Montag, April 23, 2007

Der Fall Kurnaz oder: Die erschütternde Rezeption eines Buches

Eine interessante Buchkritik von Alan Posener

Kuhns Roman ist für den Journalisten Hans Leyendecker, der auch schon mal auf eine RAF-Legende hereingefallen ist, "ein erschütternder Bericht und ein einzigartiges Dokument". Erschütternd ist allerdings die Rezeption des Romans. Die Gruselhöhepunkte aus Kuhns Erzählung werden in der Presse unhinterfragt als Tatsachenbericht wiedergegeben; als könne diese fortwährende Quälerei unter den Augen des Roten Kreuzes stattfinden, das seit Anfang 2002 auf Wunsch der US-Regierung die Anlage regelmäßig kontrolliert und zu allen Gefangenen Zugang hat. Und Kurnaz, bis vor kurzem noch für die Journaille der "Bremer Taliban", mutiert zu einem naiven Märtyrer des rechten Glaubens. (ganzer Artikel)

2 Comments:

At 24 April, 2007 13:03, Anonymous Hamster said...

Stimmt denn das, was der Kurnaz so geschrieben hat in seinem Buch?

Falls ja, stimmt doch irgendwas nicht bei der Terrorbekämpfung der Amerikaner, falls nein, muss der Mann schnell raus aus Deutschland.

Gibt es denn keine zuverlässigen Quellen aus Guantanamo? Amerikanische Ex-Soldaten bspw.?

 
At 30 April, 2007 22:00, Blogger wallenta said...

Es ist Alan Posener, der beschreibt, dass Kurnaz es so geschrieben hätte...
An Poseners Artikel fallen einige Seltsamkeiten auf, die ihn eher als das ausweisen, was er eingangs anprangert: Anwalt einer sensationslüsternen Presse; genauer, wenn man weiter liest: einer Hass erfüllten Presse. Jedenfalls ist sein Vokabular weit von "Berichterstattung" entfernt und trägt eher zur fortwährenden Berichtbestattung bei, die längst über dem Boulevard hinaus betrieben wird.

 

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