Donnerstag, März 08, 2007

Gilt für die EU: Nur ein wilder Moslem ist ein guter Moslem?

jungelworld: Sie halten also trotz allem an der Idee von Demokratisierung und Regime Change fest?

Michael Rubin: Demokratisierung ist Regime Change unter einem anderen Namen. Gäbe es Demokratie in Ägypten, wäre Mubarak dort nicht mehr Präsident. Demokratie ist auch in der muslimischen Welt möglich. Es gibt Beispiele. Nehmen wir Mali: Es gehört zu den fünf ärmsten Ländern der Welt, 95 Prozent der Bevölkerung sind Muslime, und doch wird es von Freedom House als eines der freiesten Länder in Afrika bezeichnet.


Wenn Mali es schafft, warum nicht auch Saudi-Arabien? Doch wir stehen mit diesen Ideen im Westen relativ alleine da. Es erstaunt mich immer wieder, wie feindlich die Europäer gegenüber den zwei funktionierenden Demokratien im Nahen Osten, Israel und der Türkei, eingestellt sind, während sie versuchen, Länder wie Syrien zu stärken. Momentan sagen die Europäer: Die Menschen im Nahen Osten wollen eben keine Demokratie. Uns wird Neoimperialismus vorgeworfen, aber diejenigen, die in kolonialistischen Mustern denken, sitzen in europäischen Außenministerien.


...

Ein interessantes Interview mit Michael Rubin über den Irak und die Chancen für den Nahenosten. Hier entlang bitte.

Labels: ,