Sonntag, April 29, 2007

Zitat des Tages


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"Im Koran gibt es keine expliziten Aussagen zu Homosexualität. Das Thema wird eher ausgeblendet."*

Genau, im Koran wird es eher ausgeblendet, im Iran eher gesteinigt und in Saudi-Arabien eher ausgepeitscht.


*(Zitat übernommen aus einem Artikel von GayWest, der sich mit dem etwas demokratiefernen Weltbild der Ahmadiyya-Gemeinde beschäftigt, die in Berlin eine Moschee eröffnen will.)

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Darfur-Demo Berlin


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Heute fand in Berlin die Darfur-Demo statt. Es nahmen cirka 100 Personen teil. Ich schreibe an dieser Stelle keinen Beitrag, sondern gebe schlicht die drei Fragen wieder, die Hannes Stein stellte.
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1.) Wo sind die Intellektuellen?


2.) Wo ist die Linke? (war es nicht früher eine linke Tradition, gegen Rassismus und Völkermord zu sein?)


3.) Wo sind die Moslems? (die Opfer des Völkermordes sind Moslems -die Täter übrigens auch-, und trotzdem gibt es kaum Protest. Mohammed-Karikaturen empören offenbar mehr, als hundertausendfacher Mord. Merkwürdige moralische Standards.)

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Eine arische Zwiebel wird ausgezeichnet



Günter GraSS wird mit dem Ernst Toller-Preis ausgezeichnet. Über den Namensgeber heißt es:


In den 20er Jahren war er Mitglied der Münchner Räteregierung und schrieb gegen den heraufziehenden Faschismus an.


Man kann also sagen, dass Ernst Toller schon in den 1920er aktiv versuchte, Günter GraSS Waffen-SS Laufbahn zu torpedieren. Ob es ihn wirklich freuen würde, dass nun in seinem Namen jemand ausgezeichnet wird, der auf das Nazi-Endziel eingeschworen war, alle Tollers zu ermorden, darf bezweifelt werden.

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Samstag, April 28, 2007

Völkermord im Sudan


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An diesem Sonntag findet in Berlin eine Demo statt, die auf das hundertausendfache Morden im Sudan aufmerksam machen will. Weitere Informationen gibt es hier und hier. Los geht es um 10.00 Uhr auf dem Pariser Platz (direkt neben dem Brandeburger Tor) und enden wird es um cirka 12.00 Uhr auf dem Potsdamer Platz. Reden werden u.a. Hannes Stein und Micha Brumlik. Für weitere Informationen stehen diese E-Mailadresse: info@darfurgruppe-berlin.org und diese Telefonnummer: 030-44039670 zur Verfügung.

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Freitag, April 27, 2007

Last Radio Show


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Robert Altman hat mit "Last Radio Show" einen gleichermaßen amüsanten wie melancholischen Film gedreht. Die Handlung spielt am Abend der letzten im Radio übertragenen Liveshow. Am nächsten Tag wird die Konzerthalle abgerissen. Zwischen den verschiedenen Gesangsauftritten erfährt der Zuschauer nach und nach etwas über die verschiedenen Intrigen, Romanzen und Eitelkeiten, die die Showteilnehmer miteinander verbinden. Außerdem sparziert auch ein echter Engel durch die Kulissen. Um es gleich zu verraten: Ein nutzloseres Himmelswesen gab es selten auf der Leinwand zu bewundern. Er kann den Untergang der traditionsreichen Radioshow nicht verhindern, ermordet aber trotzdem und offenbar völlig unmotiviert einen Geschäftsmann und scheint überdies nicht sonderlich intelligent zu sein. Vom Moderator der Show, Garrison Keillor (großartig!), lässt er sich noch einmal den Witz erzählen, wegen dem er zu Lebzeiten vor Lachen von der Straße abkam und zu dem wurde, was er nun ist. Der Pingiun-Joke geht so: Sagt der eine Pingiun zum anderen Pinguin "Du siehst aus, als ob du ein Frack anhast!", sagt der andere "Vielleicht habe ich eines an!" Weder Keillor noch der Engel finden im Nachhinein, dass es sich lohnt, für einen solchen Witz zu sterben. Lohnen tut sich aber auf jeden Fall der Besuch dieses Films! Es wird von Robert Altman keinen weiteren mehr geben.

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Dienstag, April 24, 2007

Das Foto vom bequemen Hund

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Antisemitismus in Europa

Ein höchst interessanter Artikel aus der Zeit. Zunehmend erkennt man in Europa, dass Moslems drauf und dran sind, den Nazis in Sachen Judenhass den Rang abzulaufen.

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Der klassische Antisemitismus von rechts, schmuddlig und rassistisch, spielt in Europa nur noch eine untergeordnete Rolle. Bis auf einen unverbesserlichen Bodensatz sind die europäischer Gesellschaften dagegen weitgehend immun geworden. Benny Peiser, Anthropologe an der Universität Liverpool, verweist auf ein „Paradox“: durch den Holocaust, Auswanderung und die Gründung des Staates Israel gebe es in Europa eigentlich keine „jüdische Welt“ mehr, sondern nur noch vereinzelte jüdische Gemeinden. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten in Europa an die zehn Millionen Juden. Heute beläuft sich ihre Zahl auf kaum mehr als eine Million. In Frankreich und Großbritannien sind mit rund 600.000 bzw. 250.000 die größten Gemeinden zu finden. Doch zugleich nimmt quer durch Europa ein Antisemitismus zu, der aus neuen Quellen gespeist wird. (ganzer Artikel)

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Montag, April 23, 2007

Der Fall Kurnaz oder: Die erschütternde Rezeption eines Buches

Eine interessante Buchkritik von Alan Posener

Kuhns Roman ist für den Journalisten Hans Leyendecker, der auch schon mal auf eine RAF-Legende hereingefallen ist, "ein erschütternder Bericht und ein einzigartiges Dokument". Erschütternd ist allerdings die Rezeption des Romans. Die Gruselhöhepunkte aus Kuhns Erzählung werden in der Presse unhinterfragt als Tatsachenbericht wiedergegeben; als könne diese fortwährende Quälerei unter den Augen des Roten Kreuzes stattfinden, das seit Anfang 2002 auf Wunsch der US-Regierung die Anlage regelmäßig kontrolliert und zu allen Gefangenen Zugang hat. Und Kurnaz, bis vor kurzem noch für die Journaille der "Bremer Taliban", mutiert zu einem naiven Märtyrer des rechten Glaubens. (ganzer Artikel)

Samstag, April 21, 2007

Manufacturing Dissent



Mir ist Georg W. Bush vor allen aus einem Grund wesentlich sympathischer, als die meisten seiner Gegner und Kritiker: Er ist abwählbar. Gut, ganz nebenbei hat er auch einen Massenmörder, vor dem selbst Stalin Respekt hätte, vertrieben und er besitzt Humor und Selbstironie; Eigenschaften von denen die meisten – darunter offenbar alle Deutschen – Politiker verschont bleiben. Aber dennoch, das Beste ist sein befristeter Auftritt in der Öffentlichkeit. Dumm nur, dass all jene, die ihre Popularität dem verbreiten und bedienen antiamerikanischer Klischees verdanken, uns über diesen Tag X hinaus erhalten bleiben werden. Michael Moore etwa. Die ganze Verlogenheit, mit der "Bushkritiker" ihre Vorbehalte gegenüber den USA pflegen, fließt in diesem massigen Menschen zusammen. Dem gemeinen Bushkritiker, der auch gerne von der Bush-Administration oder, im eher religiös angehauchten Lager der globalisierten USA-Feindschaft, vom großen Satan spricht, ist Georg Bush völlig gleichgültig. Egal, ob der nächste Georg Bush nun Hillary Clinton, Chris Dodd oder McCain heißen mag, die USA bleiben für diese Leute das Hassobjekt Nummer eins. An einer ehrlichen Kritik "unter Freunden" ist ihnen ebenso wenig gelegen, wie all den Freunden Israels, die sich in aller Freundschaft den Untergang dieses Staates herbei fantasieren.

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Michael Moore ist nun deswegen eine solch passende Galionsfigur für die USA-Kritik, weil er all das, was er an Bush anprangert, in Reinform selber repräsentiert. So nennt er Bush einen Lügner und greift ihn dabei auf dem einzigen Feld an, auf dem er tatsächlich kompetent ist. Vielleicht ist also was dran. Aber nur vielleicht, denn Moores Propagandafilme, die unter dem Label Dokumentationen zu finden sind, halten sich mit der Realität und den ihr innewohnenden Fakten gar nicht erst auf. Das Klischee bedienen ist das Ziel und dem Klischee nachhelfen der Weg dahin. Klar, ein seelenloser Megakonzern wie General Motors ist natürlich skrupellos und die Chefs so arrogant, dass sie Gespräche mit kleinen idealistischen Dokumentarfilmern verweigern. Dem Zuschauer darf aus Gründen der Fairness also nicht gezeigt werden, dass Roger Smith in Roger and Me sehr wohl zum Gespräch bereit war und es auch zu einem solchen kam. Wenn es darum geht, den Wahnwitz des Waffenbesitzes in den USA – für ein Kinopublikum in Kleinbrockdorf/Germany – darzustellen, ist es geeignet, der Wahrheit mit einigen klitzekleinen Lüge nachzuhelfen (Bowling for Columbine) und in Bezug auf das Lieblingsfeindbild Georg Bush, dem der dumme Mann mit der Kamera seinen internationalen Durchbruch verdankt, darf es auch Mal eine geschmacklose Verharmlosung Saddam Husseins geben, indem dieser als freundlicher Onkel tanzend im Kreise fröhlicher Kinder dargestellt wird, während der amerikanische Präsident bösartig, kalt und berechnend einen Krieg nach dem anderen anfängt (Fahrenheit 9/11).

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Es spricht sehr gegen den moralischen Zustand all jener, die sich gegen Bush engagieren und dabei Michael Moore als Belastungszeuge aufrufen. Es sind denkfaule Antiamerikaner, die ihre Vorurteile in leicht genießbaren aber hochprozentigen Portionen zu sich nehmen wollen; in Sätzen, die nach Öl riechen und die regelmäßig die Niedertracht der Amerikaner (übrigens auch der Israelis, nebenbei bemerkt) bestätigen. Dabei wäre es nicht schwer, sich wirklich ernsthaft mit den USA auseinanderzusetzen, wenn es einen denn wirklich interessieren würde. Es gibt eine große Zahl höchst interessanter Bücher rund um den Zustand der amerikanischen Gesellschaft und der amerikanischen Politik. Nachteil: Sie erreichen nicht den intellektuellen Tiefgang eines Michael Moore Werkes – da kommt höchstens die BILD noch mit –, verwenden den einen oder anderen Fachbegriff und leiden an der Schwäche zu differenzieren.


Michael Moore ist nichts anders als ein notorischer Lügner, der skrupellos ist und so arrogant, dass er Gespräche mit kleinen idealistischen Dokumentarfilmerinnen verweigert. Nun kommt nämlich eine Dokumentation auf den Markt, die nachweist (und zwar nicht auf die moorische Weise), dass der große schwere Mann des Antiamerikanismus ein höchst kritisches Verhältnis zur Wahrheit hat*. Manufacturing Dissent wird sicherlich keine ganzen Schulklassen ins Kino locken und die überzeugten Fans von Michael Moore wird dieser Film auch nicht beeindrucken, aber es ist trotzdem gut, dass es ihn gibt. Der ein oder andere wird vielleicht doch ins Zweifeln kommen, wem er da zujubelte.

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* Wobei glücklicherweise schon seit Jahren auf verschiedensten Internetseiten die Filme von Moore gründlich auseinandergenommen und als billige Propaganda entlarvt wurden.

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Donnerstag, April 19, 2007

Jetzt wird alles gut!


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Was habe ich gerade in einem muslimisch geprägten Viertel gesehen? Kopftücher? Ja. Dönerbuden? Ja. Internetcafes? Ja. Einen Missionar der Mormonen? Ja!!! Der Gegenschlag des christlichen Abendlandes scheint begonnen zu haben. Wer hier von wem islamisiert oder doch eher christianisiert wird, ist also noch längst nicht ausgemacht.

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Mittwoch, April 18, 2007

Antiamerikanismus gibt es nicht...


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...deswegen wirkt das Mitleid vieler Europäer auf das Massaker an einer amerikanischen Universität auch nur im ersten Moment zynisch, kalt und - ja dieses Wort trifft es wirklich - schadenfroh. SpiegelOnline hat einige Reaktion von Amerikanern gesammelt, die sich für die Anteilnahme bedanken.
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"Die Vereinigten Staaten leiden nach einer schrecklichen Demonstration des Bösen, ausgeführt von jemandem, den wir mit offenen Armen in diesem Land willkommen geheißen haben. Ich kenne keinen meiner Landsleute, der während des russischen Schulmassakers 2004 Schadenfreude empfunden hätte. Wir verhielten uns respektvoll. An alle, die über mein Land herziehen wollen in dieser Zeit der Trauer: Schämt euch. Ihr seid herzlos und gedankenlos."
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"Sie können nicht mal einen Tag mit ihrem Polit-Gefasel warten, um, wieder einmal, Amerika zu verurteilen. Als das Leid London und Madrid traf, haben wir Amerikaner mit diesen Ländern getrauert. Als die ganze Welt gegen Diktatoren kämpfte, wer hat alle gerettet? Ach, das waren ja die Amerikaner. Wir wird uns das vergolten? Mit diesem Trommelfeuer des Hasses."

(weitere hier)

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Liviu Librescu



(Zwei Texte dazu: hier und hier)

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Filbinger war kein Nazi und die Erde ist eine Scheibe



Es gab nun doch einige, die sich der Schmutzkampagne gegen den Nazirichter Filbinger anschlossen und diesen gar als Nazi bezeichneten. Welch eine Lüge! Die Wahrheit ist, dass wir es hier mit einem als Nazi getarnten Widerstandskämpfer zu tun haben, der das System unterwanderte. Wie viele andere Gegner des Naziregimes verschlug es auch ihn dabei auf einen Richterposten und weil er wusste wie wichtig es ist, dass nicht alle Gegner Hitlers umkommen (wer sollte sonst später über die Grauen berichten), versuchte er sich anzupassen ohne seine antifaschistische Gesinnung zu verleugnen. Es war oft ein schmaler Grad auf dem er da wandeln musste und doch gibt es genug Beweise für seine Zivilcourage. Als ein 22-jähriger Mann von Filbinger zum Tode verurteilt wurde, rief er bei der Vollstreckung beispielsweise nicht „Feuer Heil!“ wie es ein fanatischer Nazi getan hätte, nein, er begnügte sich mit einem schlichten humanistischen „Feuer!“. Wir sehen, es ist absurd diesen Gerechten unter den Völkern als Nazi zu bezeichnen. Wenn der einer war, dann waren auch Goebbels, Himmler und Eichmann Nazis!


PS: Man darf gespannt sein, wie lange es noch dauert, bis der gemäßigte und reformorientierte Flügel der NSDAP (alle Nazis minus Hitler) gegen den Führer putscht und der Krieg auf diese Weise beendet wurde!

PPS: Man darf gespannt sein, wann Hitler ins gemäßigte Lager wechselt.

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Sonntag, April 15, 2007

Tiergarten


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Samstag, April 14, 2007

Gute Freunde...


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Zum einen ist dieser Text hoffentlich von einem Kind geschrieben worden und zum anderen ist es mutig, Bob Kane als einen Freund von Bill Finger zu bezeichnen. Die beiden arbeiteten gemeinsam an dem Comic "Batman" und der freundliche Bob Kane zog Bill Finger dabei so dermaßen über den Tisch, dass dieser bis heute nicht in den Credits erwähnt wird.
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Schöner Denken - jetzt auch im Jüdischen Museum in ihrer Nähe


Buchvorstellung Josef Joffe / Dirk Maxeiner / Michael Miersch / Henryk M. Broder: »Schöner Denken - Wie man politisch unkorrekt ist«

»Wenn in Deutschland einer einen guten politischen Witz macht, sitzt die halbe Nation auf dem Sofa und nimmt übel.« Kurt Tucholskys Beobachtung über die politische Kultur gilt immer noch, nur heißt sie jetzt »political correctness«. Wer könnte besser dagegen angehen als ZEIT-Herausgeber Josef Joffe, die Bestsellerautoren und Spielverderber der Gutmenschen Michael Miersch und Dirk Maxeiner und Henryk M. Broder, Ruhestörer vom Dienst beim Spiegel. Die Herrenrunde stellt ihr Buch (Piper Verlag) vor.

Kartenreservierungen nur unter Tel.: +49 (0)30 88 24 250

Wann: 16. April 2007, 20 Uhr
Wo: Altbau 2.OG, Konzertsaal
Eintritt: 7 Euro, erm. 5 Euro

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Freitag, April 13, 2007

"Menschenrechtsrat"

Gibt es einen guten Grund, diesen antisemitischen Drecksladen nicht sofort dichtzumachen?
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Update: Es dauerte keine fünf Minuten, ehe mir der Menschenrechtsrat in Form eines anonymen Kommentars geantwortet hatte:

"Gibt es keine Möglichkeit Juden das Maul zu verbieten oder ist das schon wieder strafbar?"
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Donnerstag, April 12, 2007

Flammende Integration



Australische Muslime finden, dass sie in ihrem Land nicht sonderlich beliebt sind. „Die Australier haben genug von uns!“ behauptet Tom Zreika, einflussreicher Vorsitzender des Moscheen-Verbandes in Australien. Das soll sich ändern – und so legt Zreika Empfehlungen auf den Tisch, wie sich Muslime in Down Under besser integrieren können. Eine seiner Ideen: Australier verehren die Feuerwehr – Muslime sollten sich also dort engagieren. „Es wäre wunderbar, Imame mit Turban an der Seite der anderen Feuerwehrmänner gegen die Flammen kämpfen zu sehen“, sagt Zreika. (aus ZEIT Nr.16 07)

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(Mal sehen in welchen Kreisen das jetzt als versuch gedeutet wird, die liberalen Gesellschaften zu unterwandern)

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Mittwoch, April 11, 2007

Fuchsbau vs. Sigmar Gabriel

Ich wünsche dem kleinen Elefanten ja wirklich alles Gute, aber ich ahne, dass Sigmar Gabriel in diesem Fall keine Adoption im Sinn hat. Darum adoptiere ich dieses Tier nun und fordere Gabriel dazu auf, dass wir beide heute in einem Jahr zu unseren jeweiligen Lieblingen ins Gehege steigen und mal sehen, wer von uns da wieder lebend rauskommt.


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Montag, April 09, 2007

attac reist nach Heiligendamm


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Wer möchte schon in 10 oder 20 Jahren zugeben, nicht dabei gewesen zu sein?!

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Nein, diese Frage bezieht sich nicht auf die Fußballweltmeisterschaft 2006 sondern den G-8 Gipfel in Heiligendamm. Genauer, den Protestaufruf von attac. Die Globalisierungskritiker fahren nämlich bald nach Heiligendamm. Weil sie genug haben von Krieg und Menschenrechtsverletzungen, von Umweltzerstörung, Sozialabbau, Steuergeschenken und Konzernhörigkeit!

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Wenn man nun aber für die Menschenrechte eintreten möchte, gäbe es noch andere potentielle Ausflugsziele. Teheran, Darfur, Kairo, Damaskus, Caracas oder Peking, um nur einige zu nennen. Dort überall täte Kreative Aufklärung und pfiffiger Protest auch ganz gut. Warum also ausgerechnet Heiligendamm, wo acht Staaten zusammentreffen von denen immerhin sieben die Menschenrechte einhalten (während der achte dabei ist von einer Autokratie in die Diktatur zurückzufallen). Diese Frage lässt sich mit einem einzigen Wort klären: Neoliberalismus. Zwar werden im Iran Homosexuelle gehängt, aber eben nicht im Namen des Neoliberalismus, natürlich werden in China Regimekritiker ermordet, aber der Neoliberalismus hat damit nichts zu tun und niemand zweifelt an den Massakern in Darfur, doch was bitte haben diese mit Neoliberalismus zu tun?

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Der Neoliberalismus ist also der größte Feind der Menschheit, soviel steht nach einem Blick auf die attac Seite schon mal fest. Was auf der attac Seite nicht steht, ist, dass diese Geisel sich nur zu gerne mitten in offenen Gesellschaften breit macht. Zufall? Sicherlich! Nur Zyniker werden behaupten, dass der Neoliberalismus eventuell auch eine Rolle bei der Sicherung grundlegender Menschenrechte spielen könnte. Ja, er ist ein schrecklicher Gegner. Bei attac gibt es die Regel, dass Artikel über die Globalisierung zu 36% aus dem Wort Neoliberal bestehen müssen. Was bei weniger geschulten Lesern schnell die Frage aufkommen lässt: Was ist eigentlich Neoliberalismus? Darauf gibt das attac Nachschlagewerk eine recht präzise Antwort: Eine genaue Definition des Begriffes ist schwierig[…]

Sehr schön! Der größte Feind im Kampf gegen die neoliberale Globalisierung ist also nicht definierbar! Ein Kampf mit stumpfen Waffen gegen einen Gegner, den man nicht identifizieren kann. Aber auch wenn man bei attac nicht so genau weiß, was man eigentlich will, weiß man umso besser, was man nicht will: Die gemeinsame Ideologie der G8, die natürlich der Neoliberalismus ist und in folgende Plagen zerfällt:

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- den Ausbau der Atomenergie

- die Förderung der Gentechnik

- das Patentrecht auf Saatgut, Aidsmedikamente, Lebewesen etc…

- Kriege und Waffenhandel (90% am Weltmarkt)

- Hedgefonds und Währungsspekulationen

- die Politik von IWF, Weltbank und WTO

- die Schuldenfalle der Entwicklungsländer

- Privatisierung und Sozialabbau

- …

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Warum die letzte Plage aus drei Punkten besteht, ist nicht so ganz nachvollziehbar. Soll der globalisierungskritische Mensch dort eine Plage nach Wahl eintragen? Die Mehrwertsteuererhöhung, die Sommerzeit, Beziehungskrisen, Knut-Hysterie oder das defekte Autoradio? Wie auch immer, klar ist, dass die Politik der G8 für Kriege, Umweltzerstörung und die Vergrößerung der sozialen Unterschiede, sowohl innerhalb der Staaten, als auch zwischen Nord und Süd steht. Es scheint, als haben die Menschenfeinde der attac im Neoliberalismus genau das gefunden, was die Physiker für ihrer Disziplin noch suchen: die Weltformel - zumindest eine destruktive! Alles was einem nicht passt, fällt unter diesen Begriff. Damit hätten wir doch eine feine Definition!

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Für attac - an das Konsensprinzip glaubend - ist es grundsätzlich natürlich kein großes Problem, wenn die mächtigen Staaten miteinander sprechen (wobei es eben doch ein Problem ist, nur eben kein großes - was auch immer das heißen mag) , nur gehen die arroganten Neoliberalen wieder einen Schritt zu weit, weswegen kritisiert werden muss, dass es nicht nur bei Gesprächen bleibt, sondern jenseits der symbolischen Gesten auch viele konkrete Entscheidungen gefällt werden. Man hätte ja nichts dagegen, wenn die Herren der Welt ein wenig miteinander plauschen, Telefonnummern austauschen und Spaß haben, doch stattdessen wird auf diesen Treffen abgeschottet durch dicke Mauern, Sicherheitszäune, Polizei und Militär die Verbreitung folgender Verbrechen geplant: Privatisierung, Deregulierung und Liberalisierung – die auch ohne "Neo-" nichts von ihrer Gefährlichkeit einbüßt! Sicherlich verstoßen sie all drei gegen das Völkerrecht, die zweitbeliebteste attac Vokabel.

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Auf der Anti-G8 Homepage wird auch vor der Imagekampagne der Herren der Welt gewarnt. In der Öffentlichkeitsarbeit wird versucht ein positives Bild zu erzeugen. Der „historische Schuldenerlass“ von Gleneagels ist ein Beispiel, für die erfolgreiche Werbekampagne der G8. Fies! Wobei die Frage bleibt, was es nun wirklich war? Ein Schuldenerlass oder eine Werbekampagne. Eine Werbekampagne ist kein Schuldenerlass und ein Schuldenerlass keine Werbekampagne.

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Attac fährt nach Heiligendamm um den anwesenden Politikern den Spiegel vorzuhalten und eine eigene bessere Welt vorzustellen. Erdacht wurde diese Welt von Menschen, die entgegen des attac Selbstverständnisses nicht aus der Geschichte lernten um die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten zu können. Wenn doch, würden solche Wahnsinnsforderungen nicht vertreten werden: Alle Völker können für ihre eigenen Zwecke frei über ihre natürlichen Reichtümer und Mittel verfügen, […] In keinem Fall darf ein Volk seiner eigenen Existenzmittel beraubt werden.

Was ist das Volk, ein Kollektivwesen? Es gibt kein Volk, es gibt Warlords und Stammeshäuptlinge, die Kommunistische Partei und religiöse Eliten und die verfügen dann für ihre eigenen Zwecke frei über ihre natürlichen Reichtümer und Mittel. An dieser Stelle könnte nun lang und breit erklärt werden, warum die attac Forderungen für eine bessere Welt in einem Fiasko enden würde deren erstes Opfer die Menschenrechte wären, doch diese Aufgabe wurde glücklicherweise vor kurzem schon von einem Kollegen erledigt. Darum kann hier noch der ultimativen attac-Forderung Platz geboten werden. Wer oder was sollte denn den Neoliberalismus - der so bösartig ist, dass er gar nicht definiert werden kann - beerben? Das hier:

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Ich wünsche mir eine solidarische Wirtschaftsordnung, die Mensch und Umwelt ins Zentrum stellt.

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Und ich wünsche mir, dass man bei attac Mal dazu übergehen könnte, sich die Mühe zu machen, nicht nur dumme Phrasen zu verbreiten sondern diesen auch Anmerkungen zur Seite zu stellen, was denn unter ihnen zu verstehen ist. Vielleicht würde man in diesem Laden dann sogar selber merken, dass die eigenen Ideen allesamt nicht mit liberalen Demokratien und offenen Gesellschaften kompatibel sind. Fangt doch bitte gleich Mal damit an zu erklären, was genau eine solidarische Wirtschaftsordnung ist.

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Die Antike wird farbig!

In einer Hamburger Ausstellung wird mit einem weit verbreiteten Irrtum aufgeräumt. Die antiken Statuen waren keineswegs immer so weiß, wie sie sich heute präsentieren. Ganz im Gegenteil strahlten sie mit den kunterbunten Tempeln farbenfroh um die Wette. Kunst hatte damals auch einen anderen Wert für die Menschen, sie wurde um jeden Preis beschützt. Dabei konnte es auch Mal etwas ruppiger zugehen, wie man an der Behandlung dieser persischen Kunstspekulaten sehen kann:

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Sonntag, April 08, 2007

Geschichte eines Lebens

Ich habe gerade die Autobiografie von Aharon Appelfeld, „Geschichte eines Lebens“, gelesen. Es ist ein sehr bewegendes Buch. Die Sprache ist frei von Pathos und Sentimentalität und gerade deswegen schmerzhaft genau. Während die meisten Autoren bombastische Metaphern benutzen, um wichtige Aussagen zu unterstreichen - die dann zumeist im Schatten eben dieser Metaphern versinken - verzichtet Appelfeld darauf völlig. Er schreibt über seine Mutter:

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Nachts reibt er [Anm. der Vater] meine Hände und Füße und steckt sie in sein Mantelfutter, und für einen Augenblick meine ich, dass nicht nur Vater bei mir ist, sondern auch Mutter, die ich so geliebt habe.

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Was ist dem noch hinzuzufügen? Jeder Versuch, diese Liebe mit einem Vergleich erklären zu wollen, würde sie relativieren. Appelfelds Familie wurde von den Deutschen und ihren Helfern ermordet, er selber lebte jahrelang in den Wäldern, arbeitete mehrmals bei Bauern und gelangte schließlich mit einem Flüchtlingsschiff nach Israel. Er beschreibt nicht, was für ihn der Tod der Familie bedeutete und gerade das macht die Geschichte eines Lebens so eindrucksvoll. Was wären denn auch die richtigen Worte, um diesen Verlust zu beschreiben? Die Sprache ist dazu nicht in der Lage, darum beschreibt der Autor nur das erklärbare. Die kurze Kindheit, die Wälder, die Erinnerungen an die Mutter, Gespräche mit dem Vater, besuche bei den Großeltern. Es sind liebevolle Erinnerungen an ermordete Menschen aus einer vernichteten Welt. Danach folgen Beschreibungen der Flucht, des Überlebens, der Angst und seltener Glücksmomente. Gerade dadurch, dass Appelfeld an den richtigen Stelle eben nicht wortgewaltig auftritt, sondern schweigt und auslässt, wird – so bildet man sich ein – ein wenig nachvollziehbar, was ihn bewegte und bewegt.

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In Israel angekommen, sah er sich mit einem Dilemma konfrontiert, welches er mit vielen Juden teilte. Was tun mit der Sprache der Täter, die doch auch die Sprache der Eltern war? Für viele schien es nicht ohne weiteres möglich zu sein, dass Deutsche aufzugeben, denn dies hätte zugleich die Aufgabe der eigenen Identität bedeutet. Appelfeld schreibt, dass das Deutsche für ihn so etwas wie die Verbindung zu seiner Mutter darstellte. Um seinen Großeltern näher zu kommen und der Welt in der sie lebten, lernte er darüber hinaus auch noch Jiddisch.

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Daneben gab es ein weiteres Problem. Viele (osteuropäische) Juden wurden durch den Holocaust von ihren Familiengeschichten abgetrennt. Oft hatten die Deutschen die gesamte Verwandtschaft ermordet und auch unter den wenigen Überlebenden wollte kaum jemand über die Vergangenheit sprechen. Wer bei Kriegsausbruch noch ein Kind war, hatte also nicht die Zeit gehabt seine Heimat kennen zu lernen und als man alt genug war, gab es diese Heimat nicht mehr. Appelfeld erwähnt in diesem Zusammenhang das Gespräch mit einem jungen Mann, in dessen Verlauf sich herausstellte, dass dieser nicht wusste, dass sein Großvater ein angesehener Rabbiner gewesen war. Der Vater des Manns hatte ihm nie etwas über seine Vorfahren erzählt.

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Imre Kertesz sagte über dieses Buch: Aharon Appelfeld ist ein wichtiger Zeuge des vergangenen Jahrhunderts. Er lebt in Israel, zählt jedoch zu den großen jüdischen Erzählern Osteuropas.

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Freitag, April 06, 2007

Muslimischer Antisemitismus


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In England gibt es mittlerweile also Schulen, in denen nicht mehr über den Holocaust informiert wird. Warum? Weil es den Schülern nicht zumutbar ist, etwas über die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden zu erfahren. Das Thema wird von den Schülern abgelehnt und mit antisemitischen Beschimpfungen niedergemacht. Es handelt sich dabei aber keineswegs um Schulen, in die bekennende Nazis gehen sondern um Schulen, die mehrheitlich von Moslems besucht werden. Aus welchem Milieu muss ein junger Mensch kommen, wenn er nicht nur keine Empathie mit unschuldigen Opfern hat sondern diese auch noch verhöhnt? Dieses Ereignis sollte nun endgültig zu einem Umdenken führen. Wir können es in Europa nicht dulden, dass bedeutende Teile der Bevölkerung antisemitischen Weltbildern verhaftet sind. Dieser Kontinent, der über Jahrhunderte Leid und Tod über die Juden brachte, der sich nach schrecklichen Kriegen und Krisen endlich auf ein Menschenbild einigte, das jedem ein Recht auf Unversehrtheit, auf Religions- und Meinungsfreiheit zubilligt, darf es nicht zulassen, dass nun der Antisemitismus über die muslimischen Einwanderungsströme wieder einen Platz in Europa findet. Es ist an der Zeit, falsche Rücksichtnahme aufzugeben und klare Worte zu finden. Wer hier leben will, muss seine Religion nicht aufgeben, muss nicht die Meinung der Mehrheit annehmen und auch nicht Mitglied in einer bestimmten Partei werden. Wer hier leben will, kann dies tun wie es ihm gefällt. Solange dabei eine Kleinigkeit respektiert wird: die Menscherechte! Eigentlich ein fairer Deal, zumal für Minderheiten. Leider ist es aber so, dass die Moslems drauf und dran sind die Nazis in Sachen Antisemitismus zu überholen. Letzteren ist es bisher zumindest nicht gelungen, dass sich das Schulsystem ihrem judenfeindlichen Weltbild anpasst. Weil gerade feierlich die Berliner Erklärung veröffentlicht wurde, lohnt ein Blick in diese. Dort heißt es:

Wir verwirklichen in der Europäischen Union unsere gemeinsamen Ideale: Für uns steht der Mensch im Mittelpunkt. Seine Würde ist unantastbar. Seine Rechte sind unveräußerlich. Frauen und Männer sind gleichberechtigt. Wir streben nach Frieden und Freiheit, nach Demokratie und Rechtstaatlichkeit, nach gegenseitigem Respekt und Verantwortung, nach Wohlstand und Sicherheit, nach Toleranz und Teilhabe, Gerechtigkeit und Solidarität.

Nun müssen diesen Worten Taten folgen. An besten geht das, wenn man weniger oft solche Erklärungen veröffentlicht und dafür einfach mal die eigenen Ideale ernst nimmt. Die Situation ist in der Tat alarmierend. Die Moslems in Europa sind zu einer gefährlich großen Zahl antisemitisch. Welche Medien sie konsumieren oder welche – religiösen – Autoritäten sie dabei beeinflussen, muss genauer analysiert werden. Kann es aber sein, dass gerade unter jungen Moslems, die oft kaum Ahnung von der Religion haben der sie angehören, der Antisemitismus als so etwas wie ein integraler Bestsandteil ihres Glaubens verstanden wird? Vorstellbar allemal, denn wie stellt sich die islamische und ganz besonders arabischen Welt dar? Regelmäßig laufen Verfilmungen der Protokolle der Weisen von Zion, Hitler gehört zu den beliebtesten Autoren, in Fernsehinterviews dürfen Kinder stolz berichten wie viele Juden Mutter getötet hat und auch die Freitagspredigten machen nicht den Eindruck, als ob sie zu Toleranz gegenüber Juden aufrufen, die man viel lieber Affen oder Schweine nennt. Wie sollte ein Konsument arabischer Medien auf die verrückte Idee kommen, dass Antisemitismus NICHT Bestandteil des Islam ist?

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Nun ist es ja kein Geheimnis, dass die arabische Welt eine verkommene, primitive und widerliche ist, in der man die Wahl hat zwischen korrupten Diktatoren oder Islamisten. Wenn man aber die Menschen dort schon im Stich lässt und nicht für ihre Befreiung aus dieser schrecklichen Situation aktiv wird, sollte man zumindest nicht akzeptieren, dass sich im Gegenzug diese Kultur in Europa breit macht. Das macht sie aber. Der Antisemitismus aus der islamischen Welt schwappt über die muslimischen Gemeinden nach Europa. An diesem Punkt muss die EU endlich entschieden und konsequent eingreifen. Oder noch besser die islamischen Gemeinden selber. Wäre es beispielsweise zu viel verlangt, wenn türkische und arabische Vereine eine Demonstration gegen Antisemitismus organisieren würden? Niemand ist dazu gezwungen, aber es wurde auch niemand gezwungen nach den Angriffen auf Asylantenheime in den 90er Jahren an Protesveranstaltungen teilzunehmen. Es war den Deutschen wichtig, sich von den Ausländerfeinden zu distanzieren, die diese Verbrechen begangen hatten. Wie wichtig ist es den Moslems (in Deutschland), sich von muslimischen Antisemiten zu distanzieren?

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Gedanken zu Ostern


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Die Fernsehsender haben sich dem Feiertag entsprechend eingedeckt und senden heute eine Menge Filme, in denen es mehr oder weniger um Jesus geht. Und als Höhepunkt darf dann Mel Gibson ab 22:20 auf Pro7 den Heiland foltern. Ich werde nichts dergleichen gucken, weil ich solche Filme nur ansehe, wenn in ihnen Charlton Heston das Rote Meer teilt. Die Szene nämlich, in der Moses auf dem Berg Sinai mit Gott redet, gehört zu den kultigsten der Filmgeschichte. Billige göttliche "Laserstrahlen" mit eingeschlossen, die den Text auf die Tafeln schreiben. Und danach kehrt Charlton Moses zu seinem Volk zurück und findet es in Sünde vor. Ach, die Zehn Gebote ist ein toller Film!
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Dienstag, April 03, 2007

Antisemitismus in Deutschland

Es ist für alle was dabei: Für die, die gerne lesen und für die, die gerne fernsehen!
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Montag, April 02, 2007

Waschmaschinenexperten und Waschmaschinenexpertenmeister (2)



Der Meister war eben da, der Waschmaschinenmeister! Ja, was soll ich sagen, er hat die Erwartungen mehr als erfüllt. Obwohl der Lehrling in punkto Arbeitskleidung schon Maßstäbe gesetzt hatte, toppte der Mann in brauner Strickjacke und Jeans das mühelos. Anstelle eines Werkzeugkastens führte er eine Plastiktüte mit sich und anstelle von Fachwissen lichtes Haar. Die Knöpfe und Drehrädchen schienen auch für ihn kein alltäglicher Anblick zu sein und die Bezeichnung Meister wurde ihm von den Mitarbeitern des Gebrauchtgeräteladens entweder in einem Anflug von Ironie verliehen oder in der Absicht, ihn zu mobben. Er tat jedenfalls alles, um diesen Namen als Farce zu outen.

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Eigentlich ging er genauso vor wie der Spezialist vom letzten Samstag; er hing viel über der Maschine und wartete auf ein Wunder. Dann und wann verließ ihn sein Gottvertrauen und er machte sich daran, die Knöpfe mal fester mal sanfter zu drücken. Schließlich drehte der Waschmaschinenmeister die Drehuhr fünfmal hintereinander. Für den Laien wirkte das hilflos, weil es an die eigenen Versuche erinnert, defekten CD-Playern oder Fernsehern durch Tritte und Stöße wieder Leben einzuhauchen, aber weil es sich hier um Fachpersonal handelte, wird der Meister wohl gewusst haben was er da tut. Doch schließlich konnte auch er die Maschine nicht retten und so steht als nächstes die Überführung in die Werkstatt an. Dort wird der Plastiktütenherr sich in Ruhe mit dem „defekten Programmen“ beschäftigen und wenn auch diese Notoperation kein Erfolg wird, bekomme ich ein neues Gerät geliefert.

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Offensichtlich liegen die qualitativen Unterschiede zwischen Lehrling und Meister weniger im jeweiligen Fachwissen begründet, das beide auf einem sehr niedrigen Niveau stabil halten, sondern in einem erweiterten Wortschatz. Denn heute wusste mein Gegenüber etwas mit dem Wort „defekt“ anzufangen und korrigierte nicht richtigerweise: „Ach, sie meinen kaputt!“

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Sonntag, April 01, 2007

Die FR, der Fuchsbau und das Scharia-Urteil


Die FR hat Reaktionen zum "Scharia-Urteil" in Frankfurt gesammelt und dabei auch meinen Artikel zitiert.
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Der sozialistische Malte (was danach geschah)

Ich bekomme übrigens nach wie vor regelmäßig E-Mails geschickt, in denen Dinge stehen wie Auschwitz, Birkenau oder Anne Frankenstein. Das bringt mich auf die Idee, mal wieder auf diesen Text hinzuweisen. Einfach so, weil meine E-Mail Freunde sich ja aus dieser Ecke rekrutieren.

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Lagerfeueratmosphäre ohne Lagerfeuer

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