Samstag, September 01, 2007

Kokopelli und andere spannende Verlage









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Es gibt viele Dinge, die man nicht gerne macht, das Gesamtverzeichnis der deutschsprachigen Verlage durchzugucken gehört dazu. Bei fünf zufällig ausgewählten Verlagen trägt mindestens einer ein "Weg" im Namen, sei es ein neuer, ein richtiger oder ein besserer Weg. Da geht es dann um Engel, Jesus, Gott, und - wie gesagt - die Wege zu ihnen.


Zwei weitere Verlage werden Regenbogentherapien, oder Sterndeutung für Jungfrauen anbieten. Außerdem alternative Heilpraktiken. Glück aus dem Erdreich. Seelenwanderungen. Positive Energien. Und Bücher über positive Energien. Das ist die Esoterikecke. Die Trickbetrüger unter den Verlagen. Viele von denen haben die Grenze zum Kriminellen (und die in eine andere Bewusstseinsebene, in der es moralisch korrekt ist, Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen, die mit ihrem Leben nie so ganz warm geworden sind) längst überschritten, und bieten als teures Produkt an, was eigentlich noch nicht einmal geschenkt angenommen werden sollte.


Die beiden letzten Verlage werden sich entweder auf die vergessenen Dichter des Havellandes aus dem 18.Jahrhundert spezialisiert haben, oder auf etwas aufmerksam machen, was uns eigentlich alle interessieren sollte. Das zum Beispiel. Oder die Fortschritte in der Heilung auf geistigem Weg. Darin war Bruno Gröning ein Experte. Eine Vielzahl ärztlich dokumentierter Erfolgsberichte belegt die aktuelle Wirksamkeit seiner Lehre, heißt es auf der Verlagsseite. Klingt alles gut, und da stört es auch kaum, dass der Pionier gerade mal 53 Jahre alt wurde.

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Mit ganz anderen Problemem hatte man hier zu kämpfen. Der Hit "Ein Justizmord in Halle" wurde noch einmal neu aufgelegt. Mit einer Veränderung:

Allein der Untertitel ist neu: „Die Rache des Kardinals" heißt es nun - und verrät damit nicht mehr so viel über den Ausgang der Geschichte.


Wie der wohl davor hieß, vielleicht: "Ein Justizmord in Halle - Die Rache des Kardinals, der so tut, als habe er den Kapellmeister nicht ermordet, was er aber doch getan hat"


Der id-Verlag wirbt einen Klick weiter:


1. SIND SIE Architekt, Anleger, Bauberater, [...] Sachverständiger, Schlüsselfertigbauer, Subunternehmer, Tragwerksplaner? DANN SIND SIE HIER RICHTIG!


Und was bietet id den Richtigen? Hier stehts. Alle Architekten, die trotz dieses Fatal error noch nicht ihre gute Laune verloren haben, können sich dann ja mal diesen Hund angucken. Keine Ahnung, wie er das macht, aber man wird depressiv, wenn man ihn zu lange betrachtet. Weil es aber auf Dauer ermüdet, durchs Internet zu surfen, ist es gut, Seiten zu kennen, die einfach nur entspannend wirken. Dafür empfiehlt sich Kokopelli. Kokopelli ist aber nicht nur extrem beruhigend, nein, er ist viel mehr:

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Kokopelli ist eine alte indianische Gottheit. Kokopeli kommt zu den Feiern der Stämme und spielt auf seiner Flöte. Das rauschende Fest geht zu Ende und am nächsten Morgen tragen alle Frauen die Frucht des Lebens in sich. Kokopelli hingegen ist fort und trägt die Sorgen und Nöte des Stammes auf seinem Buckel.



Womit die Indianer auf ganz elegante Weise Streitereien wegen Vaterschaften und/oder Vergewaltigungen umgehen können. Kokopelli sei Dank!

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Und wenn wir schon einmal bei den Göttern sind, ist es doch schön zu wissen, dass der Verlagsgründer ein demütiger "Schreibknecht Gottes" war, den man als prophetischen Mystiker bezeichnen kann, oder als christlichen Propheten, oder ganz schlicht, als Jakob Lorber.


Mittlerweile scheint es zwar so, als ob alle versuchen im Internet präsent zu sein, doch längst hat sich eine Gegenbewegung gebildet. Nicht immer mehr Service und immer mehr Extras zeichnet sie aus, sondern die Besinnung auf das wesentliche: Viel Erfolg damit. Ebenfalls spannend ist es, dieses androgyne Wesen zu beobachten, und zu überlegen, was es ist: Mann oder Frau. Ach ja, und überhaupt, wollten nicht früher alle Jungs Lokomotivführer werden? Hat sich wohl geändert.


Wer auf wirre Literatur steht, sollte sich mal diese Zusammenfassung ansehen. Und dass es eine 4000-jährige jüdisch-christliche Tradition gibt, wusste ich auch nicht, ehe der Verlag Urfeld mich eines besseren belehrte.

Und ganz zum Schluss sei noch auf diese Seite verwiesen. Einfach so halt.

3 Comments:

At 03 September, 2007 11:18, Anonymous ruth.wuersch@swissonline.ch said...

Josef und Maria! Eine 4000 jährige jüdisch-CHRISTLICHE Tradition?? Also bei uns hier in der Schweiz begann die Christianisierung so um das 4 Jh. n.d.Z. Kann es sein, dass 4000 Jahre Christentum nur ein katholisch-Freud’sche Verrechner ist, oder ist es uns bis jetzt entgangen, dass der Heilige Stuhl in eigenen chronographischen Logarithmen rechnet? Herr Böss, ich recherchiere das!

 
At 03 September, 2007 11:40, Blogger Gideon Böss said...

Vielleicht ist es ein wenig wie mit den Hundejahren. Ein Tierarzt sagte mir mal, dass ein Hundejahr so viel zählt, wie sieben Menschenjahre.

Es kann darum sein, dass ein Katholenjahr so viel zählt, wie zwei normale....

 
At 04 September, 2007 13:59, Anonymous Anonym said...

vmtl rechnen die katholiken einfach die jüdischen 2000 jahre mehr mit und beanspruchen sie für sich.
so ähnlich wie die deutschen, die meinen, es hätte sie schon vor 1871 gegeben.

 

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