazin Islamica auf die Regensburger-Rede des Papstes antworteten. So sehr dies zu begrüßen ist, so sehr erstaunt immer wieder die Tendenz vieler Journalisten, die damaligen muslimische Reaktion auf diese Rede zu verharmlosen. Im Text heißt es: Die gewalttätigen Reaktionen auf die Regensburger Rede haben Benedikt gezeigt, dass er in einem anderen Sprachspiel angekommen ist, in dem man mit höheren Einsätzen spielt. Was auch immer darunter zu verstehen ist.

Da wird eine zwar kritische, aber keinesfalls polemische Rede zu einer Streitschrift umgedeutet, die dem Ziel folgte, Moslems zu provozieren. Dies hatte Benedikt XVI nicht vor. Muslimische Fanatiker fühlten sich beleidigt, weil sie sich beleidigt fühlen wollten. Ähnliches konnte man zuvor im Zusammenhang mit den Mohammed-Karikaturen erleben, als aus einem Gerücht eine Ehrverletzung wurde. Kaum einer der Beleidigten hatte die Mohammed-Bilder gesehen, kaum einer hatte die Papst-Rede gelesen. Trotzdem schwenken viele Journalisten im Westen auf die Linie von religiösen Fanatikern ein, und gestehen ihnen zu, zu Recht entrüstet zu sein.

Es macht fast den Eindruck, als ob man im Westen aufgrund der rassistischen Hetzreden islamistischer Geistlicher, die jede Spur von Rationalität vermissen lassen, und blind gegen alles Hetzen, was sie für eine Gefahr des Islams halten, über jeden froh sind, der seinen Protest nicht gewalttätig äußert, sondern zu Papier bringt. Dies würde erklären, warum solche Äußerungen mit sehr viel wohlwollen betrachtet, und oftmals nicht besonders kritisch behandelt werden. So auch in Laus Artikel. Ein muslimischer Gelehrter bemängelt an einer Stelle, dass in der Regensburger-Rede die koranische Verpflichtung zur Gewaltlosigkeit in Frage gestellt, und nur als Produkt der anfänglichen machtlosigkeit Mohammeds dargestellt wird. Die muslimische Regel “Kein Zwang im Glauben“ hätte der Papst würdigen sollen, anstatt sie in Frage zu stellen, kritisiert der Gelehrte.

Dies steht ohne weitere Kommentierung da. Wenn man nun aber mal die Theorie an der Praxis misst, wird deutlich, wie zynisch diese Forderung ist. Religionsfreiheit gibt es in keinem arabischen Staat. Vor allen nicht in solchen Ländern, die sich als Hüter des wahren Glaubens verstehen, wie etwa Saudi-Arabien. Christliche Gemeinden werden immer kleiner, jüdische gibt es schon seit Jahrzehnten praktisch nicht mehr. In vielen muslimischen Ländern wird gar die Todesstrafe verhängt, wenn jemand eine andere Religion annimmt. Was also hätte der Papst loben sollen? Auf diese Diskrepanz wird in Laus Text nicht eingegangen.

An andere Stelle stimmt er den Gelehrten zu, wenn sie „zu Recht auf die Gewaltgeschichte des Christentums mit den unter der Folter erzwungen Konversationen und Geständnissen zu Zeiten der Inquisition“ verweißen. Genau an diesem Punkt wird aber der gravierende Unterschied deutlich. Die Katholische Kirche leugnet diese Verbrechen nicht, und reagiert auch nicht mit gewalttätigen Protesten, wenn sie darauf hingewiesen wird. Diese Verbrechen im Namen Gottes waren ein schrecklicher Irrweg, dieser wurde korrigiert, und darum wird heute nicht mehr zu Kreuzzügen aufgerufen.

Eine solche kritische Einstellung der eigenen Religion gegenüber, fehlt offenbar innerhalb der muslimischen Welt. Sonst würde man nicht das Oberhaupt einer anderen Religion angreifen, weil es daran zweifelt, dass die Glaubensfreiheit vom Islam wirklich garantiert wird, sondern zugeben, dass sich zwischen der koranischer Theorie und der Praxis ein Abgrund auftut. Es sind die eigenen geistlichen Eliten, die diese Freiheit abgeschafft haben, ihnen müsste die Kritik gelten.

Wenn muslimische Gelehrte in ihren Reaktionen darauf bedacht sind, es der Katholischen Kirche mit gleicher Münze heimzuzahlen (indem sie mittelalterliche Gräuel anführen, als ob diese aktuelle Gräuel entschuldigen könnten.), spricht daraus kein Wille, sich mit der Fehlentwicklung auseinanderzusetzen. Dieser Tatsache ist es wohl geschuldet, dass bis heute kaum scharfe Kritik von muslimischen Autoritäten zu vernehmen ist, die sich gegen die freitäglichen Hasspredigten, den, die islamische Welt zerfressenden Antisemitismus oder den Terror im Namen Allahs aussprechen. Und es wird auch nicht besser, wenn westliche Journalisten in diesem Zusammenhang gerne mal dürftige muslimische Reaktionen als Meilensteine feiern, und von einem „ehrlichen Dialog“ reden.

Labels: , ,

Donnerstag, Februar 01, 2007

Handball-WM


.

Was für ein tolles Spiel!!! Das Finale findet am Sonntag um 16.30 Uhr statt.

Labels: ,