Dienstag, Februar 20, 2007

Fußball und Schlesien


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Auf was sind Deutsche Stolz, was vermissen Deutsche mit Blick auf die Europakarte und welches Verhältnis haben Deutsche zu ihrer Geschichte; Spiegel Spezial Geschichte hat es in einer Umfrage zu ergründen versucht.

Für 7 Prozent ist demnach ein Fußballturnier das historische Ereignis, auf das man mit besonders viel Stolz blickt, wenn über die deutsche Geschichte nachgedacht wird. Womit die WM2006 es immerhin auf Platz vier in der Rangliste schafft. Auf Platz eins steht die Wiedervereinigung (28%), gefolgt vom Wirtschaftswunder (12%) und - knapp vor Klinsmann - der Gründung der BRD mitsamt demokratischer Grundordnung (9%).

Wenn tatsächlich nur jeder zehnte besonders viel von der liberalen Demokratie hält, ist das nicht wirklich beruhigend. Interessant auch, dass keines der ersten drei Ereignisse ohne die massive Unterstützung der USA hätte geschehen können und es in Deutschland dennoch einen ausgeprägten Antiamerikanismus gibt. Dankbarkeit gehört ganz offenbar nicht zu den Primärtugenden, die einen echten Deutschen auszeichnen.

Jeder vierte betrachtet außerdem Schlesien und Ostpreußen als deutsch (leider wurde nicht erfragt, wieviel Prozent dieser Leute auch geografisch zuordnen können, wo sich besagte Territorien befinden - "Ostgebiete" reicht da nicht als Antwort.) und die gleiche Menge Großdeutscher findet es nicht gut, dass die BRD für immer auf Ansprüche dahingehend verzichtet hat.

Knapp die Hälfe (47%), betrachtet die deutsche Geschichte eher mit positiven Gefühlen , 36% sehen sie eher negativ und für 14% gleichen sich positive und negative Aspekte aus.

Man kann nur hoffen, dass diese Umfrage nicht zu repräsentativ ist, denn einem Volk, das sein Selbstbewusstsein aus einem Fußballturnier zieht und weiterhin mit Lebensraum im Osten liebäugelt, ist nicht zu trauen.

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