Freitag, Februar 09, 2007

Integration von Moslems



Es wird ja so viel über die Integration von Moslems gesprochen, in Zeitungen, Fernsehen und im Radio. Dabei tauchen immer wieder Argumente auf, die keine sind, und darum auch nicht vorgebracht werden sollten. Etwa folgende drei.


1.)„Die Situation der Muslime in Deutschland ist ähnlich wie die der Juden während der Nazizeit.“


Diese Behauptung, die immer mal wieder in verschiedensten Variationen von muslimische Funktionäre, deutschen Islamexperten und Berufs- Dummschwätzern wie Günter Grass vertreten wird, ist nicht nur falsch, sondern auch zynisch. Die Situation der Moslems ist also zu Vergleichen mit der der Juden, zumindest irgendwie. Okay, warum? Man muss von Moslems nicht erwarten, dass sie sich für die Auslebung ihrer Religion in Deutschland bedanken, da das Selbstverständliche nicht extra gewürdigt werden muss und auch nicht von Protestanten eingefordert wird, aber man darf zumindest erwarten, dass sie diese Freiheit zu Kenntnis nehmen, und wissen, dass ihr katholischer Nachbar Müller in einem muslimischen Land keinesfalls seine Religion ausleben könnte. Und man darf erwarten, dass ein normal intelligenter Mensch die Religionsfreiheit in Deutschland NICHT mit der Ausgrenzung und Ermordung der Juden während des Nationalsozialismus verwechselt. Solche Vergleiche sind so absurd, dass sie eigentlich nur Günter Grass bringen dürfte, der seit Jahrzehnten noch bei jeder seiner öffentlichen Aussagen völlig daneben lag (und auch bei seinen Freundschaften, siehe G. Schröder).


2.) „Die Mehrheitsgesellschaft ist Islamophob.“


Okay, kurz und knapp: Es gibt keine Islamophobie. Es gibt keine, und anstatt diesen Kunstbegriff mit viel Aufwand in der Öffentlichkeit zu platzieren und zum Zwillingsbruder des Antisemitismus zu machen, sollten die Moslems froh sein, dass es diesen Hass auf Moslems nicht gibt. Das bedeutet nicht, dass es Moslems in Deutschland leichter hätten als andere Emigranten, aber sie haben es auch nicht schwerer als andere. Da sie nun mal die größte Minderheit sind, sind sie öfters von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus betroffen. Das ist schlimm genug, aber es ist eben keine Islamophobie. Wenn es Islamophobie gäbe, und zwar vergleichbar mit dem Antisemitismus, würde die Situation der Moslems tatsächlich dramatisch anders aussehen. Alles, was irgendwie mit dem Islam assoziiert werden könnte, wäre ein potentielles Anschlagsziel. Vielleicht ist es manchen Verfechtern der Islamophobie noch nicht aufgefallen, aber es hat schon seinen Grund, warum jüdisches Leben in Deutschland unter Polizeischutz stattfindet und muslimisches nicht. Und in einem islamophoben Land wäre es nicht möglich, dass es in der Hauptstadt mehr Dönerbunden als in Istanbul gibt. Muslimische Länder sind beliebte Reiseziele der Deutschen, während andererseits nicht ganz klar ist, wann das letzte Mal ein NPD-Kreisverband Urlaub in Eilat gemacht hat. Im Gegenteil kann sogar gefragt werden, ob nicht die Deutschen grundsätzlich dem Islam relativ interessiert und freundlich gegenüber stehen? Es gibt unzählige Bücher über diese Religion, Dokumentationen, Ausstellungen und nach jedem neuen Terroranschlag durch gläubige Muslime die Standarterklärung: Hat nix mit der friedlichen Religion des Islam zu tun!


Nein, von Islamophobie zu sprechen, ist völlig absurd. Und die Kopplung an den Antisemitismus ist widerlich. Antisemitische Argumente sind schlichte Lügen, aber wo soll denn die nachvollziehbare Angst vor dem Islam enden und wo die Islamophobie beginnen, wenn es nun mal unbestreitbar im Islam eine Bewegung gibt, die im Namen des Islam Terror verbreitet. Ist es wirklich irrational, Angst vor einem Selbstmordanschlag in Deutschland zu haben, so wie es irrational ist, von einer jüdischen Weltverschwörung zu sprechen? Es wäre sinnvoll, diesen Begriff fallen zu lassen, denn es gibt ja durchaus genug Probleme, mit denen sich Moslems in Deutschland auseinandersetzen müssen. Diese sollten thematisiert werden. Dazu gehören Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, das ist keine Frage, aber man muss eben auch bereit sein, eigene Fehler zu thematisieren. Familienstrukturen etwa, in denen Zwangsverheiratungen stattfinden, sind das Produkt einer rückständigen Kultur und sind weder mit den Werten einer liberalen Demokratie noch mit den Menschenrechten kompatibel. Auch die Rolle der Frauen ist skandalös. (Wobei gerade in diesem Punkt auffällig ist, wie grandiose die mutige Frauenbewegung in Deutschland ihre Geschlechtsgenossinnen im Stich lässt. Tipp: Warum den Landen dann nicht gleich schließen?) Ähnliches gilt für das Verständnis der Meinungs- und Glaubensfreiheit. All diese Probleme müssten schleunigst angegangen werden, und das Letzte was man dabei brauchen kann, ist ein falscher Vorwurf gegenüber der Mehrheitsgesellschaft, sie sei Islamophob. Es ist dabei müßig zu erwähnen, dass es natürlich auch Moslems gibt, die längst in der liberalen Demokratie angekommen sind oder erst gar nicht ankommen mussten, weil sie dort schon immer waren.


3.) „Die Mehrheitsgesellschaft misstraut den Moslems, weil sie keine Christen sind.“


Interessanterweise wird dieses Argument oft von Leuten gebracht, die selber der beste Gegenbeweis sind. Atheistische Deutsche, die ihr Leben lang nie etwas anderes als Verachtung für das Christentum übrig hatten, behaupten, dass Türken deswegen diskriminiert werden, weil sie keine Christen sind. Eine solche Argumentation ist nicht zeitgemäß. Jugendliche, die sich in der Kirche engagieren, müssen sich rechtfertigen, nicht die, die es nicht tun. Dieser Gegensatz “christliches Europa – Islam“ ist vielleicht im primitiven Weltbild irgendwelcher Islamisten lebendig, aber wer sich mal sonntags in eine Kirche verirrt hat, weiß, wie viel davon zu halten ist. Es ist zu bezweifeln, ob das Misstrauen gegenüber Moslems überhaupt etwas mit ihrer Religion zu tun hat oder doch viel mehr damit, dass man den Islam momentan nur schwerlich als den Ort bezeichnen könnte, an dem Pluralismus und Menschenrechte an entschiedensten verteidigt werden. Wenn Moslems in Europa vor allen dann in großer Zahl auf die Straßen gehen, wenn es heißt, eine Beleidigung des Propheten anzuprangern, und dabei - wie in London - Plakate hochgehalten werden, die Europa ganz offen mit Krieg drohen, mit einem Holocaust und dem Tod aller Ungläubigen, ist es doch verständlich, dass dies Verunsicherung zur Folge hat. Die Diskrepanz zwischen gut besuchten Hassdemos gegen den Westen auf der einen Seite, und ausbleibenden Friedensdemos nach Terroranschlägen andererseits, ist nun mal offensichtlich. Damit soll nicht gefordert werden, dass Moslems sich öffentlich zu solchen Verbrechen äußern müssen, aber es ist doch nachvollziehbar, dass nicht-Moslems irritiert sind, wenn sie nur Bilder von Moslems sehen, die auf Demos den Terror unterstützen!
Wenn im Namen des Katholizismus weltweit Menschen ermodert werden würden, aber die Katholiken erst dann wütend auf die Straße gehen, wenn Mtv Popetown ausstrahlt, wären die nicht-Katholiken auch überrascht..



Trotz alledem kann man zum Schluss kommen, dass die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration der Moslems in Deutschland grundsätzlich gegeben sind. Die Deutschen stehen ihnen eher interessiert bis gleichgültig (was okay ist) gegenüber, Rassisten und Ausländerfeinde werden von der deutlichen Mehrheit nicht akzeptiert, und auch auf politischer Ebene bemüht man sich mittlerweile intensiver, eine durchdachte Integrationspolitik durchzuführen. Weil man aber niemanden zu seinem Glück zwingen kann, muss der entscheidende Impuls von der muslimischen Seite kommen. Und genau der wird solange ausbleiben, bis man sich endlich aus dieser unangemessenen Opferrolle gelöst hat, und nicht mehr nur laut die angebliche Diskriminierung des Islam anprangert, und leise all die Vorzüge der liberalen Demokratie genießt, sondern der Realität den Vorzug vor dem irrationalen Drang nach eingebildeter Ausgrenzung gibt. Moscheeneubauten sollten doch ein stärkeres Argument sein, als konstruierte Islamophobie.

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7 Comments:

At 09 Februar, 2007 03:48, Anonymous Hamster said...

Islamophobie heisst Angst vor dem Islam und Angst vor dieser mittelalterlichen Anti-Auflärung zu haben ist mehr als vernünftig.

Sicher, Islamophobie wird von interessierter Seite als Kampfwort genutzt (so wie "Kapitalismus" ein Kampfwort der Linke ist um die Marktwirtschaft zu diskreditieren, ein "Ismus" liegt ja offenkundig nicht vor), aber drehen wir den Spiess doch mal um und behaupten, dass Islamophobie eine gute Sache ist. ("Antisemitismus" oder "Antiamerikanismus" ist natürlich böse, auch und gerade wegen der implitzierten Ideenlehre).

Vermute mal, dass hier fast jeder Leser islamophob ist.

 
At 09 Februar, 2007 07:40, Anonymous Herr Ober said...

Auch die Rolle der Frauen ist skandalös. (Wobei gerade in diesem Punkt auffällig ist, wie grandiose die mutige Frauenbewegung in Deutschland ihre Geschlechtsgenossinnen im Stich lässt. Tipp: Warum den Landen dann nicht gleich schließen?)

ist in seiner Pauschalität einfach falsch. EMMA etwa veranstaltet bzgl. der Situation der Frauen in Mohammedanistan kein multikulturelles Gruppenkuscheln, sondern nahm nie ein Blatt vor den Mund. Eine Anti-Appeasement-Zeitrschrift, wie man sie mit dieser eindeutigen Ausrichtung in Deutschland kaum ein zweites Mal findet.

 
At 09 Februar, 2007 11:24, Anonymous Anonym said...

stimme dem artikel voll und ganz zu, aber das hat doch alles der broder schonmal gesagt

 
At 09 Februar, 2007 13:01, Blogger Gideon Böss said...

@ Herr Ober

da hast du recht, ich halte viel von alice schwarzer und ihrer kritik an diesen verhältnissen. aber im großen und ganzen muss man trotzdem sagen, dass die frauenbewegung feige ist und sich lieber nicht damit beschäftigt.

@ hamster

ich denke, dass sind zweierlei dinge. 1.) der versuch, islamophobie als gleichwertig mit antisemitismus zu etablieren, ist unsinnig. 2.) die angst vor einem rückständigen weltbild, in dem die werte einer liberalen demokratie keine rolle spielen, ist berechtigt. aber dafür soll man nicht den festgelegten kampfbebriff islamophobie verwenden. dieser wurde aus dem grund erfunden, um kritik am islam unmöglich zu machen.

"Der Vorwurf „Islamophobie“ wurde erstmals 1979 von iranischen Mullahs gegen Frauen verwendet, die sich der Zwangsverschleierung nach der islamischen Revolution widersetzten. Heute gibt es islamistische Organisationen wie die Islamic Human Rights Commission, deren Ziel es ist, „Informationen über den Missbrauch der Rechte Gottes zu sammeln.“ Worunter alles fällt, was der fundamentalistischen Moral widerspricht, etwa Homosexualität, Ehebruch und Blasphemie."

 
At 09 Februar, 2007 13:52, Anonymous Hamster said...

"kampfbebriff islamophobie"

Das Problem mit der Islamophobie - wenn man mal die Sache als Phobie im medizinischen Sinne bearbeitet, also als Kampfwort - ist, dass der Vorwurf gar nicht mal so unzutrffend ist. Viele Menschen reagieren unangemessen auf den Islam, verstehen ihn nicht als Anti-Aufklärung, Ideologie und Auch-Religion (die falls es keine Religion wäre ohnehin verboten werden würde), sondern als etwas Fremdes und Unverstandenes.

Dabei ist der islam durchaus recht schnell zu verstehen. Auch warum er ein Rundum Happy-Paket ist, mit der Gehirnwäsche vergleichbar.

Der Hamster schlägt jedenfalls mangels vernünftiger Alternative (Islamophobie verleugnen?) das Kampfwort anzunehmen und positiv zu besetzen. ;)

PS: Ich scheitere immer am Idiotentest mit den Buchstaben. LOL

 
At 14 Februar, 2007 01:15, Anonymous Anonym said...

Zitat:"Trotz alledem kann man zum Schluss kommen, dass die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration der Moslems in Deutschland grundsätzlich gegeben sind."

Aber sicher doch. Es gibt ja nichts schöneres als eine erfolgreiche Integration von Moslems und man findet ja auch genug historische Beispiele dafür.

Man nehme nur zum Beispiel Persien, Byzanz und Nordafrika. In diesen Ländern sind die Moslems perfekt integriert. Wär' doch gelacht, wenn Deutschland das nicht auch hinbekommen würde.

Im Ernst: Es gibt kein Beispiel dafür, dass Moslems (in größeren Mengen) sich in einer nicht-islamischen Bevölkerung angepasst haben. Das Beste, was wir noch bekommen können, sind Zustände wie auf dem Balkan.

 
At 14 Februar, 2007 01:28, Blogger Gideon Böss said...

"Im Ernst: Es gibt kein Beispiel dafür, dass Moslems (in größeren Mengen) sich in einer nicht-islamischen Bevölkerung angepasst haben. Das Beste, was wir noch bekommen können, sind Zustände wie auf dem Balkan."

aber das steht doch nicht in widerspruch zu meiner aussage. was ich sage, ist, dass eine integration nicht an der abwehr durch die mehreitsgesellschaft scheitern würde!

 

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